@CachalotNein, das ist mir nicht entgangen. Es war doch offensichtlich. Und genau darauf bezog ich mich: Warum muss man immer die Polemik herausfahren, anstatt sachlich zu argumentieren und ggf. auch einfach zuzugeben, dass man schon weiß dass die Tiere leiden, man aber einfach Bock auf die Produkte hat und es deshalb verdrängt?
Falls einen Monokulturen stören, wie mit dem Mais (was ich sogar gut verstehe): Typische Nutztiere brauchen Futter, und je nach Art kommt das teilweise oder vollständig aus Monokultur. Genau der Punkt - Flächennutzung zum Anbau von Tierfutter - habe ich immer wieder als einen vernommen, an dem sich Veganer stören. In Deutschland wird rund 85 % des Mais für Silage angebaut: Tierfutter. Andere Anteile: für Biogas, sowie ein sehr kleiner Anteil direkt für den menschlichen Verzehr (z.B. Zuckermaiskolben, Popcorn).
Wenn einen das wirklich stört, wäre es eine Option, den indirekten Konsum von Mais zu reduzieren - oder man gibt einfach zu, dass einen in Wirklichkeit der Mais gar nicht so sehr interessiert und die Tiere ggf. auch nicht.
Die (m.E. unzulässige) geistige Trennung des Nutztiers vom Futter ist etwas, das ich überwiegend von Menschen kenne, die ihre Argumente gegen Veganer nicht besondes gut durchdenken. Denn hier auf Mitleid mit Mais, oder Mitleid mit Mäusen im Getreide zu verweisen (ein "Mausschützer" aus einem anderen Forum), aber sich nicht dafür zu interessieren was denn diesen Anbau reduzieren würde, scheint mir m.E. etwas kurz gedacht.
Cachalot schrieb:Sachlich nun. Wir sind Omnivoren. Von der Entwicklung her mit einem Großteil an Grünfutter in Ergänzung mit Fleisch.
Und das ist weder gut noch schlecht. Es ist unsere Natur. So wie bei allen anderen Omnivoren auch.
Weiß ich. Ich interessiere mich z.B. sehr für Biologie, "von der Pieke auf", nicht bloß "süße Tierchen" und hätte das Fach auch fast studiert. (Stattdessen wurde es die Physik.) Zum "Fleisch" ist zu sagen: Je nach Region dürfte das, neben Muskelfleisch und Säugetieren, auch ein guter Anteil von Tieren gewesen sein die der typische Europäer heutzutage nicht so gerne auf dem Teller hätte. Da ist eben auch eine kulturelle Komponente dabei, hat man die Wahl.
Cachalot schrieb:Und ja. Wir können uns heute Vegan ernähren. Keine Frage. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Genau das. Die Möglichkeit existiert, wenn man das möchte. Das ist Realität. Genauso wie sich Menschen, durch Landwirtschaft, durch Intensivlandwirtschaft (ohne die wäre der hohe Konsum an tierischen Produkten sowieso nicht möglich) und durch vieles andere einfach Optionen geschaffen hat.
Falls jemand anwortet, Tierleid bewusst zu ignorieren, sehe ich das sogar viel mehr ein (auch wenn ich es persönlich schade finde) als bloße Polemik a la Maisleid, die dabei auch noch Fakten ignoriert, z.B. Futtermittelanbau. Wirkt halt nach "getroffene Hunde bellen", i.e.: als ob derjenige sich insgesamt doch ob seines Konsums schämt.