nairobi schrieb:Auch in Deutschland hat man früher ganz selbstverständlich Hundefleisch verzehrt.
Für Deutschland weiß ich es nicht (außer im Krieg), aber in der Schweiz - alte Schilder bzgl. "Hundemetzgerei" sind kein Gag. (Meines Wissens - wenn falsch, bitte korrigieren, und es ist nicht als Hetze gegen Schweizer gemeint - ist es dort noch für den Eigenbedarf erlaubt, wennauch es nicht mehr praktiziert wird.)
Kaninchen essen kenne ich aus meiner Kindheit; als Haustier waren die eher selten.
rainlove schrieb:Wenn jemand meiner kleinen etwas zu leide tun würde, würde ich der Person das gleiche in hunderfacher Weise antun. Ich kann nicht verstehen, wie mn ein geliebtes Haustier essen kann. Ob Katze, Hund, Pferd, Vogel, Maus, Hasen, usw. Das ist ein Familienmitglied und Seelenverwandter.
Auch wenn es einem als Haustier persönlich (natürlich) wichtiger ist, unterscheide ich da trotzdem nicht sondern esse gar keine. Das Tier leidet, egal ob es Schnuffi oder Alma heißt oder die Ohrmarke 17-A-92293z hat. Wie mit Menschen: Klar ist mir ein geliebter Familienangehöriger auch wichtiger als ein Fremder, dennoch tue ich dem Fremden auch nichts.
rainlove schrieb:Die einen können ohne Fleisch und Fisch oder Ei Milch etc leben, die anderen nicht. Aber niemand sollte dem anderen Vorschriften machen, was geht und was nicht. Jeder soll frei nach seiner Facon entscheiden.
Vorschriften mache ich niemandem - wie sollte das auch gehen? Die Produkte sind ja verfügbar.
Ich saß auch gestern ganz normal beim Grillen in der Arbeit dabei, wir haben wie man das kennt nett geplaudert und gelacht, und Belehrungen kamen weder aus meinem Mund noch aus dem anderer (btw.: bei uns ist knapp die Hälfte der Kollegen Veganer oder Vegetarier, was sich hier schonmal aus der internationalen Zusammensetzung ergibt, wir haben sehr viele Kollegen aus Indien).
rainlove schrieb:Mein Hausarzt Herr K. sagte mir und riet mir besonders von veganen Fertigprodukten aus dem Supermarkt ab, da sie mit etlichen Zusatz-, GEschmacksstoffen und Verstärkern Chemie versetzt sind.
Die muss man überhaupt nicht essen. Auch ich esse die nicht. Ebenso im Restaurant: keine Fleischimitate.
(Gestern beim Grillen: Gemüse, Fladenbrot.)
Ab und zu wird mir Fleischersatz bei Anlässen mit vorbestelltem Essen, bei dem es nur Tagesgerichte gibt (und keine Speisekarte oder ein Buffet) serviert: kriege ich runter, mag ich aber nicht. Und hoffe dann, dass am nächsten Tag wieder eine Gemüsemahlzeit kommt. (Wo das vorkommt: Wenn ich auf Geschäftsreisen zwingend in einer Kantine essen muss, und es gibt dort nur "Tagesgericht vegetarisch, Tagesgericht Fleisch".)
Mit hoher Wahrscheinlichkeit essen wir viel weniger Fertigprodukte als das die meisten Menschen tun - das ist möglich, wenn man das möchte. Sowas wie Nuggets, Patties, Fertigsaucen, Fertigdesserts, Mikrowellenmahlzeite, Fertigpizza, Fertigbackwaren, auch Limos und Getränkepulver und vieles was ich öfter in den Einkaufswägen vor mir, in den Küchen anderer bei Besuch sehe, gibt es bei uns nicht.
rainlove schrieb:Da gibts KEINE veganen Alternativen die man "bauen" könnte, die ansatzweiße so schmecken oder von der Konsistenz daran kommen.
Für mich persönlich muss es auch nicht exakt den z.B. Tintenfisch, ein Entenbein oder das Steak imitieren, sondern schlichtweg: Schmecken (und mir bekommen und nix drin sein dass ich nicht essen will).
Ich lege mir fürs Sonntagsfrühstück auch kein nachgemachtes Ei oder eine pflanzliche Wurst hin, sondern andere leckere Dinge. Heute (okay, Samstagsfrühstück) war da z.B. selbstgebackenes Bauernbrot, Oliventapenade, Hummus, Tomate als eine von vielen Möglichkeiten.
(Btw.: Auch die Supermarktwurst hat x Zusatzstoffe. Die Wurst aus Fleisch wie auch die vegane Alternative kann man, sogar selbst, aus einfachen Grundzutaten anfertigen, wenn man das möchte.)
Kurz und gut: Manche Leute essen viele, manche wenige Fertigprodukte. Mit vegan oder nicht hat das aber nur (ganz) am Rande etwas zu tun.
Das einem das (potenzielle) Leid eines Haustiers oder eines anderen Tieres das man gut kennt mehr zu Herzen geht als das eines komplett anonymen Tieres: Verständlich. Unter Menschen ist das auch nicht anders und daran ist meiner Meinung auch nichts schlimmes. Das Leid das ein Tier empfindet dürfte sich aber nicht dadurch verringern, dass man es nicht persönlich kennt. Das ist für mich persönlich der Grund, solche Produkte wegzulassen - bei z.B. so einem Hühnerbein würde ich auch andauernd dran denken, wie es denn mal gelebt hat, das Huhn.
Und es jemandem verbieten, Vorschriften machen? Wie soll denn das wirklich gehen? Jeder kann sich bestellen, kaufen, mitnehmen was er mag, und etwas Unveganes ist viel leichter zu bekommen als etwas Veganes bzw. sogar die Standardmahlzeit die einem vorgesetzt wird.