Noumenon
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Das ist richtig, aber die Alternative dazu, dass überhaupt etwas existiert, einschließlich meiner selbst als Beobachter von Existierendem, ist nicht wissbar. Die Möglichkeit, dass nichts existiert, ist nicht realisiert. Wäre sie realisiert, gäbe es keinen Beobachter, der darüber etwas wissen könnte. Folglich lässt sich über die Möglichkeit, dass es ebensogut auch sein könnte, dass nichts existiert, prinzipiell kein begründetes Urteil abgeben, weil jeder, der das potenziell könnte, selber existiert und nicht nicht existiert.nocheinPoet schrieb:Nichts kann nicht existieren.
Hab ich im Grunde schon:Noumenon schrieb:Definiere mal "Existenz"...
Aber gern noch einmal konkreter:nocheinPoet schrieb:Eine Existenz ohne jede Eigenschaft hätte keinen Ort, keine Ausdehnung, keinen Zeitpunkt, keine Dauer.
Sie wäre nicht einmal punktförmig, denn auch das
wäre eine Eigenschaft. Sie wäre weder bestimmt noch unbestimmt, weder denkbar noch nicht-denkbar, weder beschreibbar noch unbeschreiblich, denn all das wären bereits Eigenschaften.
Der Ontophänomenalismus (OP) stimmt zu — aber er geht einen entscheidenden Schritt weiter.Neustarter schrieb:aber die Alternative dazu, dass überhaupt etwas existiert, einschließlich meiner selbst als Beobachter von Existierendem, ist nicht wissbar. Die Möglichkeit, dass nichts existiert, ist nicht realisiert. Wäre sie realisiert, gäbe es keinen Beobachter, der darüber etwas wissen könnte. Folglich lässt sich über die Möglichkeit, dass es ebensogut auch sein könnte, dass nichts existiert, prinzipiell kein begründetes Urteil abgeben, weil jeder, der das potenziell könnte, selber existiert und nicht nicht existiert.
Darum die Grundfrage jeder Metaphysik, die man auch verkürzen kann zu: Warum ist nicht nichts?
Das stimmt so nicht, denn die substantivierte Form verweist auf ein Ding mit der Bezeichnung "Nichts" - ist mithin ein Etwas, aber nicht nichts, so dass hier eine semantische Falle vorhanden ist, in die man nicht tappen sollte, wenn es um die Möglichkeit geht, dass auch nichts existieren könnte - also nichts existiert und nicht "ein Nichts existiert", wie es die substantivierte Form suggeriert.nocheinPoet schrieb:Wir können über die Möglichkeit des Nichts kein begründetes Urteil abgeben.
Die Grundfrage jeglicher Metaphysik lautet:nocheinPoet schrieb:Mein Einwand (OP): "Nichts" ist weder möglich noch unmöglich — es ist kein Kandidat für diese Kategorien überhaupt.
Oha, das ist ja mal ne spannende Definition. Vermutlich nicht ganz unproblematisch, muss ich noch einmal drüber brüten, meines Erachtens auch nicht ausreichend mit Blick auf die eigentliche Fragestellung, aber dennoch... zumindest ein interessanter Ansatz.nocheinPoet schrieb:Genauer, etwas existiert genau dann, wenn es sich vom Nichts unterscheidet...
Okay, oder auch, warum ist etwas?Neustarter schrieb:Die Grundfrage jeglicher Metaphysik lautet: "Warum ist nicht nichts?"
Moment, dass ist eine Annahme. Du behauptest hier erst einmal nur, dass hätte ja auch sein können. Dass wäre zu belegen.Neustarter schrieb:Mit "Möglichkeit" in Bezug darauf, dass auch nichts sein könnte, ist die Alternative zum Dasein von Etwas gemeint: "Es hätte ja auch sein können, dass nichts entstanden wäre, so dass nichts existieren oder da sein würde."
Du gibst weiter zwei Möglichkeiten vor, Existenz und keine Existenz. Ich habe hier schon argumentiert, dass so nicht sicher sein muss, im Gegenteil spricht einiges dagegen.Neustarter schrieb:Stattdessen gibt es Dinge und gibt es eine Wirklichkeit, zu der diese Dinge gehören.
Ja und darauf versuche ich mit dem Ontophänomenalismus eine Antwort zu geben. Eben, es ist nicht möglich.Neustarter schrieb:Die Grundfrage leitet sich daraus ab: "Warum gibt es überhaupt etwas?" oder meinetwegen so: "Warum existiert überhaupt etwas?" - und als Negation dazu: "Warum gibt es nicht nichts?" oder eben: "Warum existiert nicht nichts?"
Man beachte und berücksichtige hier die Kleinschreibung von "nichts" ...
Wenn etwas da ist, ist etwas da. Das ist erst mal Fakt. Wenn etwas nicht da ist, ist etwas nicht da. Das ist ebenfalls Fakt, sofern jemand da ist, der dies feststellen kann. Wenn nichts (im Sinne von "überhaupt nichts") da ist, ist nichts da. In Ermangelung eines Beobachters, der dies feststellen könnte - denn der ist ja dann auch nicht da - lässt sich nicht beurteilen, ob das Fakt ist oder nicht. Ein Beleg für die Realisierung der Möglichkeit, dass nichts (und nicht Nichts!) existiert, kann daher nicht erbracht werden.nocheinPoet schrieb:Du behauptest hier erst einmal nur, dass hätte ja auch sein können. Dass wäre zu belegen.
Nein, da nichts da ist was wirken könnte und nichts, was eine Wirkung erfahren könnte.nocheinPoet schrieb:wäre denn keiner Existenz für Dich denn noch eine Wirklichkeit?
Deshalb sage ich von Anfang an, dass wir das nicht wissen können, weil aus der Binnenperspektive der Existenz heraus darüber kein Urteil gefällt werden kann. Es ist eine Denkmöglichkeit, deren Realisierung nicht gegeben ist und deren Realisierung niemals festgestellt werden kann. Fakt ist, dass etwas existiert. Wäre das Gegenteil der Fall, würde nichts existieren (und nicht Nichts!) und folglich auch niemand, der sich darüber in Kenntnis setzen könnte.nocheinPoet schrieb:es ist möglich, dass es keine Existenz gibt, muss man fragen, ist das wirklich möglich?
Da soll ja der Beleg erbracht werden, und nicht auf ein Nichts das einen Bezug zu etwas hat... Das Nichts, bleibt ein reines menschliches Gedankenspiel. Denn wo immer man hinschaut, ist etwas. Ergo, greift hier deine Beweislastumkehr auf das Nichts, nicht. Die Annahme es könnte sowas geben, ist zwar vollkommen legitim, aber eben im Bereich einer Behauptung.Neustarter schrieb:Wenn nichts (im Sinne von "überhaupt nichts") da ist, ist nichts da.
Wie ich geschrieben hatte, ist das nicht möglich.KwithoutPath schrieb:Da soll ja der Beleg erbracht werden
Ich spreche nicht vom "Nichts".KwithoutPath schrieb:Das Nichts, bleibt ein reines menschliches Gedankenspiel.
Die Annahme, es gebe ein Nichts als Möglichkeit, habe ich nicht getroffen.KwithoutPath schrieb:Die Annahme es könnte sowas geben, ist zwar vollkommen legitim, aber eben im Bereich einer Behauptung.
Wieso bringst du es dann zweimal mit der Kernfrage ins Spiel:Neustarter schrieb:Ich spreche nicht vom "Nichts".
Neustarter schrieb am 01.07.2026:Warum existiert überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Dein anfänglicher Einwand war ja, dass wir es nicht wissen könnten. Was man aber auf alle Rosa Einhörner auch anwenden könnte. Selbst ohne den ausgeschmückten Unterbau der Existenz, welche es braucht. Gleiches Spiel. Deshalb irgendwie sinnfrei, oder?Neustarter schrieb:Warum ist nicht nichts?
Da ist eben schon der Punkt an dem ich widerspreche. Denn so "was" ist was, etwas, und geben ist Existenz.KwithoutPath schrieb:Die Annahme es könnte sowas geben ...
So, habe nun kurz Zeit, darauf einzugehen, bevor es in die Heia geht. Man braucht eigentlich nur mal eine ruhige Minute, um schnell einzusehen, dass diese Kriterien natürlich Unfug sind. Nehmen wir als Beispiel einfach das fliegende Spaghettimonster und prüfen auf die genannten Kriterien.nocheinPoet schrieb:Genauer, etwas existiert genau dann, wenn es sich vom Nichts unterscheidet — und das erfordert notwendig minimale strukturelle Bestimmtheit (Modalbestimmtheit M, interne Differenz D, Selbigkeit S).