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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

354 Beiträge, Schlüsselwörter: Integration

Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 10:07
@west_united
@Herbstblume
@cejar
@Reliable
@interrobang
@Juvenile
@Andalia
@Elektrofisch
@25h.nox
@erazor0
@bofh
@Realo
@Bone02943

Da ich nicht weiß wo es besser reinpassen könnte, wärme ich mal diesen Thread auf.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.schlechte-noten-fuer-grundschulen-am-rande-der-verzweiflung.0fa33901-9d02-4...
Wer sich fragt, warum Baden-Württembergs Viertklässler im Bundesvergleich so schlecht abschneiden, sollte mit den Lehrerinnen sprechen
...
Tatsächlich ist die Bestandsaufnahme an der Basis vor allem in Großstädten dramatisch.
......
nicht eingerechnet in die Statistik sind die Migrantenkinder mit deutschem Pass. „Auch in meiner Klasse habe ich mehr als die Hälfte deutsche Staatsbürger“, sagt Paula Kramer, „aber nach einer für alle verständlichen Amtssprache suche ich immer noch.“

...
Wer unter solchen Voraussetzungen unterrichten soll, muss kreativ sein. „Ich habe mit den Kindern eine Art von Zeichensprache entwickelt ...

Trotzdem liegt der engagierten Pädagogin nichts ferner, als mit ihrer Diagnose jenen Politikern Aufwind zu verleihen, die mit einfachen, populistischen Forderungen hausieren gehen.
Das Problem, sagt Paula Kramer, sei nicht die Herkunft der Kinder, sondern die Unfähigkeit der Eltern, ihren Töchtern und Söhnen ein vernünftiges Heim zu bieten.
Manchmal gelte diese Feststellung zwar auch für die Wohnung: „Wenn die Eltern mit fünf Kindern in einer Drei-Zimmer-Wohnung leben, kann Erziehung nicht funktionieren.“
Viel häufiger liege das Problem aber im Kopf der Väter und Mütter – ganz egal, woher diese stammten.
„Viele Eltern reden viel von ihren Rechten. Aber es gibt auch Elternpflichten“, sagt Paula Kramer. Diese würden grob vernachlässigt, „wenn die Kinder, mit Tablet und Smartphone ausgestattet, ruhig gestellt werden“.
...
Die Schülerschaft sei „extrem heterogen“, und auch das Spektrum der Kinder, die aus dem Kindergarten kommen, sei breiter geworden: „Manche können bereits lesen, andere noch nicht einmal den Stift halten.“
...
„Solche Defizite können wir nicht bis zur vierten Klasse aufholen“, sagt Paula Kramer. Insofern könne sie die Ergebnisse der IQB-Studie aus eigener Anschauung bestätigen
Sicherlich ist es (hoffentlich) nicht in allen Großstadtschulen so schlimm wie hier beschrieben, aber Ich finde diese  Analyse besorgniserregend hinsichtlich unserer Gesellschaft in weiterer Zukunft gesehen.

Außer der einheitlichen Sprache, welche offensichtlich in dieser Schule nicht gegeben ist (aber dies sehe ich als wesentlichen Punkt einer gelingenden Integration an), gibt's eben auch viele andere Ursachen, welche wohl in der Vergangenheit zu sehr vernachlässigt worden waren, wie es scheint.
Und großartige Änderung ist mMn  bislang nicht in Sicht, auch wenn Politiker gute Lippenbekenntnisse machen.
Nach wie vor fehlt es auch an Geld und gut geschultem Personal (auch Schul-Psychologen usw...).

Nun würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren, nämlich ob z.B. noch die Chance besteht, das Ruder rumzureißen, oder ob diese Entwicklung für manche Großstädte nicht mehr aufzuhalten ist?


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 11:27
Ja, klare Anforderungen und eben auch mal Mut zum Durchfallen lassen. Pseudoerfolg vortäuschen durch ändern der Spielregeln oder Bewertungen bringt es ja nicht.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 16:20
Hallo @Optimist :)

Interessantes Thema.

Es gibt mal wieder nicht DIE Antwort. Ich kann dir aber beschreiben, wie es bei meinem Vater und seiner (neuen) Frau abgelaufen ist. Beide Ausländer, Kind 10 Jahre alt. Nun, mein Vater und seine Frau kamen nach Deutschland, um Kohle zu machen. Direkt gesagt. Familie haben sie, aber das kommt nachrangig. Wenn man sie fragt, dann sagen sie, alles kommt automatisch, die Deutschen kümmern sich schon.

Ich habe ihnen auf jeden Fall damals erklärt, dass bald die Grundschulempfehlung für den jüngsten kommt. Sie haben mich beide nur blöd angekuckt. Ich hab ihnen erklärt, dass ich vermute, dass er ne Hauptschulempfehlung bekommt. Nicht, weil er nicht mehr kann, sondern, weil das ab und an so ist bei Migrantenkindern. Aber sie kucken mich einfach nur an und mein Vater halt mit seiner Denke, die Deutschen regeln das schon gut, die Kinder lernen in der Schule, lernen die Sprache, alles kommt schon so, wie es kommen soll.

Ich hab dann nach einer Alternative für den Jungen gesucht, hab ihn mitgenommen zu einem Aktionstag an einer Schule und hab die Eltern beschwatzt, ihn auf dieser Schule anzumelden. Die Grundschulempfehlung war tatsächlich der Besuch einer Hauptschule. Hab die Eltern begleitet zur Anmeldung auf einer Gesamtschule und der Kampf hat sich gelohnt, der Junge/mein Halbbruder hat einen Platz an einer Gesamtschule bekommen und war seit er auf dieser Schule ist nie auf der Hauptschule. Macht voraussichtlich im Sommer des nächsten Jahres sein Realschulabschluss.

Bei meinem Vater und seiner Frau hat sich nicht viel geändert. Mein Vater jagt dem Geld hinterher und seine Frau auch, alles was über Klamotten, Essen und Trinken für die Kinder hinausgeht, ist Mangelware. Beide Eltern sind nie Zuhause, ein richtiges Familienleben findet kaum statt.Vielleicht es aber auch so wie bei manchen Deutschen, dass Kindergeld lockt auch so ein bisschen Kinder zu haben, obwohl man nicht bereit ist dafür.

Wenn du mich fragst, es liegt vielfach an der Einstellung und Bildung der Eltern, ob sie jetzt konkret deutsch sind oder nicht.

Bei Migranten ist es vielleicht noch eher so: Sehen sie ihren Aufenthalt in Deutschland rein als Geldangelegenheit und trauern verbissen für alles andere ihrem Heimatland nach oder sagen sie, wir leben hier in Deutschland, dass unsere zweite Heimat geworden ist. Wir interessieren und informieren uns über das Bildungssystem und das soziale Zusammenleben. Unsere Kinder begleiten wir im Schulalltag, sorgen dafür, dass sie deutsch lernen und in der Schule gut lernen und  später gute berufliche Aussichten haben.

Aber das ist ja allgemein dann auch so, der Aufenthalt in Deutschland als reine Geldangelegenheit? Dann kannste "Integration" quasi vergessen. Weil dann musst du ja Menschen zu etwas zwingen, was sie selbst nicht wollen. Sie sind hier für Geld, und nicht um Land und Leute kennen zu lernen. Aber "Integration" ist ja auch etwas, dass von innen heraus kommen muss. Eine Sprache lernste ja auch erst durch Interesse und durch Bemühen.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 16:53
Wenn ich das noch nachtragen darf @Optimist

Mein Vater und seine Frau sprechen deutsch, dass nur für einfache Kommunikation reicht. Sie können sagen, was ihnen auf dem Herzen liegt. Aber selten grammatikalisch korrekt, manchmal recht umständlich. Wenn Kinder so von Kind auf "deutsch lernen", also wenn die Eltern "versuchen" zu sprechen, hmm. Also mein Halbbruder hat Probleme mit der Rechtschreibung, mit dem sprechen aber nicht.

Der schreibt irgendwie so, wie die Eltern reden. Im Englischen gibt es kein ä, ö oder ü. Mein Vater und seine Frau können das nicht aussprechen, sie sagen und meinen sege statt säge oder sie können auch kein ch als r aussprechen. Mein Vater sagt Fakmann statt es als Fach(r)mann auszusprechen. Und komischerweise schreibt mein Halbbruder dann auch so, hab ich zumindest mal gesehen. Der schreibt zum Beispiel eben sege oder nehen statt nähen. Gut ist, dass die Gesamtschule irgendwelche Programm und besonderen Unterricht für sowas anbietet.

Wenn die Eltern in ihrer Rolle als Vorbilder Defizite haben, muss das ja irgendwie ausgeglichen werden. Mein Vater und seine Frau hatten Jahre Zeit, besseres deutsch zu lernen und damit schon mal ne Grundlage zu legen, sich besser mit ihren Kindern auf deutsch unterhalten zu können, besser Dinge zu verstehen.

Manchmal ist es aber auch lustig, wenn der Gegenüber (besonders Eltern) nix verstehen. Der Älteste hat mal im Auto unseres Vaters noch seine CD im Musikspieler. Das Auto hatte er halt zuvor selbst gefahren. Nun, die Musik war halt so ein Song, wie der Rapper "Haftbefehl" einen macht. Ordinär und versaute Sprache, gewalttätig usw. Mein Vater und seine Frau sitzen vorne, wir sitzen hinten und naja, im Musikspieler läuft diese Musik. Wir haben gelacht, so gelacht. Irgendwann merkt aber mein Vater doch, hey, was ist das für Musik. In seiner Sprache:" Was is das for Scheisse Musik. Wer mak so singen?"

In diesem Sinne sind viele Migrantenkinder da ein bisschen zu frei, ein bisschen zu sehr auf sich allein gestellt. Eben ohne oder nur mit wenig soziale Kontrolle durch die Eltern, weil die ja eben nichts oder kaum verstehen. Aus meiner Sicht kann da nur der deutsche Staat helfen und Zwang ausüben, sich mit Land und Leute in D beschäftigen zu müssen. Sprache lernen zu müssen. Geld scheffeln geht nicht ohne Sprache. Seid Vorbilder und lernt die Sprache, habt Interesse an Land und Leute und vermittelt damit euren Nachkommen Interesse an Land und Leute. Sie können immernoch sagen:" Ich bin Türke, bleibe Türke und sterbe als Türke" oder welche Nationalität auch immer. Hauptsache sie leben auch hier, nehmen am gesellschaftlichen Leben teil, gehen auf Anti-Nazi Demonstrationen usw. bzw. stellen sich an die Seite von Deutschen bzw. beteiligen sich als Deutsche an gesellschaftlichen Themen, um auch ne echte "multikulturelle Gesellschaft" zu schaffen.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 19:21
@Optimist
Das ist in der Tat für das gesamte Lehrpersonal besonders an solchen Schulen eine gigantische Herausforderung. Aufgrund der vielen verschiedenen Entwicklungsstände der einzelnen Schüler bräuchte es eine gezielte und vor allem auch individuellere Betreuung bezüglich Lernförderung. Leider fehlt es an vielen Schulen an allen und Kanten für das dafür notwendige Personal.

Es müsste in vielen spezfischen Bereichen des Bildungssektors mehr Geld in die Hand genommen und Arbeitsplätze (Bsp. für Schulbegleitung etc.) attraktiver gemacht werden. Die Zahl der Baustellen ist hier jedoch riesig und es müsste viel Zeit und Energie investiert werden.

Andernfalls bleibt die Lage an solchen Schulen eher so:
Optimist schrieb:„Solche Defizite können wir nicht bis zur vierten Klasse aufholen“


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 19:58
Optimist schrieb:Nach wie vor fehlt es auch an Geld und gut geschultem Personal (auch Schul-Psychologen usw...).
nach wie vor fehlt es vorallem daran:
an Eltern, die ihre Erziehungsauftrag ernst nehmen und ihren Kindern eine (mir wäre am liebsten humanistische) gute Erziehung angedeihen lassen. Grenzensetzen, Disziplin, Interesse am Lernen, viel Anregung bieten etc gehören dazu
kofi schrieb:Unsere Kinder begleiten wir im Schulalltag, sorgen dafür, dass sie deutsch lernen und in der Schule gut lernen und später gute berufliche Aussichten haben.
so etwa.
Libertin schrieb:Es müsste in vielen spezfischen Bereichen des Bildungssektors mehr Geld in die Hand genommen und Arbeitsplätze (Bsp. für Schulbegleitung etc.) attraktiver gemacht werden

du kannst nnoch so viel Geld in die Hand nehmen: manche würden auch für nen 1000er im Monat nix lernen. Lernen ist eine Holschul des Individuums, Bildungsangebote eine Bringschuld (des staates)
Optimist schrieb:Nun würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren, nämlich ob z.B. noch die Chance besteht, das Ruder rumzureißen, oder ob diese Entwicklung für manche Großstädte nicht mehr aufzuhalten ist?
mit den heutigen Bildungs- und erziehungsidealen? Schwierig bis unmöglich.

der Teil, der die Schule mit gutem Abschluss und guten Wissen verlässt, wird geringer werden.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 20:06
Die Leute die sichs leisten können werden zunehmend in Privatschulen flüchten. Der Rest kann dann schauen wo er bleibt. Die Gesellschaft wird sich weiter entsolidarisieren in allen Bereichen , ganz wie in den USA.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 20:25
@Razupaltuff
@lawine
@Libertin
@kofi
@Fedaykin


aus dem Link:
Das sehen viele Kolleginnen ganz ähnlich, nur sagen dürfen sie es nicht – zumindest nicht offiziell. Von höherer Stelle sei ihnen ein Maulkorb verpasst worden, erklären einige Rektorinnen auf Nachfrage.
Das finde ich ja auch sehr bedenklich und es trägt in meinen Augen sehr zu allen möglichen Missständen bei, wenn etwas nicht angesprochen werden darf. Zumindest behindert es ja sehr die Beseitigung dieser.
------------------------------------------

@Fedaykin
Ja, klare Anforderungen und eben auch mal Mut zum Durchfallen lassen. Pseudoerfolg vortäuschen durch ändern der Spielregeln oder Bewertungen bringt es ja nicht.
ja das müsste endlich mal gemacht werden, aber sh oben, es wird wohl lieber alles unter den Tisch gekehrt. So kann sich nichts bessern.
------------------------------------

@lawine
O:
Nun würde mich mal Eure Meinung dazu interessieren, nämlich ob z.B. noch die Chance besteht, das Ruder rumzureißen, oder ob diese Entwicklung für manche Großstädte nicht mehr aufzuhalten ist?

-->L:
mit den heutigen Bildungs- und erziehungsidealen? Schwierig bis unmöglich.

der Teil, der die Schule mit gutem Abschluss und guten Wissen verlässt, wird geringer werden.
sehe ich leider auch so.
O: Nach wie vor fehlt es auch an Geld und gut geschultem Personal (auch Schul-Psychologen usw...).

-->
nach wie vor fehlt es vorallem daran:
an Eltern, die ihre Erziehungsauftrag ernst nehmen und ihren Kindern eine (mir wäre am liebsten humanistische) gute Erziehung angedeihen lassen. Grenzensetzen, Disziplin, Interesse am Lernen, viel Anregung bieten etc gehören dazu
Ja, das natürlich auch.
Aber finde ich auch verständlich, dass die Eltern oftmals überfordert sind, wenn sie z.B. Überstunden machen müssen (dies nicht als Freizeit absetzen können und manchmal nicht mal bezahlt bekommen) - im Osten ist dies oft der Fall, weil in manchen Betrieben an Arbeitskräften gespart wird noch und nöcher.
Libertin..:Es müsste in vielen spezfischen Bereichen des Bildungssektors mehr Geld in die Hand genommen und Arbeitsplätze (Bsp. für Schulbegleitung etc.) attraktiver gemacht werden

Lawine:
du kannst nnoch so viel Geld in die Hand nehmen: manche würden auch für nen 1000er im Monat nix lernen. Lernen ist eine Holschul des Individuums, Bildungsangebote eine Bringschuld (des staates)
Aber es ist doch trotzdem so, dass es an den Schulen oft an Personal fehlt. Das u.a. meinte doch Libertin, denke ich.
------------------------------------------------------

@kofi
Danke für deinen Beitrag - auch mal gut, die Sicht eines Migranten-Kind zu lesen - da wird's vor allem nicht ganz so OT :)
... Wenn man sie fragt, dann sagen sie, alles kommt automatisch, die Deutschen kümmern sich schon.
ja, dieses Anspruchsdenken oder ein "die Hände in den Schoß legen" und sich auf Andere verlassen, ist ziemlich kontraproduktiv hinsichtlich Integration.
Ich hab dann nach einer Alternative für den Jungen gesucht, hab ihn mitgenommen zu einem Aktionstag an einer Schule und hab die Eltern beschwatzt, ihn auf dieser Schule anzumelden. Die Grundschulempfehlung war tatsächlich der Besuch einer Hauptschule. Hab die Eltern begleitet zur Anmeldung auf einer Gesamtschule und der Kampf hat sich gelohnt,
Die konnten echt froh sein, dass sie dich hatten und du alles vernünftig angegangen bist.
Bei meinem Vater und seiner Frau hat sich nicht viel geändert. Mein Vater jagt dem Geld hinterher und seine Frau auch, alles was über Klamotten, Essen und Trinken für die Kinder hinausgeht, ist Mangelware. Beide Eltern sind nie Zuhause, ein richtiges Familienleben findet kaum statt.
Vielleicht es aber auch so wie bei manchen Deutschen, dass Kindergeld lockt auch so ein bisschen Kinder zu haben, obwohl man nicht bereit ist dafür.
ja bei diesem Denken, was manchmal anzutreffen ist, liegt eben auch der Hund begraben.
Wenn du mich fragst, es liegt vielfach an der Einstellung und Bildung der Eltern, ob sie jetzt konkret deutsch sind oder nicht.
genau. Da sind wir wieder bei dem was Lawine geschrieben hatte.
Bei Migranten ist es vielleicht noch eher so: Sehen sie ihren Aufenthalt in Deutschland rein als Geldangelegenheit und trauern verbissen für alles andere ihrem Heimatland nach oder sagen sie, wir leben hier in Deutschland, dass unsere zweite Heimat geworden ist. Wir interessieren und informieren uns über das Bildungssystem und das soziale Zusammenleben. Unsere Kinder begleiten wir im Schulalltag, sorgen dafür, dass sie deutsch lernen und in der Schule gut lernen und später gute berufliche Aussichten haben.
ja - scheint wohl diese beiden Extreme zu geben, echt schade.
Was meinst du, wie groß ist der Anteil derer, welche D nur als Geldangelegenheit sehen?

Wie kommt es eigentlich, dass du so ganz anders geworden bist (positiver) als Deine Eltern?
Die hatten dich doch erzogen, wie kommts also, dass deren Erziehung - zum Glück - nicht gefruchtet hatte?
...Im Englischen gibt es kein ä, ö oder ü. Mein Vater und seine Frau können das nicht aussprechen, sie sagen und meinen sege statt säge oder sie können auch kein ch als r aussprechen. Mein Vater sagt Fakmann statt es als Fach(r)mann auszusprechen.
schon erstaunlich, deine Eltern können das nicht, aber du kannst das, wie ist das möglich?
In diesem Sinne sind viele Migrantenkinder da ein bisschen zu frei, ein bisschen zu sehr auf sich allein gestellt. Eben ohne oder nur mit wenig soziale Kontrolle durch die Eltern, weil die ja eben nichts oder kaum verstehen. Aus meiner Sicht kann da nur der deutsche Staat helfen und Zwang ausüben, sich mit Land und Leute in D beschäftigen zu müssen.
Was meinst du, weshalb tut er es nicht? Oder wird's vielleicht inzwischen getan?
Sie können immernoch sagen:" Ich bin Türke, bleibe Türke und sterbe als Türke" oder welche Nationalität auch immer. Hauptsache sie leben auch hier, nehmen am gesellschaftlichen Leben teil, gehen auf Anti-Nazi Demonstrationen usw. bzw. stellen sich an die Seite von Deutschen bzw. beteiligen sich als Deutsche an gesellschaftlichen Themen, um auch ne echte "multikulturelle Gesellschaft" zu schaffen.
ganz genau.
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@Razupaltuff
Die Leute die sichs leisten können werden zunehmend in Privatschulen flüchten. Der Rest kann dann schauen wo er bleibt. Die Gesellschaft wird sich weiter entsolidarisieren in allen Bereichen , ganz wie in den USA.
das befürchte ich leider auch, bin da ziemlich pessimistisch.
Seitens der Politik sehe ich immer nur Geschwätz bis jetzt, aber noch keinen wirklichen Willen oder irgendwelche Aktionen, etwas zu ändern.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 21:37
Optimist schrieb:Aber finde ich auch verständlich, dass die Eltern oftmals überfordert sind, wenn sie z.B. Überstunden machen müssen
nein, das sehe ich ganz anders.
wieviele Kinder werden heute in eienr Durchschnittsfamilie erzogen?
1 oder 2. Früher gern 4-8.
was meinst du, welche Frau mehr Zeit hat für ihre eigene Befindlichkeit? die Frau, die täglich für einen durchschnittlichen 6 PErsonenhaushalt einkauft, wäscht, kocht, die alles ohne Auto erlegigen muss und anshcließend noch irgendwo ihren Putzjob unterbringen muss?
oder der Mann, der im Schichtsystem malocht, oder  Montag bis Samstag arbeitet, ne 45 Stunden Woche und 18 Tage Urlaub hat??


was sich hauptsächlich verändert hat, sind das Freizeitverhalten und die Anspruchshaltung

was sich verändert hat, ist die abnehmende Bereitschaft zurückzustecken in der Zeit, in der Kinder da sind und Aufmerksamkeit, Anregung und Aufmerksamkeit benötigen.
jeder kann, egal ob mit minimalem Einkommen oder mit materiellen Gütern gesegnet, seine Kinder zu anständigen, verantwortungsbewussten, hilfsbereite, wissbegierige, jungen Menschen erziehen.
Am GELD liegt es nicht, wenn das nicht gelingt.
die zunehmende WErtebeliebigkeit in der Gesellschaft ist ein viel größeres Problem als materielle Armut.


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Integration in Deutschland - Top oder Flop?

17.10.2017 um 21:43
@lawine
Am GELD liegt es nicht, wenn das nicht gelingt.
die zunehmende WErtebeliebigkeit in der Gesellschaft ist ein viel größeres Problem als materielle Armut.
dem stimme ich zu.
Mir ging es darum, dass es auch mit an dem gestiegenen Stress in den letzten Jahren liegen könnte.
Überall in meinem Umfeld höre ich "keine Zeit, Stress"...

Und das mit der 45-Stunden-Woche ist da wo ich wohne schon Normalität - manche arbeiten sogar 50 - 60 Stunden (wie gesagt, Haufen Überstunden) - auch die Frauen.
Weiß nun nicht ob das nur im Osten so extrem ist (ob die sich vielleicht zu viel gefallen lassen?)


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17.10.2017 um 21:48
@Optimist
ist jedenfalls ot, genauso wie im Asylthread.


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17.10.2017 um 22:40
Optimist schrieb:ja - scheint wohl diese beiden Extreme zu geben, echt schade.
Was meinst du, wie groß ist der Anteil derer, welche D nur als Geldangelegenheit sehen?

Wie kommt es eigentlich, dass du so ganz anders geworden bist (positiver) als Deine Eltern?
Die hatten dich doch erzogen, wie kommts also, dass deren Erziehung - zum Glück - nicht gefruchtet hatte?
Ich bin bei meiner Mutter groß geworden. Eine außergewöhnliche Frau, eine Deutsche aus einer Kleinstadt, die sich in die Großstadt verliebt hat. Mein Vater hat sich schon früh für eine Frau aus seinem Heimatland entschieden und rasch auch Kinder mit ihr bekommen. Letztlich hat mir meine Mutter viel beigebracht, Toleranz, Mitgefühl für andere, soziales Denken. Was ja im Endeffekt das genaue Gegenteil von meinem Vater ist, der ein Konservativer, eher auf sich selbst bezogener Mensch ist. Autoritäre Erziehung, Schwulenfeindlichkeit, verstaubte Rollenbilder, eine verstaubte Ansicht von "Leistung". Nie zufrieden mit seinen Kindern, will "Leistung" sehen, die vom Himmel fallen soll. Er selbst glaubt an die eigene Kraft, ein Vater sollte sich nie einmischen, sondern sollte seine Kinder ins kalte Wasser werfen. Sie sollen so schwimmen, durchhalten und einen starken Willen zum durchsetzen lernen. Paralleluniversum.
Ich hab aber den Eindruck, dass ist manchmal das Denken, dass in ärmeren Ländern verbreitet ist. Eben dieses survival-of-the-fittest oder eben Straßenkämpfermentalität.


Insofern: Die Mama ist Schuld :D

Zum Thema Geld will ich nichts falsches sagen. D ist ein wohlhabendes Land. Und nach Wohlstand streben wir doch alle. Der radikalste Islamist oder Nationalist lebt lieber im Wohlstand statt seinen Glauben ohne fließend Wasser, Strom und halbwegs guter Unterkunft leben zu müssen.

Man muss es aber wirklich auch so sehen, dass viele, viele aus ihrer Chance in D sein zu können was gemacht haben. Auch wenn man nicht ganz freiwillig im Land ist, sondern aus Perspektivlosigkeit im Heimazland, kann man das beste daraus machen.  Seine zweite Heimat hier finden und irgendwas finden, was man an diesem Land auch schön finden kann. Geld ist auch nicht alles im Leben.

Deutschland ist (aus meiner Sicht) mehr als etwas, dass man nur auf Geld und Wohlstand reduzieren kann.Man kann auch gerne im Land leben und hineinwachsen.

Verona Pooth, was soll sie in Bolivien?
Roberto Blanco, was soll er in Kuba?
Miroslav Klose, was soll er in Polen?

Das heimisch gewordene scheint den vielleicht ursprünglichen Wunsch nach Wohlstand überlagert zu haben. Verona Pooth könnte sich mit ihrem Geld heute in Bolivien zur Ruhe setzen, wie Roberto Blanco und andere in ihren Heimatländern auch. Was ja letztendlich eine erfolgreiche Integration darstellt, da sie D zum Schluss freiwillig als Lebensmittelpunkt wählen.


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17.10.2017 um 22:44
@kofi

Danke dir, ein sehr guter Beitrag :)


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17.10.2017 um 23:24
lawine schrieb:du kannst nnoch so viel Geld in die Hand nehmen: manche würden auch für nen 1000er im Monat nix lernen. Lernen ist eine Holschul des Individuums, Bildungsangebote eine Bringschuld (des staates)
Du meinst weil sie nichts lernen wollen oder nichts lernen können? Evtl sogar beides?

Pauschalisieren lässt sich das sowieso nicht und wo die förderbedürftigen Schwerpunkte liegen kann sowieso nur die Praxis zeigen.  Ein Kernproblem ist und bleibt aber der Mangel an notwendigem Fachpersonal und die Folgen bekommen gerade Schulen wie aus obigen Artikel am meisten zu spüren. Auszubaden haben es letztlich die Lehrkräfte die nicht selten mit solchen Situationen teilweise auch einfach nur noch überfordert sind.


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