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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

24.352 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Political Correctness, Politische Korrektheit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 09:40
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Viele Betroffene sehen das ähnlich.
Aber als Weißer sollte man das Wort auf keinen Fall benutzen - selbst dann nicht, wenn einem die Schwarzen Kumpel das angeblich erlauben.
Ist ein absolutes no-go.
Und darüber hinaus mega-peinlich.
Stehe völlig hinter deiner Aussage.
Gibt einfach keinen Grund das zu sagen, außer man ist trotzig und will sich nicht verbieten lassen was eh nicht gesetzlich verboten ist. Aber Rücksicht nehmen fällt vielen Menschen schwer, vorallem denen die sich stets und ständig von alles und jedem betrogen fühlen.
Und genau diesen Beigeschmack hinterlässt das allgemein. Das man sich betrogen fühlt weil mans nichts sagen "darf". Kennt man sonst nur von Kleinkindern an der Supermarktkasse.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 10:34
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Wenn das ein rassistisches Klischee Schwarze betreffend wäre, warum dann extra Bezeichnungen wie "Onkel Tom" oder "Sackn****" dann wäre mit N**** oder N***** ja alles gesagt.

Mit diesen Bezeichnungen wird doch nur eine bestimmte Art der Arschkriecherei gemeint.
Insofern sehe ich da nicht die rassistische Komponente.
Etwas verspätet: Ich sehe in der Bezeichnung "Neger" eine Herausstellung der Hautfarbe, in der Bezeichnung "Sackneger" eine vornehmliche Diskriminierung auf die bloße Arbeitskraft.

Du siehst aber schon, dass unter repressiven Bedingungen auch Anpassung eine Waffe sein kann und man sich nicht zum Spaß damit arrangiert?

Noch was anderes: Man spricht auch von Sozialrassimus. Ist der Begriff eurerer Meinung nach richtig?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 10:37
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Noch was anderes: Man spricht auch von Sozialrassimus. Ist der Begriff eurerer Meinung nach richtig?
was ist denn die Definition des Begriffes? Meinst Du Klassismus?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 10:43
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Meinst Du Klassismus?
Ja, das wäre begriffliche Vorgänger. In meinen Worten meint Sozialrassismus allgemein die soziale Diskriminierung. Die Frage richtet sich aber auf den Rassismusbegriff.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 10:45
@MokaEfti
Also Du meinst, wenn Schwarze Menschen andere Schwarze Menschen als Uncle Tom bezeichnen? Ob dies Klassismus wäre? Oder wenn Schwarze innerhalb ihrer Gruppe das Wort N**er verwenden?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 10:51
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Also Du meinst, wenn Schwarze Menschen andere Schwarze Menschen als Uncle Tom bezeichnen? Ob dies Klassismus wäre? Oder wenn Schwarze innerhalb ihrer Gruppe das Wort N**er verwenden?
Entschuldige, meine Frage hatte nur am Rande etwas mit dem Thema gemein. Hauptsächlich ging es mir darum, ob die Anwendung von dem Wort "Sozialrassismus" für euch so in Ordung ist. Schließlich wird Rasse begrifflich dekonstruiert und die Diskriminierung (auch) innerhalb einer Ethnie herausgestellt.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:04
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Darf ich fragen warum dir der Gebrauch des Wortes wichtig ist, nur weil es in manchen Kontexten nicht rassistisch gewertet wird (zB. in Diskussionsstrukturen, die zur Klärung dienen)?
Weil ich seine Macht entzaubern möchte.

Viele Menschen verbinden damit nur das historisch Negative, und glauben, dass der Verzicht auf dieses Wort schon irgendwas hinsichtlich Rassismus besser machen würde. Das erkenne ich aber nirgends. Ganz im Gegenteil.
Es werden völlig unnötige Fronten aufgemacht, die mit etwas adäquater Kommunikation aus der Welt zu schaffen wären.

Rassismus ist Phänomen, das auf einem Mangel an echter Kommunikation gründet, der Vor- und Fehlurteile über Menschen begünstigt. Man muss miteinander ins Gespräch kommen, um den anderen richtig kennen zu lernen. Dabei ist nicht das Wort als solches das Problem, sondern die Botschaft, die es vermitteln kann. Das gilt auch für jedes Wort in dem Zusammenhang.

Diese Botschaft gilt es zu ergründen - zu erfragen, und zu hinterfragen, bevor man seinerseits ein Urteil über den Sprecher fällt. Nur so lassen sich etwaige Fehlannahmen und Missverständnisse aus der Welt schaffen. Nur so ist es möglich, dass Menschen tatsächlich aufeinander zugehen, und sich kennen lernen können, und so kann der Rassismus verschwinden. Ein "Sprechverbot" - wobei viele oft gar nicht mehr wissen, was sie noch sagen können, wie ich schon oft hörte, bewirkt in vielen Fällen einfach das Gegenteil. Vorurteile verdichten sich, Rassismus kann sich dadurch auch verstärken. Deshalb benutze ich das Wort weiter.

Es geht nicht darum, ob ich es benutze, sondern wie. Das gilt für jedes Wort. Der Ton macht die Musik.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Um es auf gleicher Ebene benutzen zu "können" (ohne Vorwurfskonsequenz) müsstest du betroffener Schwarzer sein, ansonsten gilt deine Rechtfertigung gegenüber dir selbst leider nicht, denn du kannst von außen nicht etwas beanspruchen, was dir aufgrund deiner weißen Hautfarbe nicht als Betroffener zugesprochen werden kann, da du an der Entstehungsgeschichte des Wortes keinerlei Beteiligung hast, bzw sie (die Geschichte) und es (die Hautfarbe) für dich zu keinem Nachteil gebraucht wird.
Sehe ich nicht so.

Ich kann das genauso wie schwarze Menschen sehr empathisch und innerhalb einer Vertrauensbasis tun, so dass niemand sich rassistisch angegangen fühlen muss.
Das ist eine Frage der Sozialkompetenz und kommunikativen Fähigkeiten, keine Frage der Ethnie.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Du hast als weißer Mensch eine weniger unterdrückte Ahnengeschichte inne und kannst nicht beanspruchen zu schwarzen Menschen das N-Wort sagen zu dürfen weil es damals der weiße Mensch allgemein war, der sie so herabwürdigend deklarierte. Gebraucht man es heute noch in der Form, tut man das gleiche wie der Sklavenherr seinerzeit.
Sehe ich auch nicht so. Das ist eine bloße Behauptung, die niemals belegt werden kann. Die Ansicht darüber stammt offenbar aus der Kolonialzeit, welche tatsächlich eine besondere in dem Zusammenhang ist, aber sicher keine historische Seltenheit darstellt.

Wer weiß schon, welche Leid Erfahrungen irgendwelche Menschen im Leben gemacht hatten, und wie ihre Vorfahren mit Unterdrückung aller Art umgegangen sind. Egal ob Schwarz oder Weiß. Sklaverei ist nicht nur ein reines Schwarz/Weiß Problem, sondern ein ewiges Menschheitsproblem; .. bis heute, wenn man es genau nimmt. Man muss sich nur die Vielen Menschenhändlerkreise der Welt von heute angucken, dann wird völlig klar, dass es das schon immer gab, und auch weiterhin gibt. Trotz aller Fortschritte die viele Gesellschaften errungen haben.

Ich als Mensch kann also genau solche Erfahrungen gehabt haben, oder mich in sie hinein versetzen können, wie alle anderen Menschen auch.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Ich sehe keinen entstehenden Nachteil dieses Wort/Wörter wie diese nicht mehr zu benutzen weils diverse andere gibt, mit denen man schwarze Menschen ganz normal ansprechen kann UND/ODER entsprechende Erklärungen zu der Hautfarbe, unterschiedlichen Kulturgegebenheiten etc. kontextbezogen verwenden kann.
Ich sehe den Nachteil in der zuweilen ausgebremsten Kommunikation, weil einfach oft zu viele Eiertänze um Worthülsen gemacht werden, und viel zu wenig Fokus auf den eigentlichen Inhalt der dahinter stehenden Botschaft gelegt wird.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Es brauch diese Wörter nicht um ein Sinnbild zu schaffen. Dafür ist gerade die deutsche Sprache so vielschichtig und für jeden ein ein Gebrauch verfügbar, der dem eigenem Gusto entspricht - da brauchs das rassistische nicht (egal ob so gemeint oder nicht).
Wenn einer drauf verzichten will, ist es sein gutes Recht. Ich werde es niemandem verbieten wollen. Wenn es einer benutzt, ist es auch sein gutes Recht. Auch das möchte ich aus den oben genannten Gründen nicht verboten oder sonst wie gesellschaftlich geächtet wissen.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Das Betroffene sich untereinander selbst so nennen finde ich übrigens auch nicht sonderlich prall.
Ist mir völlig gleich. Muss jeder selbst wissen. Es kommt nicht auf das Wort an, sondern auf die Botschaft insgesamt, welche mit einem von vielen Worten transportiert werden kann.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Es gestaltet sich schwierig allgemein rassistische Worte (wenn von weißen gesprochen) auszumerzen wenn schwarze sich untereinander selbst so beleidigen. Auch - oder gerade weil- wenn gewünscht wird, das man gewählte Selbstbezeichnungen umsetzen soll.
Das liegt nicht am Wort, dass der Rassismus nicht ausgemerzt werden kann, sondern an Vorurteilen und Fehlannahmen über irgendwelche Ethnien, die auf einem Mangel an Kommunikation gründen.
Da muss man ansetzen.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Wenn Rapper ihre Songtexte mit Worten wie Nig*** vollklatschen könnte der ein oder andere (wie der Thread beweist) auf die Idee kommen, dass dies als gewünschte Selbstbezeichnung gilt. Daher fände ich es nur richtig, wenn betroffene Rapper etc. diesen Umgangston, bezüglich sich selbst, auch unterlassen und aufhören sich damit selbst nieder zu reden. Mich stimmt das sogar irgendwie traurig.
Ich finde das genau richtig, wie sie es machen. Sie verwenden den Begriff so, dass er schlicht entzaubert wird, und so seine Macht verliert. Ein sehr guter Weg meine Erachtens, und ich beglückwünsche jeden Menschen, der damit so souverän umgeht, wie es diese Menschen tun. Sie lassen sich schlicht nicht zu Opfern machen, sondern sind Gestalter ihrer eigenen Wirklichkeit in diesem Thema geworden, und so ihre Situation sehr verbessert haben. Das ist ganz große Klasse.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Aber, als intelligenter, belesener Mensch WEISS man eigentlich (oder kann sich darüber informieren), dass diese Bezeichnung/Beleidigung vom weißen Menschen nicht gewünscht ist weil es eben die Kolonialzeit vorgibt, dass es zur Herabwürdigung diente.
Auf manche mag es wie eine Beleidigung wirken, auf manche nicht.
Als intelligenter, belesener Mensch weiß man hier zu differenzieren.
Als sozialkompetenter Mensch, der darauf bedacht ist, die Menschen wirklich kennen zu lernen, und nicht nur mit oberflächlichen Floskeln zu hantieren, fragt man einfach, wie jeder dazu steht. So einfach kann das Leben sein.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Die damalige Zeit - inkl die Verwendung solcher Bezeichnungen - sind prägend für die Bedeutung, die sich bis heute durchzieht
Sehe ich nicht so. Die Bedeutung hat sich ganz offenbar schon mehrfach gewandelt. Nicht immer und nicht überall. Aber doch schon oft genug, um das nicht verabsolutieren zu können.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:An der Bedeutung hat sich nichts geändert, selbst wenn es die Sklaverei gott sei Dank nicht mehr gibt.
Es gibt die Sklaverei noch. Völlig unabhängig von Ethnie oder Herkunft.
Moderne Sklaverei und Zwangsarbeit
Menschenhandel oder Zwang zur Arbeit sind verboten, doch sie gehören längst nicht der Vergangenheit an. Zwangsprostitution, Kinderarbeit und Schuldknechtschaft sind Formen moderner Sklaverei. Die Vereinten Nationen und ihre Sonderorganisationen haben mehrere rechtsverbindliche Übereinkommen geschlossen, die vor Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel schützen sollen.
Quelle: https://menschenrechte-durchsetzen.dgvn.de/menschenrechte/moderne-sklaverei-und-zwangsarbeit/?pk_campaign=cpc&pk_kwd=
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Bleiben Worte, wie diese, aber im sprachlichen Gebrauch, gibt man dem schwarzen Menschen immer wieder einen verbalen Flashback und macht (vllt auch ungewollt, entstanden aus Ignoranz oder intellektuelle Verkellerung) darauf aufmerksam, dass man als moderner weißer Mensch immernoch in Teilen für die damaligen Unterdrückungen einsteht und/oder sie als nicht so dramatisch erachtet.
Das ist mir zu absolut. Kommunikation funktionier so eindimensional nicht.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Gleiches gilt auch für Judenwitze / ob nun satirisch gemeint, sarkastisch gesprochen oder ironisch gedacht.
Ja, hier das Gleiche. Wir sind alle nur Menschen. Das sollte man niemals vergessen.
Diese ganze Grüppchenbilderei ist eher kontraproduktiv, behaupte ich.
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Es ist völlig egal da es menschliche Grundsätze sind, die eingehalten gehören & die da nur zur eigenen Belustigung gebrochen werden. Verdiene ich damit, wie L.E auch noch mein Geld, dann muss ich damit rechnen das meine eigenen (für mich unlustigen) Statements hart angeprangert werden. Darüber mache ich mir VORHER Gedanken, BEVOR ich mich dazu entschließe diesen Weg einzuschlagen um damit Kasse zu machen. Antisemitismus ist NIE lustig, in meinen Augen und wer das benötigt um nochmal herzhaft lachen zu können, sollte sich und seinen verkappten Humor (immernoch nur meine Meinung, muss keiner teilen) hinterfragen und darüber nachdenken warum man darüber lachen kann.
Ich sah da keinen Antisemitismus, und viele Juden auch nicht.




.. ok, das reicht erstmal. Ich denke, es ist etwas klarer geworden, warum ich das so sehe und entsprechend handhabe.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:13
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Hauptsächlich ging es mir darum, ob die Anwendung von dem Wort "Sozialrassismus" für euch so in Ordung ist. Schließlich wird Rasse begrifflich dekonstruiert und die Diskriminierung (auch) innerhalb einer Ethnie herausgestellt.
in welchem Zusammenhang in Ordnung? Ich verstehe es immer noch nicht.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:17
@weißichnixvon Du beschreibst vieles einfach sehr treffend. Für mich natürlich. Danke hierfür.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Das liegt nicht am Wort, dass der Rassismus nicht ausgemerzt werden kann, sondern an Vorurteilen und Fehlannahmen über irgendwelche Ethnien, die auf einem Mangel an Kommunikation gründen.
Neben fehlender Kommunikation und Fehlannahmen fehlt mir hier der Verweis auf Rassismus als Herrschaftsintrument.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:18
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Neben fehlender Kommunikation und Fehlannahmen fehlt mir hier der Verweis auf Rassismus als Herrschaftsintrument.
Sicher, das gehört natürlich im Weiteren als Konsequenz auch dazu.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:30
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:in welchem Zusammenhang in Ordnung? Ich verstehe es immer noch nicht.
Ich weiß nicht mehr wie ich es noch ausdrücken könnte...

Rassismus wird normalerweise zwischen den Ethnien ausgeübt. Sozialrassimus schließt aber auch die soziale Unterdrückung innerhalb einer Ethnie mit ein. Demnach würde sich ein weißer Deutscher rassistisch verhalten, wenn er einen anderen weißen Deutschen sozial diskriminieren würde. Mir leuchtet die begriffliche Herkunft nicht ein.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:36
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Weil ich seine Macht entzaubern möchte.
Das kannst du mit dem Gebrauch nicht.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Viele Menschen verbinden damit nur das historisch Negative, und glauben, dass der Verzicht auf dieses Wort schon irgendwas hinsichtlich Rassismus besser machen würde. Das erkenne ich aber nirgends. Ganz im Gegenteil.
Es werden völlig unnötige Fronten aufgemacht, die mit etwas adäquater Kommunikation aus der Welt zu schaffen wären.
Und du meinst wenn man es "normal" flappsig benutzt, dann entschärft es das bereits geschehende inkl der Bedeutungsstärke? Halte ich für nicht zielführend und es bedarf kein gerettetes N-Wort nur um es wieder sagen zu können. Das Wort, sowie weitere rassistische Begrifflichkeiten benötigen keine Schönheitskur.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Rassismus ist Phänomen, das auf einem Mangel an echter Kommunikation gründet, der Vor- und Fehlurteile über Menschen begünstigt. Man muss miteinander ins Gespräch kommen, um den anderen richtig kennen zu lernen. Dabei ist nicht das Wort als solches das Problem, sondern die Botschaft, die es vermitteln kann. Das gilt auch für jedes Wort in dem Zusammenhang.
Nein, Rassismus ist der Ausschluss von Menschen die aufgrund ihrer Ethnie, Religion nicht ins eigene Weltbild passen. Kommunikation ist nur ein Stilmittel um Rassismus deutlich zu machen.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Es geht nicht darum, ob ich es benutze, sondern wie. Das gilt für jedes Wort. Der Ton macht die Musik.
Wenn die Musik aber keiner mehr hören will, dann muss man sie nicht absichtlich lauter stellen nur weil die Anlage es technisch hergibt.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Ich kann das genauso wie schwarze Menschen sehr empathisch und innerhalb einer Vertrauensbasis tun, so dass niemand sich rassistisch angegangen fühlen muss.
Das ist eine Frage der Sozialkompetenz und kommunikativen Fähigkeiten, keine Frage der Ethnie.
Einen schwarzen Menschen kannst du mit genügend sozialkompetenz und kommunikativer Fähigkeit mit dem N-Wort ansprechen? Meinst du nicht das der gewollte gebrauch dieses Wortes und gelungene Sozialkompetenz sich automatisch schon abstoßen? Kann nicht nachvollziehen wie man auf einen so verqueren Gedanken kommen kann. Du beleidigst doch auch nicht andere Menschen mit den schlimmsten Schimpfwörtern nur um dann darauf zu pochen "jo, aber ich hab Fi** dich ins Knie, BITTE" gesagt.
Keine Ahnung warum du darauf wert legst wie eine Beleidigung ausgesprochen wird. Meinetwegen könntest du die tanzen und mit ner Rose in der Hand versuchen runterzuwedeln, Aussage bleibt Aussage und Beleidigung bleibt Beleidigung.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Sehe ich auch nicht so. Das ist eine bloße Behauptung, die niemals belegt werden kann. Die Ansicht darüber stammt offenbar aus der Kolonialzeit, welche tatsächlich eine besondere in dem Zusammenhang ist, aber sicher keine historische Seltenheit darstellt.
Dass das Wort Ne*** und Ni**** in der Kolonialzeit benutzt wurden um schwarze Menschen (damals Sklaven) zu betiteln lässt sich nicht belegen und sei keine historische Sicherheit? Lololol? Äh. Lol? Lolol? Ich bin mir grad nicht sicher ob du mich veräppeln willst.
Der Ausdruck entwickelte sich in den Vereinigten Staaten, als dort schwarze, aus Afrika verschleppte Menschen Sklavenarbeit verrichten mussten,
Das Wort war in den Vereinigten Staaten die Bezeichnung der Weißen für ihre schwarzen Sklaven. Ebenso belegt ist die Verwendung durch die britischen Kolonialherren in ihren indischen und sonstigen Kolonien. Spears[2] zeigt in einer Auflistung von fast 20 Beispielen, dass das Voranstellen von nigger vor geläufige Alltagsbezeichnungen deren Bedeutung in beleidigender oder abwertender Form verändert (Beispiel: nigger steak für eine Scheibe Leber).
Wie bei einigen groben Wörtern und ursprünglichen Beschimpfungen finden diese durchaus eine gewisse Akzeptanz, solange sie in Freundesgruppen oder unter Betroffenen verwendet werden. So auch mit der Bezeichnung Nigger, die Afroamerikaner untereinander durchaus freundschaftlich-zuwendend verwenden.[6] Alle bedeutenden Lexika weisen es jedoch, wenn von Weißen verwendet,[7] weiterhin als hochgradig beleidigendes Schimpfwort aus.
Quelle: Wikipedia: Nigger
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Das liegt nicht am Wort, dass der Rassismus nicht ausgemerzt werden kann, sondern an Vorurteilen und Fehlannahmen über irgendwelche Ethnien, die auf einem Mangel an Kommunikation gründen.
Da muss man ansetzen.
Ich habe nicht geschrieben das Rassismus ausgemerzt wird wenn das Wort nicht mehr gebraucht wird, sondern das rassistische Worte nicht ausgemerzt werden können wenn Betroffene sie selbst flappsig benutzen. Auch wenn es ihnen zusteht, ich erwähnte nur das es das schwieriger macht und ich es deshalb nicht gut finde.
Es ist schon ein gravierender Unterschied ob man Rassismus bekämpfen will oder rassistische Verbalisierungen. Nur weil Wörter fehlen ändert es nichts an der falschen Denke - das ist hier wohl jedem bewusst. Aber gibt es die Wörter nicht mehr, als Alltagsgebrauch, werden sie auch von Nicht-Rassisten nicht mehr benutzt und somit ist es eine Konfrontation für Betroffene weniger. Quasi EIN Schritt von vielen!
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Ich als Mensch kann also genau solche Erfahrungen gehabt haben, oder mich in sie hinein versetzen können, wie alle anderen Menschen auch.
Es geht hier, in unserer Diskussion aber nunmal um das schwarz/weiss Verständis und nicht darum ob einem als Einzelperson mal was negatives erfahren ist. Das ist kein schmälender Punkt und nichts was nicht wichtig wäre - aber es ist eben nicht topic und muss deswegen von dir nicht angeführt werden.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Es gibt die Sklaverei noch. Völlig unabhängig von Ethnie oder Herkunft.
Nochmal - wir behandeln hier ein spezielles Thema und zwar die Sklaverei aus der Kolonialzeit. Alle weiteren Exkurse in moderne Sklaverei ist für mich OT - in unser beider Gespräch. Und ein geschaffener Nebenschauplatz um möglichst vom Thema abzulenken.
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:Ich sah da keinen Antisemitismus, und viele Juden auch nicht.
Und genug sahen ihn, auch viele Juden.
So, und nun? Münze werfen wer recht hat oder die andere Meinung einfach mal akzeptieren können?
Zitat von weißichnixvonweißichnixvon schrieb:ok, das reicht erstmal. Ich denke, es ist etwas klarer geworden, warum ich das so sehe und entsprechend handhabe.
Nein, leider nicht. Viel Text aber zur Klarheit hat er (mir) nicht verholfen.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:42
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Rassismus wird normalerweise zwischen den Ethnien ausgeübt. Sozialrassimus schließt aber auch die soziale Unterdrückung innerhalb einer Ethnie mit ein. Demnach würde sich ein weißer Deutscher rassistisch verhalten, wenn er einen anderen weißen Deutschen sozial diskriminieren würde. Mir leuchtet die begriffliche Herkunft nicht ein.
aber deswegen ist das ja auch Klassismus und nicht Rassismus. Es kommt eben darauf an, wie weit man den Rassismusbegriff auslegen will.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:48
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Rassismus wird normalerweise zwischen den Ethnien ausgeübt. Sozialrassimus schließt aber auch die soziale Unterdrückung innerhalb einer Ethnie mit ein. Demnach würde sich ein weißer Deutscher rassistisch verhalten, wenn er einen anderen weißen Deutschen sozial diskriminieren würde. Mir leuchtet die begriffliche Herkunft nicht ein.
Ist denn Rassismus unter weißen Menschen möglich oder ist es dann nicht eher Diskriminierung? Soziale Diskriminierung geschieht ja unter Weißen nicht aufgrund ihrer weißen Hautfarbe und wäre einer davon schwarz, würde aber aufgrund seines Sozialstandes diskriminiert werden, so wird daraus auch kein Rassismus nur weil derjenige nicht weiß ist.
Für mein Verständnis. Oder?

@Tussinelda ich richte da mal meine Frage an dich, weil du da einfach informierter bezüglich der Begriffdeutigkeiten bist.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:50
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Nein, leider nicht. Viel Text aber zur Klarheit hat er (mir) nicht verholfen.
Gut, hab ich auch nicht erwartet. Vllt findet sich der eine oder andere User, der mehr damit anfangen kann.


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15.03.2021 um 11:51
@Streuselchen
wie gesagt, es kommt darauf an, wie weit der Rassismusbegriff ausgelegt wird. Für mich persönlich trifft es Klassismus besser,, ist besser verständlich


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:51
@weißichnixvon

Ja, möglich. Blasen ja viele in das gleiche Horn und an Anhängern wird es wohl nicht mangeln.
Hätte es nur schön gefunden wenn du meine Ausführungen noch beantwortest.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

15.03.2021 um 11:52
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:wie gesagt, es kommt darauf an, wie weit der Rassismusbegriff ausgelegt wird. Für mich persönlich trifft es Klassismus besser,, ist besser verständlich
Ok, danke. Für mich passt das auch besser weil ich fen Rassismusbegriff klar und eng begrenze. Aber Fragen ist besser als doof dasitzen und rätseln. :)


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15.03.2021 um 12:49
@Tussinelda
@Streuselchen

Also ist der Begriff für euch politisch unkorrekt, sehe ich das richtig?
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Ist denn Rassismus unter weißen Menschen möglich oder ist es dann nicht eher Diskriminierung?
Es gab und gibt immer wieder rassistische "Vorfälle" unter "weißen" Menschen... Denkst du nicht?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:aber deswegen ist das ja auch Klassismus und nicht Rassismus. Es kommt eben darauf an, wie weit man den Rassismusbegriff auslegen will.
Warum denkst du, dass dieser Begriff sich trotzdem etablieren konnte?


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