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Neue Form der Rassentrennung?

1.949 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Rassismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Neue Form der Rassentrennung?

19.09.2017 um 14:46
@Tussinelda


Ich finde du hast mit vielem recht. Ich glaube allerdings Critical Whiteness zu vermitteln sprengt den Rahmen eines solchen Forums, ich hab sowas oft versucht und es hat mich immer wieder frustriert.

Im Laufe der Zeit bin ich (selber Teil einer Minderheit) auch mehr und mehr zu dem Schluss gelangt, dass die Haltung bei meinem Gegenüber entscheidend ist. Oft werden Dinge beim Gegenüber unverhältnismäßig stark problematisiert. Als stummer Beobachter hat das dazu geführt, dass ich oft meine eigenen Gewalterfahrungen bagatellisiert sah, weil es oft gar nicht mehr darum geht, sondern in vermeintlichen "Safe Spaces" Menschen die Lust am Sanktionieren so weit ausgelebt haben, dass sie alles und jeden in den immer selben Phrasen kritisiert haben.  

Auch ich habe Privilegien. Aber dass ich die habe ist nicht meine Schuld, viel mehr ist es problematisch, dass andere diese Privilegien nicht haben. Und das ist glaub ich der Urkonflikt, warum solche Themen heutzutage so polarisieren; Das Leuten ständig vermittelt wird, sie wären schuld an irgendetwas, sie werden entmenschlicht und soziologisch geschlossen einer Gruppe zugerechnet, die der Nachteilsgruppe gegenüber privilegiert ist.

Daraus entsteht in manchen Kontexten eine gewaltvolle, wütende Sprache, z.B. wenn Weiße pauschal als "Majo" bezeichnet werden oder ihnen gewisse Eigenschaften zugeschrieben werden, immer mit dem Verweis darauf, dass das von unten nach oben geschieht. Das stört aber die Kommunikation und so etwas lässt sich auch nicht auf eine (Gesprächs-) Gruppe übertragen, finde ich. Natürlich können Weiße keine POCs diskriminieren. Aber in den Diskursen wird die eigene Position dafür missbraucht, stärker zu sein, Dinge sagen zu dürfen, die das Gegenüber nicht sagen darf, aushalten muss. Weil "Ich bin ja durch deine privilegierte Gruppe diskriminiert". Das führt zu nichts. Und je mehr diese Attitüde nach außen dringt, desto mehr Menschen werden sich bewusst distanzieren von dem, was wir Queerfeminismus oder Intersektionalität nennen. Es wird zum Feindbild. Ich beziehe mich hierbei nicht nur auf POCs, sondern auf sämtliche marginalisierten Minderheiten.


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19.09.2017 um 15:16
@Cesare
und Du denkst, es sei der richtige Weg, nachdem sich endlich Minderheiten überhaupt äussern können, auf die Befindlichkeiten der Mehrheit Rücksicht zu nehmen? Die Mehrheit sagt doch nach wie vor ohne Rücksicht auf Verluste, was sie denkt. Und wird gehört. Jetzt soll also quasi die Minderheit mit gutem Beispiel voran gehen, damit die Mehrheit vielleicht geneigt ist, ihnen zuzuhören? Dazwischen fehlt ein Schritt, nämlich der, überhaupt Willens zu sein seitens der Mehrheit, zuhören zu wollen. Wenn der gemacht ist, dann kann man zu gepflegten Diskussionen übergehen.


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19.09.2017 um 16:22
@Tussinelda
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:na dann gehe doch mal darauf ein, dass ich das, was du machst reverse racism nenne und es den nicht gibt.
Aha.. ich soll auf etwas eingehen während du wiedermal auf nichts eingehst und mich beleidigst... grossartig... vor allem da ich auf etwas eingehen soll was es laut dir nicht gibt...
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Der dient nämlich nur dazu, die eigenen Privilegien zu erhalten und anderen die Schuld daran zu geben, dass sie weniger privilegiert sind.
joa ich bin ja so priviligiert... das letzte mal das ich genau diese dumme aussage gehört habe war es von einer Medizinerin...
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:oder erkläre mir mal genau, wo das gemacht wird, in den Beispielen, die ich angeführt habe
Teile deiner links sind total OT und dienen eben nur des Strohmannbauens. Befeuert wird der rassismus wen man jeden Rassist nennt und das ohne das man überhaupt einen richtigen grund nennen kann. Das es keinen richtigen grund dafür gibt merkt man ja das du auf das thema nicht eingehst.

@Cesare
Zitat von CesareCesare schrieb:Im Laufe der Zeit bin ich (selber Teil einer Minderheit) auch mehr und mehr zu dem Schluss gelangt, dass die Haltung bei meinem Gegenüber entscheidend ist. Oft werden Dinge beim Gegenüber unverhältnismäßig stark problematisiert. Als stummer Beobachter hat das dazu geführt, dass ich oft meine eigenen Gewalterfahrungen bagatellisiert sah, weil es oft gar nicht mehr darum geht, sondern in vermeintlichen "Safe Spaces" Menschen die Lust am Sanktionieren so weit ausgelebt haben, dass sie alles und jeden in den immer selben Phrasen kritisiert haben.
Das ist genau eines der probleme wobei es mir geht. Gewalterfahrungen dürfen in keinster weise bagatelisiert werden. Genauso rassistische Diskriminierung. Doch genau das geschieht wen man Leuten Rassismus unterstellt nur weil sie etwas machen und die falsche hautfarbe haben.
Zitat von CesareCesare schrieb:Auch ich habe Privilegien. Aber dass ich die habe ist nicht meine Schuld, viel mehr ist es problematisch, dass andere diese Privilegien nicht haben. Und das ist glaub ich der Urkonflikt, warum solche Themen heutzutage so polarisieren; Das Leuten ständig vermittelt wird, sie wären schuld an irgendetwas, sie werden entmenschlicht und soziologisch geschlossen einer Gruppe zugerechnet, die der Nachteilsgruppe gegenüber privilegiert ist.
Unterschreibe ich so. :Y: bis auf das mit den Privilegien... Sowas kann zu einer art "punkteliste" führen wie priveligiert jemand ist und das ist dem ganzen abträglich.
Zitat von CesareCesare schrieb:Daraus entsteht in manchen Kontexten eine gewaltvolle, wütende Sprache, z.B. wenn Weiße pauschal als "Majo" bezeichnet werden oder ihnen gewisse Eigenschaften zugeschrieben werden, immer mit dem Verweis darauf, dass das von unten nach oben geschieht. Das stört aber die Kommunikation und so etwas lässt sich auch nicht auf eine (Gesprächs-) Gruppe übertragen, finde ich. Natürlich können Weiße keine POCs diskriminieren. Aber in den Diskursen wird die eigene Position dafür missbraucht, stärker zu sein, Dinge sagen zu dürfen, die das Gegenüber nicht sagen darf, aushalten muss. Weil "Ich bin ja durch deine privilegierte Gruppe diskriminiert". Das führt zu nichts. Und je mehr diese Attitüde nach außen dringt, desto mehr Menschen werden sich bewusst distanzieren von dem, was wir Queerfeminismus oder Intersektionalität nennen. Es wird zum Feindbild. Ich beziehe mich hierbei nicht nur auf POCs, sondern auf sämtliche marginalisierten Minderheiten.
:lv: Und das meine ich vollkommen ernst. Ganz viel liebe dafür.

@Tussinelda
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:und Du denkst, es sei der richtige Weg, nachdem sich endlich Minderheiten überhaupt äussern können, auf die Befindlichkeiten der Mehrheit Rücksicht zu nehmen?
Falsch. Ich vermute sie meint das man sich auf augenhöhe unterhalten soll.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Die Mehrheit sagt doch nach wie vor ohne Rücksicht auf Verluste, was sie denkt. Und wird gehört.
Wer ist den die mehrheit? Ich gehöre jedenfalls nicht dazu. Bin ich jetzt weniger priviligiert?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb: Jetzt soll also quasi die Minderheit mit gutem Beispiel voran gehen, damit die Mehrheit vielleicht geneigt ist, ihnen zuzuhören?
Nein, Menschen sollen über probleme sprechen ohne den gegenüber zu dämonisieren.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb: Dazwischen fehlt ein Schritt, nämlich der, überhaupt Willens zu sein seitens der Mehrheit, zuhören zu wollen. Wenn der gemacht ist, dann kann man zu gepflegten Diskussionen übergehen.
Welche Mehrheit??? Es gibt keinen Kollektivismus in dieser art. Menschen sind immer noch individuen. Solange man sich dessen nicht bewusst ist funktioniert keine kommunikation.


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19.09.2017 um 17:09
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Die Autorin zeigt auf, wie aus simplen schwarz-amerikanischen umgangssprachlichen Ausdrücken ruckzuck memes werden, die den Kontext erstens völlig vernachlässigen, die sich über das schwarz-amerikanische Englisch lustig machen und das sich dann diese Redewendungen verselbstständigen, von Weißen selbstverständlich übernommen werden, weil sie einen "lustigen" meme gesehen haben und es somit einfach nachplappern, zur Belustigung oder um eine bestimmte Gefühlsregung auszudrücken, obwohl der Zusammenhang zu der ursprünglichen Situation, die diese Gefühlsregung auslöste, gar nicht mehr vorhanden ist.
Das ist jetzt nicht dein ernst? Sowas wird da hinein interpretiert. Ich kann nicht mehr...
Nein, es geht nicht um "typische schwarze Ausdrücke" (wie verallgemeinernd ist das eigentlich?) Es geht um INDIVIDUELLE Handlungen, die
LUSTIG erscheinen, dabei ist es völlig egal, wer gerade diese lustige wahrgenommene Stelle repräsentiert, Schwarze, Weiße, Asiaten etc.pp. Es ist der Sinn eines Memes oder Gif eine bestimmte Stimmung oder Haltung, oder was auch immer so kurz wie möglich auf den Punkt zu bringen. Es ist dabei völlig Wurscht wer und mit welcher Hautfarbe das gerade am besten rüber bringt.

Antoine Dodson ist ein gutes Beispiel, den Gif habe ich auch schon oft benutzt. Nicht weil ich digitales Blackfacing oder Kulturaneigung betreiben wollte, sondern weil das Gif genau das wiedergibt, was ICH als das geeignetes für eine bestimmte Reaktion halte.


You-Are-so-Dumb-Antoine-Dodson-Reaction-
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Die Bilder der Personen werden benutzt, es wird somit eine bestimmte - vermeintlich witzige - Situation, die aber nur witzig ist, weil völlig aus dem Kontext genommen, benutzt, um a) die schwarz amerikanische Sprache zur Belustigung zu verwenden und auch die Person, die es sagte. Sie fragt sich, wie es sein kann, dass Zeugen einer besorgniserregenden Situation (ein Brand oder sexuelle Gewalt)
Nein, das ist völlig falsch, wer das alles da hinein interpretiert, sollte sich mal Gedanken machen um seine eigenen Einstellung oder Gedankenwelt. Natürlich werden für einen Gif oder Meme Dinge aus dem Kontext gerissen, soll es ja auch, denn hier geht es einzig um eine bestimmte Stelle, die als besonders effektive Veranschaulichung einer Handlungsweisung darstellen soll, die man dann universell benutzen kann. Auch hier wieder, völlig egal wer das gerade am Besten rüber bringt, es zählt was am besten ankommt.
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Auch wird zum Beispiel die Sprache oder die Namen, die "typisch" sind, verwendet, Aussagen von Martin Luther King benutzt um sich als Schwarze Person auszugeben und so gegenüber Schwarzen Menschen als authentisch zu wirken und seine (Weiße) Meinung als Schwarze Meinung auszugeben.
Aha. Und woher weiß man das denn alles? Also ein Fakeprofil von Weißen Menschen, die auf Schwarz machen, um dann eine vermeintliche Schwarze Meinung zu verbreiten? Für was soll das gut sein? Und Schwarze Menschen machen keine Fakeprofile, um keine Ahnung was damit zu treiben? Gibt es dazu Statiskien, oder wie kommt man da drauf?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Das ist digital blackface und kulturelle Aneignung
Naja, das wird so behauptet, ob das tatsächlich auch so ist, ist eher fraglich aus meiner Sicht.


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19.09.2017 um 17:22
Blackfacing in seiner ganzen Pracht:

Youtube: WEISSE FRAU (29) lässt sich SCHWARZ SPRITZEN? | taff | ProSieben
WEISSE FRAU (29) lässt sich SCHWARZ SPRITZEN? | taff | ProSieben


Gibt Schwarze, die lachen da lieber drüber, als sich zu ärgern. :D


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19.09.2017 um 17:27
@Intemporal
ua... also ich steh ja eigentlich auf dunkle hauttypen bis (vor allem) ganz schwarz... aber bei der sieht das sauhässlich aus... das gesicht sieht aus wie von einer uralten...


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19.09.2017 um 17:30
@interrobang
Wahnsinn oder? 29 und sieht aus wie 50... :D


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19.09.2017 um 18:34
@Tussinelda

Ich rede davon, dass die Kommunikation gestört ist innerhalb unserer Allianzen und finde es erstaunlich, dass anscheinend dabei raus zu lesen ist, bzw. dass meine Position so verstanden werden kann, dass irgendjemand aufgrund von "Befindlichkeiten" Diskriminierung aushalten muss.

Ich denke, dass diese Grenze viel zu schwer zu ziehen ist, als dass wir das so kategorisieren könnten "wer ist privilegiert / wer ist diskriminiert"? Und der daraus resultierenden Frage "wer darf sprechen, wer darf werten?"

Um ein Beispiel zu nennen; ich bin Weiß, also nicht von Rassismus betroffen (in keiner Situation, niemals; keine Diskussion.) Aber ich bin Diskrimierungen ausgesetzt. Durch die Zivilgesellschaft, aber auch auf struktureller Ebene und sogar in der Herkrunftsfamilie.

Ich habe aber auch einzelne tätliche Gewalterfahrungen gemacht, weil ich kein besonders gutes "Straight-Passing" habe. Das waren Erlebnisse, die sehr plötzlich kamen und die ich am traumatisierensten empfand. Die Täter waren speziell dabei immer Leute, die von Rassismus betroffen sind, die mich aufgrund eines äußeren Merkmals ausgewählt haben. Mein Privileg hat mich in diesen Momenten nicht geschützt, ich würde sogar sagen; es hat keine Rolle gespielt. Die Machtverhältnisse waren in diesen Momenten andere.

Es gibt kaum Menschen, die nur und immer "Minderheit" sind. Und die Frage nach Machtverhältnissen ist abhängig vom Kontext und meistens sogar diskutabel, wenn wir alles berücksichtigen; Queerness; Antisemitismus, Armut (!!!); Rassismus (der zwar nicht von Weiß zu POCs funktioniert, aber sehr wohl bei POCs untereinander), Sexismus...

Grade heute habe ich in der Zeit was dazu gelesen, das sehr gut passt. Die für mich entscheidenden Stellen habe ich hier zitiert;

http://www.zeit.de/kultur/2017-09/identitaetspolitik-bundestagswahl-queere-people-of-color-frauen
Von Erlebnissen, die sich seltsam und irgendwie schräg anfühlen, können mittlerweile viele auch aus dem linken Milieu berichten: Die junge (linke, lesbische) weiße Frau, die in einer Berliner Hinterhofveranstaltung ob ihrer Dreadlocks streng des Lokals verwiesen wird, weil diese nicht mehr als Ausdruck jugendlicher Selbstfindung durchgehen, sondern ihr als unzulässige "cultural appropriation" ausgelegt werden; der schwule Freund, der sich darüber aufregt, dass ihn ein Arbeitskollege zum Thema "Homo-Ehe" befragen wollte — weil er darin nicht mehr harmloses oder zugewandtes Interesse wahrnimmt, sondern eine unzulässige Festlegung von außen auf seine sexuelle Identität; oder die Bekannte, die einen reaktionären Artikel gegen die "Ehe für alle" nicht einfach nur dumm nennen mag, sondern sofort als menschenfeindlich bezeichnet und den Boykott der Zeitung fordert, in der er erschienen ist.

Es mehrt sich der Eindruck, dass heute auf allen Seiten häufiger als noch vor ein paar Jahren mit persönlicher Betroffenheit argumentiert wird. Und ebenso, dass die Selbstthematisierung in Identitätskategorien zugenommen hat – jung, schwarz, lesbisch, migrantisch, Arbeiterkind oder gar alter heterosexueller weißer Mann, auch wenn zunehmend unklar wird, wer eigentlich heutzutage noch ein solcher sein möchte
...
Die Frage ist nicht diejenige, ob es jetzt mal gut sei mit der Gleichstellung, ob nicht, um mit Carolin Emcke zu sprechen, ein bisschen "stille Zufriedenheit" angebracht wäre angesichts der realen Fortschritte. Denn solange es Missstände und ungerechtfertigte Benachteiligungen gibt, können und sollen diese benannt und bekämpft werden. Es geht viel mehr darum, zu fragen, ob Tonfall und Gefühlslage der emanzipatorischen Bewegungen kontraproduktiv geworden sind. Ob sich beim Kampf um die Rechte von Frauen oder die Teilhabe von Migranten eine rigoristische Moral breit macht. Die angestrengt und anstrengend ist und nicht nur ein gesellschaftliches Wir-Gefühl unterminiert, sondern auch mögliche Allianzen zwischen unterschiedlichen progressiven Kräften.
...
Mit Blick auf diejenigen, die sich keiner Minderheit zurechnen können (also beispielsweise weiße heterosexuelle Männer), ist verständlich, dass die ständige Identitätszuweisung zu einer üblen hegemonialen Herrschaftsgruppe persönlich liebenswerten und individuell unschuldigen Menschen Unbehagen bereitet. Niemand will gerne um den Kopf geschlagen bekommen, dass sein aufrichtiges Interesse an der Herkunft des anderen diskriminierend sei. Oder dass, wenn er etwas Nettes über die Schönheit von Alleen und Frauen dichtet, sich die Alleen dadurch irgendwie herabgewürdigt fühlen könnten (oder waren es die Frauen?)
...
Aber genauso wie keine Identität abendfüllend ist, wie uns schon Rosa von Praunheim gelehrt hat, so wenig kann persönliche Verletzung und Betroffenheit zum Maß aller Dinge werden. Es gibt immer mindestens zwei Perspektiven: die eigene Verletzlichkeit und Unsicherheit und die des anderen.
Die Kultivierung von Emotionen

Ein pragmatischer Vorschlag gegen die Schnappatmung ließe sich beispielsweise in der von philosophischen Pragmatisten wie Donald Davidson vertretenen Vorstellung eines "Prinzips der wohlwollenden Interpretation" finden. Also die Idee, einem Gegenüber erstens Rationalität, und zweitens nicht zuallererst bösen Willen zu unterstellen. Es gibt, um es grob für die Gegenwart zu formulieren, die Möglichkeit, eine achtlose, unsensible oder dumme Aussage nicht sofort als sexistisch zu werten, sondern als achtlos und dumm. Genau wie es umgekehrt die Möglichkeit gibt, übereifrigen studentischen Aktivismus als normalen Schritt im Entwicklungsprozess der Jugend zu betrachten, und nicht in endlosen populistischen Angriffen als den Anfang vom Ende des Abendlandes anzugreifen.



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19.09.2017 um 18:39
Zitat von CosmicQueenCosmicQueen schrieb:Nein, es geht nicht um "typische schwarze Ausdrücke" (wie verallgemeinernd ist das eigentlich?)
Ohne das jetzt böse zu meinen, aber "typische schwarze Ausdrücke" gibt es schon. Sprache ist eines von vielen Mitteln, Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu demonstrieren und diese Gruppe gegen andere Gruppen abzugrenzen. Im Prinzip nichts anderes, als das, was an manchen Schulen passiert und zur Folge hatte, dass man festgelegt hat, dass auf dem gesamten Schulgelände nur deutsch gesprochen werden darf. Da haben nämlich vorwiegend türkische Jugendliche die gemeinsame Muttersprache als Gruppenmerkmal genutzt. Jugendliche grenzen sich unter anderem über die Sprache von ihren Eltern ab, Gruppen von Jugendlichen untereinander ebenso. Manche sehr extrem, manche subtil. 


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19.09.2017 um 18:59
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Ohne das jetzt böse zu meinen, aber "typische schwarze Ausdrücke" gibt es schon. Sprache ist eines von vielen Mitteln, Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu demonstrieren und diese Gruppe gegen andere Gruppen abzugrenzen.
Was sind denn z.B typisch schwarze Ausdrücke? Schwarze wollen sich also von anderen Gruppen abgrenzen? Und Jugendliche grenzen sich allgemein ab, das hat nichts mit der Hautfarbe zu tun.


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19.09.2017 um 19:02
@Cesare
ich verstehe, was Du meinst, aber hier geht es gerade nicht um Minderheiten innerhalb der Minderheiten, aber auch dazu steht was in dem link, ich habe es nur weggelassen, da es gerade eben nicht Thema ist. Hier geht es - mal wieder - um Rassismus, bzw. Rassentrennung, weil Schwarze sagen, was sie rassistisch finden, zum Nachdenken anregen, was rassistisch ist und wenn es rassistisch ist, wie man es unterlassen könnte, rassistisch zu sein.
Deshalb habe ich unter anderem auch das hier aufgeworfene Thema Regenbogenflagge nicht großartig aufgegriffen. Dein Thema bedarf eines eigenen threads, meiner Meinung nach. Hier wird - schriftlich oder per Video - auf etwas hingewiesen. In einem Tonfall oder einer Art und Weise, die keineswegs übergriffig, beleidigend oder sonst was ist, auch werden keine Vorschriften gemacht. Trotzdem fühlen sich manche dadurch so angegriffen, dass sie - wie inter - von Rassentrennung sprechen, von Rassismus Weißen gegenüber. Nichts, was man schreibt wird so genommen, wie es da steht, es wird sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, das Gesagte mal zu reflektieren, in den passenden Kontext zu setzen, etwas zu recherchieren. Da muß man keiner Minderheit angehören, um das zum Kotzen zu finden. Ich reagiere auf bullshit, das ist alles.

@CosmicQueen
es geht darum
Wikipedia: Afroamerikanisches Englisch


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19.09.2017 um 19:10
@Tussinelda


Allgemeine Diskriminierungen kamen von mir, weil ich denke, dass vor allem eigene Erfahrungen dienlich sind, um etwas so sensibles zu erklären. Da ich keine Wahl habe, ob ich mich oute oder nicht, bin ich (meiner Einschätzung nach) über den Vorwurf der Homophobie erhaben, kann mich also sehr deutlich äußern.

Es geht mir darum, dass manche Leute (z.B.) Dinge homophob einordnen, die ich absolut unproblematisch finde. Beide Positionen dürfen vorhanden sein. Jetzt ist aber nicht jeder (Mensch) von Homophobie betroffen. Sind jetzt nur die solidarisch, die sich immer der nächsten Superlative anpassen? Ich persönlich denke nicht.

Und ich verstehe sogar, was im Video gemeint ist, ich selbst würde das so auch nicht machen.

Gleichzeitig denke ich aber, dass nicht jeder, der sich diese Meinung sofort annimmt, weil eine von Rassimus betroffene Person sich äußert, sich diese Meinung annehmen muss.

Es geht halt in die Richtung, dass (jetzt wieder dieses Wort) "Befindlichkeiten" von Betroffenen der Maßstab unseres Umgangs werden. Das kann nicht richtig sein, es geht mir eher um den Grundsatz, weswegen ich mich in die Diskussion eingeklinkt habe. Weniger um das Ausgangsthema.


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19.09.2017 um 19:12
Und das Wort "Rassentrennung" finde ich auch unpassend. Historische Vergleiche sind meiner Erfahrung nach nie gut. Ob jetzt "Hitler", "Neue Juden", "Apartheid", "Hexenjagd" oder "Rassentrennung"...

da möchte ich dir ganz deutlich zustimmen @Tussinelda


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19.09.2017 um 19:18
verhaspelt;
Zitat von CesareCesare schrieb:Gleichzeitig denke ich aber, dass nicht jeder, der sich diese Meinung sofort annimmt, weil eine von Rassimus betroffene Person sich äußert, sich diese Meinung annehmen muss.
Gleichzeitig denke ich aber, dass nicht jeder, der sich diese Meinung nicht sofort annimmt, weil eine von Rassimus betroffene Person sich äußert, kategorisch rassistisch ist.


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19.09.2017 um 19:19
@CosmicQueen
Wir haben sowas im Deutschen auch, das türkische Deutsch. Präpositionen werden weggelassen ("Ich geh Aldi"), Artikel auch (" Der hat mich Handy geklaut"). Zum Beispiel. Vieles in der Sprache resultiert aus den Regeln der türkischen Grammatik, die auf die deutsche Sprache angewendet wird. 


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19.09.2017 um 19:22
@Cesare
die "Befindlichkeiten" müssen auch nicht der Maßstab werden, aber sie haben eine Berechtigung und die wird nicht anerkannt und/oder verstanden. Wenn Du Dir die Mühe gibst und das machst Du sicherlich, dann hast Du sicher auch außerhalb von allmy schon zigmal feststellen müssen, dass egal, wie Du etwas äusserst oder was Du äusserst, es schon scheisse ist, DAS Du es äusserst. Bei allmy ist das sehr ausgeprägt, wenn es um solche Themen geht. Ich bin lange genug dabei, in der Regel sehr geduldig, habe mich durch alle diesbezüglichen threads gewurschtelt und habe immer - egal wie ich mich äusserte - die gleichen Reaktionen bekommen. Man "rief" mich ständig zu solchen Themen - wie auch hier - weil man vermeintlich ja wissen will, was ich denke. Wenn ich es sage oder auch nur Meinungen Betroffener poste, die eben eine andere Sichtweise als die mehrheitliche hier haben, dann wird kollektiv gekotzt, es wird beleidigt, es werden saublöde Witze gemacht, es wird alles daran gesetzt, diese Meinung, Sichtweise als völlig übertrieben, unnötig, gar rassistisch darzustellen. Da bin ich ganz sicher die falsche Adresse, um dann liebevoll verstehend und vorsichtig sensibel mit den Äusserungen dieser user umzugehen. Wie heisst es so schön: wie es in den Wald hinein ruft......


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19.09.2017 um 19:30
@Ilvareth
Ach dann geht es aber eher um den proletarischen Sprachgebrauch, den gibt es nicht nur bei Türken und Schwarzen, sondern auch bei Weißen. Nicht alle Schwarzen Menschen oder Menschen aus der Türkei sprechen nämlich so. Von daher würde ich es nicht "typisch Schwarzen Ausdruck" nenne, sondern einfach eine Stereotype die allgemein zur Überspitzung in vielen Comedys und ähnlichen genutzt werden um das Proletariat zu karikieren.


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19.09.2017 um 19:38
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Wenn Du Dir die Mühe gibst und das machst Du sicherlich, dann hast Du sicher auch außerhalb von allmy schon zigmal feststellen müssen, dass egal, wie Du etwas äusserst oder was Du äusserst, es schon scheisse ist, DAS Du es äusserst.
Das ist einfach falsch. Es geht darum WIE du es äuserst. Das ist das wichtigste dabei.


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19.09.2017 um 19:41
@Tussinelda
Nee, du hast ne Menge Ahnung, was die Zusammenhänge bei solchen Themen angeht, deshalb ruft man dich dazu, das Problem ist, dass man bei deinen Posts nicht zwischen eigener Meinung und (behaupteter) Fakten unterscheiden kann, deshalb schreit auch dauernd wer nach Belegen für das, was eigentlich deine Meinung ist. Die du zwar begründen solltest, aber nicht belegen brauchst, das wäre ja auch Quatsch. 


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19.09.2017 um 23:44
Das ist alles nur noch entnervent. Es ist wirklich nur noch außerhalb jeglicher Realität.
Just my two cents.

@Tussinelda
Ja, ich weiß, ich bin entweder blöd, oder ignorant. Jo, dann bin ich beides! Habe weiterhin Spass, andere zu maßregeln.


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