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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

353 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Medien, Demokratie, System, Propaganda

Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.01.2020 um 07:42
@eckhart
man muss aber auch dazu sagen, dass die Schweizer Abstimmung nur unter zugeständnissen der dortigen ÖR-Anstalten mit rund 70 % dafür, 30 % dagegen ausgegangen ist. Wenn man diese Zahlen auf Deutschland übertragen würde, würden Millionen von Menschen gegen ihren Willen und ihr Gewissen den Medienbedarf von anderen Mitbürgern finanzieren müssen. Das ist dann schon eine Schieflage.


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.01.2020 um 10:18
Nevrion
schrieb:
@eckhart
man muss aber auch dazu sagen, dass die Schweizer Abstimmung nur unter zugeständnissen der dortigen ÖR-Anstalten mit rund 70 % dafür, 30 % dagegen ausgegangen ist.
Möchten nicht auch "Kritiker" der öffentlich rechtlichen Medien, hierzulande Zugeständnisse der hiesigen ÖR-Medien?
Besteht diese "Schieflage" nicht in der Schweiz auch?
Mir beispielsweise geht es nicht darum, gezwungene und geknechtete Zwangsbeitragszahler auszunutzen. (Mir geht es um Qualität für mich!)
AnneOnedin
schrieb:
unsere derzeitigen ÖR SENDER.
Letztere werden in vielleicht 10 bis 20 Jahren ohnehin nicht mehr existieren, in der jetzigen Form jeden-
falls, das wissen die Verantwortlichen bestimmt.
Sicher werden Veränderungen eintreten.
Polarisierungen werden sich verschärfen!
Lässt sich nicht jetzt schon nicht mehr verbergen, ob überhaupt und was jemand liest?
Dieses wird sich von Büchern auf den gesamten Medienkonsum ausbreiten.
Lautheit wir immer lauter.
Aber anziehender wird sie dadurch nicht.
Neue Rechte brauchen zunehmend immer mehr diejenigen Medien, die sie jetzt noch bekämpfen.
Das zu erkennen, sind sie momentan dabei.
Ist meine Beobachtung.
:D

Und die klassischem Medien sind dabei zu erkennen, wem sie keine Bühne bieten dürfen.
Prima!


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.01.2020 um 16:45
Nevrion
schrieb:
Wenn man diese Zahlen auf Deutschland übertragen würde, würden Millionen von Menschen gegen ihren Willen und ihr Gewissen den Medienbedarf von anderen Mitbürgern finanzieren müssen. Das ist dann schon eine Schieflage.
Man finanziert doch ständig Dinge mit, die man vielleicht doof findet oder nicht will (über Steuern bspw.), wo ist hier die Besonderheit?


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.01.2020 um 19:17
groucho
schrieb:
Man finanziert doch ständig Dinge mit, die man vielleicht doof findet oder nicht will (über Steuern bspw.), wo ist hier die Besonderheit?
Das ist jetzt nicht unbedingt passend zum Thema, aber ich beantworte die Frage trotzdem. Ja, natürlich zahlt man Steuern, die in den allermeisten Fällen nicht zweckgebunden sind, für die Funktionalität des Staatsapparates verwendet werden.
Der Rundfunkbeitrag ist aber keine Steuer und er dient auch nicht dem Staat und dessen Funktionalität. Er dient einzig allein dazu, einer beträchtlichen Anzahl von Landesrundfunkanstalten ein Programm zu finanzieren, das völlig ohne Qualitätsnotwendigkeit produziert werden kann, weil man unabhängig vom Ergebnis auf jeden Fall weiter sein Geld bekommt. Würden wir im Jahr 1960 leben, wäre dass sicher ne tolle Sache, aber wenn nicht schon im Zeitalter privater Anbieter von Print und TV- oder Radio-Medien, dann doch spätestens im Internetzeitalter, wo die Anzahl an Informationen und Unterhaltung, die man je nach Bedarf konsumieren kann, doch nun wirklich keinen größeren Einschränkungen mehr unterliegt als beim ÖRR selbst.

Oder anders gesagt - selbst bei dem beliebten Vergleichs-Beispiel Krankenkasse, hat man immerhin noch die Wahl, welcher Krankenkasse man sich anschließt und diese dann bezahlt. Wobei man das meiner persönlichen Meinung nicht vergleichen sollte, denn wer würde ernsthaft einen sozialen Dienst mit so etwas wie einem Medienunternehmen vergleichen.
eckhart
schrieb:
Möchten nicht auch "Kritiker" der öffentlich rechtlichen Medien, hierzulande Zugeständnisse der hiesigen ÖR-Medien?
Besteht diese "Schieflage" nicht in der Schweiz auch?
Mir beispielsweise geht es nicht darum, gezwungene und geknechtete Zwangsbeitragszahler auszunutzen. (Mir geht es um Qualität für mich!)
Sicher wäre es um die Akzeptanz der ÖR-Medien in Deutschland deutlich besser bestellt, wenn man den Finanzierungsbeitrag nach Nutzung und nicht nach Obdach entrichten müsste. Tatsächlich glaube ich, die Abschaffung des ÖRR wollen die wenigsten, aber den Auftrag und die Finanzierung ist wohl mit am reformbedürftigsten in Deutschland.


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02.01.2020 um 19:26
Nevrion
schrieb:
denn wer würde ernsthaft einen sozialen Dienst mit so etwas wie einem Medienunternehmen vergleichen.
Ich!
Vergleiche sind dazu da, etwas unvergleichbares zu finden.
Öffentlich Rechtliche sind für mich sozial wirksam, somit vergleichbar.


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.01.2020 um 19:45
Rechtskonservative Medien(Fox News, Junge Freiheit), ausländische Propaganda(RT), reißerische Medien (BILD).
Ich würde nicht sagen, dass ich sie meide, aber ich sehe sie halt als problematisch an, da sie oft falsch und stets tendenziös berichten und man, wenn man sich vorrangig über solche Kanäle informiert letztendlich ein völlig verkehrtes Weltbild bekommt.

Interessiert haben mich solche Dinge aber schon immer. Früher waren es Verschwörungstheorien (wahrscheinlich auch der Grund warum ich hier angemeldet bin). Nicht das ich an den Verschwörungstheorien selbst interessiert war, aber daran warum Leute solchen Blödsinn glauben, welche Ideologien und Denkmuster dahinter stecken und welche menschlichen Bedürfnisse von solchem Unfug erfüllt werden.
Über die letzten Jahre gab es einen deutlichen Schulterschluss zwischen Verschwörungs-Content und rechtspopulistischen und anti-liberalen(meistens nationalistischen) Bewegungen.

Das hat sich schon früh abgezeichnet, denn eines was praktisch alle Verschwörungstheorien gemeinsam haben ist die Ablehnung der post-modernen, liberalen, westlichen Weltordnung die sich seit dem 2. Weltkrieg herausgebildet hat.

Im Kern liegt dem ganzen ein Wertekonflikt zugrunde: Traditionelle Werte von nationaler, kultureller oder religiöser Identität gegen postmoderne Werte von individuellen Rechten und Freiheiten und Wissenschaft statt Metaphysik.
Aus diesen postmodernen Werten leiten sich dann Dinge ab wie Toleranz gegenüber Flüchtlingen, anderen Religionen, anderen Lebensformen(LGBTQ+), aber auch politische Positionen wie der Klimaschutz und alles was damit kommt.(Klimagerechtigkeit, Kapitalismuskritik, Hinterfragung unserer Lebensweisen etc.)

Diese Postmoderne ist der Stein des Anstoßes für konservative Weltbilder, die den Menschen ein Identitätsbewusstsein über den Status Quo vermitteln. Ob das nun über den Status Quo der nationalen Identität, der Kultur, der Religion oder einfach über den Status Quo der Lebensweisen (Autofahren so schnell man will, böllern an Silvester, Fleisch essen ohne schlechtes Gewissen etc.) funktioniert, letztendlich identifizieren sich Menschen selbst über diese Dinge und wenn dann eine politische Bewegung kommt die plötzlich von individuellen Rechten von Flüchtlingen redet und nationale und kulturelle Integrität dem hinten anstellt und von Klimawandel redet und die deutsche Autokultur als Problemfaktor ausmacht, dann greift das Leute die sich über genau diese Dinge identifizieren auf persönlicher Ebene an.
Und diese persönliche Kränkung macht sie anfällig für extreme Ansichten, verschwörungstheoretische Weltsichten und populistische politische Botschaften.

Und genau an diesem Punkt sind wir gerade. Das wird von vielen Medien immer mehr ausgenutzt.


Dieser Wertekonflikt ist übrigens nicht neu.
Hitler hat den auch schon erkannt. Er nannte postmoderne Werte damals noch "kulturellen Bolschevismus" bzw. "kulturellen Marxismus". Gemeint ist damit aber genau das Selbe wie heute mit dem Postmodernismus, nämlich das Ersetzten traditioneller gesellschaftlicher Eckpfeiler wie Nation, Kultur und Religion durch individuelle Rechte und Werte und ein aufgeklärtes Weltbild, dass solche Dinge dekonstruiert statt sie blind zu verehren.


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02.01.2020 um 19:58
Nevrion
schrieb:
Das ist jetzt nicht unbedingt passend zum Thema, aber ich beantworte die Frage trotzdem. Ja, natürlich zahlt man Steuern, die in den allermeisten Fällen nicht zweckgebunden sind, für die Funktionalität des Staatsapparates verwendet werden.
Der Rundfunkbeitrag ist aber keine Steuer und er dient auch nicht dem Staat und dessen Funktionalität. Er dient einzig allein dazu, einer beträchtlichen Anzahl von Landesrundfunkanstalten ein Programm zu finanzieren, das völlig ohne Qualitätsnotwendigkeit produziert werden kann, weil man unabhängig vom Ergebnis auf jeden Fall weiter sein Geld bekommt. Würden wir im Jahr 1960 leben, wäre dass sicher ne tolle Sache, aber wenn nicht schon im Zeitalter privater Anbieter von Print und TV- oder Radio-Medien, dann doch spätestens im Internetzeitalter, wo die Anzahl an Informationen und Unterhaltung, die man je nach Bedarf konsumieren kann, doch nun wirklich keinen größeren Einschränkungen mehr unterliegt als beim ÖRR selbst
Das waren jetzt viele Worte, ohne dass du mir wirklich geantwortet hättest.

Egal, wie du schon richtig sagtest, das ist hier ot.


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02.01.2020 um 22:07
eckhart
schrieb:
Ich!
Vergleiche sind dazu da, etwas unvergleichbares zu finden.
Öffentlich Rechtliche sind für mich sozial wirksam, somit vergleichbar.
Der Denkfehler in dieser Logik liegt aber darin nicht zu berücksichtigen, dass Öffentlich Rechtliche _auch_ sozial wirksam wären, aber eben nicht allein und nur sie allein diese Wirkung entfalten würden. Andere Medienanbieten erfüllen diese Funktion genauso, manche schlechter, manche besser.

@groucho
Wenn dir das zu viele Buchstaben waren, stark vereinfacht gesagt, du vergleichst Äpfel mit Birnen.


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03.01.2020 um 09:13
Nevrion
schrieb:
Wenn dir das zu viele Buchstaben waren, stark vereinfacht gesagt, du vergleichst Äpfel mit Birnen.
Nöö.

Aber lass gut sein.


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03.01.2020 um 09:46
Nevrion
schrieb:
Andere Medienanbieten erfüllen diese Funktion genauso, manche schlechter, manche besser.
Da diese aus meiner Sicht für immer und ewig anonym bleiben, meide ich sie bewusst alle!
Und erst recht diejenigen, die man sich hier nicht zu zitieren getrauen kann.

Das ist doch ein guter Maßstab, der sich quasi von selbst entwickelt hat, oder nicht?
Warum soll ich darin eine Ausnahme machen?


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

02.07.2020 um 20:40
Bald muss man noch mehr Medien meiden, die Regierung verwendet Steuergelder um Verlage zu unterstützen. Das ist eine massive Einflussnahme auf die Medien… Angeblich um den Verlagen bei der Umsetzung der Digitalisierung zu helfen… Die Verlage möchten selber weiter auf die Unabhängigkeit setzen und diese selbst überwachen...aha…was beim Startsfernsehen verboten ist, geht bei Zeitungen sofort.

https://www.derstandard.de/story/2000118460490/beschlossen-deutsche-verlage-bekommen-220-millionen-euro
Das Geld ist für die digitale Transformation des Verlagswesens zur Förderung des Absatzes und der Verbreitung von Abonnementzeitungen, -zeitschriften und Anzeigenblättern gedacht. Das Ganze soll die Medienvielfalt und -verbreitung in Deutschland erhalten.
Wer wie viel kriegt nicht bekannt, wer was warum kriegt auch nicht erkannt.


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

03.07.2020 um 19:25
Die Diskussion um die Subventionierung der Totholz-Branche ist so neu nicht:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/Millionen-Subventionen-fuer-Zeitungen-geplant,zeitungszustellu...

Ohnehin ist Print priviligiert:

Reduzierter Mehrwertsteuersatz
Buchpreisbindung
Kopierer-Abgaben an die VG Wort
reduzierte Portosätze für Büchersendungen, Streifbandzeitungen und Postvertriebsstücke
Druckkosten-Zuschüsse für die Veröffentlichung nicht nur von wissenschaftlichen Publikationen
Projektmittel-Verwendung für die Publikation von Studien und Forschungsergebnissen
Steuergelder für Leseförderung und Lesefestivals

um nur die zu nennen, die mir als altgedientem Holzverarbeiter so auf die Schnelle einfallen.

Wäre es da nicht besser, nur die jenigen dürften publizieren, die entweder das Geld dafür haben oder solche Schnelldreher produzieren und vermarkten, die für flotten Cash-Flow sorgen?
Freie Medien-Marktwirtschaft statt sozialistischer Planwirtschaft im Kulturbereich?
Dies gilt sinngemäss natürlich auch für Theater, Museen, Schulen und sonstige selbsternannte "Kulturträger", die sich nicht selbst tragen können oder von privatwirtschaftlicher Unterstützung leben.

„Wenn ich Kultur höre … entsichere ich meinen Browning“ (Hanns Johst)


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Gibt es Medien, die ihr bewusst meidet?

06.07.2020 um 02:54
Umgekehrt ist die Frage für mich leichter zu beantworten. Welchen Medien schenke ich noch meine Aufmerksamkeit?

Sehr wenigen, und auch denen meist nur kurze Zeit. Ausnahme: Tom&Jerry, Al Bundy oder Scobel.

Aber was Nachrichten angeht, die picke ich mir eher stochastisch von verschiedenen Seiten/Sendern zusammen, um abschätzen zu können, ob eine Meldung überhaupt Relevanz hat. Wenn ja und es interessiert mich lese ich etwas mehr. Welches Medium dafür grade in Frage kommt, entscheide ich von Fall zu Fall. Was ich jedenfalls nicht bin, ist "Stammleser" von irgendwelchen Blättern oder Seiten. Schon lange nicht mehr.


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