Panaetius schrieb:Wieso systemisch? Aber würdest du denn sagen, z.B. Ungarn (steht bei Transparency International auf Platz 84: https://www.transparency.org/en/cpi/2025 ) hat die gleichen Standards bei den Behörden, wie Dänemark (Platz 1)?
Wenn Du davon ausgehst das Zöllner je nach Land anders arbeiten, dann kannst Du den ganzen Kram auch einstampfen.
Aber selbst wenn Du ungarische Waren kaufst, die dort in den Verkehr gebracht wurden, und Du diese in Deutschland dann nicht nutzen oder weiterverkaufen kannst, machst Du das als Firma auch nur einmal
Panaetius schrieb:Und welche Konsequenzen haben jetzt die chinesischen Unternehmen vom deutschen Zoll zu befürchten, denn nach deiner Schilderung werden die deutschen selber getäuscht?
Du verstehst das falsch. Nicht die chinesische Firma hat Konsequenzen zu befürchten, sondern der Importeur. Deswegen überlegt er sich zweimal ob er mit einer Firma in China zusammenarbeitet, die die Standards hier nicht bedienen kann, denn wer schlecht kauft, kauft doppelt (im besten Fall, eventuell noch Strafzahlungen. Das ist der Druck der Wirtschaftlichkeit. Chinesische Firmen sind in der Regel aber darauf bedacht europäische Standards zu beachten, weil diese eben auch weiterhin Geschäfte machen wollen. Auch die Firma hat nichts davon wenn Du einmal einen Container voller Reiskocher kauft um zu merken, die passen nicht in Europa und die kauft nie wieder. Die wollen ganz viele Container voller Reiskocher verkaufen, schliesslich haben sie sich die Maschinen zur Produktion angeschafft.
Panaetius schrieb:Nehmen wir als Beispiel mal Onlinehändler, z.B. irgendein externen Anbieter auf Amazon im EU-Ausland, wie ist es da?
Das kommt drauf an. In der Regel gehen ausländische Verkäufer über das Amazon Sellers-Central Programm, bei denen die Ware schon in die Lager von Amazon in den Empfangsländern DDP ( sprich verzollt) angeliefert werden und wenn Du es dann online vom Händler über Amazon kaufst, wird es beipielsweise ab Lager Dortmund oder Winsen oder so verschickt. Die Ware wurde also bereits verzollt, dh Du als Käufer solltest in dem Fall davon ausgehen können, das die Ware ok ist. Entbindet dich jedoch nicht, die Ware beim Eingang selber noch mal zu prüfen (Schnittstellenkontrolle). Wenn Du eine Drohne bei Amazon kaufst und die wäre nicht verkehrsfähig und du wirst bei der Nutzung erwischt ist es im ersten Schritt immer noch Dein Problem.
Amazon-Ware über das Sellers Central Progamm wird meiner Erfahrung nach sehr häufig kontrolliert, wir haben kaum einen Container bei dem keine Beschau angeordnet ist. Wichtig ist es hier auch zu verstehen das Amazon selbst hier nicht als Importeur auftritt, wie gesagt wird die Ware nur DDP (verzollt) in deren Lager zur Kommission angenommen.
Wenn Du bei Amazon direkt kauft ist was ganz anderes, da kannst Du 100% von der Verkehrsfähigkeit ausgehen, anders könnte sich das Amazon gar nicht erlauben.