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Ist Antisemitismus wieder "in"?

8.853 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Islam, Judentum, Antisemitismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist Antisemitismus wieder "in"?

03.04.2026 um 16:20
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Ein heftiger Artikel!
Tja.
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Rechts und Links nehmen sich wirklich nichts mehr
Aber das hier ist echt die Kirsche auf den Sahnehäubchen des ganzen Francesca Shitshake......
Und dann kam ein Moment, der bei mir alles alarmiert hat: Sie behauptete charmant lächelnd, Belgier würden Hunde züchten und an Israelis verkaufen, damit diese Palästinenser vergewaltigen. Wohlgemerkt: Die Hunde seien bereits in Europa so konditioniert.
Quelle: Siehe oben

......ich meine, glauben die das echt?
War das die Leistungsschau der Dorftrottel?


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

03.04.2026 um 16:36
2023 gehörte er zu den Mitherausgebern und Autoren des Buches "Judenhass Underground: Antisemitismus in emanzipatorischen Subkulturen und Bewegungen". Lesungen aus dem Buch finden meist unter Polizeischutz statt.
Quelle: https://www.dw.com/de/rufmord-und-todesdrohungen-berliner-journalist-im-fadenkreuz-wegen-antisemitismus-berichterstattung/a-71914381

Ohne dem jetzt abzusprechen, ich gehe konform, ich war jedoch auf 2 Podiumsdiskussionen mit ihm und da war nix mit Polizeischutz.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

03.04.2026 um 16:44
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:ich war jedoch auf 2 Podiumsdiskussionen mit ihm und da war nix mit Polizeischutz.
Wie hast Du gesehen, dass er keinen Polizeischutz hat?
Straßenpolizisten in Uniform leisten solche Dienste eher nicht, vermute ich mal.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

03.04.2026 um 19:49
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Wie hast Du gesehen, dass er keinen Polizeischutz hat?
Weil mir einfach fast jeder Besucher dieser Veranstaltung bekannt war. Bühne hatte keinen Backstage, Reihe 1-3 alles bekannte Gesichter, zur Halbzeit konnte ich mich mit ihm im Gedränge sehr gut unterhalten während rings um uns nur Bekannte standen.
Also ja, er kann natürlich Polizeischutz gehabt haben, dann war der aber grottenschlecht und hat vielleicht im Auto gepennt.


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06.04.2026 um 21:39
Zitat von FellatixFellatix schrieb am 03.04.2026:Das ist nicht einfach zu lesen. Es ist fast schon unglaublich und auf jeden Fall verstörend.
Ja darüber hab ich einiges gehört. Das dies noch keine Volksverhetzung ist... Wobei das greift glaub ich nicht bei "externen gruppen".


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12.04.2026 um 22:29
@interrodings
@Röhrich

Es ist nicht nur Berlin. Leider.
München: Angriff auf israelisches Restaurant
10.04.2026 | 17:52

In München ist ein israelisches Restaurant mit Pyrotechnik angegriffen worden. Der Staatsschutz ermittelt wegen Antisemitismus. Der Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/muenchen-angriff-israelisches-restaurant-100.html

Und so eine Nachricht schlug wohl auch nur regionale Wellen, aber nicht bundesweite, wie wohl angemessen.

Die Astor Lounge in Frankfurt hat sich als Veranstaltungsort der Jüdischen Filmtage zurückgezogen.
„Als Begründung wird angeführt, man könne die Fortführung der Zusammenarbeit, die auch in diesem Jahr anlässlich der Jüdischen Filmtage erneut angestrebt wurde, den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aufgrund der Sicherheitssituation nicht mehr zumuten“, schreibt die Jüdische Gemeinde. Der nötige Polizeischutz soll demnach schon im vergangenen Jahr im Team der Astor Lounge zu einem Gefühl großer Unsicherheit geführt haben.

„Dass jüdisches Leben nur unter Polizeischutz stattfinden kann, ist bereits beschämend. Dass diese Notwendigkeit des Polizeischutzes nunmehr zum Anlass genommen wird, jüdische Veranstaltungen ganz zu verhindern, ist ein Skandal“, schreibt die Jüdische Gemeinde. Besonders irritiert zeigt sich die Gemeinde, über die Aussage des Kinobetreibers, „es müsse in einem Land wie Deutschland noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten.“
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/juedische-filmtage-gemeinde-frankfurt-bestuerzt-ueber-absage-von-kinobetreiber-200689996.html


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13.04.2026 um 05:26
Besonders irritiert zeigt sich die Gemeinde, über die Aussage des Kinobetreibers, „es müsse in einem Land wie Deutschland noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten.“
Spannend.. man ist nun bei *"keine juden" = neutral sein*. Beängstigend die entwicklung..


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16.04.2026 um 10:04
Zitat von interrodingsinterrodings schrieb am 13.04.2026:Spannend.. man ist nun bei *"keine juden" = neutral sein*. Beängstigend die entwicklung..
Sieht so aus, als ob in den Köpfen vieler Leute die Nulllinie verrutscht ist. Als neutral gilt nun, wenn man bestimmte Personengruppen ausgrenzt und nicht dafür kritisiert werden will.


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16.04.2026 um 10:47
„Dass jüdisches Leben nur unter Polizeischutz stattfinden kann, ist bereits beschämend. Dass diese Notwendigkeit des Polizeischutzes nunmehr zum Anlass genommen wird, jüdische Veranstaltungen ganz zu verhindern, ist ein Skandal“, schreibt die Jüdische Gemeinde. Besonders irritiert zeigt sich die Gemeinde, über die Aussage des Kinobetreibers, „es müsse in einem Land wie Deutschland noch erlaubt sein, sich als Kino neutral zu verhalten.“
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/juedische-filmtage-gemeinde-frankfurt-bestuerzt-ueber-absage-von-kinobetreiber-200689996.html

Finde die Formulierung "Neutral verhalten" auch schwierig. Andersherum finde ich auch die Formulierung der jüdischen Gemeinde wieder typisch überspitzt. Am Ende hat der Betreiber aus Sicherheitsgründen entschieden die Veranstaltung abzusagen. Das ist sein gutes Recht, denn Polizeischutz und die ganzen Nebeneffekte führen zu einem deutlichen Mehraufwand und eben auch zusätzlichen Strapazen für Mitarbeitender und auch Besucher. Deswegen hat man sich dagegen entschieden.

Die Formulierung der Gemeinde "... wird zum Anlass genommen um zu VERHINDERN" - klingt so, als ob der Betreiber aus anderen Gründen absichtlich und vorsätzlich die Veranstaltung verhindert hätte.


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23.04.2026 um 07:48
@interrodings

Wie kommt es zu israelfeindlichen und antisemitischen Narrativen in den Meidien?

Lukas Uwira (Europa Universität Viadrina) hat es untersucht und dazu geforscht. Hier im Interview:
Interview
»Auch Clickbait spielt eine Rolle«
Quelle: https://www.juedische-allgemeine.de/politik/auch-clickbait-spielt-eine-rolle/

Ist dir das auch schon aufgefallen?
Zudem haben uns die subtileren Formen des Antisemitismus in diesen Medien stärker interessiert als die offeneren Formen, die sich an den politischen Rändern zeigen.

In der deutschen Israel-Berichterstattung fallen immer wieder Begriffe wie »Gewaltspirale«, »Pulverfass«, »Todesspirale«. Welche Funktion haben diese Bilder?

Die genannten Floskeln dienen vermutlich dazu, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen. Die Gefahr besteht darin, dass dadurch eine Entkontextualisierung und Entpolitisierung stattfindet: Konkrete Vorkommnisse werden über diese Floskeln in das Schema eines vermeintlich ewig existierenden Konflikts eingeordnet, in dem beide Konfliktparteien zudem qualitativ gleichgemacht werden. Zurückzuführen ist das wahrscheinlich auf eine Tradierung dieser Bilder, fehlendes Fachwissen, aber auch auf prekäre Arbeitsbedingungen im journalistischen Alltag, die zu wenig Zeit dafür lassen, komplexe Sachverhalte angemessen einzuordnen. Bei Onlinemedien spielt sicher auch Clickbait eine Rolle.

Ihre Studie zeigt, dass deutsche Medien in Bezug auf Israel immer wieder mit einem NS-artigen Vokabular operieren: »totaler Krieg«, »Sonderkommando«, »Blut und Boden«. Ist diese Form von Israelkritik bereits Antisemitismus?

Vergleiche von israelischer Politik mit dem Nationalsozialismus werden in der Antisemitismusforschung gemeinhin als Indikator für israelbezogenen Antisemitismus herangezogen, weil sie Israel dämonisieren. Für die Bewertung ist dabei unerheblich, ob Journalistinnen und Journalisten dies bewusst oder unbewusst tun, denn die Wirkung der Aussage ist dieselbe.
Quelle: ebenda

(Mir fiele noch mehr ein, aber da könnte ich mich zu sehr aufregen.)

Link zur vollen Studie ist im Artikel (bzw. Interview, siehe unten da) verlinkt.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

23.04.2026 um 07:57
@Fellatix
Bestes beispiel war einmal im gaza konflkt. Keine antwort welches medium das war.. die schlagzeile war in etwa "trotz waffenruhe, israel antwortet auf beschuss."

Also nicht das israel in der waffenruhe angegriffen wurde war die schlagzeile sondern das es zurückgeschossen hat.


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23.04.2026 um 09:37
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Link zur vollen Studie ist im Artikel (bzw. Interview, siehe unten da) verlinkt.
Hast du echt die 59 Euro bezahlt um die Studie zu lesen?


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

24.04.2026 um 05:41
@interrodings

Das erinnert mich daran, was Jeffrey Herf, der wohl wichtigste Historiker des deutschen Antisemitismus, in einem Interview ausführte.

Ich glaub, sein wichtiges Buch hatte ich schon einmal erwähnt, in einer Umfrage. Spoiler
herf unerk kriege radik linke - Copy


(Muss grad schauen, Interview ist schon fast 2 Jahre her, aber hat sich wenig verändert.)
Herf: Der Angriff des Iran – gerade in Verbindung mit den Attacken der iranischen Proxys Hamas, Hisbollah und den Huthis im Jemen – zeigt, dass die Islamische Republik den Staat Israel zerstören will. Hätten Israel und seine Verbündeten nicht rund 99 Prozent der Waffen abgefangen, wären wohl Hunderte Israelis gestorben, wenn nicht sogar mehr. Iran zeigte einmal mehr, dass dessen theokratische Despotismus und religiöser Fanatismus der zentrale Konflikt im Nahen Osten sind – und zu wenig beachtet wird. Israels gezielte Reaktion vom 19. April wahrt die Möglichkeit, dass seine Beziehungen zu mehreren arabischen Ländern als Reaktion auf die Bedrohung, die sie ebenfalls im Iran und seinen Stellvertretern wahrnehmen, bestehen bleiben.
Quelle: https://www.welt.de/politik/deutschland/article251042146/Siegeszug-des-Postkolonialismus-Sie-halten-sich-fuer-Linke-und-wiederholen-Propaganda-einer-extrem-rechten-Bewegung.html

Gut da auch über den Siegeszug der postkolonialen, antizionistischen Beschreibung und deren Marsch durch die Institutionen.
WELT: Inwiefern?

Herf: Das geht zurück auf die späten 1960er-Jahre und die Neue Linke. Die Sowjetunion forcierte im Westen einen neuen Blick auf Israel als ein imperialistischer, rassistischer Vertreterstaat der USA. Dies mündete in der UN-Resolution von 1975, die den Zionismus als Form des Rassismus bezeichnet. Dabei hat auch eine Säkularisierung antisemitischer Stereotype stattgefunden: Der alte christlich entstandene Bild des übermächtigen Juden lebt im antiimperialistischen Bild des übermächtigen jüdischen Staates weiter. Was man heute Negatives über Israel behauptet, ist also nichts Neues.

WELT: Sie haben zum „unerklärten Krieg“ der DDR gegen Israel geforscht. Im damaligen Parteiorgan „Neues Deutschland“ wird Israel schon in den 1980ern ein „Genozid“ unterstellt – ein Vorwurf, der Israel heute vor dem Internationalen Strafgerichtshof gemacht wird. Sehen Sie Parallelen?

Herf: Ein gutes Beispiel, wie Weltpolitik aus dem Kalten Krieg den Weg an die Universitäten und in die Gesellschaft gefunden hat. Diese Betrachtung Israels ist nicht neu. Nachdem die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) in ihrem militärischen Vorgehen gegen Israel nicht erfolgreich war, versuchten sie es über die Propaganda, unterstützt auch durch die Sowjetunion.
Quelle: ebenda

Und die westdeutsche Linke
WELT: Wie erklären Sie sich, dass dieser Terror manchen Linken als „Widerstand“ gilt?

Herf: Lassen Sie uns auf die Revolutionären Zellen und Entebbe 1976 schauen. Das war eine Kooperation von Linksradikalen aus Deutschland und linksradikalen Palästinensern. Sie beide sahen sich dem Marxismus-Leninismus verpflichtet, dem Kommunismus. Damit waren sie allerdings nicht erfolgreich.

Die Hamas hat es geschafft, diesen „Befreiungskampf“ nun religiös aufzuladen – und ist damit eine sehr prägnante Stimme unter Palästinensern geworden. Sie hat ihre Wurzeln in der extremen Rechten, ihre Charta von 1988 ist zutiefst judenfeindlich. Sie greifen die Gleichheit der Geschlechter an, sehen den Juden als ultimativen Feind, verachten die Demokratie.

Das Besondere an der gegenwärtigen Situation ist, dass es in Europa und den Vereinigten Staaten Menschen gibt, die sich für Linke halten und dennoch die Propaganda der Hamas, einer Bewegung der extremen Rechten, wiederholen. Es wurde versäumt, das reaktionäre und gefährliche Wesen der Hamas zu begreifen und öffentlich darauf aufmerksam zu machen. Vor dem Hintergrund dessen, was wir Historiker als Unterschätzung des Faschismus und Nationalsozialismus in den 1930er-Jahren bezeichnen, beschreibe ich die letzten Jahrzehnte als eine zweite Ära der Unterschätzung.

WELT: Wie meinen Sie das?

Herf: Dass linke Aktivisten eine islamistische Organisation unterstützen, mag an ihrem blinden Hass auf Israel liegen. Ich denke, es gibt ein großes Unwissen über diese menschenverachtenden Positionen der Hamas, obwohl sie öffentlich in der Hamas-Charta von 1988 nachlesbar sind. Wir finden Bezüge von palästinensischen Islamisten zu deutschen Nationalsozialisten in den 1930er-Jahren, die von Hamas in den 1980ern ideologisch reaktiviert wurden. Die antisemitische Nazi-Propaganda zielte auch ganz bewusst in die arabische Welt, das spüren wir bis heute. Die öffentliche Wahrnehmung sollte viel stärker auf der Hamas liegen.
Quelle: ebenda

Herf hat sich auch anderswo geäiußert (in der taz las ich vor Monaten auch ein Interview), aber das fiel mir gerade ein.


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24.04.2026 um 05:48
Ach, und sein (vielleicht) letztes Buch erschien vor 1, 2 Jahren: Drei Gesichter des Antisemitismus - rechts, links und islamistisch

Da geht es in vielen Kapiteln um sehr viel, viel Geschichte des 20. Jahrhunderts, Konservative Revolution, Nationalsozialismus, DDR-Antifaschismus, westdeutscher Antiimperialismus, bis hin zum Islamismus und dem Hamas-Terror vom 7. Oktober 2023 und den Reaktionen darauf.

Etwas länger besprochen hier

Archiv
Jeffrey Herf: „Drei Gesichter des Antisemitismus“
Beck, Georg | 07. April 2025
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/jeffrey-herf-drei-gesichter-des-antisemitismus-100.html

Und Kurzversion
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.04.2025

Als "Summe eines Forscherlebens" feiert Georg Beck die vorliegende Aufsatzsammlung, die über das gesamte Werk Herfs Aufschluss gibt. Herf, so erläutert der Rezensent,hatte in den achtziger Jahren anhand von Zeugnissen aus der Weimarer Republik aufgezeigt, dass sich auch die technische Moderne - etwa bei Ingenieuren - mit reaktionären Diskursen bestens verbinden konnte. Herf wurde zu einem der wichtigsten Historiker des deutschen Antisemitismus, machte hier aber nicht halt, so Beck weiter, denn er war einer der ersten, die auch linken und vor allem islamischen Antisemitismus untersuchten. Besonders die Figur des Muftis von Jerusalem, der intensiv mit den Nazis zusammenarbeitete und an ihrem Projekt des Völkermords beteiligt war, ist hier hervorzuheben. Für Beck liegt in diesem Antisemitismus gerade von palästinensischen Funktionären eine der größten Kontinuitäten zum Antisemitismus der Nazis - auch weil es so etwa wie eine historische Aufarbeitung in der arabischen Welt niemals gab. Inzwischen hat sich dieser Antisemitismus mit dem der "antizionistischen" Linken verschmolzen - eine weitere Form des Antisemitismus, die zu analysieren ist, wie Beck aus dem vorliegen Buch lernt.
Quelle: https://www.perlentaucher.de/buch/jeffrey-herf/drei-gesichter-des-antisemitismus-rechts-links-und-islamistisch.html

@interrodings


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24.04.2026 um 06:48
@Fellatix
Unterm strich ist es erstaunlich wie verbindend der hass auf juden sein kann..


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

28.04.2026 um 00:29
@interrodings
Darf ich irgendwas dazu sagen?
Jeder einigermaßen intelligente Mensch müsste eigentlich sofort verstehen das eine verallgemeinernde Meinung über Juden, Christen, Moslems usw, rein religiös oder auch auf ein Land bezogen, nicht richtig sein kann.

Das große Gift sind die sogenannten 'sozialen' Medien.
In diesen wird das kurze Denken kultiviert, weil es Reflexe und schnelle befriedigende Gefühle hervorruft.
Ein Bild wird kurz und psychologisch ansprechend vermarktet. Es erscheint simple aber es steckt weit mehr psychologische Manipulation dahinter als wir es in Albträumen erdenken könnten.

Letztens sagte mir jemand - ich hab's irgendwo glaube schonmal erwähnt-: du weißt ja was Hitler über die Juden sagte.
Nun, wie reagiert man darauf?

Was steckt denn dahinter? Oder von einer anderen Seite, was steckt denn nicht dahinter?

*Dahinter steckt keine Unterscheidung zwischen den verschiedenen jüdischen Glaubensrichtung, wobei Richtung vielleicht das falsche Wort ist.
Es ist ja die selbe Richtung, nur mit unterschiedlicher Strenge was die Gebote und Verbote angeht, sehr einfach - und vielleicht nicht ganz richtig ausgesrückt.
Aber da kenne ich mich nicht so gut aus.

Also das* allein unterschied der Gesprächspartner, mit dem ich oft gezwungen bin Zeit am selben Ort zu verbringen, schonmal nicht.

Wenn er das nicht tut, wird er wohl auch kaum darüber nachdenken, dass es wohl in jeder ~Richtung -(ultra)orthodox bis liberal-, individuelle Meinungen gibt und da nicht alle gleich denken.

Das wichtigste, er erkennt offenbar nicht an, dass es an erster Stelle Menschen sind sondern seine Wertung der jüdischen Abstimmung oder Religion steht vor dem Bild des Menschen. Das ist aber nur mein Eindruck; genau erörtern konnte ich es nicht.

Ich kam nicht dazu ihn mal zu fragen, ob er eigentlich mal eine längere Unterhaltung mit einem Juden führte, gläubig oder nicht. Das hätte mich mal interessiert. Ich habe nichts gegen den Typ, außer eben das ich seine Meinung nicht teile. An sich ist er gesellig und ich habe deshalb keine absolut feste Meinung über ihn. Ich kenne ihn zuwenig und möchte garkein absolutes Urteil über irgendwen haben. Aber der Satz war schon eine Nummer.

Ich würde wenn ich einigermaßen auf der Höhe meiner Konzentration bin, nie sagen, dass es überhaupt dumme Menschen gibt.

Dafür kann man Intelligenz viel zu viel zerkleinern und einteilen.
Und wer weis schon vollends war Intelligenz ist, oder gar Bewusstsein?

Da hat jeder was wo er stärker ist und etwas wo ihm die Kraft fehlt.
Dumm ist also bei der Beurteilung eines Menschen immer falsch, eben weil es diese eine Intelligenz nicht gibt, das vermute ich zumindest.

Trotzdem möchte ich den Begriff kurz benutzen um auf das Dilemma hinzuweisen, welches uns Menschen immer und immer wieder zu gesellschaftlichen Problemen führt und dem Wunsch an alten Werten festzuhalten.

'Es ist einfacher dumm zu sein als schlau'

Es ist einfacher zu glauben man hätte recht, anstatt es durch, psychologische, wissenschaftliche oder durch andere seriöse Studien mit sehr viel nie endender Arbeit als Wissen auf ein Fundament zu bauen.

Die Herabsetzung anderer Menschen kommt auch oft durch eine gewisse Unsicherheit von einem selbst. Undifferenziertes Verteidigungsverhalten, rein aus Selbsterhaltung, ganz ohne Absicht des Erkenntnisgewinnes.

Die Wirtschaft macht sich das zu nutze um Kaufkraft zu generieren durch hervorgerufene Leere und Ängste.
Der Druck durch Werbung, Nachrichten und genannten Medien ist so immens, das es einem großen Teil der Gesellschaftsmitglieder garnicht möglich ist da herauszufinden.
Der Gruppenzwang und der Wille 'dazugehören' sollte hier nicht als Manipulationsmittel unterschätzt werden.

Findige Unternehmer machen sich das zu Nutze um ihre Waren zu präsentieren oder Videoersteller im Internet um Klicks und somit Geld zu generieren.

Was ich damit sagen wollte ist, dass leider der Mensch die Schwäche hat sich mit anderen gemein machen zu wollen, und sich zuoft für diesen Zweck einer eher sehr einfachen Meinung anschließt.

Leider ist darin wieder was blödes zu erkennen.
Je einfacher eine Meinung ist, umso schneller werden das viele annehmen können.
Was heißt das?
Man könnte vielleicht sagen dürfen, dass der Mensch von Natur aus einfach zur größten Gruppe gehören möchte, nur um nicht zu den Schwächen zu gehören.

Und in Verbindung damit, dass allgemeine oberflächliche, verallgemeinernde Sichtweisen sehr einfach zu übernehmen sind, kann man vermuten, dass der Mensch von Natur aus wenn es geht und Vorteile bringt, nichts dagegen hat dumm zu sein; vorallem wenn er sich in der Position bei der größten Gruppe einer Gesellschaft wiederfindet die sich intern gegenseitig darin stärkt nicht dumm sondern im Recht zu sein, was dann, wenn man schon mal die stärkste Gruppe ist, auch zu Gewalt und Kriegen führen kann.

Bildung und dauerhafter Frieden, gepaart mit einem Mindestmaß an weltweitem Wohlstand und persönlicher Freiheit, könnte dem ganzen in Zukunft wohl positiv gegenüberstehen.


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28.04.2026 um 19:59
@interrodings
@xsaibotx

Das "Gila & Nancy" Restaurant von Eyal Shani in Berlin?
Das Restaurant von Eyal Shani verbindet israelisches Fine Dining und Drag. Unsere Autorin hat probiert

von Alicia Rust 22.10.2025 15:44 Uhr

Die Eröffnung eines neuen israelischen Restaurants am Berliner Gendarmenmarkt fand unter schwerem Polizeischutz statt. Beamte mit kugelsicheren Westen säumten den Eingang des Lokals. Was nach Dreharbeiten zu einer Berliner Folge der Serie Tatort klingt, war vor wenigen Wochen bittere Realität. Das Restaurant »Gila & Nancy«, in Tel Aviv immerhin ein gastronomisches Highlight mit Dependancen in New York, Paris sowie anderen Orten in der Welt, hatte die Eröffnungsfeier für den Standort in Mitte gleich mehrfach absagen müssen.

Anti-israelische Hassdemonstrationen, Bedrohungen sowie Pöbeleien aus der pro-palästinensischen Szene vereitelten das lang ersehnte Opening, das ursprünglich für Juni geplant war. Zwei Monate später kam es erneut zu Protesten vor dem Restaurant.
Quelle: https://www.juedische-allgemeine.de/unsere-woche/rueschen-und-rote-bete/

Hat aufgegeben ...
Berlin’s Shame: Eyal Shani Forced to Shutter Upscale Restaurant "Gila and Nancy"

Tel Aviv chef Eyal Shani’s high-profile Berlin restaurant, Gila and Nancy, has permanently closed. The closure follows a relentless campaign of harassment, threats against staff, and targeted disruptions by anti-Israel protesters that made the business unsustainable.
Quelle: https://www.jfeed.com/antisemitism/eyal-shani-berlin-restaurant-closure

... und musste zumachen.
Staff reported being verbally abused, threatened, and intimidated on multiple occasions. Protesters repeatedly showed up outside the restaurant, disrupted service, and created an atmosphere of fear that ultimately drove away customers and made normal business impossible.

Israeli journalist Elad Simchayoff broke the news today, writing bluntly: “Your loss, Berlin.”
Quelle: https://www.jfeed.com/antisemitism/eyal-shani-berlin-restaurant-closure

Berlin? Berlin kann zu.

Ich korrigiere, das ganze Land sollte sich dafür schämen.


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Ist Antisemitismus wieder "in"?

28.04.2026 um 20:18
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Das "Gila & Nancy" Restaurant von Eyal Shani in Berlin?
Tja..... Dit is Berlin, wa?

Die hätten das Restaurant genauso gut in Ramallah eröffnen können.
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Ich korrigiere, das ganze Land sollte sich dafür schämen.
Für den entfesselten Pallywood Mob kann man sich nur auf ganzer Bandbreite schämen.


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29.04.2026 um 04:19
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Berlin? Berlin kann zu.
Das is ja komisch... ich dachte es geht nicht um juden sondern die politik israels...

Nein das is mir völlig unverständlich wie es dazu kommen könnte...


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29.04.2026 um 22:02
Zitat von interrodingsinterrodings schrieb:Nein das is mir völlig unverständlich wie es dazu kommen könnte...
Dir ist so einiges unverständlich. Dafür bist du aber an vorderster Front wenn es um Urteile geht.
Im Zentrum der Kritik stand der Mitbetreiber Shahar Segal, ehemaliger Sprecher der israelisch-amerikanischen Gaza Humanitarian Foundation (GHF).
https://www.bz-berlin.de/berlin/zu-viele-attacken-und-drohungen-israelisches-restaurant-gila-nancy-schliesst
Der Protest gegen des „Gila and Nancy“ hat mit einem der Eigentümer zu tun. Shahar Segal war eine Zeit lang Sprecher der israelisch-US-amerikanischen Organisation Gaza Humanitarian Foundation (GHF). Die Stiftung verteilt seit Mai 2025 in Gaza in Verteilzentren Lebensmittel. Das Vorgehen steht in der Kritik, weil im Umfeld der Verteilzentren immer wieder Menschen zu Tode kommen und erschossen worden sein sollen.
https://www.tagesspiegel.de/berlin/proteste-und-ein-antisemitischer-vorfall-eroffnung-des-israelischen-restaurants-gila-and-nancy-in-berlin-erneut-abgesagt-14179277.html
Grund für die Drohungen und den wiederholten Protest am Gendarmenmarkt sind Vorwürfe gegen den Mit-Betreiber des Restaurants, Shahar Segal: Der Unternehmer soll sich als Sprecher der nicht-staatlichen US-Stiftung „Gaza Humanitarian Foundation“ (GHF) für Lebensmittelverteilung in Gaza schuldig gemacht haben. Israel hingegen warf der Hamas vor, Hilfsgüter in großen Mengen zu lagern, statt sie zu verteilen und sie gewinnbringend weiterzuverkaufen, um ihre Kämpfer zu finanzieren.
https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/article411849054/juedisches-lokal-in-berlin-mitte-gibt-auf-liebe-berliner-es-ist-euer-verlust.html

Schauen wir uns diese Organisation mal genauer an:
Wikipedia: Gaza Humanitarian Foundation
Die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) ist eine 2025 mit politischer Unterstützung aus Israel und den USA gegründete private Organisation unter der Führung ehemaliger US-Soldaten und Geheimdienstler, die im Mai 2025 mit der Verteilung von Lebensmitteln im Gazastreifen begann.
[...]
Der Stiftungsrat bestand bei Gründung aus dem armenischen Finanzier David Papazian, dem in Virginia ansässigen US-Amerikaner Loik Samuel Marcel Henderson[4] und dem Genfer Anwalt David Kohler.[5] Bei keinem von ihnen ist ein Bezug zu humanitärer Arbeit bekannt.[4] Kohler, das einzige Mitglied des Stiftungsrats mit Wohnsitz in der Schweiz,[4] trat Ende Mai 2025 überraschend von seinen Funktionen zurück.[5] Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht (ESA) befasste sich mit der GHF, da mindestens ein Mitglied des Rats in der Schweiz seinen Wohnsitz haben muss. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) stellte mehrere Verstöße der Organisation gegen geltendes Schweizer Stiftungsrecht fest: Die GHF habe nur zwei von drei der obligatorischen Stiftungsratssitze besetzt, habe keine Revisionsstelle und weder eine Adresse noch ein Bankkonto in der Schweiz.[5][6] Schweizer Behörden haben Ermittlungen eingeleitet.[3] Im Mai 2025 stellte die GHF ihre Aktivitäten in der Schweiz nach drei Monaten ein und gab an, nur noch von den USA aus zu agieren. Die Schweizer Zweigstelle sei nach eigenen Angaben gegründet worden, um „Spender anzusprechen, die es vorziehen, sich ausserhalb der US-Struktur zu beteiligen“.[5] Im Juli 2025 kündigte die ESA wegen der rechtlichen Verstöße die Auflösung der GHF an.[7]
[...]
Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen (UN) haben eine Zusammenarbeit mit der GHF abgelehnt.[58] Sie verstoße gegen humanitäre Grundsätze[59] und sei nicht in der Lage, den Bedarf der 2,3 Millionen Einwohner Gazas zu decken.[58]
[...]
Nach Auffassung von UN und Hilfsorganisationen mache das GHF-System die Nahrungsmittelversorgung zur Waffe[Anm. 3] für das israelische Militär.[11] In einem UN-Papier hieß es, die Tatsache, dass im Norden Gazas kein einziger Ausgabepunkt vorgesehen ist, im äußersten Süden aber drei, weise darauf hin, dass sich hinter der Initiative „eine mögliche Politik der Zwangsumsiedlung“ verstecke.[26]

Die Verteilstellen seien für große Teile der Bevölkerung nicht zugänglich.[62] Die Bevölkerung könne gewaltsam vertrieben werden,[Anm. 4] indem sie gezwungen werde, entweder in die Nähe der wenigen Verteilstationen zu ziehen, oder zu verhungern.[59] Israel habe damit die Macht, große Bereiche des Gazastreifens zu entvölkern. Das sei potenziell ein Bruch internationalen Rechts gegen Vertreibung.[11] Olga Tscherewko, Sprecherin der OCHA (Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten) in Gaza wies darauf hin, dass die Menschen gezwungen würden, Kampfzonen zu passieren, um die Verteilzentren zu erreichen.[60] Philippe Lazzarini, Chef der UNRWA nannte die GHF-Verteilstellen „tödliche Fallen“,[63] „die mehr Leben kosten als retten“.[28]
[...]
Die Nichtregierungsorganisation Trial International, die auf die Bekämpfung von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht spezialisiert ist, reichte bei der Schweizer Regierung Beschwerde ein, weil die GHF offenbar eigenes bewaffnetes Sicherheitspersonal beschäftige.[5][6] Sie bezweifelt, dass die Aktivitäten der Stiftung mit dem Schweizer Recht, dem humanitären Völkerrecht und dem Bundesgesetz über private Sicherheitsdienstleistungen im Ausland vereinbar seien.[5] Die Regierung sei verpflichtet zu prüfen, ob die Organisation die Genfer Konventionen respektiere.[3]

Am 28. Mai 2025 demonstrierten Vertreter von Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen, Cadus, CARE Deutschland, der Diakonie Katastrophenhilfe, Handicap International, der Johanniter-Auslandshilfe, Plan International Deutschland und Save the Children Deutschland vor dem Auswärtigen Amt in Berlin gegen die Praktiken der Gaza Humanitarian Foundation.[64]

Das von der Hamas kontrollierte Innenministerium rief die Einwohner des Gazastreifens zum Boykott der Verteilstrategie auf.[65]

Am 1. Juli 2025 forderten 169 Hilfsorganisationen, darunter Amnesty International, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, Caritas-Organisationen, Pax Christi und israelische Menschenrechtsorganisationen nach wiederholten Berichten über tödliche Vorfälle an Lebensmittelverteilungszentren im Gazastreifen die Einstellung von Hilfsmaßnahmen durch die GHF. Die Palästinenser im Gazastreifen stünden „vor einer unmöglichen Wahl: verhungern oder riskieren, erschossen zu werden, während sie verzweifelt versuchen, Essen für ihre Familien zu beschaffen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, in der Israel vorgeworfen wurde, Nahrung als Waffe einzusetzen. Die Organisationen forderten eine Rückkehr zum Hilfeleistungssystem der Vereinten Nationen.[66]

Im November 2025 meldete die Gaza Humanitarian Foundation die Einstellung ihrer Aktivitäten im Gazastreifen.[67]
Also tu mal nicht so, als hätte das Ganze keine politische Komponente mit Bezug auf Israel und sei einfach nur gegen Juden gerichtet.


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