@interrodings Wie kommt es zu israelfeindlichen und antisemitischen Narrativen in den Meidien?
Lukas Uwira (Europa Universität Viadrina) hat es untersucht und dazu geforscht. Hier im Interview:
Interview
»Auch Clickbait spielt eine Rolle«
Quelle:
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/auch-clickbait-spielt-eine-rolle/Ist dir das auch schon aufgefallen?
Zudem haben uns die subtileren Formen des Antisemitismus in diesen Medien stärker interessiert als die offeneren Formen, die sich an den politischen Rändern zeigen.
In der deutschen Israel-Berichterstattung fallen immer wieder Begriffe wie »Gewaltspirale«, »Pulverfass«, »Todesspirale«. Welche Funktion haben diese Bilder?
Die genannten Floskeln dienen vermutlich dazu, komplexe Sachverhalte zu vereinfachen. Die Gefahr besteht darin, dass dadurch eine Entkontextualisierung und Entpolitisierung stattfindet: Konkrete Vorkommnisse werden über diese Floskeln in das Schema eines vermeintlich ewig existierenden Konflikts eingeordnet, in dem beide Konfliktparteien zudem qualitativ gleichgemacht werden. Zurückzuführen ist das wahrscheinlich auf eine Tradierung dieser Bilder, fehlendes Fachwissen, aber auch auf prekäre Arbeitsbedingungen im journalistischen Alltag, die zu wenig Zeit dafür lassen, komplexe Sachverhalte angemessen einzuordnen. Bei Onlinemedien spielt sicher auch Clickbait eine Rolle.
Ihre Studie zeigt, dass deutsche Medien in Bezug auf Israel immer wieder mit einem NS-artigen Vokabular operieren: »totaler Krieg«, »Sonderkommando«, »Blut und Boden«. Ist diese Form von Israelkritik bereits Antisemitismus?
Vergleiche von israelischer Politik mit dem Nationalsozialismus werden in der Antisemitismusforschung gemeinhin als Indikator für israelbezogenen Antisemitismus herangezogen, weil sie Israel dämonisieren. Für die Bewertung ist dabei unerheblich, ob Journalistinnen und Journalisten dies bewusst oder unbewusst tun, denn die Wirkung der Aussage ist dieselbe.
Quelle: ebenda
(Mir fiele noch mehr ein, aber da könnte ich mich zu sehr aufregen.)
Link zur vollen Studie ist im Artikel (bzw. Interview, siehe unten da) verlinkt.