@Aineas
Aineas schrieb:So bleibt mir nichts anderes übrig als zu konstatieren, dass du entweder ein Anhänger Descarts Lehre bist, der dessen Publikationen nicht bis zum Ende studiert hat, oder dass deine Ablehnung der Anerkennung der Wahrheitstreue der Berichte, die uns direkt aus dem Land erreichen, aus einer Art Wunschdenken resultiert.
Ich bezweifle die genaue Wahrheitstreue westliche Medien wenn vom Iran berichtet wird, aufgrund der ideologogischen Differenzen fällt es den Journalisten schwer objektiv zu berichten.
Oder meinst du die Medienberichte im kalten Krieg waren auch so korrekt? Oder glaubst du nur die Kommunisten hätten Propaganda betrieben?
Ich wollte eigentlich höfflich sein, aber ich sags dir nochmal, wenn du meinst die Lage in einem Land durch die Proteste einer Opposition zu bewerten dann ist das ziemlich lachhaft unprofessionell.
Ich gebe dir mal eine Doku über Venezuela, wie dort die Wahlen von den pro-amerikanischen Bürgern nicht anerkannt wurde, sie dingen auf die Straßen, letzendlich endete es mit dem Sturz der gewählten Regierung.
Was passierte dann? Über eine Million Menschen stürmten das Regierungsgebäude und brachten Chavez wieder an die Macht. Nur mal so als Beispiel, außer der Türkei, die mir gerade so einfallen.
http://video.google.com/videoplay?docid=6646932769349258745&hl=de
Aineas schrieb:Selbst im Falle dessen, dass kein Fehler vorliegt und das offizielle Wahlergebnis der Realität entspricht, werden die Sympathisanten Ahmadineschads früher oder später verstehen, dass der Reformer Mussawi sowohl die besseren als auch die begründeteren Antworten auf die Fragen des Irans bereithält, weswegen der Trend umkippen vermutlich wird, sofern er denn so liegt, wie du es als wahrscheinlich erachtest.
Könnte kippen natürlich, genau wie in der Türkei die Säkularisten so mächtig waren das sie Jahrzehnte regierten und auch islamische Regierungen mehrmals stürzten.
Ist aber wieder etwas anders gekippt. Wie man momentan sehen kann.
Wer weiß was der Iran noch so durchmacht.
Aineas schrieb:Das Öl verliert zusehends an Bedeutung und mit jedem neuen Kraftwerk, das erneuerbare Energie erzeugt, sinkt der Wert des schwarzen Goldes, wobei diese Entwicklung dazu inkliniert, sich fortzusetzen (siehe die jüngsten Ankündigungen europäischer Unternehmer, im Zuge eines gemeinsamen Projekts Solaranlagen für insgesamt ca. 400 Milliarden Euro in der Sahara zu errichten). Für einen Staat, dessen Importanz so sehr vom globalen Interesse an diesem Rohstoff abhängt, wird der Untergang nahen, sofern er sich nicht zukunftsweisend orientiert und glaube mir, eine Nation, deren Kurs von zauselbärtigen Mullahs und anderen weltfremden religiösen Köpfen diktiert wird, vermag sich in der Zukunft nicht zu etablieren.
Ich glaube das das Ende für den Nahen Osten sicher erstmal hart sein wird aber es legt einen besseren Grundstein.
Viele Staaten haben in der Region die Förderung von Bildung und Wissenschaft und der allgemeinen Wirtschaft nicht so ernst genommen, man konnte sich auf dem Ölreichtum ausruehen und einfach große Geldmengen einkassieren.
Nach dem Öl wird sich das hoffentlich ändern.
Und der Iran gehört zu jenen Ländern die wohl die besten Chancen dazu haben, mit oder ohne die Mullahs.
Nicht alle Länder sind dem Iran abgeneigt, da wo Europa und USA ein auf verärgert machen kann man sich mehr auf Russland, Indien, China konzentrieren.
Bei dem knapp werdenden Öl stellt sich aber die Frage, ob sich der Westen es leisten kann oder sollte die iranischen Ölreserven an asiatische Staaten zu verlieren.
Länder wie China haben sehr große Interesse daran ihren Ölbedarf aus dem nahen Osten abzusichern.
Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline die über den Kaukasus und Türkei verläuft soll im Idealfall auch mit iranischem Öl versorgt werden.
Wikipedia: Baku-Tiflis-Ceyhan-PipelineEine sehr wichtige Pipeline für den Westen, ich habe sogar gelesen das die Pipeline erst vernünftig lukrativ wird wenn auch der Iran mitmacht.