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Hartz 4 und 400€ Job

1.628 Beiträge, Schlüsselwörter: Arbeit, Hartz 4

Hartz 4 und 400€ Job

06.12.2009 um 21:02
@SamuelDavid2
der staat hat kein geld und gibt trotzdem - er rettete banken und privatrechtliche unternehmen - ... - und das ohne überflüssiges oder gespartes geld -

er übernimmt die verantwortung für schweinereien - - dafür ist geld da - und ich verspreche dir auf die hand, dass jener nichts mehr davon sieht . .

verschwendung von steuergeldern - in mrd. höhe für naja nichts . . .


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SamuelDavid2
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Hartz 4 und 400€ Job

06.12.2009 um 21:08
@kiki1962

Wie ich bereits schrieb, halte ich die Gelder für die Banken auch für falsch. Man hätte sie einfach sich selbst überlassen sollen; mit allen daraus für die Gesellschaft entstehenden Konsequenzen


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Hartz 4 und 400€ Job

06.12.2009 um 21:14
@SamuelDavid2
nicht nur für banken - auch für privatrechtliche unternehmen sollte es keinen cent geben - die globalisierung hat ausgedient - und das gebaren von gm : wer bietet uns mehr an geld, damit wir bleiben ist unter allem erträglichen

sie gehen doch sowieso vor die hunde - je ehr desto besser --

soviele arbeitsplätze, die preisgegeben werden, sind nicht wieder zu beschaffen - . .

es wird weniger arbeit im produzierenden bereich geben - das wissen alle . .


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SamuelDavid2
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06.12.2009 um 21:18
Wie gesagt, ich bin gegen jede Subvention. Wer sich absicher will, sollte dies am besten privat machen. Dies gilt für Banken, Versicherungen, etc. ebenso wie für Privatpersonen
kiki1962 schrieb:es wird weniger arbeit im produzierenden bereich geben - das wissen alle . .
Und was sagt dir das?


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07.12.2009 um 03:22
@SamuelDavid2
kiki1962 schrieb:
es wird weniger arbeit im produzierenden bereich geben - das wissen alle . .

Und was sagt dir das?
Schuldigung dass ich mich hier einmische.

@SamuelDavid2

Du hast jetzt mehrfach betont, dass du gegen jede Subvention bist. Ob diese Einstellung sozial ist oder nicht, sei dahingestellt.

Wenn es aber nun tatsächlich so ist, dass die produzierende Arbeit immer mehr abnimmt und uns selbst im Service immer mehr Automatik entgegen springt (die Entwicklung läuft eindeutig in diese Richtung mMn), bedeutet das, dass in nicht all zu ferner Zukunft Arbeitsplätze in diesen Bereichen bedeutungslos und damit überflüssig werden. Ich denke, das kann man einfach nicht mehr abstreiten. Die Menschheit wird um ein paar Berufe "erleichtert" werden. Ich kann nicht definieren, was "in nicht allzuferner Zukunft" bedeutet, ich hab nur das Gefühl wir sind diesem Prozess schon ziemlich nahe bzw. ist er in vollem Gange.

Wie - wenn nicht mit Subventionen - willst du, Sam, dem begegnen?

Würdest Du, als Staat, nicht in deine Kinder investieren, indem du ihnen ein sauberes Bildungssystem bietest, ohne bspw. unter der Fuchtel von Schulbuchverlagshäusern zu stehen.

Willst du, als Staat, deine Alten vergessen? Oder ist es nicht besser, in Pflegekräfte zu investieren, ein Beruf mit Zukunft, Alte wird es immer und immer länger geben (nach dem heutigen Stand der Medizin zu urteilen.)

Hast du genug Medinziner in deinen Krankenhäusern? Oder fährt dein Personal dort Doppelt- und Dreifachschicht? Keine Subventionen?

Was willst du mit den Menschen tun, die dann zwar arbeitsfähig sind, deren Arbeitsplätze aber wegrationalisiert wurden oder deren Ausbildung schlicht und einfach nicht mehr ausreichend ist? Oder eben in die falsche Richtung geht.

usw.

Wie willst du der Zukunft begegnen wenn nicht mit Subventionen? Alles den Unternehmen überlassen, die du jahrelang fehl-subventioniert hast, die aber dennoch den Karren vor die Wand gefahren haben? Und es weiter tun?

Ich denke, der Staat sollte auf jeden Fall subventionieren, nämlich in seine Menschen, nicht in die Unternehmen. Ohne seine Menschen ist er kein Staat.



@eckhart

Sehr düsteres Zukunftszenario. :(


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Warhead
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07.12.2009 um 03:26
Sams Krankenvorsorge sieht in etwa so aus

USA: Vier Jobs, drei Kinder, keine Wohnung
In den USA fallen immer mehr Menschen durch die Maschen des sozialen Netzes
NDR Info / Das Forum / 26.12.2003
Feature von Frank Hessenland

Grace Ross, Gründungsmitglied und Kopf der Nichtregierungsorganisation 'Sisters together against poverty' also: 'Schwestern - vereint gegen die Armut': 'Eins muss ich sagen: das Sozialsystem hierzulande verdient seinen Namen nicht. Hier sterben Menschen buchstäblich wegen unzureichender medizinischer Versorgung. Auf der anderen Seite haben wir hier die besten Krankenhäuser und Ärzte der Welt.'
Benjamin Sawjer ist Hotelfachwirt. Noch vor wenigen Jahren hatte er Haus, Familie und Job. Wegen einer chronischen Erkrankung wurde er entlassen. Inzwischen droht ihm und seinem Sohn die Obdachlosigkeit.

Lisa Andrew: 'Ich bin 35. Ich finde die Zustände für die Armen hier in Massachussetts, einem der reichsten Staaten der USA, empörend. Seit Jahrzehnten werden nur die Reichen reicher, die Armen aber ärmer. Ich muss 70 Stunden in der Woche arbeiten, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen Vor kurzem habe ich angefangen, aktiv gegen die Armutsprobleme der Gesellschaft zu kämpfen und mich politisch zu organisieren.'
Lisa Andrew ist Mutter von 4 Kindern, Hilfsarbeiterin und politische Aktivistin. Um das Auskommen ihrer Familie zu sichern, arbeitet sie als Bürokraft, als Fahrerin und als Pflegerin für geistig Behinderte. Darueber hinaus organisiert sie Demonstrationen gegen die Schliessung von Obdachlosenheimen und den Abriss von Sozialwohnungen.

Grace, Benjamin und Lisa - alle aus Marlboro, Massachussets im Nordosten der Vereinigten Staaten - sind aus unterschiedlichen Perspektiven täglich mit dem Teufelskreis der Armut in den USA konfrontiert. Als Sozialarbeiter, Betroffene, oder als politische Aktivisten.
Wenn Grace Ross zum Beispiel ihr Büro im ersten Stock eines kleinen Gebäudes im Zentrum der 80.000 Einwohner Stadt Marlboro betritt, wartet schon eine Reihe von Ratsuchenden vor der Tür. Sie alle leben unterhalb der Armutsgrenze.
Die Behörden in Marlboro haben die öffentliche Rechtsberatung kürzlich auf zwei Stunden pro Woche reduziert - aus Kostengründen und, wie Grace sagt, um es den Armen schwerer zu machen, sich in einer der reichsten Gemeinden der USA aufzuhalten. Also hat Grace die Rechtsberatung für Arme privat übernommen. 13 Millionen Amerikaner fielen im letzten Jahr unter die Armutsgrenze, steht in einem Bericht der New York Times. 40 weitere Millionen waren davon bedroht. Der wirtschaftliche Aufschwung der letzten Monate findet diesmal ohne die Schaffung neuer Stellen statt, heisst es weiter. 'Obdachlosigkeit ist ein großes Problem für viele hier,' sagt Grace Ross 'Der durschnittliche Obdachlose in Massachusetts ist ein sechsjähriges Schulkind. Seine Eltern konnten wegen der geringen Gehälter die Miete nicht mehr zahlen. Sie können aber die Gegend auch nicht verlassen, denn hier haben sie ihr Einkommen. Also schlafen sie in ihren Autos, waschen sich bei Freunden und kommen so durch. Eine der Frauen, die wir hier betreuen, hat das ein ganzes Jahr lang so gemacht. Sie arbeitet am Empfang bei einem der großen Telefonkonzerne. Sie verdiente 16.000 Dollar im Jahr, musste aber noch 3 Kinder ernähren. Sie konnte sich damit keine Wohnung mehr leisten, verdiente aber zuviel, um staatliche Unterstützung bekommen zu können. Also schlief sie mit den Kindern in ihrem Auto. In einem ganz einfachen PKW. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat. Aber sie hatte alles probiert: Notunterkünfte, Wohngeld. Sie bekam nichts. Als sie dann an Selbstmord dachte, hat sie uns angerufen.
Frag‘ mich nicht, wie Leute mit drei Kindern ohne Wohnung überleben. Wie die es schaffen, dann auch am nächsten Morgen um acht bei der Arbeit zu erscheinen, weil sie keine Sozialhilfe bekommen und das Geld brauchen. Ich weiß es einfach nicht. Aber sie müssen es. Manchmal bleiben sie bei Freunden. Dort dürfen sie aber auch nur für eine Woche bleiben, sonst droht denen die Kündigung. Manchmal ist der Ausweg einfach ein neues Kind zu kriegen, so absurd das ist. Die Frau, von der ich sprach, hat 16.000 USD verdient. Das war zu viel für die Behörden, die 12.000 USD für eine Familie mit drei Kindern als Armutsgrenze ansetzen. Allerdings gilt ein Embryo ab dem 6. Schwangerschaftsmonat als Person. Die Frau wurde also schwanger. Damit galt sie sie als Familie mit vier Kindern und bekam nach einem Jahr einen der begehrten Plätze im Obdachlosenheim.'

Härter als in Europa war es in Amerika immer. Doch seit Präsident Roosevelts New Deal in den 30er Jahren gab es immer eine gewisse Grundversorgung, die zuletzt von Bill Clinton in radikaler Weise gekürzt worden ist. Einerseits wurden die Sätze der Unterstützung drastisch gesenkt, andererseits der Zeitraum für Langzeitarbeitslose auf fünf Jahre begrenzt. Die gleichzeitig geplanten Bildungsmassnahmen wurden nicht verwirklicht. Das Resultat konnte sich sehen lassen: Die Arbeitslosenrate sank auf 3 %. Die Wirtschaft schien zu boomen. Doch die niedrige Arbeitslosenquote verdeckte nur den Blick auf die wahren Zustände. Zum einen sind die sozialen Systeme der USA nun schlechter denn je darauf vorbereitet, einen Wirtschaftsabschwung durchzustehen. Zum anderen sei auch das amerikanische Jobwunder der letzten Jahre zu einem großen Teil ein Statistikbetrug, sagt Grace Ross. Es wird immer schwerer, staatliche Hilfe zu bekommen. So werden immer mehr Menschen gezwungen, unter Bedingungen zu arbeiten, die vor Jahren noch nicht vorstellbar waren. Fast die gesamte untere Mittelschicht droht ins unterste Einkommensniveau abzurutschen, während große Teile der ehemaligen Arbeiterschicht mittlerweile als arm gelten können. Soziale Unterstützung erhalten sie allerdings nicht. Millionen arbeiten bis zu 16 Stunden am Tag, um überhaupt ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Gleichzeitig sind die Einkommen der reichsten Amerikaner in den letzen 15 Jahren um 80% gestiegen. Die Einkommen der Ärmsten nur um 2 %. Diese Entwicklung vollziehe sich seit 20 Jahren in Amerika, sagt auch der Armutsexperte Gary Chaison von der Harvard University in Cambridge.
'Löhne, Krankenversicherung, minimaler Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, alles wird in Frage gestellt. In mancher Hinsicht ist das der Globalisierung zuzuschreiben. Die Arbeitgeber glauben, sie können alles mit den Gewerkschaften machen. Sie müssen nur damit drohen ihren Produktionsstandort zu verlagern, was sie hier in Amerika leicht tun können. Das wirkt besonders auf die weniger gebildeten Arbeiter. Speziell in Amerika macht es die Gesetzeslage aber den Gewerkschaften auch besonders schwer, sich zu organisieren. Das kommt noch hinzu.'

Lias Andrews: 'Also, wir hatten bislang jeder zwei Jobs, mein Mann und ich. Zwei Jobs und drei Kinder. Und ich war schwanger mit meinem vierten Kind. Ich hatte eine Arbeit mit 70 Stunden in der Woche und eine mit 45 Stunden. Ich habe von 7 Uhr morgens bis 10.30 abends gearbeitet. Ein paar Stunden haben sich die Jobs am Tag auch überlappt. Das waren einmal ein Taxifahrdienst und dann Behindertenhilfe. Ich habe also auf Fahrgäste gewartet, die telefonisch ordern, und habe gleichzeitig körperlich und geistig Behinderte in einem Heim gepflegt. Waschen, Anziehen, Füttern, usw. Reich werden kann man davon nicht, denn ich musste auch eine Tagesmutter für meine Kinder zahlen. Das kostet 300 Dollar die Woche und dann kommen die Kosten für die Krankenkasse dazu, nochmal 300 Dollar die Woche privat. Denn der Arbeitgeber zahlt nichts davon. Also wurden die Finanzen trotz der ganzen Arbeit nicht besser. Aber es ging immerhin. Dann hat sich die Konjunktur verschlechtert und mein Mann hat beide Jobs verloren. Jetzt wird es hart.'
Lisa Andrews stammt aus einer Eisenbahnerfamilie. Als ihr Vater vor zehn Jahren den Stellenkürzungen der amerikanischen Eisenbahngesellschaft Amtrack zum Opfer fiel und arbeitslos wurde, geriet die Familie in die Schuldenfalle. Lisa musste im Alter von 14 neben der Schule zu arbeiten beginnen, um die Familie zu unterstützen. Ihre Geschwister ebenso. Mit 19 bekam sie ihr erstes Kind. Mit 20 riss sie von zu Hause aus. Sie hörte nie auf zu arbeiten, aber das Einkommen reichte nie, um auch nur eine kleine Rücklage zu bilden. Lisa blieb also arm. Dabei handelt es sich hier nicht um ein besonders schweres Schicksal, das bestätigt auch die Harvard Soziologin und Armutsforscherin Katherine Newman. Eine ganze Schicht von Amerikanern - meist aus klassischen Berufen - ist in den letzten 20 Jahren an die Armutsgrenze geraten: 'Die meisten Armen, die ich in New York kennengelernt und deren Leben ich untersucht habe, kamen nicht aus armen Elternhäusern. Es waren meistens Familien ehemaliger Angestellter des öffentlichen Dienstes. Deren Grosseltern waren schon Postbeamte oder Zugpersonal, Busfahrer oder ähnliches. Aber diese Arbeitsplätze sind in den letzen zwei Jahrzehnten einem immensen Stellenabbau zum Opfer gefallen. Also genau die Berufe, die diese Familien seit Generationen geprägt hatten, verschwanden in grosser Zahl. Das sind nun genau die Leute, die heute als working poor bei Reinigungsfirmen oder bei Burger King arbeiten.'

Zeitgleich zum Wegfall der angestammten Arbeitsplätze und der Streichung der sozialen Sicherungssysteme, schotten sich die Bildungseinrichtungen landesweit immer mehr von den unteren Schichten ab, beschreibt die Soziologin: 'Jedesmal, wenn die New Yorker Universität ihre Studiengebühren um 1000$ anhebt, verliert sie 40.000 Studenten. Bislang zahlt man da 4.000 Dollar im Jahr und sie wollen es jetzt auf 5.000 erhöhen. Das geschieht nicht nur in New York, sondern überall in den USA. Überall gehen die Zahlungen für Univer-sitäten zurück und werden auf die Schultern der Studenten übertragen. Das heißt aber, dass die unteren Einkommensgruppen aus dem Bildungsangebot herausfallen mit allen Folgen, die das für die Entwicklung der Gesellschaft hat.'

Die Problematik ist der Organisatorin von 'Sisters together against Poverty', Grace Ross, bewusst. Sie kann sich darum allerdings kaum kümmern. Zu dringend sind die aktuellen Probleme für Menschen, die einmal in den Niedriglohnbereich geraten sind. Es werde immer schwieriger, dort wieder herauszukommen, sagt sie und beschreibt den einsetzenden Teufelskreis. Einmal bieten Arbeiten als Reinigungskräfte oder Personal in Fastfoodketten kaum Aufstiegschancen oder gar Karriereleitern. Will man aus dem Trott heraus, muss man sich selbstständig um andere Arbeit bemühen. Die hohe Arbeitsbelastung von 60 und mehr Stunden macht dies jedoch kaum möglich. Sie führt im Gegenteil oft zu gesundheitlichen Problemen. Doch hier beginnt meist der weitere Absturz, denn krank sein ist mit grossem finanziellem Risiko verbunden. Niedriglohnarbeiter müssen sich in den USA meist privat versichern. Mit 500 Dollar im Monat sind sie dabei. Das aber können sie sich nicht leisten. Die staatliche Krankenversicherung Medicaid, die für die Ärmsten der Armen einspringt, zahlt nur noch in lebensbedrohlichen Notfällen.

Katherine Newman: 'Wir haben hier keine allgemeine Krankenversicherung. 40 Millionen Amerikaner sind einfach nicht krankenversichert. Das heißt auf der einen Seite, sie erhalten ihre medizinische Versorgung auf die letzten Endes teuerste Weise, nämlich in Notfallstationen, nachdem die Erkrankungen chronisch geworden sind oder lebensbedrohlich. Dann werden sie von Medicaid, der Versorgung für die Ärmsten der Armen, betreut. Aber man muss schon sehr arm sein, um dafür anerkannt zu werden. Ich habe Leute aus dem untersten Lohnniveau gesehen, die sich nicht über Wasser halten konnten und trotzdem nicht für Medicaid zugelassen waren.'
Seit der Governeur von Massachusetts im letzten Jahr die Zuschüsse für Brillengläser und Zahnbehandlung gestrichen hat, sagt Grace, geraten wieder mehr Leute unter noch stärkeren Druck.
'Eine Menge Leute, die arbeiten konnten, weil sie ein wenig ärztliche Hilfe bekamen, werden jetzt ihren Job verlieren, weil sie ganz einfach Zahnschmerzen haben. Etwa so wie Alice, eine Mitarbeiterin von mir, die wochenlang nicht arbeiten konnte, weil sie Karies hatte. Sie konnte die Schmerzen nicht aushalten, aber die Ärzte schickten sie nach Hause, weil auch sie ohne Krankenversicherung durchkommen muss. Der Zahn entsprach ausserdem noch nicht den Notfallkriterien für die Armenkrankenversicherung Medicaid. Also stellte man sie vor die Alternative, entweder 400 Dollar für die Behandlung zu zahlen oder sechs Wochen zu warten. Sie konnte nicht zahlen, wartete unter Schmerzen sechs Wochen bis der Zahn schlecht genug war, um von Medicaid akzeptiert zu werden. Dann wurde er ihr umsonst gezogen. Was soll ich sagen, so ist es eben. Das Absurde daran ist, dass Leute aus der ganzen Welt nach Massachusetts kommen, um sich hier behandeln zu lassen, und die Leute, die hier im Schatten der besten Krankenhäuser der Welt wohnen, keinen Zugang zu diesen Einrichtungen haben.'

Doch es sind nicht nur die Krankheitskosten, die Arme schwer belasten. Auch Lebensmittel und Mieten sind für ärmere Leute teurer. Ein Philadelphiakäse kostet in den kleinen Läden in der Metropole Boston 3,5 Dollar. Für Brot zahlt man ebenfalls 3 Dollar. Eine Flasche Wein gibt es nicht unter 10 Dollar. Denn in den ärmeren Vierteln der Innenstädte gibt es keine der riesigen billigeren Supermärkte, wie sie in den reichen Vorstädten stehen. Am teuersten sind jedoch die Mietpreise. Ein Zimmer mit Toilette auf dem Gang ist in Boston nicht unter 600 Dollar Kaltmiete monatlich zu erhalten. Für Arbeitslose oder Niedriglohnarbeiter mit 6-8 Dollar Stundenlohn bedeutet das, entweder 100 Stunden die Woche zu arbeiten oder auf Krankenversicherung, Wohnung, Auto oder Essen zu verzichten. Was aber passiert, wenn ein Notfall eintritt?

Etwa so wie bei Benjamin Sawjer, einem ehemaligen Restaurant-Chef und alleinerziehenden Vater. Auch er sitzt auf dem Beratungssofa der Organisation 'Sisters together against poverty'. Unruhig rutscht der distinguierte hochgewachsene 44-jährige hin und her. Sein grauer Anzug ist etwas verrutscht. Sein Scheitel exakt gezogen. Gerade wurde er als Verkäufer eines Videoladens entlassen. Seine Perspektiven sind düster: 'Morgen werde ich von meinem Job hier entlassen. Das Geschäft ist Pleite gegangen. Ich weiss es seit zwei Tagen. Ich habe eine Ein-Zimmer-Wohnung, die mich 730 Dollar im Monat kostet. Dann muss ich im Winter bis zu 400 Dollar pro Monat für die Heizung zahlen. Dann noch Strom und Essen und ein Auto, um zur Arbeit zu kommen. Insgesamt brauche ich 2000 Dollar zum überleben. Als Sozialhilfe bekomme ich, wenn ich Glück habe, 300 Dollar und nochmal 110 Dollar für Essensmarken. Das reicht nicht einmal, um die Miete zu bezahlen. Es wird also sehr schwierig werden.'
'Der Wohlfahrtsstaat ist sehr schwach geworden auch auf dem Wohnungsmarkt. Es ist sehr sehr schwierig geworden, eine Sozialwohnung zu bekommen. Wir bauen auch keine Sozialwohnungen mehr. Für viele Niedrigverdiener bedeutet das, dass sie ihre Kinder im Teenageralter arbeiten schicken müssen, um die Miete zu bezahlen. Einfach, weil man es nicht schafft, die Lebenshaltungskosten zu bestreiten, weder mit Sozialhilfe noch mit einem eigenen Einkommen im Niedriglohnsektor.'

In dieser prekären Lage ist auch Benjamin Sawjer. Er spricht in ruhigem Ton und wählt seine Worte genau. Sein Sohn sei mit 11 Jahren noch nicht alt genug zu arbeiten. Er könne also nichts zum gemeinsamen Lebensunterhalt beitragen. Gleichzeitig verweigert der Staat selbst dem Kind eine Krankenversicherung, was die Familie letzten Sommer alle Ersparnisse gekostet hat und ihn als Vater erneut in die Schuldenfalle trieb. Seine Augen werden feucht, als er erzählt:
'Da ich zur Zeit noch ein Einkommen habe, wurde meinem Sohn der Anspruch auf Medicaid, die Krankenversorgung für Arme, verweigert. Wenn ich nicht gearbeitet haette, wäre er versichert gewesen, aber so war er es also nicht. Und dann ass er letzten Sommer sein Lieblingsgericht: Shrimps. Eine halbe Stunde nach der Mahlzeit hatte er entsetzlich roten Ausschlag überall auf der Haut. Es sah aus wie ein Sonnenbrand 3. Grades. Und er bekam Todesangst. Er bekam einen Kreislaufzusammenbruch, sein Puls begann zu flirren, er fühlte Druck auf dem Brustkorb. Wir rasten in ein Krankenhaus, und beschrieben die Symptome. Sie brachten uns sofort in die Notaufnahme. Die Ärzte waren grossartig, sie gaben ihm Antiallergika und nach 20 Minuten war er wieder o.k. Das Problem ist nur, dass ich für diese Behandlung 2000 Dollar zahlen soll, die ich einfach nicht habe.'

Als Grace Ross die Geschichte hört, schüttelt sie nur den Kopf. 'Ja so sei es in Massachusetts jetzt, sagt sie. Noch vor 3-4 Jahren übernahm der Staat unbegrenzten Krankenversicherungsschutz für Kinder bis 18 Jahre. Nach den jüngsten Kürzungen sei das vorbei. Für Benjamin kam es nach dem allergischen Anfall seines Sohnes noch schlimmer. Um nicht sein Auto gepfändet zu bekommen, was in einer 80.000 Einwohnerstadt wie Marlboro ohne einen einzigen Bus einer Existenzvernichtung gleichkäme, musste er einen Offenbarungseid leisten. Nach Prüfung sämtlicher Einzahlungen muss er nun 50 US-Dollar im Monat an das Krankenhaus abzahlen. Dann stellte die zuständige Stelle am Rande der Untersuchung jedoch fest, dass Sawjer den Termin zur Meldung seines Einkommens an die Wohnungsbehörde um einige Tage überschritten hatte. Benjamin Sawjer fiel zurück in Umstände, unter denen er keinerlei finanzielle Reserven mehr aufbauen kann.

'Vor einiger Zeit bekam ich noch etwas Wohngeld. Ich habe den Anspruch darauf jetzt verloren, weil ich dem Wohnungsamt nicht schnell genug mitgeteilt habe, dass ich ein Einkommen habe. Man muss das Amt innerhalb von 48 Stunden informieren und ich habe diese Frist verpasst. Sie haben mir nun das Wohngeld gestrichen, weil sie sagen, ich hätte sie betrogen. Damit bin ich für alle Zukunft ausgeschlossen von den öffentlichen Wohnungsprogrammen. Punktum.'
Benjamin Sawjer weiß, dass er am Ende ist. Wie er es auch dreht und wendet, er kommt aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Er ist in den Strudel geraten, den die Aushöhlung des Sozialstaates gerissen hat. Die Behörden verweigern Hilfe. Offenbar bleibt ihm und seinem Sohn nur noch der Weg in die Obdachlosigkeit, falls sich in den naechsten zwei Wochen kein Job für ihn findet. Grace Ross wiegt bedächtig den Kopf. Es sieht wirklich schlecht aus für Benjamin, meint sie. Das einzige, was man in seinem Fall versuchen kann, ist, gerichtlich gegen die Behörden vorzugehen.
'Es gibt da eine Menge ähnliche Fälle wie Benjamins. Zur Zeit werden in Massachusetts 360 Familien in Hotels untergebracht, weil die Obdachlosenheime voll sind. Sie haben ihre Verfahren gegen die Regierung gewonnen. Wir stellen hier die Anwälte oder sagen den Betroffenen, wo sie einen Anwalt umsonst gestellt kriegen. So machen wir das auch mit Benjamin. Die meisten wissen nichts von diesem Weg. Aber ja, es gibt Tausende Familien in Massachusetts, die in derselben Situation wie Benjamin sind.'
Grace Ross telefoniert derweil den Rest des Tages, schreibt Protestbriefe, vermittelt Anwälte. Sie versucht, einen ehrenamtlichen Busdienst für Bedürftige auf die Beine zu stellen, nachdem die Stadt keinen öffentlichen Personennahverkehr mehr finanziert. Sie organisiert den naechsten Protestzug in Boston mit. Man müsse doch etwas tun, wenn nun 7000 Familien von angenommenen Asylbewerbern keine Krankenversicherung mehr erhalten; wenn Brillengläser ebensowenig im Leistungskatalog sind wie die Zahnbehandlung. Am besten wäre es, eine Bewegung zu organisieren, sagt sie, oder wenigstens einen Protestzug, der Eindruck mache. Und während Grace spricht, ist die wartende Lisa schon Feuer und Flamme. Vielleicht können sie und ihr Mann dabei mitmachen und genug Sponsorengelder finden, um auch selbst ein wenig besser dazustehen. Es ist eine gute Idee für Anfang nächsten Jahres sagen sie. Am besten am Todestag von Martin Luther King im März. Ja, das ist es. Bis in den späten Abend reden sie, spekulieren über Finanzierungsmöglichkeiten und die Wirkung eines Marsches der Armut in den reichen Vierteln des Landes. Denn irgendwas muss man doch tun gegen diesen Druck.


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SamuelDavid2
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Hartz 4 und 400€ Job

07.12.2009 um 10:45
@KleinesWesen

Ich weiß nicht wie es weiter geht denn ich bin kein Hellseher. Aber was ich weiß, ist, dass es so wie bisher nicht weiter gehen kann; in jeder Hinsicht.


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Hartz 4 und 400€ Job

07.12.2009 um 14:33
@Warhead
habe einige "blueser" bekannte aus new orleans - und natürlich chicago - sie sind bettler - sie haben nichts - keine krankenversicherung usw. - wenn sie hier auftritte haben sind sie happy - für alles ist gesorgt - ich besorge termine beim zahnarzt, der ihnen paar reparaturen macht - oder bei meinem doc - - -

und so könnte ich über das hier so rosig gepriesene usa-modell auch so eine lange geschichte schreiben, wie du sie gepostet hast

ein paar bekannte leben mit ihren kindern in wohnwagen - der vater zieht von job zu job quer durch die "bundesländer" - hält mal irgendwo an für paar tage jobbt - und immer dabei : die familie - die kinder kennen nur "durchreise"-schulen - - das geld reicht für keine versicherung - sie leben davon - essen trinken sprit - - das ist alles

wir sind doch auch schon da angelangt - zwei / drei jobs zu haben - eine freundin von mir hilft ausschließlich am wochenende bei mcdonalds - nachts schrubbt sie zwei schulen - und dann sitzt sie noch an der kasse bei rewe - - alles 400 euro - jobbs - - und sie begleicht davon alles - auch steuern, versicherung, miete - - leben? - nein, sie lebt nicht - sie molocht mit ihren 45 jahren - steckt was den kindern zu - das ist ihr "sinn" in dem ganzen . . .


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Hartz 4 und 400€ Job

07.12.2009 um 21:25
@SamuelDavid2
SamuelDavid2 schrieb:@KleinesWesen

Ich weiß nicht wie es weiter geht denn ich bin kein Hellseher. Aber was ich weiß, ist, dass es so wie bisher nicht weiter gehen kann; in jeder Hinsicht.
Hellseher ist, denke ich, niemand von uns.
Aber spiel doch mal die verschiedenen Szenarien im Geiste durch.

Wir sind hier in Deutschland durchaus auf dem "american way of life"(siehe Beitrag von warhead)...ich bin mir fast sicher, dass es nächstes Jahr eine Kehrtwende geben wird. Die Agenda 2010 hat sich zum Ziel gesetzt, die EU nach der Lissabon-Strategie (Lissabon-Agenda) bis zum Jahr 2010 zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt“ zu machen. (siehe Wikipediaeintrag Agenda 2010).
Wir haben Dezember 2009 (wir haben also noch 12 Monate und 3 Wochen, diesem Anspruch gerecht zu werden), und es sieht absolut nicht danach aus, als würde hier in Europa irgendwas in Richtung Wachstum oder Fortschritt boomen. Unter "Wirtschaftsraum" in diesem Zusammenhang verstehe ich persönlich nur noch das Hinterzimmer einer runtergekommenen Spelunke, wo Kriminelle den nächsten Deal planen.

Was wird also passieren, wenn bspw. das Bundesverfassungsgericht Anfang nächsten Jahres urteilt, die bisherigen Regelsätze der Grundsicherung waren und sind seit 2005 zu niedrig angesetzt? Welche Konsequenzen wird die Regierung daraus ziehen?

Was passiert, wenn das Bundesverfassungsgericht völlig anders entscheidet? Welche Konsequenzen wird die Regierung dann daraus ziehen?

Welche Fragen stellen sich dir, wenn du bemerkst, es kann so nicht weitergehen? Oder (hinter)fragst du nicht?



@Warhead

Danke für den Superbeitrag. Man könnte fast sagen, dass es uns hier noch richtig gut geht, wenn da nicht das Wörtchen "noch" wäre...sieht so aus, als bräuchten wir nur in die USA schauen um zu sehen, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt.
Das würde allerdings der Sache mit dem "Hellsehen" massiv widersprechen...dennoch bleibt ein mulmiges Bauchgefühl, was einen oft nicht schlafen lässt.

@kiki1962

Liebe Grüße! Und Danke auch dir nochmal an dieser Stelle für deine Berichte. Auch wenn so viele Zweifler diese gar nicht wahrhaben, überlesen, nicht verstehen. Sie sind mehr als Gold wert.


KleinesWesen


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Warhead
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Hartz 4 und 400€ Job

07.12.2009 um 21:36
@KleinesWesen
Dank nicht mir,dank lieber Attac Austria und Frank Hessenland


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Hartz 4 und 400€ Job

07.12.2009 um 22:15
@Warhead
insofern schon an dich einen dank - wer sonst hat es gepostet?


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SamuelDavid2
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Hartz 4 und 400€ Job

08.12.2009 um 09:01
@KleinesWesen

Im dem Falle dass das Bundesveerfassungsgericht feststellen sollte, dass die Regelsätze zu niedrig sind, wird die Regierung nach einer vom Bundesverfassungsgericht gegebenen Frist die Sätze erhöhen und wennes feststellen sollte, dass die Regelsätze zu hoch sind, so sollte eine neue Berechnung erfolgen und die Sätze gegebenenfalls gesenkt werden.
Aber man muss erstmal abwarten, was bei dem Verfahren entschieden wird bevor wir uns in großen Mutmaßungen verirren.

In meinen Augen ist eine der großen Fragen der Zukunft: Wie viel Sozialstaat kann sich Land zukünftig noch leisten?
So wird sich z.B. eine 2-Klassen Medizinversorgung durchsetzen und dies ist in meinen Augen auch verständlich. Medizinische Grundversorgung wird es selbstverständlich für alle geben und zusätzliche Leistungen (z.B.Zahnersatz) werden bei der Grundversorgung komplett heraus genommen. Eine Annäherung an das schweizer Gesundheitssystem sollte da als erster Orientierungsmaßstab dienen


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Hartz 4 und 400€ Job

08.12.2009 um 13:04
Je mehr sich der globale Kapitalismus durchsetzt, desto weiter wird der soziale Aspekt im Staat zurückgefahren.

Es geht alles in Richtung Leistungsgesellschaft.

Große Firmen, wie die Telekom, Siemens, Deutsche Bank usw hatten früher auch eine soziale Verpflichtung in der Gesellschaft, so dass man auch Menschen beschäftigt hat, wenn es nicht unbedingt notwendig war. Heutzutage rationalisiert man auch, wenn die Firma Millardengewinne macht.

Menschen, die mit dem Fortschritt, aus welchen Gründen auch immer, nicht mithalten können, bleiben entweder auf der Strecke, oder bereichern sich illegal, in dem sie sich vom Vaterstaat durchfüttern lassen und zusätzlich schwarz dazu verdienen.

Wie soll man es den Leuten auch verdenken?

Vor nicht allzulanger Zeit haben die einstmals beiden ersten Herren dieses Staates, auch wenn es nur für die Parteikasse war, Schwarzgeldkonten angelegt und/oder fragwürdige Spenden angenommen.

Hinzu kommt berechtigterweise das Unverständnis für die Millardenunterstützungen (direkt oder indirekt) der Banken und PRIVATfirmen, wenn auf der anderen Seite man sich streubt einen Mindestlohn gesetzlich vorzuschreiben.

Wie will man da den Bürgern klar machen, dass sie Steuern, die die Grundlage für diesen Sozialstaat bilden, zahlen sollen?

Fazit ist, dass die Gesellschaft moralisch den Berg hinunter geht, egal in welcher Schicht, oder Herkunft. Jeder versucht für sich seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.


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Hartz 4 und 400€ Job

08.12.2009 um 16:11
@SamuelDavid2
nein, die frage wird sein: wann kommt wirtschaft endlich ohne subventionen aus -

faire besteuerung von finanztransaktionen, den reichen, den unternehmen

"wettbewerb" ist eine fatale sache, die zulasten der arbeitnehmer gehen, die ausbeutung schon gesetzmäßig garantieren


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SamuelDavid2
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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 08:50
@kiki1962
kiki1962 schrieb:nein, die frage wird sein: wann kommt wirtschaft endlich ohne subventionen aus -
Ich wage zu behaupten dass "die" Wirtschaft ohne Subventionen auskommt, allerdings versucht der Staat durch die Subventionen Unternehmern gewisse Anreize zu bieten um hier in Deutschland zu investieren, damit auch hier neue Arbeitsplätze entstehen.
kiki1962 schrieb:faire besteuerung von finanztransaktionen, den reichen, den unternehmen
Gegen eine gewisse Besteuerung von Transaktionen habe ich nichts einzuwenden aber die Reichen (wie so oft auch hier wieder die Frage: Wer gilt denn dann als Reich?) und die Unternehmen sind steuerlich schon sehr an der Belastungsgrenze.
Es sei denn du willst, dass noch mehr Unternehmen Deutschland den Rücken kehren.
kiki1962 schrieb:"wettbewerb" ist eine fatale sache, die zulasten der arbeitnehmer gehen, die ausbeutung schon gesetzmäßig garantieren
Wettbewerb ist die grandioseste Sache


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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 10:05
@SamuelDavid2
klar nokia bekam dies auch - und weg sind sie - in thüringen bekam dies auch opel - und ? - demnächst wird reduziert - -
also geschenke an die wirtschaft sind vergeudete geschenke - man hätte das volk auch eine woche ins wellness-zentrum oder zum essen einladen können - wäre sinnvoller gewesen . .

was sollen wir mit firmen, die um überhaupt "nützlich" für die steuerkasse zu sein - die erst das geld als "zuwendung" "geschenk" erhielten - das ist doch purer selbstbetrug . .

und mir wäre viel lieber, wenn es regional betriebe geben würde - meine butter aus thüringen, mein gemüse vom bauern neben an - wie auch das fleisch - (mache ich ja sowieso) -
käse aus frankreich, bekleidung aus china sollte um ein vielfaches teurer sein - schluss mit dieser qualitativ miesen produkten -
manche würden dann "bewusster" einkaufen - nicht mehr alles in sich reinfressen - oder bei kik, wo kinder an der kleidung nähen - ihre euros lassen


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SamuelDavid2
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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 10:10
@kiki1962

Sicher gibt es immer einige Unternehmen, die nach Ablauf der Frist (welche indem Subventionsvertrag vereinbart worden ist) wieder gehen und sich einen günstigeren Produktionsstandort suchen. Aber ist deswegen generell schlecht weil es einige schwarze Schafe gibt? Ich würde ja auch nciht ALG2 und SOzialhilfe abschaffen wollen, nur weil es einige viele Betrüger unter den Beziehern gibt.
kiki1962 schrieb:also geschenke an die wirtschaft sind vergeudete geschenke - man hätte das volk auch eine woche ins wellness-zentrum oder zum essen einladen können - wäre sinnvoller gewesen . .
Deine verträumte Welt ist für mich zu billig und zu blöd. Du hast Null Ahnung von Wirtschaft, was du ja schon oft genug bewiesen hast und ergießt dich lieber in dummen Stammtischparolen von solchen Typen wie dem Attac-Stammtisch
kiki1962 schrieb:und mir wäre viel lieber, wenn es regional betriebe geben würde - meine butter aus thüringen, mein gemüse vom bauern neben an - wie auch das fleisch - (mache ich ja sowieso) -
Beschwere dich bei den ganzen ALDI, Lidl & Co Käufern


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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 10:24
@SamuelDavid2
moment - ganz so blöd doch nicht - - viele kleinere unternehmen hier im umkreis bekommen keinerlei zuwendungen - sie mussten sich grundstücke selbst kaufen, sie haben alles in die waagschale geworfen, um den kleinen betrieb irgendwie zu erhalten - und sie sind fleißig und arbeiten wirklich 365 tage im jahr -

wettbewerb treibt zu niederen preisen - viele halten nur noch ihre firma aufrecht, weil der partner arbeiten gehen kann - ansonsten wären schon längst noch viel mehr firmen "kaputt" - -

genug ein-mann-firmen erhalten zudem noch hartz iv - weil sie eben nicht von ihrer hände arbeit leben können -

beschwerden bei lidl gab es schon - unsere attac - gruppe hat gerade im vergangenem jahr mit studenten da ziemlich wirbel gemacht . . . .

ja, die käufer müssen informiert sein - ich habe neulichst über kik was in die einkaufswagen geworfen - arbeitsbedingungen kritisiert sowie die produktherstellung


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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 10:38
@SamuelDavid2
Sondersteuer in Großbritannien
Staat kassiert den halben Bonus

Die britische Regierung will Zahlungen an Bankmanagermit mit Sondersteuer belegen – angeblich über 50 Prozent. Die Banken finden das Gesetz populistisch und ihre Boni angemessen. VON RALF SOTSCHECKhttp://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/staat-kassiert-den-halben-bonus/

was für dich - so kann man dem wucher auch begegnen - und ich finde es richtig
Viel mehr für wenige
WSI-Verteilungsbericht 2009: Trotz Gewinneinbrüchen nach Börsencrash werden die Reichsten der Reichen gestärkt aus der Krise hervorgehen
Von Jörn Boewe
bei der Einkommensentwicklung ein klarer Trend ab: Seit der Jahrtausendwende ging der Anteil der Lohnabhängigen am Volkseinkommen kontinuierlich nach unten – egal, ob die Wirtschaft schwach oder kräftig wuchs, während Unternehmen und Kapitaleigentümer ein immer größeres Stück vom Kuchen bekamen.
http://www.jungewelt.de/2009/12-08/019.php

ich verstehe um was es geht - nein, der "besitzstand" einiger sollte geschmälert werden (keine sorge ihren lebensstandard verlieren sie dabei nicht ) - - -


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Hartz 4 und 400€ Job

09.12.2009 um 10:40
@kiki1962
kiki1962 schrieb:moment - ganz so blöd doch nicht
Solche Highlights wie "Böse schließen" und "Wettbewerb ist eine fatale Sache" überzeugen mich nicht gerade davon ;)
kiki1962 schrieb:genug ein-mann-firmen erhalten zudem noch hartz iv - weil sie eben nicht von ihrer hände arbeit leben können -
Das liegt, meiner Meinung nach, eher daran, dass diese Möchtegern-Unternehmer nicht in der Lage sind einen vernünftigen Geschäftsplan aufzustellen. Die sind dann so wie du und meinen ein Unternehmen zu führen könne ja jder...dazu braucht es ja keine fundierte Ausbildung und besondere chrakterliche Eigenschaften...nein, natürlich nicht
kiki1962 schrieb:ja, die käufer müssen informiert sein - ich habe neulichst über kik was in die einkaufswagen geworfen - arbeitsbedingungen kritisiert sowie die produktherstellung
Dazu hatte ich dir schon mal etwas geschrieben dass die Leute, die dort anfänglich einkauften und die dann immer mehr geworden sind, selbst dazu beigetragen haben. Das ist freier Markt: Wenn dort keiner gekauft hätte, wäre dieses Konzept auch schnell wieder verschwunden


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