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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

177 Beiträge, Schlüsselwörter: Erziehung, Familienpolitik, Fürsorge, Chipkarte

Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 18:31
machen wir es anders :)

Teil des Kindergeldes für alle Kinder, gibt es in auf Die Chipkarte und Gut ist, dann ist alles gedeckt und keiner wird wem was neiden weder den Armen noch den Reichen oder einer verzichten .


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Fabiano
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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 18:39
Ich finde, die Sache mit der Chipkarte ist völlig unausgegoren. Ich meine, was soll da eigentlich drauf sein an Leistungen oder Ansprüchen?

Ein Teil des Kindergeldes soll also auf die Chipkarte, für alle? Naja, dann sollte das Kindergeld erst mal Einheitlich pro Kind sein. Das ist es aber schonmal nicht !

Da beginnt die erste Ungerechtigkeit. Dann: So Gewaltig viel ist das mit dem Kindergeld ja nicht. Also da wird nicht viel übrig bleiben pro Monat für Schulische Nachhilfe, Ausstattung des Schulranzens, Sportliche Betätigungen, Musikalische Früherziehung, Theater, Kino, Museum, tägliche Schulspeisung, Kleidung und und und...

Das alles zusammen genommen geht nicht mal auf eine Kuhhaut, geschweige als Teil des Kindergeldes auf eine Chipkarte...

@Vogelspinne


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 18:40
@Fabiano
Fabiano schrieb:Sehe ich nicht so. Wieso ist Bevormundung Gerchtfertigt? Was kann der Arbeitslose u.U. dafür, dass er in einem Staat lebt, der ihm keinen Arbeitsplatz gewähren kann und damit auch nicht, dass er sich von seinem selbst erarbeitetem Geld ernähren kann?

Ich meine, was spielt das in Bezug auf Bevormundung für eine Rolle, woher das Geld kommt? Im Grunde könnte dann auch der Arbeitgeber sagen: So ich bezahle meine Arbeiter nur noch mit Leistungen via Chipkarte. Denn ICH als deren Chef bin daran interessiert, dass meine Arbeiter ihr Geld sinnvoll ausgeben und zwar nur so, wie ich es als ihr Chef für Richtig erachte.

Das wäre im Prinzip das Gleiche in Grün !
Der Großteil der Arbeitslosen kann mit Sicherheit nichts dafür. In der Tat hat der Staat die Pflicht und die Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass genügend Arbeit zur Verfügung steht. Das ist aber wieder eine andere Geschichte.
Aber natürlich spielt es eine Rolle, woher das Geld kommt. Denn das ist ja ausschlaggebend dafür, ob eine Bevormundung überhaupt stattfinden kann. Wenn ein Teil der Gesellschaft ein Stück seines durch Arbeit erworbenen Geldes für andere bereitstellt und somit zum Finanzier für eine Gruppe wird, die aber ihrerseits keine Gegenleistung erbringt, dann können doch wenigstens die Geldgeber festlegen, wie das Geld verwendet wird, damit möglich nichts verschwendet wird. Ein Chef kann so etwas nicht tun, da die Arbeiter ihre Arbeit anbieten und als Gegenleistung einen Teil des von ihnen erwirtschafteten Geldes bekommen. Das wäre übrigens eine noch höhere Stufe als der Manchesterkapitalismus, da nicht nur nicht die volle Arbeit bezahlt wird, sondern der Teil der geleisteten Arbeit auch noch nur gegen vom Chef bestimmte Materialien eingetauscht werden würde.


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24.08.2010 um 18:42
@Fabiano

ok das mit dem ungleichen Kindergeld , ist mit net bewusst , man lernt ja gern dazu ... dann müsse man das eben so hin deixeln das es gleich wird ( zumindes auf der chipkarte) das das nötigste gedeckt ist!

was Eltern mit mehr Geld machen können ihre Sache aber damit die Armen Kids net in die Röhre kucken, die können ja am wenigstens dafür wen, Mutti oder Vati kein Job bekommen, oder Gering Verdiener sind oder weiß was ich.


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24.08.2010 um 18:43
@Fabiano
Fabiano schrieb:Ich finde, die Sache mit der Chipkarte ist völlig unausgegoren. Ich meine, was soll da eigentlich drauf sein an Leistungen oder Ansprüchen?

Ein Teil des Kindergeldes soll also auf die Chipkarte, für alle? Naja, dann sollte das Kindergeld erst mal Einheitlich pro Kind sein. Das ist es aber schonmal nicht !

Da beginnt die erste Ungerechtigkeit. Dann: So Gewaltig viel ist das mit dem Kindergeld ja nicht. Also da wird nicht viel übrig bleiben pro Monat für Schulische Nachhilfe, Ausstattung des Schulranzens, Sportliche Betätigungen, Musikalische Früherziehung, Theater, Kino, Museum, tägliche Schulspeisung, Kleidung und und und...

Das alles zusammen genommen geht nicht mal auf eine Kuhhaut, geschweige als Teil des Kindergeldes auf eine Chipkarte...
Die Karte muss auch nicht alles bezahlen könnnen, sondern ein Minimum sichern. Neben dem Kindergeld, bekommt der arbeitende Teil der Bevölkerung ja auch ein Nettogehalt, das dafür verwendet werden kann. Das Kindergeld ist Staatsgeld.


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Fabiano
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24.08.2010 um 18:45
Soviel ich weiß, muss ein Hartz-IV-Empfänger auch gemeinnützige Arbeiten als Gegenleistung erbringen, ansonsten wird gekürzt. Also da haben wir auch eine Leistung und eine Gegenleistung. Dann aber bitte keine Bevormundung, auch nicht vom Staat.

Wenn doch, dann ist es eigentlich egal, woher das Geld kommt, dann hat jeder einen Anspruch darauf, "Wie" das von ihm bereitgestellte Geld auch auszugeben ist. Dann gibts überhaupt keine freie Verwendung mehr.

Also das kann man nicht machen: Leistung gegen Leistung und dann noch bestimmen wie die Leistung für die Leistung zu verwenden ist...

@melgon


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24.08.2010 um 18:48
@Fabiano
Fabiano schrieb:Soviel ich weiß, muss ein Hartz-IV-Empfänger auch gemeinnützige Arbeiten als Gegenleistung erbringen, ansonsten wird gekürzt. Also da haben wir auch eine Leistung und eine Gegenleistung. Dann aber bitte keine Bevormundung, auch nicht vom Staat.
Leistet der Hartz-4-Empfänger gemeinnützige Arbeit, so bekommt er auch mehr Geld, als einer, der nichts macht. Also hat er zusätzlich mehr Geld zur Verfügung und kann daher in größerem Umfang frei entscheiden, was er mit diesem Geld anstellt, DENN dieses Geld ist VERDIENT.
Fabiano schrieb:Wenn doch, dann ist es eigentlich egal, woher das Geld kommt, dann hat jeder einen Anspruch darauf, "Wie" das von ihm bereitgestellte Geld auch auszugeben ist. Dann gibts überhaupt keine freie Verwendung mehr.

Verstehe ich gerade nicht.


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 21:17
Ich sehe es eher so

http://www.dgb.de/themen/++co++04c95eb0-a623-11df-6fd9-00188b4dc422/@@index.html
Ich befürchte, dass mit dem Bildungschip ein System aufgebaut wird, das zur Stigmatisierung der Kinder von Hartz IV-Beziehern führt (...)

Bei Bildung und sozialer Teilhabe sind zudem direkte Investitionen in die Bildungsinfrastruktur sinnvoller als Geld oder ein Chip. Eine diskriminierungsfreie Sachleistung wäre ein kostenfreies Mittagessen in der Schule für alle Kinder oder zusätzliche Angebote am Nachmittag für alle Kinder mit Lernschwächen.
Solche Investitionen in Bildung und soziale Teilhabe haben den großen Vorteil, dass auch Kinder von Familien profitieren können, die nicht im Hartz IV-Bezug stehen, aber trotzdem keine großen Sprünge machen können. Dies wäre eine lohnenswerte Investition in die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes.



@melgon
melgon schrieb:Was ist also daran verkehrt, wenn der Staat darüber wacht, was mit dem hart erarbeiteten Geld, das an Hilfsbedürftige verschenkt wird, geschieht?
Tut er (der Staat) das? Er überwacht nämlich nicht, was damit geschieht, sondern entmündigt Menschen in einer ohnehin schwierigen Situation aufgrund einer diskriminierenden pauschalisierenden Unterstellung. Was wiegt deiner Meinung nach schwerer? Dass der Großteil der Kinder in sozial schwierigen Situationen noch weiter stigmatisiert wird und höchstwahrscheinlich ein großer Teil von ihnen keine rosigen Zukunftsperspektiven haben wird. Oder dass eventuell ein geringer Teil der Eltern, nämlich die, die "ohnehin" ihrer elterlichen Fürsorge nicht nachkommen - ganz gleich ob mit oder ohne staatliche Hilfen, ein paar Flaschen Bier weniger holen? (Denn Verwahrlosung der Kinder und mangelnde Fürsorge löst man nicht mit Geld oder weniger Geld)


@StUffz
StUffz schrieb:Ich sehe nicht ein, dass mit dem Geld was von Staat ausgegeben und letztendlich über die arbeitende Bevölkerung bereitgestellt wird irgendwelcher Schindluder getrieben wird.
Aha, und nur weil es einige Vertreter dieser "mit staatlichen Hilfen Schindluder Treibende" gibt, ist das ein Grund die gesamten Hartz IV-Empfänger als unmündige und verantwortungslose Menschen zu bezeichnen? Denn nichts anderes tut man mit solchen Maßnahmen. Ich finde es im Übrigen in den meisten Fällen ziemlich heuchlerisch, auf einmal Interesse daran zu zeigen, was mit Staatsgeldern passiert. Schön wäre es, wenn man generell daran interessiert wäre wohin Staatsgelder fließen, aber wenn man bedenkt, welches Ausmaß Steuerverschwendungen heutzutage auch in Deutschland haben, finde ich solche Kommentare in so einem Thread ziemlich anmaßend und verlogen, sorry.


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StUffz
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24.08.2010 um 21:25
@helin


Nur weil es einige gibt, die zu schnell fahren, werden alle kontrolliert. Sind jetzt auch alle Autofahrer stigmatisiert?
helin schrieb:(...)meisten Fällen ziemlich heuchlerisch, auf einmal Interesse daran zu zeigen, was mit Staatsgeldern passiert. Schön wäre es, wenn man generell daran interessiert wäre wohin Staatsgelder fließen, aber wenn man bedenkt, welches Ausmaß Steuerverschwendungen heutzutage auch in Deutschland haben, finde ich solche Kommentare in so einem Thread ziemlich anmaßend und verlogen, sorry
Ist deine Meinung, musst du dich nicht für entschuldigen.
Aber irgendwo muss man mal anfangen. Und das sind nunmal die schwächsten, so traurig es auch ist.
Grundsätzlich ist deine Meinung richtig, ich wäre auch dafür mal ein wenig unseren Steuerausgebern auf die Pfoten zu klopfen und mal das eine oder andere Einsparen. Wenn z.B. der ganze Haufen ausm Bundestag sowieso in Berlin wohnt, dann muss man keine 16 Audi A8 bereitstellen, da kann man nen Bus panzern, wenn man denn schon so ne Angst vorm eigenen Volk hat
Spart 15 Fahrer ein und ne Menge Sprit.
Zumal man deren Bezahlung generell mal überdenken sollte.
Mir würden jetzt noch hunderte Beispiele einfallen, wie z.B. die 130MRD Euro die wir zum verbrennen nach Griechenland schicken...
und so weiter.


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 21:35
@helin
helin schrieb:Tut er (der Staat) das? Er überwacht nämlich nicht, was damit geschieht, sondern entmündigt Menschen in einer ohnehin schwierigen Situation aufgrund einer diskriminierenden pauschalisierenden Unterstellung.
Wie sollte die Überwachung stattfinden, wenn nicht durch eine Kontrolle der Ausgaben? Ich sehe keine Diskriminierung darin und keine pauschalisierende Unterstellung. Erst recht nicht, wenn auch ein Teil des Kindergeldes aller Familien in Form der Karte erscheinen würde.
helin schrieb:Was wiegt deiner Meinung nach schwerer? Dass der Großteil der Kinder in sozial schwierigen Situationen noch weiter stigmatisiert wird und höchstwahrscheinlich ein großer Teil von ihnen keine rosigen Zukunftsperspektiven haben wird.
Diese Stigmatisierung existiert nicht und der Grund dafür, dass Kinder aus sozial schwachen Familien weniger rosige Zukunftsperspektiven haben, liegt nicht an den Rahmenbedingungen, die der Staat bisher setzt.
Oder dass eventuell ein geringer Teil der Eltern, nämlich die, die "ohnehin" ihrer elterlichen Fürsorge nicht nachkommen - ganz gleich ob mit oder ohne staatliche Hilfen, ein paar Flaschen Bier weniger holen? (Denn Verwahrlosung der Kinder und mangelnde Fürsorge löst man nicht mit Geld oder weniger Geld)
Es ist mir klar, dass die Verwahrlosung so nicht bekämpft wird. Gesellschaftliche Aufklärung und eine gesunde Moral sind hierfür notwendig, die jungen Menschen beigebracht werden muss und zwar über eine florierende Bildung. Um die Bildung eben jener Kinder zu gewährleisten, soll die Karte dienen. Die jungen Menschen, deren Eltern arbeitslos sind, aber dennoch Vernunft und Anstand besitzen, sind daher sicherlich nicht benachteiligter als Durchschnittskinder.
helin schrieb: meisten Fällen ziemlich heuchlerisch, auf einmal Interesse daran zu zeigen, was mit Staatsgeldern passiert.
Das Interesse besteht in jedem Fall, nicht nur in diesem. Jedoch geht es hier nun mal um die Karte.


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 21:48
@StUffz
Aber irgendwo muss man mal anfangen. (...) ich wäre auch dafür mal ein wenig unseren Steuerausgebern auf die Pfoten zu klopfen und mal das eine oder andere Einsparen.


Ich bin jedes Mal unglaublich überrascht von diversen Steuerverschwendungen zu hören und dann im Gegenzug keinerlei Reaktion & Konsequenzen zu beobachten. Ich finde das wirklich unglaublich irre! Aber, weil ich persönlich nicht politisch engagiert bin, insofern als dass ich selber nichts dagegen unternehme, halte ich mich aber auch relativ geschlossen weil ich mir dieses Recht nicht anmaße (da untätig). Du hast Recht, natürlich muss man irgendwo anfangen, aber ich nehme an, du hast ohnehin verstanden worauf ich hinaus wollte. Nämlich auf dieses Anmaßende, nichts Unternehmende, aber gemütlich Zurücklehnende und mit dem Finger auf die "armen Schwachen" Zeigende... Klingt flach wenn ich das sage, aber ich finde das unmenschlich und einem Gemeinschafts-Gefühl alles andere als förderlich... So wird nie etwas funktionieren, ist jedenfalls meine Meinung, bisher. (Gemeinschaftsgefühl ist nicht das richtige Wort, find grad kein anderes)


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24.08.2010 um 22:16
@melgon
melgon schrieb:Wie sollte die Überwachung stattfinden, wenn nicht durch eine Kontrolle der Ausgaben? Ich sehe keine Diskriminierung darin und keine pauschalisierende Unterstellung. Erst recht nicht, wenn auch ein Teil des Kindergeldes aller Familien in Form der Karte erscheinen würde.


Ich behaupte nicht, dass "in diesem Fall" eine Überwachung nötig ist. Kindergeld ist auch eine staatliche Zahlung. Wird bisher kontrolliert, was damit gemacht wird? Verwenden alle Eltern es ausschließlich für das Kind? Etc. In diesen Fällen kann man nichts machen. Es ist eine Unterstützung für die Eltern beim Unterhalt und der Versorgung etc. der Kinder. Es ist Entscheidung und Verantwortung der Eltern, ob sie davon ihrem Kind neue Schuhe oder Schuhe vom Trödel, Musikunterricht oder Videospiele, Süßigkeiten oder wenns knapp ist ne Tankfüllung für's eigene Auto zahlen.

Wenn es heißt, dass durch die neue Karte Kinder von HartzIV-Empfängern bestimmte Leistungen erhalten sollen aber nur mit der Karte, damit ein Missbrauch von Staatsgeldern vermieden werden kann, siehst du tatsächlich keine Diskriminierung oder pauschalisierende Unterstellung? Es geht bei dieser Karte um HartzIV-Kinder, nicht um alle Familien, das war der Grund meiner Kritik. Entmündigend finde ich es dennoch, weil ich als Elternteil immer noch selber entscheide, welche Art von Förderung bzw. Freizeitgestaltung ich für mein Kind möchte.
helin schrieb:
Was wiegt deiner Meinung nach schwerer? Dass der Großteil der Kinder in sozial schwierigen Situationen noch weiter stigmatisiert wird und höchstwahrscheinlich ein großer Teil von ihnen keine rosigen Zukunftsperspektiven haben wird.


Diese Stigmatisierung existiert nicht und der Grund dafür, dass Kinder aus sozial schwachen Familien weniger rosige Zukunftsperspektiven haben, liegt nicht an den Rahmenbedingungen, die der Staat bisher setzt.
Das sehe ich offensichtlich völlig anders, jedenfalls was die Stigmatisierung betrifft. (Vor allem in der Pubertät) Vorgelebte soziale Strukturen verankern sich, oft sogar ob man möchte oder nicht. Grad Kinder und junge Menschen fühlen sich minderwertiger, wenn ihnen auch noch symbolisch ihre schlechte soziale Situation vor Augen geführt wird. Wenn Kinder mit Freunden schwimmen gehen und einen Pass für Ermäßigung dabei haben z.B., Kino, Freizeitpark etc.
Viele neigen eher dazu, sich in dem ihnen zugeschriebenen Status zu bleiben, man ist ja ohnehin nunmal minderwertiger, das passiert oft automatisch, weil man diese Bestätigung der Zugehörigkeit braucht. Solche Karten, die also einen Großteil der sozialen Leistungen beinhalten sollen, auf die Kinder aus HartzIV-Familien angewiesen sind, halte ich demnach für fatal.


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 23:46
@helin
helin schrieb:Kindergeld ist auch eine staatliche Zahlung. Wird bisher kontrolliert, was damit gemacht wird? Verwenden alle Eltern es ausschließlich für das Kind?
Im Prinzip ist das Kindergeld, das erwerbstätige Familien erhalten, Geld, welches sie selbst erwirtschaftet haben und in Form von Steuern solidarisiert haben. Bei denjenigen, die vollkommen von Staatsgeldern leben, ist dies nicht der Fall.
Damit möchte ich nur andeuten, dass eine Kontrolle auf der einen Seite gerechtfertigter ist, als auf der anderen. Die Diskussion oder Empörung über die Ungerechtigkeit der Bevormundung ausschließlich von Staatsgeld Lebender ist für mich deshalb nicht wirklich nachvollziehbar.
helin schrieb:Wenn es heißt, dass durch die neue Karte Kinder von HartzIV-Empfängern bestimmte Leistungen erhalten sollen aber nur mit der Karte, damit ein Missbrauch von Staatsgeldern vermieden werden kann, siehst du tatsächlich keine Diskriminierung oder pauschalisierende Unterstellung?
Jedenfalls nicht in erster Linie. Ich habe dabei nämlich etwas ganz anderes im Blick und zwar die Aufgabe des Staates, ein menschenwürdiges Leben bzw. ein Existenzminimum für diejenigen in unserer Gesellschaft zu garantieren, die dafür selbst nicht die Mittel aufbringen können. Das schließt die Bildung ein.
Der Großteil der Eltern, die in einer solchen Lage ist, wendet die bisherigen Mittel sicherlich vernünftig zum Vorteil ihrer Kinder an. Es gibt aber auch Ausnahmen. Und diese Ausnahmen machen ein Handeln des Staates erforderlich. Wie würdest du als Staat diesbezüglich handeln, ohne dass weiteres Staatsgeld für die Erziehung von Erwachsenen ausgegeben werden muss?
helin schrieb: Entmündigend finde ich es dennoch, weil ich als Elternteil immer noch selber entscheide, welche Art von Förderung bzw. Freizeitgestaltung ich für mein Kind möchte.
Wir wissen bisher ja noch nicht, welche Leistungen mit der Karte abgedeckt werden können.
helin schrieb: Vorgelebte soziale Strukturen verankern sich, oft sogar ob man möchte oder nicht.
Hier ist aber vielmehr die Erziehung und der Charakter der Elternteile von Bedeutung, denn die soziale Lage, die sich in wenig finanziellen Mitteln ausdrückt. Wenn sich die Eltern nicht selbst aufgegeben haben, ist es ihre Pflicht, die Kinder anzuspornen, sich für ihre Zukunft zu rüsten, damit ihnen nicht gleiches widerfährt. Natürlich gibt es auch Resignierte und solche, denen sowieso alles egal ist. Ich denke aber, die Mehrheit sorgt sich um ihre Kinder und sorgt auch dafür, ihnen den Ernst des Lebens so früh wie möglich Teil werden zu lassen. Der Grad wandert natürlich auch je nach Lebenslauf des Staatshilfeempfängers. Familien, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten sind, pflegen möglicherweise andere Mentalitäten als jene, die in einer Nullbockeinstellung ihr Leben lang nichts anderes gemacht haben.
helin schrieb:Grad Kinder und junge Menschen fühlen sich minderwertiger, wenn ihnen auch noch symbolisch ihre schlechte soziale Situation vor Augen geführt wird. Wenn Kinder mit Freunden schwimmen gehen und einen Pass für Ermäßigung dabei haben z.B., Kino, Freizeitpark etc.
Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich teile.


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Fabiano
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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

24.08.2010 um 23:57
Kindergeld ist eine staatliche Subvention und nicht selbst erarbeitetes Geld !

Bei denen, die von Staatsgeldern leben, wird diese Subvention schon von vorne herein abgezogen. Die erhalten es gar nicht erst !

Eine Kontrolle ist daher wenn überhaupt nur generell gerechtfertigt und nicht hier besonders und da gar nicht...

@melgon


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

25.08.2010 um 01:25
@Fabiano
Fabiano schrieb:Kindergeld ist eine staatliche Subvention und nicht selbst erarbeitetes Geld !
Was meinst du, woher der Staat das Geld dafür nimmt?


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

25.08.2010 um 04:06
StaSi 2.0 .... jetzt auch für Kinder :)))

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Ashert001
Diskussionsleiter
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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

25.08.2010 um 07:43
Zitat:
Die Jobcenter bekommen zusätzlich zu ihrer Aufgabe, Langzeitarbeitslose zu fördern, die neue Aufgabe, hilfebedürftige Kinder in der Bildung und Teilhabe vor Ort zu fördern. Diese Aufgabe wird Teil der Arbeit der Fallmanager und Sachbearbeiter sein. Familienlotsen unterstützen sie bei ihrer neuen Arbeit. Wichtig dabei ist die Sensibilisierung für die Belange von Kindern.

Der Familienlotse muss dafür die lokalen Angebote für Kinder und Jugendliche kennen. Er knüpft lokale Netzwerke aus Vereinen, Kultureinrichtungen, Anbietern von Lernförderung und Schulen.
http://www.bundesregierung.de/nn_1264/Content/DE/Artikel/2010/08/2010-08-20-bildungs-chipkarte.html

das man man sich doch mal auf der Zunge zergehen lassen "FAMILIENLOTSE" die Familie muss also gelotst werden, damit sie die abgesegneten Läden für die Karte überhaupt findet.

Was verdient man eigentlich als Familienlotse, weiß das jemand? Mehr als 30 Familien mit Kindern am Tag kann der doch bestimmt auch nicht betreuen.

Also ich finde das erschreckend, da muss anscheint sogar noch ein neuer Berufsstand geschaffen werden, damit die Karte überhaupt funktioniert. Das ist doch Bürokratieaufbau pur, dabei hat die Arbeitsagentur doch schon ca. 113.000 Verwalter, die nichts produzieren oder Werte schaffen.

Wo sollen eigentlich auch die ganzen neuen Kartensysteme herkommen? Die Karte muss im Bus und Bahn doch auch funktionieren, wenn man überhaupt zu den Kultureinrichtungen am Ende oder gar außerhalb seiner Stadt hin will, gibt ja schließlich auch Dörfer, da hat man die nicht.

Wenn die Karte wirklich noch im Kino angenommen wird, dürften die Kinder damit ja eigentlich noch glücklich werden, die ist doch dann bestimmt schnell verbraucht.
Wobei ob der FAMILIENLOTSE die Filme auch alle als Bildungstauglich absegnet? Das wird doch bestimmt nur eher das Drachen steigen lassen davor sein und statt Popcorn gibts dann nur selbst gepflügte Bucheckern von der Strasse nebenan?

Also ich bin ja schon sehr gespannt was für Jobcenter-Feste das dann werden! Wenn die am Ende des Monats nur sagen: ""tut uns leid aber der Rest Guthaben ist verfallen, ihr Kind war leider nun mal nicht Nachhilfeunterricht kompatibel, es war zu klug"" dann wäre das ja wirklich gemein! :|


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

25.08.2010 um 08:38
Auch für mehr staatliche Kontrolle bei der Kinderaufzucht sollte gelten:

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Ich hielte es für zweckmässiger, wenn Kinderbetreuungs- bzw. Bildungsangebote von der Krippe bis zur Uni kostenlos wären.


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Leyens Kinderchipkarte -Taschengeldersatz oder Kontrollpsychose?

25.08.2010 um 09:19
@Doors
da stimme ich dir zu.
mein beispiel: leider seit 1.8 arbeitslos, bald mutter. mir bleiben von meinem ALG I knapp 38€ übrig"zum leben" dazu kämen ja 180Kindergeld- hab ich 210€ um das kind und mich komplett zu versorgen..wo geh ich denn bitte arbeiten?wenn mir jemand ne Kita nennen kann, die nix kostet würde ich heulen vor glück....
man kann ja so kurse gerne anbieten wie z.b. blockflöte oder so, aber den eltern muss die wahl bleiben ob das im interesse liegt..oder sie sollen so ne karte bekommen wo z.b.200€ drauf sind und damit dürfen die in bestimmten vereinen oder bestimmte kurse besuchen, diese rechnen dann mit der karte ab( also allen Anbietern von freizeitaktivitäten bleibt es ebenfalls überlassen ob sie das geld via karte annehmen)...Pfadfinder oder Waldjung- gruppen fördern ja auch Kinder im sozialen bereich( was alle mal besser is als zuhause klötzchen zustapeln, anfangen zu kiffen oder mit 14 schwanger zusein)
die 200€ gibbet dann monatlich oder im quartal- das reicht nur für die frezeit aus.(erfahrung: pfadfinder ca 80€ im jahr, DLRG ca 40€ im jahr aber für ne Familie..Basketball waren allerdings schon 36€ im Monat)...und wenns mo pfadfinder hat, di DLRG, mi und fr basketballtraining, dann sollte man dann schon fast fragen wo die zeit zum lernen bleibt...
sooo schlecht wäre die karte nicht..


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Badbrain
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25.08.2010 um 09:24
Doors schrieb:Ich hielte es für zweckmässiger, wenn Kinderbetreuungs- bzw. Bildungsangebote von der Krippe bis zur Uni kostenlos wären.
So sollte es sein, denn kämen wir eine gerechteren Verteilung ziemlich nahe.


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