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"Wir sind das Volk"

155 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Demokratie, Masse, Ideologie, Solidarität, Fundamentalismus

"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 18:08
Ich möchte nun einfach mal was loswerden, das mir schon seit langer Zeit unter den Nägeln brennt. Keine Ahnung, ob ich die richtige Kategorie erwischt und eine passende Überschrift gewählt habe, keine Ahnung ob ich es schaffe mich verständlich auszudrücken. Ich hoffe es. ;-)

Es ist ziemlich schwierig, genau in Worte zu fassen und differenziert zu beschreiben, was ich meine, darum bleibe ich vorerst so allgemein.

Also,

Es gibt da so einen (aus meiner subjektiven Sicht) wachsenden Trend (vielleicht war er auch schon immer da), der mir gar nicht gefällt:

Vor allem in gesellschaftlichen und politischen Diskussionen begegnet man immer öfter Menschen, ich weiß nicht wie ich sie bezeichnen soll, die spielen sich regelmäßig als höchste moralische Instanz und intellektuelle Elite auf. Sie wissen, können und machen alles besser als andere, wollen scheinbar eine "neue Ära der Aufklärung" einläuten und all die vermeintlich Dummen bekehren. Sie haben die einzig richtige Wahrheit und Weisheit für sich gepachtet und lassen das nur zu gern raushängen. Dabei treten sie meist unfassbar arrogant und selbstgefällig auf, machen Andersdenkende verbal nieder. Natürlich immer subtil von Oben herab, denn plumpe Beschimpfungen und Pöbeleien sind nicht ihr Niveau. Eher beherrschen sie die Kunst der indirekten Beleidigung, die nur in intelektuellen Kreisen, zu denen sie ihre Gesprächspartner idR nicht zählen, verstanden werden soll. Damit zeigen sie, dass es für sie entgegen allen sozialen Gebärdens sehr wohl eine gesellschaftliche Hierarchie gibt, wo derjenige, der ihnen widerspricht oder ihren verqueren Gedankengängen nicht folgen kann/ will, ganz unten steht.

Fragt sich nur, ob Kalkül dahinter steckt und eine neue, uniforme, gleichgeschaltete Gesellschaft angestrebt wird, oder ob es nur der Selbstinszenierung dient und die Folgen dabei unterschätzt werden..

Das Tückische an ihnen ist ihre tatsächliche Intelligenz, durch die sie andere nur bestens zu manipulieren wissen, und die Nichtmanipulierbaren einzuschüchtern. Emotionalität ist unerwünscht, außer sie dient dazu, Debatten anzuheizen, Stimmung zu machen und zu radikalisieren. An ihre Seite gesellen sich dann Mitläufer, parolenschreiende Demagogen und Agitatoren, Leute denen dadurch ein falsches Zusammengehörigkeitsgefühl vermittelt wird und die sich davon nur gerne mitreißen lassen. Schließlich gibt es ja einen oder mehrere gemeinsame Feinde - die "Mächtigen, Politiker, Manager, Bänker", aber auch "die Dummen", und eigentlich alle, die nicht denken wie sie, oder ihr Denken hinterfragen.

Das ist die neue "kritische Masse". Der neue Mainstream, der sich dessen gar nicht bewusst ist oder sein will, dass er der neue Mainstream ist, da er sich "entschlossen und mutig" gegen den Mainstream von gestern stellt, oder alles was er dafür hält.
Dass Volksverdummung und Meinungsmache heute schon lange nicht mehr nur von BILD und DSDS ausgeht, sehen diese "kritischen" Leute nicht.

Aufgeklärtheit und kritisches Denken glänzen hier vor allem durch Einseitigkeit. Sich selbst, ihre Äußerungen, ihr Weltbild und den eigenen Dunstkreis kritisch betrachten, wollen oder können diese Leute, die ich meine, nicht. Stattdessen ist alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, DUMM oder FEIND. Da wird wie einstmals mit "gesundem Menschenverstand" argumentiert, der denjenigen fehle, die nicht ins "kritische" Mainstreamwolfsgeheul einstimmen oder dieses sogar zu kritisieren wagen.



"Realität" und "Realitätsverlust", "Vernunft", "Verstand", und ähnliche "aufklärerische" Begriffe werden als verbale Totschläger verwendet um andere zu diskreditieren, die nicht die eigene Meinung teilen, die ja selbstverständlich auch gar keine Meinung ist, sondern "Wahrheit" und "Tatsache".

Ideologie, Verblendung, Verbohrtheit, Scheuklappen, Dogmatismus, Fundamentalismus - und eine Menge Mitläufer. Kombiniert mit der politischen und sozialen Lage in Deutschland und Europa führt das zwangsläufig zu nichts Gutem. Die vorhandenen Missstände werden ausgenutzt und instrumentalisiert, um sich selbst und seine Weltsicht zu profilieren und Anhänger zu gewinnen.

(Hatten wir alles schon mal? Aber nicht doch! Heute funktioniert das viel subtiler, so subtil, dass dieser Vergleich von vielen nicht akzeptiert wird, da sie nie auf die Idee kämen, dass er überhaupt nahe liegen könnte.)

Und überhaupt, das "deutsche Volk" ist doch jetzt am "Aufwachen", überall werden Aufstände und Revolutionen herbeigesehnt, sinnlose Krawalle in anderen Ländern schon als solche gefeiert, "die Bürger wehren sich", und wenn es wirklich mal "knallt" in Deutschland, worauf viele ja schon hinfiebern, dann ist klar, wer danach das Sagen hat: Diejenigen, die sich anmaßen, für "das Volk" zu sprechen, als sei es ein homogener Körper, und sich Demokratie auf die Fahnen schreiben, obwohl es in ihrer Welt zu fast nichts mehr zwei Meinungen geben kann.

Ich möchte gar nicht weiter darüber nachdenken, und eigentlich war es auch schon viel zu viel an Text. Hätte das auch in "Rechtsextremismus" oder "Linksextremismus" oder in einer der zahlreichen "Kommt jetzt die Revolution?"-Threads posten können. Oder in einer der Integrationsdebatten, unter "Kapitalismus" oder in "Stuttgart 21". Es ist doch überall dasselbe. Dieser Trend zieht sich durch sämtliche Themen und diese Fundamentaldenke existiert in allen politischen Lagern. Es sind lange nicht mehr nur die "klassischen" Rechten oder Linken oder deren Extreme. Fundamentalisten und Demagogen tummeln sich schon längst in der sog. "Mitte", wähnen sich als kritische Aufklärer und Moralapostel, die mit stets erhobenem Zeigefinger ihre unerschöpfliche Weisheit und unantastbare Wahrheit unters Volk bringen wollen, indem sie alle, die anders sind und denken, diffamieren, deren Intellekt anzweifeln, etc.

Das fällt mir zunehmend auf, das beunruhigt mich, und das macht mich wütend.



Sind heutzutage überhaupt noch sachliche politische bzw gesellschaftliche Diskussionen möglich, so ganz ohne Polemik, Standardphrasen, Populismus, Hetze?
Wo ist die Toleranz und Meinungsvielfalt geblieben, wo der Respekt voreinander?
Warum sieht kaum jemand, dass eine Gesellschaft nicht ohne Kompromisse und gegenseitige Rücksichtnahme funktionieren kann?
Stattdessen sind wir ne Ellbogengesellschaft, die mit Ellbogen gegen sich selbst kämpft.
Kein Platz für Individualität, alternative Sichtweisen und Weltbilder.
Es gilt das Recht des Stärkeren und das Recht des Mainstream.







Ganz ehrlich, und wenn es dafür jetzt auch mächtig Kritik hagelt:

Wenn ich mir "das Volk" (bzw seine selbsternannten Fürsprecher) so anschaue bzw lese was es so an realen und Online-Stammtischen verzapft, wie es miteinander umgeht und oftmals Demokratie interpretiert... dann traue ich "dem Volk" kein bisschen mehr als den von ihm gewählten, korrupten und machtgierigen Vertretern. Letztendlich sind besonders die, die sich für besser halten, kein Stück besser!
Den meisten geht es nur um die eigenen Belange und die eigene Eitelkeit.

Wir sind ein Volk von Egoisten, Besserwissern, Rechthabern, Dogmatikern. Darum fällt es mir schwer, mich mit Massenprotesten und "Wir sind das Volk"-Rufern zu solidarisieren, selbst wenn die Inhalte dieser Proteste auch meine Belange und Forderungen sein sollten.

Könnt ihr gerne doof finden - oder wie heißt das heutzutage diskreditierenderweise... "obrigkeitshörig" ;-)

Für mich ist es viel simpler:
Keine Solidarität mit einem wütenden, emotional entfesselten "Mob", dessen einziger
Zusammenhalt auf einem gemeinsamen Feind basiert, und ansonsten jeder sein eigenes ideologisches Ziel verfolgt, bereit, jeden Andersdenkenden zu bekämpfen.
Ein "Volk" wie wir es sind, ist nicht in der Lage sich selbst zu regieren und zu verwalten.
Unsere derzeitigen Politiker allerdings auch nicht, das ist das Dilemma.


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collectivist
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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:13
Beim Wort ''Volk'' wird mir schlecht. Ist mir zu nationalistisch. Wenn dann sollte es heißen, ''Wir sind die Bürger''.


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:33
@collectivist

Stimmt. Aber am häufigsten heißt es "Volk". Und so ist dann auch die Sichtweise derjenigen. Dass "wir" alle gleich wären, homogen, jeder die gleichen Ziele und Vorstellungen von Gesellschaft hat. Dabei wird ignoriert, dass dem keineswegs so ist, sondern meistens einfach nur die sich am besten und lautesten profilierende Masse/ Lobby alles andere untergräbt.


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collectivist
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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:38
@Südlicht
Wer das meiste Geld besitzt, hat somit den größten Einfluss in der Politik. Ist klar dass, die Stimme eines Multimilliardärs mehr Gewicht hat als die Stimme eines normalen Bürgers. Schließlich ist jede Nation von seiner Wirtschaft abhängig. Die Industrie dagegen kennt keine Nationen, die können abwandern und anderswo ihr Lager aufschlagen.


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collectivist
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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:43
@Südlicht

Nationen und Völker sind nicht echt. Die Grenzen sind nicht echt. Alles eine Menschliche Interpretation. Konzerne kennen keine Grenzen. Nur der normale Mann ist immer noch der nationalistischen Ideologie verfallen. Dieses Video wurde zwar schon von anderen Usern gepostet, aber es macht Sinn.



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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:46
Wow, wunderbarer Thread, ist so ziemlich das, was ich mir schon lange denke.

Allerdings zähle ich beschriebenes Verhalten gerade nicht der Intelligenz zu, diese vermag ja gerade kritisch zu denken, sondern eher der "Bildungunterschicht". Auch wenn es einige vor den Kopf stoßen sollte, die, die am lautesten poltern sind meist die, welche die niedrigsten Anforderungen auf Interpunktion, Rechtschreibung und Satzbau stellen.

Heutzutage ist es einfach "in" gegen das Establishment zu sein. Da wird einfach nicht kritisch hinterfragt, warum Dinge so sind wie sie sind, es ist einfach "Scheiße".

Lustigerweise ist das kritische Hinterfragen ja gerade ein Hauptargument der Möchtegeranarchisten aber Informationen und Menschen, die in die eigene Ideologie passen, denen wird dann bedenkenlos und ungeprüft hinterhergelaufen.


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 19:49
@Quimbo
Quimbo schrieb:Lustigerweise ist das kritische Hinterfragen ja gerade ein Hauptargument der Möchtegeranarchisten aber Informationen und Menschen, die in die eigene Ideologie passen, denen wird dann bedenkenlos und ungeprüft hinterhergelaufen.
Thats it! :-)


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 20:14
@Südlicht
hm, und wieder benutzt jemand ein seltsames wort, das mir im sarrazyn-thread öfter aufgefallen ist. ich weiß bis heute nicht was damit gemeint ist. deswegen die frage: was genau sind andersdenkende? kann man das irgendwie definieren?
außerdem muss ich caliber recht geben: das volk als solches existiert nicht, denn die bürger dieses landes bilden keine homogene masse. genauso wenig gibt es »den bürger«.
scheinst dir ja was von der seele geschrieben zu haben. hoffe, dass es dir nun besser geht :)


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 20:23
moin!

wir sind kein volk. wir sind der schlafende michel; einzahl trifft es am besten.

das bild einer sich an talkshows und superstar-castings ergötzenden masse, die es tagesblatt-technisch vieleicht grade noch zur BILDung schafft und abends bei der tagesschau abschaltet und - falls noch nicht eingelullt - sich spätestens bei den tagesthemen dann die welt erklären lässt, ist doch nur eines: ein bild.

zugegebenermaßen ein schönes, weil man sich gleich viel besser fühlt in der eigenen bedeutungs- und sinnlosigkeit des daseins. ;)
Südlicht schrieb:Wenn ich mir "das Volk" (bzw seine selbsternannten Fürsprecher) so anschaue bzw lese was es so an realen und Online-Stammtischen verzapft, wie es miteinander umgeht und oftmals Demokratie interpretiert... dann traue ich "dem Volk" kein bisschen mehr als den von ihm gewählten, korrupten und machtgierigen Vertretern. Letztendlich sind besonders die, die sich für besser halten, kein Stück besser!
Den meisten geht es nur um die eigenen Belange und die eigene Eitelkeit.
dient das jetzt dem hehren ziel einer besseren welt oder deiner eigenen eitelkeit? ;)
Südlicht schrieb:Wir sind ein Volk von Egoisten, Besserwissern, Rechthabern, Dogmatikern. Darum fällt es mir schwer, mich mit Massenprotesten und "Wir sind das Volk"-Rufern zu solidarisieren, selbst wenn die Inhalte dieser Proteste auch meine Belange und Forderungen sein sollten.
ja, das sind wir wohl - und wenn wir alle mal ganz ehrlich sind, können wir diese eigenschaften auch bei uns selbst finden. wenn du denkst das würde evolution per se unmöglich machen hast du dich jedenfalls geschnitten, aber den schnitzer haben sich schon ganz andere erlaubt.
Südlicht schrieb:Könnt ihr gerne doof finden - oder wie heißt das heutzutage diskreditierenderweise... "obrigkeitshörig" ;-)
stimmt, is mittlerweile eh ein und dasselbe. :)

ich finds nur schade, du scheinst von dir als staatsbürger jedenfalls nicht viel zu halten.
Südlicht schrieb:Für mich ist es viel simpler:
Keine Solidarität mit einem wütenden, emotional entfesselten "Mob", dessen einziger
Zusammenhalt auf einem gemeinsamen Feind basiert, und ansonsten jeder sein eigenes ideologisches Ziel verfolgt, bereit, jeden Andersdenkenden zu bekämpfen.
KEINE solidarität ist vor allem keine neue idee. warum der ruf nach einfachen, möglichst simplen lösungen im headline-format nie ihren charme verlieren werden könnte die eigentlich viel interessantere fragestellung lauten.
Südlicht schrieb:Ein "Volk" wie wir es sind, ist nicht in der Lage sich selbst zu regieren und zu verwalten.
Unsere derzeitigen Politiker allerdings auch nicht, das ist das Dilemma.
oha. wenn du "uns" schon mit der politikiller-kaste auf eine ebene stellst seh ich schon fast schwarz-geld. vieleicht liest du einfach zu viel hier im forum, der politikbereich ist eh ganz üble kost fürs bild von den mitmenschen.

geh mal raus ins gewimmel zu den normalos da draußen, du wirst dich wundern wie wenig "normal" die im einzelfall tatsächlich sind...

grüße
:)


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 20:23
Das hat Südlicht doch bereits im Eingangspost erwähnt (und wie ich finde ist der gesamte Satz äußerst treffend!) :
Südlicht schrieb:Diejenigen, die sich anmaßen, für "das Volk" zu sprechen, als sei es ein homogener Körper, und sich Demokratie auf die Fahnen schreiben, obwohl es in ihrer Welt zu fast nichts mehr zwei Meinungen geben kann.


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"Wir sind das Volk"

13.12.2010 um 20:29
@collectivist
collectivist schrieb:Nur der normale Mann ist immer noch der nationalistischen Ideologie verfallen.
Du unterstellst dem normalen Menschen eine gewisse Inkompetenz beim bewerten seiner Umwelt. Nicht gut...

@Südlicht

Es ist schwer, sich eine unabhängige Sichtweise auf die Geschehnisse in Deutschland zu erarbeiten, da man gewisse Themen nur bruchstückhaft mitbekommt. Vielfach wird auch in der Politik eine bevölkerungsferne Sprache gewählt, sodaß die Ziele unserer Volksvertreter kaum verständlich scheinen. Zudem wird viel Meinung auch durch die Medien verbreitet, die wohl oft genug mit dem politischen Strom schwimmen aber mit gut nachvollziehbaren und unabhängigen Artikeln geizen.

Gottseidank gibt es das Internet und die ein oder andere Meinung, Statistik oder Wahrheit kann dort in Erfahrung gebracht werden.


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 00:53
@richie1st

"Andersdenkende" sind für mich die, die anders denken als die Masse, nicht mit den Wölfen heulen, und deswegen mit ihren Gedanken öfter anecken. Aber eigentlich bezieht es sich auf den Umgang miteinander: Wie gehe ich mit jemandem um, der eine andere Meinung hat als ich?
richie1st schrieb:das volk als solches existiert nicht, denn die bürger dieses landes bilden keine homogene masse. genauso wenig gibt es »den bürger«.
Genau das kritisiere ich ja. Dass so getan wird als ob es "das Volk", "den Bürger" gäbe.
richie1st schrieb:scheinst dir ja was von der seele geschrieben zu haben. hoffe, dass es dir nun besser geht
Jou. :-)


Wobei doof ist, dass man mich scheinbar so häufig missversteht.


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 01:17
@kurvenkrieger

Ich sitze grübelnd vor Deinem Beitrag und weiß ihn nicht so richtig einzuordnen, zu interpretieren.

Darum nur zu wenigen Punkten kurz ein paar Worte:
kurvenkrieger schrieb:ja, das sind wir wohl - und wenn wir alle mal ganz ehrlich sind, können wir diese eigenschaften auch bei uns selbst finden.
Ich schrieb nicht ohne Grund "wir". Denn ich beziehe mich selbt mit ein. Egoismus ist menschlich, bis zu einem gewissen Grad. Deswegen wird es auch nie ein harmonisches, für jeden gerechtes Zusammenleben geben.

Zu viele unterschiedliche/ unvereinbare Meinungen, Weltbilder, Lebensvorstellungen, Bedürfnisse, Prioritäten ...
Zu wenig Kompromissbereitschaft. Wenn der Mensch sich auf dieser Ebene nicht weiter entwickelt, wird man das nie in den Griff kriegen. Da können noch so viele Gesellschaftssysteme "durchprobiert" werden. Letztlich landen wir immer wieder da, dass eine Gruppe stärker und einflussreicher als andere Gruppen ist und den Rest regieren, unterdrücken, ausbeuten kann. In welcher Form auch immer.

Darum gehts mir im Kern.
kurvenkrieger schrieb:oha. wenn du "uns" schon mit der politikiller-kaste auf eine ebene stellst seh ich schon fast schwarz-geld.
Ironie oder Ernst?

Doch, ich stelle "uns" auf dieselbe Ebene. Politiker sind keine Aliens, sondern Menschen. Mit menschlichen Eigenschaften, zu denen eben auch Egoismus, Gier (nach Macht bzw Geld), Lug und Betrug gehören.

Ich sehe unsere Gesellschaft nicht in "Kasten" aufgeteilt, "Oben" vs. "Unten", weil das meiner Meinung nach diejenigen fördert, die sich aufgrund von mehr Einfluss, Macht, Geld als etwas "Höheres", Besseres ansehen als den Rest.
kurvenkrieger schrieb:geh mal raus ins gewimmel zu den normalos da draußen, du wirst dich wundern wie wenig "normal" die im einzelfall tatsächlich sind...
Normalität ist etwas Schwieriges. Im Grunde gibt es sie nicht, sie ist abhängig vom eigenen subjektiven Blickwinkel, dem was man kennt und als normal empfindet. Insofern hast Du Recht. Jeder Mensch ist ein Individuum.

Die wenigsten lassen dies aber zu, sondern passen sich auferlegten (weil anerzogenen oder durchs Umfeld erworbenen) Normen an, ordnen sich Gruppenzwängen unter oder rennen Trends hinterher... tragen eine Maske und sind alles andere als sie selbst.
Deswegen wirken sie "Mainstream" (bzw Kategorie X, weil es "den Mainstream" genausowenig gibt wie "das Volk"), konform, "normal".

Das ist in Foren nicht anders, bis auf den Unterschied, dass sich im Schutze der Anonymität mehr Leute trauen, sich zu öffnen, zu ihrer eigenen Meinung zu stehen. Trotzdem regieren auch im Netz Populismus und unreflektierte Massenmeinungen...

So weit für den Moment. :-)


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 01:28
@Südlicht
also ich vermute mal, du beziehst dich überwiegend auf allmy. die leute vertreten in den verschiedenen threads unterschiedlichste positionen. ich kann eigentlich nirgends einen mainstream erkennen. in den diversen threads gibt es unterstützer/befürworter und kritiker. das ist in den diversen islam-threads, im sarrazyn-, wikileaks- oder stuttgart21-thread so. ich sehe keine meinungsdiktatur und die versch. positionen halten sich die waage. es gibt gute und bessere argumente, und selbst dies liegt im auge des betrachters. das ist meine sicht der dinge.
vielleicht ist bei dir einfach irgendein fass übergelaufen, das dich dazu veranlasst hat diesen thread zu eröffnen. aber nun hast du ja dampf abgelassen ;)


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 01:49
@richie1st

Nee, Allmy ist nicht der Maßstab. Dazu bin ich zu selten hier.
Es sind eher gesammelte Erfahrungen der letzten Jahre, die ich in politisch-gesellschaftlichen Diskussionen im RL und in diversen Online-Foren gemacht habe.


"Den Mainstream" gibt es nicht, das stimmt, und es ist einer meiner Denk- bzw Formulierungsfehler, ihn immer so zu benennen.

Es gibt verschiedene Strömungen. So viele wie es Ideologien gibt. Nur wird das Ganze immer radikaler, hab ich den Eindruck, und die Erwartungshaltung, sich klar zu positionieren, Freund und Feind zu unterschieden, immer größer.


Luft ablassen? Na, sagen wir mal ich wollte es hier einfach zur Diskussion stellen. Hier schien mir das geeignete Forum, um meine subjektive Sicht mal mit der "objektiven Sicht" (= Meinungsvielfalt verschiedenster Teilnehmer) zu vergleichen.


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 01:50
@richie1st:
Magst Du den Eingangstext nocheinmal lesen? Hab das Gefühl, dass Du ihn nicht oder missverstanden hast (dein Einwand lässt es vermuten). LG :-)


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 01:55
@Amely
nur weil du etwas andere geantwortet hättest, heißt das noch lange nicht, dass ich ihn falsch verstanden habe. aber danke für den einwand, vielleicht les' ich ihn nochmal :)


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Koriander
ehemaliges Mitglied

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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 02:34
Guten Morgen @richie1st @Amely @Gwyddion ,?@kurvenkrieger

oder schon gute Nacht ?



Der Volksfeind@Südlicht,
oder Texte des Grauens
Südlicht schrieb:Keine Solidarität mit einem wütenden, emotional entfesselten "Mob", dessen einziger
Zusammenhalt auf einem gemeinsamen Feind basiert
Der Haupt-"Feind" des Volkes ist nun einmal die Ausbeuterclique mit ihren Verwaltungs-und Manipulationsinstanzen, global betrachtet eine Ausbeutungselite, die den weltweiten Reichtum gierig auf ihren Konten verteilt. Deshalb hungern weltweit 1 Milliarde Menschen und sterben jährlich bis zu 100 Millionen Menschen den Hungertod.
Leider gibt es viel zu wenig Volkssolidarität und noch längst keinen wütenden entfesselten "Mob". Das was Du hier schreibst, ist gnadenlos überzeichnet und meilenweit von jeder Realiät entfernt.
Südlicht schrieb:Das ist die neue "kritische Masse".
Wen oder was meinst Du denn jetzt, wieder nur ein Klischee,
neue Ergebnisse aus Cern,
oder tatsächlich die Mehrheit der verarmten Menschheit, denen Du
Deine "Solidarität" vorenthälst- sollte diese Mehrheit jemals revoltieren.
Südlicht schrieb:Kombiniert mit der politischen und sozialen Lage in Deutschland und Europa führt das zwangsläufig zu nichts Gutem
Ach.
Südlicht schrieb:Aufgeklärtheit und kritisches Denken glänzen hier vor allem durch Einseitigkeit
Neieiein, bite nicht ! Das ist ja furchtbar.
Südlicht schrieb:Dass Volksverdummung und Meinungsmache heute schon lange nicht mehr nur von BILD und DSDS ausgeht, sehen diese "kritischen" Leute nicht.
So so, noch ein Klischee !
Südlicht schrieb:Ich möchte gar nicht weiter darüber nachdenken
Möchtest Du nicht, willst Du nicht,
oder kannst DU nicht ?
Südlicht schrieb:Für mich ist es viel simpler
Das merkt man deutlich, hättest Du aber nicht extra schreiben müssen.
Du hast mich gerufen, hier bin ich. :)

Für Deinen meines Erachtens recht "volksfeindlichen", widersprüchlichen bis abstrusen Beitrag voller Klischees, hast Du Dir zumindest ein kleines Weihnachsgedicht verdient :

Klischee, Klischee
ein Sätzlein brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht der Südlicht vor der Tür.


Frohes Fest.



.


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Koriander
ehemaliges Mitglied

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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 02:44
P.S.
Klischee, Klischee
ein Sätzlein brennt,
erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier,
dann steht das Südlicht vor der Tür.
Koriander schrieb:der Südlicht
sollte heißen das Südlicht


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"Wir sind das Volk"

14.12.2010 um 02:47
@Koriander

Wäre gut, wenn du anstatt rumzupoltern beim nächsten Versuch auch Inhalt oder vielleicht Kritik in deinem Beitrag unterzubringen versuchen würdest.

Aber netter Trollversuch...
Koriander schrieb:Für Deinen meines Erachtens recht "volksfeindlichen", widersprüchlichen bis abstrusen Beitrag voller Klischees, hast Du Dir zumindest ein kleines Weihnachsgedicht verdient
"volksfeindlich", aha. Du bist nicht zufällig Mitglied von diversen braunen Randgruppen? So ein Unsinn, das Wort volksfeindlich gibt es in diesem Zusammenhang nicht, es gibt nur unterschiedliche Meinungen und jede hat mehr oder weniger Grundlage.

Du bist das Paradebeispiel des Eingangposts und dabei hast du diesen nichteinmal richtig verstanden.


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