orlets schrieb:Ein sehr umstrittenes Thema. Die einen sagen,es kann den Tieren nicht schaden, die anderen sind dagegen und meinen,dass ein solches Tier frei in der Wohnung nichts zu suchen hat und da schließe ich mich mit an und diese Meinung stehe ich nicht alleine da, sondern auch viele Mitglieder aus die Arbeitsgruppe AG Agamen (zu die die Bartagame gehören) und der AG Iguana.
Es handelt sich um streng beaufsichtigten Freilauf in einer sehr übersichtlichen, aufgeräumten Wohnung (keine erreichbaren z.B. Putzmittel oder vergleichbare Substanzen, Steckdosen (die sind bei uns nicht bodennah sondern hoch montiert) oder Steckdosenleisten, Zimmerpflanzen, Kleinteile; die Räume Bad und Küche sind nicht erreichbar; Aquarium ist nicht erreichbar; es gibt auch keine anderen Haustiere die sich durch die Wohnung bewegen; keine unübersichtlichen Bereiche wie Kisten/"Rumpelkammer" etc). Ein Entlaufen ist nicht möglich (Neubauwohnung ohne Spalten, Lüfungsöffnungen nicht erkletterbar in 2 m Höhe, es können auch keine Türen nach außen offen gelassen werden; Fenster nicht erreichbar).
Warum ich persönlich diesen gewähre: Das Tier kann dann auch mal größere Strecken zurücklegen und rennen. Das Tier bleibt an moderates Handling gewöhnt (was ich für kurze Checks nicht schlecht finde, obwohl das Tier gesund ist und auch z.B. Femoralporen bislang ganz unauffällig sind). Es handelt sich ferner nur um wenige Minuten (Tier wird nicht auskühlen gelassen) ungefähr alle zwei Wochen. Hundertprozentig ohne Zug wird die Wohnung nicht sein, wir setzen aber z.B. keine Klimaanlage ein. So finde ich das in Ordnung und werde es auch beibehalten, auch da ich bei einem Tier dieser Größe (und Stärke) eine komplette "hands off"-Haltung nicht wirklich sinnvoll finde.
Beim Boden handelt es sich um raue Kunststeinfliesen. Das Tier läuft darauf sicher (langsam wie schnell). Wir verwenden keinerlei Teppiche oder Läufer und auch sonst keinen erreichbaren Stoff wie meinetwegen Bodenkissen (schonmal weil wir die selbst nicht mögen).
Es wird ferner kein "katzenartiges" Verhalten aufgezwungen, d.h. es wird nicht "gekuschelt", auch gibt es keine Beschäftigungsmaterialien aus Stoff (generell nicht, ich nutze auch keine Reptilien-Hängematten oder dergleichen weil die Krallen und auch Stacheln hängenbleiben würden), und es werden keine Spielzeuge eingesetzt, sondern wenn, dann weitere tiergerechte Materialien ausgelegt (ich habe da z.B. zusätzliche Steine die angeschaut und bezüngelt werden). Es ist dabei eine helle Färbung ohne "stress marks" zu beobachten.
orlets schrieb:Die Tiere,die das dürfen, haben oder bekommen dann den Drang wieder raus zu wollen. Manche können das auch nicht mehr abwarten, werden ungeduldig....
Das habe ich nicht beobachtet bei meinem Tier (o.g. Freilauf wird seit 1,5 Jahren gewährt), und er geht auch gerne zurück ins Terrarium. Kein Kratzen an den Scheiben, kein Toben etc. (Dürfte auch an der Terrariengröße und -einrichtung liegen.)
Somit werde ich das beibehalten; würde das aber unter anderen Umständen (z.B. Teppich, andere sich in der Wohnung bewegende Tiere, Wohnung mit Spalten oder bodenniedrigen Lüftungsöffnungen, Kinder und insbesondere kleine) sein lassen.
Eine generelle Empfehlung dürfte auch schwierig sein, da sich Wohnsituationen unterscheiden können. In der vorherigen Wohnung (Altbau-Holzhaus mit Spalten, Lüftungsöffnungen im Boden) hätten wir das nicht gemacht.