So auch wenn Ich wegen einer Erkältung immer noch nicht ganz auf dem Damm bin, es muss ja mal weiter gehen mit dem ollen Däniken. Leider ist Alkohol jetzt aus gesundheitlichen Gründen kein Thema mehr, zumindest nicht in den Mengen die man bei einem Däniken-Buch bräuchte.
:D Bleibt also nur noch den Kopf auf den Tisch schlagen übrig.
Da ja bei der letzten Rezension gefragt wurde warum ich überhaupt die Bücher lese, nun das wäre nicht nötig wenn die Schwurbler mal ihre Behauptungen mit vernünftigen Quellen untermauern könnten. Weil "Such doch selber!" oder "Das steht bei Däniken!" ist nun einmal keine wirkliche Quelle. Also auf geht es in den Wahnsinn.
"Prophet der Vergangenheit"1. Auflage, Econ Verlag, 1979
ISBN 3-430-11995-2
Lustigerweise gibt es sogar eine persönliche Widmung von Erich von Däniken auf dem Schmutztitel.
:) Das Universum hat doch Humor.
Es geht mit der Bundeslade los.
Laut Däniken wird allein in der Sohar auf über 50 Seiten auf die Bundeslade selbst eingegangen. Er geht dann darauf ein das man sich nur in einem einig sei, nämlich das man sich uneinig ist über Gewicht, Form oder Funktion. Das Ganze ist, zumindest in meinen Augen, ein reines Vorspiel und wenn man sich mal ein Zitat von Däniken ansieht dann wird die Richtung klar:
Zitat: "Eigentlich müßte man den Bibel-Kriminologen die Leviten lesen ob ihrer Uneinigkeit, so, wie es Mose in seinem 3. Buch getan hat, in dem er den Priester-Leviten ihre Vorschriften gab." Quelle: Seite 14
Alle doof, außer Erich. Aber Ich will nicht zu weit vor greifen.
Um FrankD mal ein wenig in seinem Grab rotieren zu lassen werfe Ich mal zwei Namen in den Raum: Sassoon und Rodney.
Wer nichts damit anfangen kann, es handelt sich dabei um die zwei Autoren von "The Mana-Machine" (ISBN 978-3811801707), welche aus der Bundeslade eine Manamaschine gemacht haben welche die Israeliten auf ihrer Reise durch die Wüste mit Nahrung versorgte. Wer ein halbwegs technisches Verständnis hat wird beim lesen vom Buch Schmerzen haben, große Schmerzen! Ingenieuren rate Ich vom lesen des Buches komplett ab. Ich sage nur: Schmerzen!
Hier gibt es einen Sidekick der aber Dänikens Arbeitsweise aufzeigt, er behauptet auf Seite 20 das "Kosmos 954" im Jahr 1977 abgestürzt sei, und seine "über 45 Kg radioaktives Uran-235 über Kanada verteilt habe. Das stimmt teilweise, die haben "nur" 31 Kg Uran an Bord. Ok, kann passieren zur damaligen Zeit. Aber jetzt kommt das was Mir sauer aufstößt und auf das man später immer wieder treffen wird. Nämlich seine Äußerung:
Zitat: "Beim Absturz von "Kosmos 954" war der Reaktor durch die Reibungshitze geschmolzen, seine tödliche Fracht frei geworden. Nach freundlichem Shakehands der Politiker wurde Entwarnung gegeben. Sie haben mit ihrem Händeschütteln die radioaktiven Strahlen nicht beseitigt, lediglich die die politische Brisanz entschärft." Quelle: Seite 20
Wie man zb. auch Wikipedia entnehmen kann wurde eine Suchaktion gestartet, man hat rund 10% des Materials geborgen. Dabei wurden 124.000 Km2 abgesucht. Also ein "Shakehands" sieht, zumindest für mich, doch ein wenig anders aus. Hätte man mehr bergen können? Vielleicht, aber Kanada im Winter ist nun nicht gerade der kuscheligste Ort, das Teil ist im Januar abgestürzt! Und zu seiner Zeit ging das unter Garantie ganz groß durch die Medien, er hatte also besseres Material als wir.
Auf Seite 22 zieht er dann ein Zwischenfazit. Wenn Ich jetzt sage das natürlich Außerirdische die Lade bzw. die Maschine den Israeliten gegeben haben, ist da jemand von überrascht? NIcht wirklich oder?
Es geht weiter, die Kebra Nagast wird verstümmelt wie man sie braucht. Man fliegt mit der Bundeslade durch die Gegend, also alles wie gehabt. Kommt mir irgendwie bekannt vor.
Naja zumindest kann man das gute Stück noch finden, entweder Nähe Jerusalem oder in Äthiopien (wobei es die Faschisten nach Rom, und somit in den Vatikan, gebracht haben könnten).
Egal, genug Bundeslade. Zur Auflockerung gibt es eine kleine Story um die Stadt Z bzw. um Percy Fawcett.
Nett und entspannend, ich habe da nicht groß geforscht was real ist und was vielleicht verdreht wurde. War auch nur ein kurzer Füllblock. Wer Interesse daran hat der wird viel Material dazu finden. Schon der Wikipediaeintrag zu Fawcett liest sich wie ein Abenteuerroman.
Ab Seite 59 geht es um künstliche Befruchtung, wenn man bedenkt das 1978 das erste Retortenbaby gezeugt wurde kann man sich vorstellen wie heiß es zu der Zeit her ging in den Medien. Er steht dem ganzen nicht wirklich kritisch oder ablehnend gegenüber. Auf Seite 65 kommen wir dann zur Rassenfrage und da fallen dann Sätze die, heute definitiv, nicht gerade positiv sind.
Zitat: "Die Evolutionstheoretiker geben an, das der Mensch vom Affen abstammt. Doch: wer hat jemals einen weißen Affen gesehen? Oder einen dunklen Affen mit krausem Haar, wie es die prächtigen Vertreter der schwarzen Rasse ziert." Quelle: Seite 65
Schon damals war bekannt das Menschen die selbe Rasse sind. Und auch das Niemand behauptet wir haben uns aus dem Affen entwickelt, die sind ein Seitenstrang mit denen wir gemeinsame Vorfahren teilen. Auch das war zu der Zeit nichts wirklich neues. Laut Däniken kann der schlaue Mensch ja nicht von dummen Vor-Affen-Spezies abstammen, da waren Außerirdische am Werk.
Däniken stellt hier auch die Fragen:
Welcher Rasse gehörten denn die ersten Menschen an?
Warum gibt es verschiedene Rassen?
Es wird da noch etwas kritischer, zumindest in meinen Augen, im weiteren Text. Er ist da definitiv ein Kind seiner Zeit. Er zieht da auch eine Rassendefinition der UNESCO von 1951 heran, sagen wir mal so, den folgenden Text von ihm könnte man heute nur noch im KOPP-Verlag verlegen. Ist Däniken ein Rassist? Ich denke Nein, aber vom Kulturrassismus kann er sich nicht freisprechen.
Weiter im Text, er zieht eine Untersuchung von Prof. Alan C. Wilson und Mary-Claire King heran um zu belegen das Menschen nur durch Außerirdische Zucht entstanden sein können. Weil unsere Eiweißstruktur mit der von Schimpansen in 146 Makromolekülen überein stimmt. Und die Übereinstimmung von Fußpilz mit dem Braunen Champignon deutet darauf hin das viele Menschen in Wirklichkeit von Pilzen abstammen. Der letzte Satz stammt von mir, aber mal ehrlich, wie kommt man auf so eine Kausalkette?
Er spekuliert jetzt auf Seite 73 darüber ob die unterschiedlichen Rassen der Menschen durch unterschiedliche Besucher von Außen gekommen sind.
Zitat: "Sonderte eine erste Gruppe den homo sapiens vom Affenstamm ab und hinterließ drum eine schwarze Rasse? Folgte Jahrtausende später eine andere Weltraumexpedition mit einer weißen oder gelben Besatzung? Mißfiel die schwarze Rasse, änderte sie den genetischen Code per Genchirurgie und programmierte nun eine weiße oder gelbe Rasse?" Quelle: Seite 73
Es geht noch einige Seiten so weiter, wer da Interesse hat der sollte selber nachlesen. Für einige der Aussagen würde er als Forenmitglied gebannt werden.
Ab Seite 91 geht es um das was wir heute KI nennen.
Ab Seite 93 kommen wir zu @Nemon. Ach Quatsch! Zu den Wagenspuren auf Malta meinte Ich!
Aber das ist einfach nicht meine Baustelle. Aber es gibt hier an einigen Stellen mal wieder das lange vermisste Wissenschaftsbashing. Nicht wirklich neues. Was auch nicht fehlen darf, weil sonst wäre es kein echter Däniken, Steinzeitmenschen können so etwas wie das Hypogäum Niemalsnicht gebaut haben. Interessant ist das Däniken hier auf Seite 136 bejaht das es Riesen gegeben habe. Er führt da einige Literatur an, die Ich habe nicht überprüft habe. Zumindest habe Ich eine meiner Fragen in Teilen beantwortet, weil die Schwurbler ja auch immer auf Riesen kommen und dann meinen "Däniken hat es gesagt!". Das was Däniken bringt ist dünner als ein Stück Haushaltsfolie.
Eine lustige Idee hat er da noch! Auf Seite 137 sinniert er darüber ob es Samenbanklager waren oder ob man dort noch Samenbanken der Außerirdischen finden könnte. Da schickt man mal die Frau nach Malta, und die kommt mit einem säurespuckenden Baby zurück. Willkommen auf der Nostromo!
Auf Seite 148 sind die Menhire dran. Die Antwort? Riesen! Klar, wer auch sonst.
Däniken macht sich dann auch Gedanken darüber welche Rasse diese Riesen denn wären oder gewesen sind. Nach knapp einer Seite sind wir aber durch und wieder bei den Menhiren. Däniken bringt hier eine Idee auf den Tisch die Ich noch nicht gehört habe, vermutlich aus guten Grund. Rudolf Kutzer soll in der Anordnung der Menhire eine Antenne erkannt haben! Es wird über Piezoelektrik geschwurbelt und lassen wir es besser dabei.
Es gibt hier eine einseitige Erklärung über Habitate im Raum. War zu der Zeit ziemlich angesagt die Idee.
Ich finde die Idee mit den kurzen Auflockerungen im Buch eigentlich nett. Wenig Nährwert aber hübsch.
Ab Seite 159 geht es nach Asien. Es beginnt mit Garudah, dem Fürst aller Vögel. Der macht lustige Dinge wie auf einen Götterberg fliegen, bissel Ambrosia klauen und fliegt dann zum Mond. Er bastelt sich hier eine Kausalkatte zum Namen vom ersten Mondlander "Eagle". Däniken fragt dann auch. Zitat: "Wiederholt sich Geschichte?" Däniken startet dann einen wilden Umzug durch den Namen von Projekten und Forschungen. Das hätte er sich sparen können, aber er macht damit auch nichts kaputt.
Ab Seite 199 wird es wieder spannend!
Däniken wird dort auf einem Flughafen gefragt ob ihm bekannt sei das alle alten griechischen Tempel in exakten geometrischen Verhältnissen zueinander stehen. Es geht dabei wohl um zwei Publikationen dazu, einmal von Dr. Theophanis M. Manias und Prof. Dr. Fritz Rogowski. Hier gibt Däniken auch mal die Quellen an!
Auf Seite 201 geht es um den Goldenen Schnitt und den Entfernungen wie zb. zwischen Delphi und Theben, der immer bei 62% vom Goldenen Schnitt liegt. Sorry, bei dem Quatsch bin Ich raus! Aber es wird noch wirrer, Däniken bringt die "Forscher" Gontscharow, Makarow und Morosow ins Spiel die eine fußballähnliche Weltkarte gebastelt habe wo Kultorte immer an den Schnittpunkten liegen. Wer den Quatsch mal lesen will:
https://www.robl.de/pentagramm/idse/sputnik1974.pdfEs geht dann weiter mit Groß-Simbabwe, einer Ruinenstadt in Simbabwe. Das kannte Ich noch nicht und ist absolut spannend, man muss sich halt nur den Däniken dabei wegdenken.
Ab Seite 233 geht es in Richtung Zweistromtal. Däniken fragt dann mal wieder woher 4.00 BC eine hochentwickelte Zivilisation auftauchte. Woher hatten die Sumerer ihre Kenntnisse? Klar sind die 4.000 BC mit dem FlixBus hingefahren, ist ja wohl logisch. Ist Däniken nie die Idee gekommen das sich solche Zivilisationen im Laufe der Zeit direkt vor Ort entwickeln? Neee, bei ihm sind die immer Zack, einfach da. Aber Däniken wäre nicht Däniken wenn er nicht noch was im Ärmel hat! Die Königsliste WB 444 (
Wikipedia: Sumerische Königsliste) natürlich! Ha! Nimm das Wissenschaft! Ach lassen wir das einfach.
Ab Seite 255 geht es los mit bissel Selbstbeweihräucherung, Wissenschaftsbashing und noch Gejammere von ihm.
Ok, es ist geschafft! Die Schmerzen haben ein Ende und Ich weiß nun wie die Hölle aussieht.
Paar nette Sachen sind dabei, aber das Buch kann man ansonsten nur wirklich ganz hartgesottenen Dänikenfans ans Herz legen.