Motzfussel schrieb:Und auf welcher Fakten- und Erfahrungsbasis kam man zu dem Schluss, dass da „nichts zu machen ist“? Wer hat das erhoben, unter welchen Kriterien usw.....
Mehrfache Strandung - das dürfte eines der Hauptkriterien gewesen sein.
Wale versucht man ja generell wieder schwimmfähig zu bekommen - nur kommt bei der Ostsee dazu, dass sie kaum Chancen haben noch mal herauszufinden.
Und mit dem Transport großer Wale hat man keine guten Erfahrungen gemacht (London, 2006) - in England hat man die Konsequenz gezogen, dass man Wale, die zu groß sind, um sie aus der Themse zu retten, töten wird. Um sie nicht unnötig leiden zu lassen:
Doch dann kam das Ende, das niemand wahrhaben wollte. Kurz vor Gravesend in Kent begann der Wal zu krampfen. Das Team bereitete eine Einschläferung vor – doch das Tier starb noch während dieser Vorbereitung. Laut BDMLR litt das Tier unter schwerer Dehydrierung, Unterernährung, Muskelschäden und einsetzendem Nierenversagen. Deaville fasst es nüchtern zusammen: „Es konnte nur einen Ausgang geben – aber das erfuhren wir erst im Nachhinein.“
Das Skelett von „Willy“, wie das Wal-Weibchen genannt wurde, liegt heute im Natural History Museum in London. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in ein neues Triage-Protokoll für gestrandete Großwale ein – ein Protokoll, das laut BDMLR bis heute gilt.
Quelle:
https://www.fr.de/panorama/endete-2006-tragisch-wal-starb-bei-aktion-mit-barge-rettungsversuch-in-london-94281802.htmlWarum sich der Wal überhaupt in die Themse verirrte, ist bis heute unbekannt. Generell weiß die Wissenschaft wenig über Nördliche Entenwale. Doch aus der Rettungsaktion haben die Wissenschaftler Konsequenzen gezogen:
„Einige Jahre nach dem Vorfall gaben wir eine Presseerklärung heraus, um den Leuten mitzuteilen, dass wir den nächsten großen Wal in der Themse direkt töten werden. Die Tiere können im flachen Wasser des Flusses einfach nicht überleben. Ihr eigenes Körpergewicht erdrückt sie. Es ist unmöglich, sie zu retten. Wir wollen sie nicht unnötig leiden lassen.“
Quelle:
https://www.deutschlandfunk.de/vor-zehn-jahren-entenwal-in-der-themse-ausflug-mit-100.htmlUnd bei Timmy weiss man bislang auch nur, dass das Hineinbringen in die Barge gut geklappt hat.
Ob Timmy beim Transport in der Barge bzw. beim Herausbekommen aus dieser schwere Schäden erlitten hat und ob er sich orientieren kann, dort wo er ausgebracht wurde, und den richtigen Weg findet (voraussgesetzt er ist noch fit genug, um zu schwimmen) - das kann man derzeit noch nicht beurteilen.
Das geht erst in den nächsten Wochen anhand seines Bewegungsmusters - sofern man dieses Aufzeichen können wird.