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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

2.652 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Youtube, Verschwörungstheorien, Psiram ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

16.09.2020 um 14:11
Zitat von RoscherRoscher schrieb:Hat hier wer hintergrundwissen das er mit uns teilen möchte ?
Der Account ist nicht der Account der Bildzeitung.

Der echte heißt einfach nur https://twitter.com/BILD , der mit https://twitter.com/BILD_OnIine/status/1306008200291012608 ist ein fake- bzw. Satireaccount und schreibt das auch so in seiner Bio :D

Hier auf dieser Seite sieht man auch, dass ein beliebter Trick verwendet wurde: der Nutzername beinhaltet Buchstaben, die in manchen Schriftarten aussehen wie ein anderer Buchstabe (hier ein großes "I" statt des kleinen "l" in Online) und ist deswegen optisch erstmal nicht von dem echten Account zu unterscheiden, wenn man die Standard-Font von Twitter nutzt.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

16.09.2020 um 14:15
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Der Account ist nicht der Account der Bildzeitung.
Hehe, das ist ja mal was, hab ich mich doch glatt verarschen lassen :D

Danke!


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

30.09.2020 um 16:40
Passt das hierher?
Mhm.
Denke schon.
Oder doch besser UFO?
Egal

Ach bevor ich es vergesse :troll:


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 06:38
Und weil es ja so trendy ist, führt jetzt auch der nächste Experte seine Verschwörungstheorien ins Feld. Irgendwie scheint bei diesen "Casting Shows" ein ganzes Nest zu sein, jetzt auch der Schlagersänger Wendler. https://www.welt.de/vermischtes/article217483606/Michael-Wendler-DSDS-Ausstieg-und-Corona-Verschwoerungstheorien.html


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 07:55
Zitat von abberlineabberline schrieb:jetzt auch der Schlagersänger Wendler.
Finde es bezeichnend, dass jemand, der "Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz (sic!)" beklagt, überzeugt ist, die juristische Kompetenz zu besitzen, das beurteilen zu können...


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 09:31
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Finde es bezeichnend, dass jemand, der "Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz (sic!)" beklagt, überzeugt ist, die juristische Kompetenz zu besitzen, das beurteilen zu können...
Der Mann ist Kaufmann und sein Leben lang in Insolvenzen, Betrügereien und existenzbedrohende juristische Auseinandersetzungen verwickelt. (Wie ist die Sache mit der GEMA eigentlich ausgegangen?) Dann noch eine Fake-Ehe, die ihn wieder ins Rampenlicht bringt - und jetzt der Zusammenbruch. Mir hätte so ein Leben extrem an den Nerven gezehrt. Und selbst an so einem manipulativen Psychopathen, der er womöglich ist, perlt auf Dauer wohl nicht alles ab. Wer mit dem Verträge macht, weiß, worauf er sich einlässt.

Gibt es jetzt Leute, die ihn für so integer halten, dass sie meinen, ihm folgen zu müssen? Kommt Unterstützung von Köchen, Tänzern und Sportlern? Spannend! :popcornbull:


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 09:42
Zitat von abberlineabberline schrieb:Irgendwie scheint bei diesen "Casting Shows" ein ganzes Nest zu sein,
Dort finden sich halt besonders gerne diejenigen die nicht wirklich durch z.b. geistige oder sportliche Fähigkeiten glänzen aber aufmerksamkeitssüchtig sind.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 10:10
Zitat von NemonNemon schrieb:und jetzt der Zusammenbruch
Der fand doch schon vor Jahren statt, als er sich mit Frau Müller einließ.

Ich würde aber nicht zu sicher sein, dass er keine Nachahmer finden wird, denn die Nische der Branche, in der Herr Wendler aktiv ist, wird bei der momentanen Krisenpolitik sehr lange nicht mehr auftreten können und die Freunde der feuchtfröhlichen und kuscheligen Mitgröhlerei werden auch spätestens jetzt bemerken, dass von Après Ski- bis Ballermann-Partys, Fasching und Volksfesten alles weiterhin ausfallen wird.
Für eine sehr lange Zeit.

Herr Bohlen hat es noch nicht mal geschafft, sich gescheit von Herrn Wendler abzugrenzen, er hat sich einfach bloß lustig gemacht.
Bezeichnend. Da kann noch einiges kommen.


Und nein, sie werden nicht alleine immer dümmer. Wie auf sie reagiert wird, wird ebenso immer dümmer.

Ein Mitarbeiter der Rechtsabteilung eines großen Unternehmens soll gestern Abend noch das Netz vollgepienst haben, was für ne krasse Nachschicht er bis heute um 10 Uhr einlegen müsste. Ist das schlau?

Ich weiß es nicht.

Irgendein Hansel mag nicht mehr bei DSDS mitspielen und gibt der Regierung noch einen mit und die Presse tobt.
Was für ein Schauspiel.

Und es ist der Krisenbewältigung nicht dienlich, diese Geschichte nun auszuschlachten.

Jetzt reden wieder alle darüber. Ich glaube, das war der Plan und der ging ja wohl auf :-(
Wieder ein Haufen Stress und völlig unnötig:

Wir wissen, die Regierung hat Recht.
Wir wissen, die WHO hat Recht.
Wir wissen, es gibt gute Menschen, die alles was sie haben, dafür einsetzen, dass Corona ausgemerzt werden kann.
Wir sind in guten Händen.
Wir vertrauen nur offiziellen Quellen.
Alles ist gut.
Wenn nur alle so denken würden.

Was will denn also der dämliche Wendler schon ausrichten?
Kann Spuren von Ironie enthalten.

Ich will ehrlich nur in Frieden leben und die Krise für alle möglichst schadlos bewältigen und leiste meinen Beitrag mit CLAHA, aus meinen eigenen Bewegründen heraus.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 10:15
Zitat von SmasSmas schrieb:Ein Mitarbeiter der Rechtsabteilung eines großen Unternehmens soll gestern Abend noch das Netz vollgepienst haben, was für ne krasse Nachschicht er bis heute um 10 Uhr einlegen müsste. Ist das schlau?
Was genau hat sich da zugetragen?


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 10:24
Zitat von NemonNemon schrieb:Was genau hat sich da zugetragen?
Eben nochmal nachgeschaut, war scheinbar ein Fake. Meine Schuld.

Das Wörtchen
Zitat von SmasSmas schrieb:soll
deutete darauf hin, dass es sich nicht so zugetragen haben muss.

Vielen lieben Dank fürs Nachfragen, wo kämen wir sonst auch hin.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 10:41
Zitat von SmasSmas schrieb:war scheinbar ein Fake.
Was auch immer sich ereignet haben soll ... aber ist ja dann auch egal.


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09.10.2020 um 11:15
Zitat von SmasSmas schrieb:Vielen lieben Dank fürs Nachfragen, wo kämen wir sonst auch hin.
Womöglich würden wir uns informieren bevor wir mit Dreck schmeissen. Nicht auszudenken.

Hauptsache
Zitat von SmasSmas schrieb:Ich weiß es nicht.
Hauptsache die Armee der Strohmänner steht bereit.
Wir wissen, die Regierung hat Recht.

Wir wissen, die WHO hat Recht.

Wir wissen, es gibt gute Menschen, die alles was sie haben, dafür einsetzen, dass Corona ausgemerzt werden kann.
Wir sind in guten Händen.
Wir vertrauen nur offiziellen Quellen.
Alles ist gut.
Wenn nur alle so denken würden.
Quelle: Beitrag von Smas (Seite 48)
in Strohmann-Argument (auch Strohmann-Trugschluss, von englisch straw man fallacy oder straw man argument) ist in der Rhetorik und im Speziellen in der Eristik eine Form des sophistischen Schein-Argumentes (Red Herring), die auf einem informellen Fehlschluss beruht. Hierbei wird der Eindruck erweckt, das Argument eines Gegners zu widerlegen, während tatsächlich ein Argument (unterstellt) zurückgewiesen wird, das vom Gegner gar nicht vorgetragen wurde.
Quelle: Wikipedia: Strohmann-Argument


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 11:39
@chriseba
Und wenn ich applaudiere, ist es auch nicht recht.

Die Kampagne gegen Verschwörungstheorien in allen Ehren, aber hier im Forum nimmt das bei manchen Usern groteske Züge an, mit wie viel Biss und Verve da gegen alles minimal abweichende gearbeitet wird.

Der Regierung in der größten Krise seit dem 2ten WK zu misstrauen? Das geht nur, wenn man an VT's glaubt!
Das sagt schon alles ;-)

Ich glaube einfach nicht daran, dass am deutschen Wesen die Welt genesen kann und halte mich lieber zurück in der Beweihräucherung deutscher Krisenpolitik.

Das stünde allen Deutschen ganz gut.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:09
Hach ja, der Wendler ist jetzt Neu-Verschwörungstheoretiker.
Sein "Gesang" war ja schon schlimm, aber was nun seinem Mund entfährt, ist unter aller Kanone und eine groteske Fehleinschätzung der Wirklichkeit und seines Einschätzungsvermögens dieser.
Mit der Ansicht, Corona sei eine Erfindung von Eliten, ist Michael Wendler nun zu Corona-Leugner Attila Hildmann ins Planschbecken der Dämlichkeit gestiegen.
Immerhin kann er nun nicht tiefer sinken. Das ist ja auch was.
Nahezu alle Fernsehsender, darunter auch RTL, machten sich mitschuldig, seien gleichgeschaltet und politisch gesteuert. Auffällig an der Botschaft ist, dass Michael Wendler immer wieder stockt und nach unten rechts blickt, wo er seinen Text offenbar abliest.
:palm:

https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/wendler-dsds-ausstieg-corona-100.html


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:25
Zitat von DerHildenDerHilden schrieb:Finde es bezeichnend, dass jemand, der "Verstöße gegen die Verfassung und das Grundgesetz (sic!)" beklagt, überzeugt ist, die juristische Kompetenz zu besitzen, das beurteilen zu können...
Naja, deswegen ja, schließlich kennt er beides, wo die meisten von uns nur eines kennen.
Zitat von FlamingOFlamingO schrieb:Immerhin kann er nun nicht tiefer sinken. Das ist ja auch was.
Vorsicht! Als George W Bush Präsident war, hat man auch gedacht die Talsohle wäre erreicht.....


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:27
Dazu, dass der Umgang mit Vt'lern ebenso immer dümmer wird:

https://dergoldenealuhut.de/der-goldene-aluhut-2020-das-voting/ (Archiv-Version vom 14.10.2020)

Ratet mal, wer ganz vorne liegt beim Voting?

Herr Ballweg in Kategorie 1
Herr Eckert in Kategorie 2
Querdenken 711 in Kategorie 3
Herr Schiffmann in Kategorie 4
Kategorie 5 wird nicht von einem Maßnahmenkritiker angeführt, aber direkt auf Rang zwei sehen wir Herrn Bergmann

4 von 5 der bislang vorne liegenden sind Querdenker. Ich lache mich schlapp.
Die Orga vom Aluhut bekleckert sich nicht gerade mit Ruhm.

Die machen eine Querdenkerveranstaltung daraus. Oh weia.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:27
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Naja, deswegen ja, schließlich kennt er beides, wo die meisten von uns nur eines kennen.
Spätestens jetzt werden sich Unzählige finden und auf die Unterschiede hinweisen.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:34
Zitat von SmasSmas schrieb:4 von 5 der bislang vorne liegenden sind Querdenker
Wer sich nicht entblödet, mit Rechten, Reichsbürgern etc. zusammen in Berlin gegen sinnvolle Maßnahmen und gegen die Regierung an sich zu demonstrieren, ohne eine sinnvolle Alternative darzustellen und dann noch Leute, wie Robert Kennedy, der in der jüngeren Vergangenheit durch wirre Impfkritik und andere Verschwörungstheorien aufgefallen ist, als Redner einzuladen, der darf sich über ein solches Echo wirklich nicht beklagen.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:35
@Smas
Da liegt ein Grund warum ich vor vier, fünf Jahren mein recht aktives debunking eingestellt habe (Schwerpunkt "Reichsbürger", aktiv seit etwa 2000, noch zu Franks Zeiten).
Man klärt auf, macht sich lustig und mahnt gleichzeitig vor Gefahr - das sind so verschiedene Ansätze, die sich dermassen gegenseitig ins Gehege kommen, dass es zu frustrierend wurde zuzusehen, wie wenig man trotz allem Engagement erreicht. Wobei das natürlich nicht einschliesst, dass die aktiven, seriöseren Aufklärungsseiten mit Sicherheit geholfen haben, dass der ein oder andere gar nicht erst abrutscht.
Aber der Aufstieg der VTler ist für mich leider auch ein Versagen der Gegenseite.

Es fehlt an Strategie, fachlich sehr gut aufgestelllte Foren (wie das SSL) verderben sich mMn durch Kalauerei die Durchschlagskraft und vor allem Seriösität. Ein Jammer, wenn man bedenkt was da an Wissen vorhanden ist.
Auch der Aluhut will vielleicht zuviel gleichzeitig: spotten, aufklären und dann auch noch eine Art Fürsorge usw. -
solche Vereinigungen müssten gerade heute eine wichtigere Funktion erfüllen als sie es tun.
Man kann nicht eine heute-show machen, in der man dann auf einmal ernste Recherche a la "Report aus Mainz" bringt um im nächsten Moment plakativ-populistisch vor den Gefahren durch Faschisten zu warnen.
Das ist kein Konzept, das sind verschiedene Konzepte, und es ist kein Zufall wenn in der "ernsthaften" Medienwelt so ein Mix gar nicht erst versucht wird. Weil sowas nur funktionieren kann, wenn man ein Jahrhundertgenie wie Voltaire zur Verfügung hat. Und einen Voltaire haben wir nicht.
Man sieht das auch hier, nicht nur im VT-Bereich sondern auch bei "Wissenschaft" im Umgang mit Abzockunternehmen uä.
Ich werfe das nicht vor: es entwickelt sich von selbst, wenn Menschen unterschiedlicher Motivation sich mit ein und demselben Gegenstand beschäftigen. Die haben versch. Ansätze, das ist normal. Es fehlt mMn nur, gerade bei den professionelleren Akteuren, an Strategie.

Daneben kommt, gerade im dt. Skeptizismus im Gegensatz zB. zu den angelsächsischen Bewegungen dieser Art, eine gewisse Neigung ins parteiliche. Ich habe da sehr viele Leute getroffen, die sich klar links definieren. Was ich auch, in gemässigten Sinn, tue. Aber Skeptizismus und Aufklärung sind überparteiliche gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Da sind viele Leute, die sich einbringen könnten, denen aber unnötig Hürden in den Weg gelegt werden weil sie sich politisch zB. konservativ verorten. Dass das Anliegen, sich gegen VTs zu engagieren, wirklich über die Parteigrenzen geht. Und man da auch über den eigenen Schatten springen könnte - mit Leuten sich zusammen gegen VTs zu engagieren, mit denen man in anderen gesellschaftlichen oder politischen Fragen absolut nicht einer Meinung ist... Man beraubt sich da einiger Möglichkeiten. Man stelle sich nur vor, man hätte eine kompetenten, sicheren und guten debunker für Reichsbürger-Themen - der Mitglied der AfD wäre. Das würde wahrscheinlich nicht funktionieren, und schon damit grenz man Akteure und Publikum mMn zu sehr ein. Auf der einen Seite sieht man die gesellschaftliche Gefahr durch diese destruktiven Tendenzen. Begegnet ihr aber auf der anderen Seite, als sei das ein "linkes" Anliegen.
Wenn es das ist (und das ist es nicht!): dann sieht es düster aus...

Ich habe zB. sehr engagierte Leute getroffen, die sich "aus Prinzip" nicht mit der BILD-Zeitung oder rtl unterhalten würden. Übersehen aus meiner Sicht dabei, dass diese Medien in Sachen Verschwörungstheorie potentiell Verbündete sind. Da kommen die eigene politische Überzeugung und auch Vorurteile der Durchschlagskraft in die Quere.

Gehts in Richtung Religionskritik (traditionell ein starker Aspekt im Skeptizismus) siehts dann gerade hierzulande extrem düster aus. Was nicht an den einzelnen Akteuren liegt (da haben einige Erfahrungen und Wissen) sondern an den Strukturen. Da werden ganze Themenfelder, ganze Richtungen und damit auch eine Menge aktive Unterstützung vernachlässigt. Vor ein paar Jahren hätte ich noch gedacht: wir brauchen einen deutschen Christopher Hitchens, Sam Harris, Richard Dawkins. Aber mittlerweile hat sich das Klima so gewandelt, dass sogar diese Leute "verdächtig" geworden sind. Dawkins zB., sicher einer der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart, wird von Vorträgen ausgeladen usw.
Da wird Skeptizismus tatsächlich nach Ideologie bewertet und ausgerichtet... Aktionismus, Parolen, Vereinfachungen verhindern vielleicht zu oft Differenzierung. Die Antwort auf platte Parolen sind eben nicht unbedingt eigene platte Parolen.
Wobei da teilweise auch Leute rumspringen, die zuwenig über die Inhalte wissen die sie verteidigen. Hab da ganz haarsträubende Sachen erlebt, wo selbstbewusst und in bester Absicht auf offener Bühne Sachen vorgetragen werden, die inhaltlich grob falsch sind, und man sich nur denkt "zum Glück ist das hier keine Diskussion mit der Gegenseite...".

Auf der einen Seite sah man auf "unserer" Seite die Gefahr von VTs früh, engagierte sich früh, aber hat bis heute kein Rezept gefunden hier wirklich ein Faktor in der öffentlichen Meinungsfindung zu werden. Und da sind Leute dabei... die können mit Medien super umgehen, die kannste live in ner Diskussion ins TV bringen, und die sind schnell, gut, cool. Aber zu wenig präsent, weil der Hintergrund vielleicht dann doch nicht so belastbar seriös ist wie das von den grossen Medien erwartet wird. Vielleicht, ich vermute das nur.

Die Spottlust, auch teilweise vorhandene Arroganz oder sogar Schadenfreude machen es den fence-sittern viel zu leicht, nicht zuzuhören. Der VTler hingegen nimmt diese Leute mit offenen Armen, bestätigt sie und ihre Ansichten - um sie dann weiter zu indokrinieren.
Die sozialen und psychologischen Komponenten des VTlers und der VT-Gruppe um ihn herum wurden zwar gesehen. Aber man war nicht in der Lage es zu berücksichtigen.

Ich habe darüber mit einigen aktiven Aufklärern gesprochen - es war nicht vermittelbar.
Das eigene Engagement, die Gruppe, das Gefühl sich für das Richtige einzusetzen usw. hat aus meiner Sicht ein wenig betriebsblind gemacht. Zudem ich da genug Leute getroffen habe, die den VTler gar nicht erreichen wollten.
Da war man eher froh, den in die Ecke zu stellen als ihn rauszuholen.
Wieso das aber generell eine Strategie sein soll, das weitere Ausgreifen von VTs zu verhindern..?
Das war und ist für mich nicht nachvollziehbar.

In meinen Augen ist dieser Aufschwung von VTs zum Teil auch Ergebnis eines Versagens der Aufklärer in all den Jahren zuvor.
Wobei man gerade dort die Gefahr früh und akkurat erkannte. Aber bis heute (aus meiner, sehr persönlichen Sicht) keine Strategie hat dem Phänomen zu begegnen. Eigentartig dabei: der ganz normale skeptische Ansatz, das eigene Handeln an den Ergebnissen immer und immer wieder zu messen um es anzupassen und zu verbessern war wenig verbreitet. Im Einzelgespräch sind da viele entsprechend reflektiert - als Gruppe hingegen, aus meiner Sicht, weniger.

Wer sich über VTs lustig macht (und das liegt nahe), macht es sich selbst schwerer, dass einem VTler zuhören die man aufklären kann (ein auch naheliegender Ansatz) oder sich sogar, wenn der Betroffene sich in die Scheisse geritten hat, ihn zu unterstützen (was natürlich auch, für sich gesehen, ein positiver Ansatz ist).
So ein bisschen hat das was von "Du Depp, Du Nazi, Du Spinner! Jetzt lass Dir mal von mir in aller Ruhe erklären, wo Du irrst..."
Wenn das ab und zu einen erreicht: super! Aber es könnten auf andere Weise vielleicht mehr erreicht werden. Diese Leute verschwinden ja nicht aus der Gesellschaft, nur weil man ihnen das Etikett "VTler" angehängt hat. Das wird dann wohl mit dem ganzen Begriff "Verschwörungstheoretiker" eher so laufen, dass die Betroffenen sich sagen "ich sehe das zwar nicht so, aber ich hab da eh keine Chance. Dann bin ich eben einer..."
Es gab auch, aus meiner Sicht, zuwenig Grosszügigkeit im Siegen, aber das ist ein eigenes Thema im Umgang mit Aussteigern und geht über VTler hinaus. Wenn man das Stigma eh nicht los wird, ist der Anreiz auch geringer es loswerden zu wollen.

Da sind eben teilweise Strukturen entstanden, aus Aktionismus, aus Spass, studentisch geprägt, die gewachsen sind und gewachsen - aber vielleicht zu wenig für sich geklärt haben, was man eigentlich will (und was nicht) und wie man das erreicht.

Auf der anderen Seite... ich habe für diese Art von Überlegung zwar Verständnis gefunden. Aber zu erreichen war da dann doch nichts.
Ich fand das sehr frustrierend. Man sieht ein Haus brennen - die einen wollen löschen, die anderen die Menschen retten, die dritten verhindern dass der Brand übergreift. Und jeder dieser Ansätze hat seine Chancen, wenn man ihn konsequent verfolgt. Will man alles gleichzeitig, klappt nichts davon dann richtig.
So jedenfalls meine Wahrnehmung, und wie gross mein Frust da immer noch ist sieht man schon daran, dass ich diese Gedanken hier, auf irgendeiner Seite irgendeines threads rauslasse, wo die natürlich in ein paar Minuten verschüttet sind.
Aber der Gedanke da was zu erreichen, den hab ich aufgegeben.
Und ich meine damit tatsächlich nicht die VTler - sondern uns, die auf der Gegenseite.

Auf der anderen Seite habe ich dann eingesehen, dass ich es wahrscheinlich bin, der sich hier irrt.
Denn wenn man ne Meinung hat, die nicht durchsetzbar ist weil sie nicht geteilt wird, ist eben die Wahrscheinlichkeit gross dass die eigene Meinung falsch ist.
Frustrierend ist es trotzdem: denn ich komme von den verdammten Thema ja nicht los. Es holt einen ja ein. Es ist ja mittlerweile fast allgegenwärtig.
Es kotzt mich wirklich an.


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Werden Verschwörungstheoretiker immer dümmer?

09.10.2020 um 13:42
@RickSanchez

Kann ich so unterschreiben. Wenn du die Begriffe austauschst, hast du übrigens auch eine vollständige Herleitung dafür, warum Deutschland keine Partei hat, die "Netzpolitik" im weitesten Sinne kann und warum die Piratenpartei gescheitert ist. Die Unfähigkeit zur Sachpolitik, die ideologisch Kompromisse eingeht und das Lagerdenken mal beiseitelegt ist in diesem Sinne kein neues Phänomen. Die aktiven Wikipedia-Editoren haben wohl dem Vernehmen nach auch ähnliche Probleme, das kann ich aber nicht aus eigener Anschauung beurteilen.


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