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Ich finde es unsinnig, alles unter Denkmalschutz zu stellen

57 Beiträge, Schlüsselwörter: Deutschland, Häuser, Kirchen, Weltkulturerbe, Denkmalschutz

Ich finde es unsinnig, alles unter Denkmalschutz zu stellen

11.11.2015 um 08:03
@CountDracula
Ich feiere dort ja nicht, leb nicht mal in der Region, bin aber manchmal zur arbeit da.
Diese Gebäude sind ja ansich nichts besonderes, ein meist kleiner Raum wo eine (alte) Weinpresse steht und eine Tür die zum Keller führt.
Früher hatte da fast jeder einen kleinen Weingarten und das war halt der Wirtschaftsraum, gleicht ein Gebäude dem anderen.
Auch Bautechnisch ist da nix besonderes, Einfach 4 Wände, meist aus gebrochenen Steinen, eine Holzdecke und ein Dach aus meist Rundholz, darauf Tondachziegel. Das wars in hundertfacher Ausführung, besonderheiten sind meist die Pressen, die oft kunstvoll mit Schnitzerein verziert sind, die dürfte man aber verheizen und sind nicht Gegenstand des Schutzes. Mittlerweile kommen Leut aus der ganzen Welt und kaufen diese so bleiben sie wenigstens erhalten. Hab aber auch schon gesehen das die zu Brennholz verarbeitet wurde^^


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13.11.2015 um 14:49
@KellerTroll
Ich finde, das sagt schon etwas darüber aus, wie die Menschen dort mal gelebt haben :) wenn die Häuser einfach waren, waren es z. B. wahrscheinlich keine Adligen, sondern 'einfache Leute'... könnte ich mir zumindest vorstellen.


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13.11.2015 um 14:54
@CountDracula
Waren ja keine Wohngebäude sondern Wirtschaftsgebäude für Weinbauern

Hier https://www.google.at/search?q=weinviertel+pressh%C3%A4user&newwindow=1&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0CAgQ_AUoAmoVChMIk... gibts ne Menge Fotos von denen.


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Ich finde es unsinnig, alles unter Denkmalschutz zu stellen

13.11.2015 um 14:55
@KellerTroll
Ah, okay, hab mich verlesen


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Ich finde es unsinnig, alles unter Denkmalschutz zu stellen

13.12.2015 um 08:52
Alles unter Denkmalschutz zu stellen ist in der Tat unsinnig.

Aber einzelne Gebäude oder auch Stadtteile, wenn diese gewisse Kriterien erfüllen, das halte ich sogar für wichtig und sinnvoll.

Kaputt gehen historische Sachen von selber, da kann man dann genug Neues errichten.


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13.12.2015 um 18:10
Es gibt ja auch genug Betonklötze die mittlerweile unter Denkmalschutz stehen. zB das Signal Iduna Hochaus in Münster Wikipedia: Servatiiplatz#/media/File:Muenster_Servatiiplatz_7772.jpg
Steht quasi leer, passt überhaupt nicht ins Stadtbild, kann aber auch nicht abgerissen werden, weil es unter Denkmalschutz steht.


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Ich finde es unsinnig, alles unter Denkmalschutz zu stellen

13.12.2015 um 18:34
Ich meine auch, dass man den Denkmalschutz auf besonders wertvolle historische Elemente beschränken sollte. Jedes dämliche Mehrfamilienhaus, dass vor 1913 gebaut wurde, steht unter Denkmalschutz, ist doch blödsinn, und vorallem schränkt es den Eigentümer in vielen Bautechnischen Dingen ein


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13.12.2015 um 20:38
Das stimmt nicht ganz. Ich wohne in einem Haus Baujahr 1890 und es gibt keinen Denkmalschutz. Den würde es nur geben, wenn das Haus keine bauliche Veränderungen gegeben hätte. Das Haus ist aber mehrmals umgebaut und renoviert worden.


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17.12.2015 um 09:36
Bei uns in Dresden steht die neue Mensa unter Denkmalschutz, die eines der hässlichsten Gebäude der Stadt ist und komplett abgerissen gehört. Leider fehlt das Geld für die viel teurere Renovierung, weswegen wir jetzt eine Zeltmesa haben. In solchen Fällen halte ich Denkmalschutz für sinnlos. Niemand mag dieses Gebäude erhalten und es wäre billiger abzureißen und neu zu bauen...
neue mensa xl 87ddf3f5

1280px Neue Mensa Dresden 2


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17.12.2015 um 23:06
DaHe schrieb am 04.11.2015:Ich finde es sehr unsinnig, dass man selbst in Kleinstätten (in Deutschland) so viele Sachen unter Denkmalschutz stellt. Selbst so Fachwerkhäuser. Warum baut man nicht einfach neue?
Vor ein paar Jahren habe ich einen Thread lanciert, bei dem es um die Unterschiede/ Gemeinsamkeiten von Kultur und Zivilisation gehen sollte. Deine Frage tendiert klar in diese Richtung.

Für die geschichtliche/ kulturelle/ politische Identität des Individuums, aber auch einer Nation ist der Erhalt unerlässlich. (Eventuell interessiert dich auch Vandalismus von Alexander Demandt. In seinem Buch geht er ebenfalls auf Kriterien zum Erhalt/ Abriss von Gebäuden und denkmalgeschützten Bauten ein. Recht empfehlenswert.)

Denk nur an die Bedeutung der Frankfurter Paulskirche, das Völkerschlachtdenkmal mitten in Leipzig, die verschiedenen Goethe- und Schillerhäuser. Sollen diese Bauten dem Erdboden für neue Einkaufszentren gleichgemacht werden?
In Paris lässt sich das Schwarzpulver, von dem die Französische Revolution begleitet wurde, fast noch riechen, das Blut auf dem Kopfsteinpflaster erahnen. Das ist zwingend zu erhaltendes Kulturgut.


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18.12.2015 um 18:05
@dorfschamana bestes Beispiel für übertriebenen Denkmalschutz 👌🏻


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20.12.2015 um 00:52
Ja na ok diese Mensa ist wirklich übertrieben hässlich. ^^


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06.01.2016 um 23:14
Ich musste beim lesen sofort an die "drei Fernblickhäuser" auf Fehmarn denken. Die stehen auch unter Denkmalschutz. Ob der in diesem Fall gerechtfertigt ist oder nicht, darüber grübel ich, seit ich vor drei oder vier Jahren auf Fehmarn war.


http://www.indernaehebleiben.de/arne-jacobsens-gesamtkunstwerk-am-sudstrand-von-fehmarn/


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21.04.2019 um 10:55
Ich stimme @DaHe zu.

Wir deutschen übertreiben es mit dem Erhalten bestimmter Gebäude. Ich mag beispielsweise einige Gebäuden im Brutalismus Stil. Aber nur weil ein Otto in diesem Gebäude irgendwas gemacht hat, oder die Zeitgeschichte der Stadt in irgendeiner weise geprägt wurde (weil es die deutsche Nachkriegsgeschichte wiederspiegelt), muss man das Gebäude nicht gleich als erhaltungswürdig betrachten. So viel zu den Gebäuden aus den 60er und 70er Jahre.


Ob eine Stadt wie München oder Köln schön aussehen ist Ansichtssache. Ob sie praktisch ist oder sogar Zukunftsfähig ist die andere Sache. Städte wie Paris, London oder Wien können es gut im Gegensatz zu deutschen Städten. Sie erhalten ihre Vergangenheit in Ehren während sie auch nach vorne Blicken und sich auch trauen Wolkenkratzer zu bauen. Das ist für die Wirtschaftswelt nunmal attraktiv und nötig. In diesen Städten sieht man nach vorn und passt die Stadt an. Wenn ein Haus nicht abgerissen werden darf, weil es eine schöne Verzierung hat oder weil da eine Mittelmäßig berühmte Person geboren wurde, setzt man die Weiterentwicklung aufs spiel.


Es geht letztelendes um unsere Zukunft. Wenn eine Stadt nicht nach vorne schauen kann sondern nur ein Großmuseum sein will, dann ist sie nicht attraktiv. Es hat einen Grund warum Frankfurt so zukunftsfähig ist, und dieser ist banal: Sie spricht die Menschen einfach mehr an. (Ausnahmen gibt es immer, vor allem im Internet)


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21.04.2019 um 12:01
In meiner Stadt werden derzeit diverse Jugendstilhäuser abgerissen, weil sich keiner darum kümmern will. Da blutet einem das Herz.


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23.04.2019 um 20:32
sososoq schrieb:Ob eine Stadt wie München oder Köln schön aussehen ist Ansichtssache. Ob sie praktisch ist oder sogar Zukunftsfähig ist die andere Sache. Städte wie Paris, London oder Wien können es gut im Gegensatz zu deutschen Städten
Ich verstehe die Kritik hier gar nicht, weil die Beispiele irgendwie gar nicht dazu passen;

Köln ist eine der hässlichsten Städte die ich kenne, gerade weil sie nach dem Krieg anscheinend komplett neu und autogerecht aufgebaut wurde- und Paris und Wien sind zwei Städte wie Freilichtmuseen. Ja, da gibt es jeweils einen Hochhausbezirk in Wien die UNO-City und in Paris La Défense. Beides liegt aber außerhalb und sind reine Geschäftszentren und ist kaum der Rede wert. Das interessiert keinen, da will sich niemand aufhalten und erst recht keiner leben. Da gibt es nur Büros; keine Restaurants, keine Kultur, keine Wochenmärkte und keine Schulen.

Überall wo in Berlin moderner Stadtraum erschlossen wird geht das in die Hose; am Potsdamer Platz, an der Mercedes Benz Arena und am Alexanderplatz; beliebt sind statt dessen die fast homogenen Gründerzeitviertel; Prenzlauer Berg, Kreuzberg, Schönberg... usw.

und die moderne Friedrichstraße im Osten hat den Kampf um den Luxuststandort in Berlin eindeutig gegen den stucküberladenen Kurfürstendamm im Westen verloren; an der Friedrichstraße stehen die modernen Malls leer, im "alten Westen" wird das hundertjährige KaDeWe aufgehübscht- übrigens im Stil des Art Deco, wie er schon in den 20er Jahren beliebt war- und alte Grand Hotels in ihren Urzustand zurück versetzt wie z.B. das Hotel am Steinplatz.

Ich finde dass moderne Architektur sich zu wenig traut, aber wenn ein Land seine Städte (nach den Zerstörungen der selbst verschuldeten Krieges) weiter bis zur Unkenntlichkeit geschliffen hat, dann (West-)Deutschland.

Und inzwischen sieht man ein, dass das ein Fehler war; Dass Wohnsilos soziale Probleme schaffen, während natürlich gewachsene Stadtquartiere der Gründerzeit viel mehr den Bedürfnissen der Menschen entsprechen. Deswegen imitiert man bei Neubauten inzwischen Altbauten, da kann ich duzende Beispiele nennen.

Und noch was, was nicht passt- weil hier immer das Beispiel Frankfurt gebracht wird, für DIE mutige Stadt der Zukunft; Es ist Frankfurt, die sich einfach mal die Rekonstruktion seiner Altstadt in einem Guss gegönnt hat. Wurde letztes Jahr eröffnet. "DOM RÖMER PROJEKT" heißt das.


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23.04.2019 um 20:47
ardbeg schrieb am 06.01.2016:ch musste beim lesen sofort an die "drei Fernblickhäuser" auf Fehmarn denken. Die stehen auch unter Denkmalschutz. Ob der in diesem Fall gerechtfertigt ist oder nicht, darüber grübel ich, seit ich vor drei oder vier Jahren auf Fehmarn war.
Ich hab mir deinen Link angeschaut. Ich hab nicht viel übrig für die deutsche See. Ich bin fast versucht eine Bemerkung wie "Oh! Bilder des schönsten Sommertags 2018 auf Fehmarn!" zu machen. ;)


Die Häuser gefallen mir allerdings ganz gut. So klare Formen gefallen mir gut und es finden viele Menschen dort preisgünstig Platz, um Urlaub zu machen. Und ich finde auch die Größe passt zu der Insel; so nehmen die Häuser wenig Platz ein, weil sie in die Höhe gehen. Vom Wasser aus gesehen hat es vielleicht etwas von Leuchttürmen, gerade im Sturm.


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