brigittsche schrieb: Eben. Ich kenne Leute, die mit mir auf der Schule waren und nach der 10. Klasse eine Ausbildung bei der Kassenärztlichen Vereinigung gemacht haben. Die sitzen seit nunmehr bald 30 Jahren tagaus, tagein im Büro und überprüfen die Abrechnungen irgendwelcher Ärzte. Ich wäre da schon nach einem Monat durchgedreht. Aber die sehen das nicht so und haben mit ihrem Ehegesell (der auch bei der KV arbeitet...) ein abbezahltes Reihenhäuschen in der ruhigen Vorortstraße und sind rundum zufrieden
Ja, solche Leute leben in sehr festen Strukturen, es macht ihnen gar nichts aus, dass die Materie immer die gleiche ist, es gibt keine direkte Abwechslung in ihrem Leben. So würde ich BA tatsächlich auch etwas einschätzen.
lambita schrieb:Was ich bis heute an dem Fall nicht verstehe: Wie kann eine Polizeischule in so kurzer Distanz liegen und trotzdem BAs Leiche so lange unentdeckt bleiben?
Polizeischüler joggen, vielleicht treiben sich die einen oder anderen für ein geheimes Stelldichein auch mal in einem Wäldchen herum usw.
Außerdem war doch bekannt, dass es Verwesungsgeruch gab!
Die Frage war, wie vielen Leuten der Verwesungsgeruch aktuell aufgefallen war und wie viele dann hinterher sagten "oh mein Gott, ja ...". Ich glaube, viele Leute ignorieren das, auch Polizisten, war es im Fall RAF Terrorist nicht so, dass mal irgendwelche BKA Zielfahnder direkt neben Garwegs Wohnwagen gefeiert haben? Hinterher ist man auch immer schlauer, die Frage ist auch, wie sich das herumgesprochen hat. Dann rechnest du ja auch nicht damit, dass die Leute tot im Wald vor der Tür liegen, sondern eher damit, dass sie in die Südsee abgehauen sind, etc. Meistens lebt man ja auch nicht auf dem Schulhof, man geht halt in die Schule und dann nach Hause, wo immer das ist.
sallomaeander schrieb:Das ist ja nun schon eine schwerwiegende Entscheidung, wenn man noch in den Fünfzigern ist, und mitten im Erwerbsleben steht. Ich finde es in manchen weiblichen Erwerbsbiografien schon auffällig, dass sie zunächst beruflich zurückstecken (müssen), weil sie selbst Kinder haben, und dann, wenn ihre Töchter dann selbst wieder Kinder bekommen, nochmals zurückstecken, um sich dann um deren Kinder besser kümmern zu können.
Das ist diese Generation. Die Generation vorher hat mitunter den Frauen verboten, wieder arbeiten zu gehen, wenn die Kids groß waren, das waren dann die, die überall ehrenamtlich ausgeholfen haben.
sallomaeander schrieb:Es steht mir nicht zu, Lebensplanungen anderer Menschen zu bewerten, aber ich würde annehmen, dass zumindest die letztere Entscheidung, und darum geht es ja hier, etwas über die Einstellung zur eigenen Erwerbstätigkeit aussagt. Würde jemand, der seinen Beruf in hohem Maße als sinn- und identitätsstiftend ansieht, ihn dann einschränken oder aufgeben, damit jemand anders dafür in seinem Beruf durchstarten kann?
Das stimmt, ich denke, sie hat nicht schlecht verdient (Nachtzuschläge, etc.), aber besonders toll war es vermutlich nicht, gerade auch das hin und her zwischen Tag und Nachtdiensten. Das kann einen ganz schön mitnehmen.
lambita schrieb:Viele Frauen dieser Generation WOLLEN auch zurückstecken, wenn Enkelkinder kommen, da sie, bei engem Familiennetzwerk, finanziellem Spielraum und entsprechender örtlicher Nähe, auch am Leben der Enkelkinder teilhaben wollen.