Enterprise1701 schrieb:Das Thema Suizid ist zweifellos schwierig, und letztlich können wir nicht wissen, was in einem Menschen in einer solchen Situation vorgeht.
Das sehe ich genauso, und damit lieferst du zugleich ein wichtiges Argument, weshalb ein Suizid eben durchaus möglich ist.
Enterprise1701 schrieb:Es gab eine Verabredung am Ostermontag.
Es waren Grillpläne mit der Familie und weitere geplante Aktivitäten im Kalender eingetragen.
Aus meiner Sicht besagt dies nichts.
Suizide werden auch "mitten im Leben stehend" begangen, obwohl bis zuletzt Verabredungen getroffen und Pläne geschmiedet wurden.
Ich persönlich glaube trotzdem ein potenzielles (!) Indiz gefunden zu haben, dass eine Rolle gespielt haben könnte: Frau Ameis befand sich in einer Umbruchphase ihres Lebens, zwischen zwei Lebensabschnitten.
Das kann, muss aber nichts mit einem Suizid zu tun haben.
Enterprise1701 schrieb:Warum sollte jemand bei 0 Grad, Kälte und Graupelschauern die Wetterjacke im Auto zurücklassen?
Falls Frau Ameis entschlossen war, sich das Leben zu nehmen, hätte sie die Jacke nicht mehr gebraucht. Sie hätte die Jacke genauso gut überziehen können. Aber dass die Jacke im Auto zurückblieb, macht für mich einen Suizid nicht weniger wahrscheinlich.
Enterprise1701 schrieb:Warum sollte sie die Plastikbox mitnehmen?
Wir wissen nicht, ob sie die Plastikbox mitgenommen hat auf ihren letzten Weg.
Falls ja: Vielleicht hat sie etwas damit transportiert, um es zu entsorgen?
Das Fehlen der Klappbox macht für mich keinen Unterschied. Auch im Falle eines Verbrechens stellt sich die Frage nach dem Verbleib der Klappbox.
Enterprise1701 schrieb:Wie hätte sie sich unter den gegebenen Umständen überhaupt selbst töten wollen?
Tabletten, Ersticken, Verbluten, Erfrieren - oder eine Kombination davon?
Wurde vielleicht einer der einem Täter zugeschrieben Gegenstände am Fundort im Wirklichkeit von Frau Ameis selbst benutzt, um freiwillig aus dem Leben zu scheiden?
Enterprise1701 schrieb:Warum wurde das Handy lediglich in den Flugmodus geschaltet und nicht vollständig ausgeschaltet?
Für mich deutet der Flugmodus eher in Richtung Suizid.
Ich gehe davon aus, dass ein Täter das Handy seines Opfers entweder ausschaltet, das Gerät zerstört oder ganz verschwinden lässt.
Am Handy des Opfers eine Einstellung vorzunehmen und den Flugmodus zu aktivieren, ist für mich ein völlig untypisches Verhalten für einen Täter.
Enterprise1701 schrieb:Und warum lag ein Abschleppseil auf der Rücksitzbank ihres Autos?
Dass
Diese Frage macht aus meiner Sicht auch keinen Unterschied, da es auch im Falle eines Verbrechens nur "konstruierte" Erklärungen gibt. Aus meiner Sicht wird die Frage der Lage des Abschleppseils im Auto oft überbewertet, denn:
brigittsche schrieb:wenn man will, kann man sowas wie dieses Abschleppseil als Aufhängepunkt für alle möglichen Möglichkeiten nehmen.
Enterprise1701 schrieb:Man sollte auch nicht vergessen Birgit Ameis sollte Oma werden. Sie freute sich auf diese Zeit und strickte schon für die Enkel. Sie wollte gar die Arbeitszeiten ändern um die Tochter zu unterstützen. Ich halte es für absurd hier überhaupt an Suizid zu denken.
Unter diesen Umständen fällt es schwer, sich einen Suizid vorzustellen. Das verstehe ich. Objektiv betrachtet ist es aber kein Ausschlusskriterium für einen Suizid, denn:
Enterprise1701 schrieb:Das Thema Suizid ist zweifellos schwierig, und letztlich können wir nicht wissen, was in einem Menschen in einer solchen Situation vorgeht.