Beitrag von der_wicht (Seite 679)
POL-PPKO: SOKO Hahn: Birgit Ameis wurde Opfer eines Gewaltverbrechens!https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117715/4881533
Die Suizidtheorie endet hier.
POL-PPKO: SOKO Hahn: Birgit Ameis wurde Opfer eines Gewaltverbrechens!https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/117715/4881533
Schlafwandler schrieb:Aber in einem Versuch, ein wenig systematisch zu sein, noch einmal zum Ausgangspunkt: Was war das erste, von der Norm (Heimfahrt nach der Schicht am Flughafen) abweichende Ereignis in diesem Fall?
- Es war die Fahrt zu dem nahegelegenen Parkplatz, das Abstellen des Autos auf demselben und das Verlassen des Autos ohne Handy und in einer für einen längeren Aufenthalt im Äußeren auffallend dünnen Kleidung.
Versuchen wir einmal, diesen Faden etwas weiterzuspinnen.Schlafwandler schrieb:Warum stand das Auto auf dem Parkplatz? Warum verließ Birgit Ameis für die Witterung eigentlich zu leicht bekleidet und ohne Geldbörse? Die Antwort auf diese beiden Fragen würde das Rätsel möglicherweise lösen.
Dann müsste es aber entweder auf dem Parkplatz zu einem Kampf oder mindestens einem Gerangel gekommen sein. Denkbar, aber wie wahrscheinlich ist das? Es wäre ein sehr großes Risiko für den Täter gewesen weil er Sichtzeugen nicht ausschließen kann und B. A. um Hilfe rufen könnte.Schlafwandler schrieb:Ich frage mich, ob dieser Mann, der bis dahin vielleicht nur ein Bekannter war, die Gelegenheit des letzten Treffens nutzen wollte, um mehr von ihr zu wollen und es kam zu einer Eskalation.
Nein, davon gehe ich überhaupt nicht aus. Dass sie die rote Box mitgenommen haben soll, hat sich hier im Thread verselbstständigt. Es ist vollständig unklar, was mit dieser Box geschehen ist. Sie hatte eine Box, in der sie "immer" ihre Lebensmittel transportierte. Der Bruder sah die Box am Vorabend noch, und als man dann das Auto fand, war sie nicht mehr bei ihrem Gepäck. Das ist alles, was wir wissen, und die Polizei weiß anscheinend auch nicht viel mehr, denn auf diesem hilflosen Schild bei Büchenbeuren, auf dem Teile einer solchen Box, die dort gefunden wurde, abgebildet sind, steht, es sei "ganz unklar", ob die Box etwas mit Frau Ameis zu tun habe.Schlafwandler schrieb:Wir gehen davon aus, dass Birgit Ameis selbstbestimmt und ohne Zwang das Auto auf den Parkplatz stellte und das Auto ohne Handy und Geldbörse, aber mit dem Autoschlüssel und der roten Box verließ.
o.k. Bücher hatten wir bisher noch nicht. Ostergras, frische Eier, Geflügel oder Rehkitze waren schon im Angebot. Und der Eiermann resp. entfernte Bekannte oder Bücherfreund brachte BA dann kurzerhand einfach um. Wo bleibt das Motiv.Schlafwandler schrieb:Ebenso konnten die zur Übergabe bestimmten Gegenstände völlig harmlos gewesen sein, z. B. Bücher.
Zumal man zudem nicht davon ausgehen kann, dass Frau A. "selbstbestimmt und ohne Zwang", wie @Schlafwandler sich ausdrückt, ihren Renault auf den Parkplatz am Gemeindehaus gelenkt hat.Tritonus schrieb:Nein, davon gehe ich überhaupt nicht aus.
Ja, ein ähnlicher Gedanke ging mir dabei auch durch den Kopf.Tritonus schrieb:o.k. Bücher hatten wir bisher noch nicht.
Und dieses Puzzleteil könnte ja durchaus auch darin bestehen, dass Frau A. durch einen uns unbekannten Umstand veranlasst oder gar gezwungen wurde, sich am Gemeindeparkplatz samt Auto einzufinden.Tritonus schrieb:Ich denke, uns (und den Ermittlern vermutlich ebenso) fehlt ein entscheidendes Puzzelteil, irgendeine Verbindung.
Richtig. Nur weil offenkundig wohl niemand neben ihr gesessen und ihr eine Pistole an den Kopf gehalten hat, kann sie ja trotzdem unter Zwang gehandelt haben.sallomaeander schrieb:Zumal man zudem nicht davon ausgehen kann, dass Frau A. "selbstbestimmt und ohne Zwang", wie @Schlafwandler sich ausdrückt, ihren Renault auf den Parkplatz am Gemeindehaus gelenkt hat.
Selbst wenn man aufgrund der Spurenlage davon ausgeht, dass sie selbst am Steuer gesessen hat, ist uns doch ihr Beweggrund, dort hinzufahren, und ihr Auto rückwärts einzuparken, vollständig unbekannt.
Zumal die dann ja auch fehlen müssten. Wenn sie, was ja durchaus denkbar wäre, Bücher im Apartment hatte, wäre doch wohl aufgefallen, dass die fehlten. Und gerade wenn man davon ausgeht, dass es mehrere waren (sonst hätte sie ja keine Box gebraucht), wäre das doch bemerkt worden. Dass ihr jetzt irgendein Unbekannter Bücher schenken wollte "damit sie im Ruhestand was zu lesen hat" - das ist dann genauso wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie alles andere.Tritonus schrieb:o.k. Bücher hatten wir bisher noch nicht.
Tja, das will hier aber niemand hören. Statt dessen wird immer wieder krampfhaft versucht, alle Dinge die irgendwo mal erwähnt wurden, von der Box im Wald, dem Handschuh und dem Autoschwamm bis hin zur vermeintlichen Vogelfalle irgendwie auf Teufel komm raus in die Geschichte einzubauen.Tritonus schrieb:Dass sie die rote Box mitgenommen haben soll, hat sich hier im Thread verselbstständigt. Es ist vollständig unklar, was mit dieser Box geschehen ist. Sie hatte eine Box, in der sie "immer" ihre Lebensmittel transportierte. Der Bruder sah die Box am Vorabend noch, und als man dann das Auto fand, war sie nicht mehr bei ihrem Gepäck. Das ist alles, was wir wissen, und die Polizei weiß anscheinend auch nicht viel mehr, denn auf diesem hilflosen Schild bei Büchenbeuren, auf dem Teile einer solchen Box, die dort gefunden wurde, abgebildet sind, steht, es sei "ganz unklar", ob die Box etwas mit Frau Ameis zu tun habe.
Ja, verstanden.brigittsche schrieb:Statt dessen wird immer wieder krampfhaft versucht, alle Dinge die irgendwo mal erwähnt wurden, von der Box im Wald, dem Handschuh und dem Autoschwamm bis hin zur vermeintlichen Vogelfalle irgendwie auf Teufel komm raus in die Geschichte einzubauen.
Das ist ein wichtiger Aspekt. Es sind definitiv ausgewählte Dinge die die Polizei in einer möglichen Fallverbindung sieht. Der Oberstaatsanwalt sagte , BA hatte eine rote Kiste. Es gibt diese Kisten in unterschiedlichen Farben. Es wird eine rote Kiste gefunden. Die Polizei bewertet den Fund nach Sachlage und einer internen Gewichtung. Ein Handschuh wird gefunden. Es ist ein Frauenhandschuh. Vielleicht hat BA in ihren Kleiderfundus weitere TCM Sachen. Die Polizei macht den Fund öffentlich. So ist es auch mit dem Autoschwamm. VIelleicht hat der Ehemann einen identischen Schwamm. Natürlich können andere Menschen auch diese Dinge haben. Aber in der Vielzahl und in Verbindung mit BA betrachtet die Polizei die Sachlage anders. Das muss sie auch tun. Hinzu kommt ohne die Ermittlungen zu gefährden, Dinge zu nennen die kein Täterwissen sind. Das ist m.E immer ein schmaler Grat.sallomaeander schrieb:Als Gegenargument müsste man ins Feld führen, dass es sich bei den genannten Gegebenheiten eben um just die Dinge handelt, die von der Polizei ausgewählt wurden, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ich sehe es so, dass die Leiche nur abseits des Weges abgelegt wurde, damit sie nicht sofort entdeckt wurde.Enterprise1701 schrieb:Ich denke wir sind uns einig , die Leiche wurde gezielt versteckt abgelegt.
Ich kann nicht erkennen, dass die Leiche "gut versteckt" wurde.Enterprise1701 schrieb:Auch hier die Frage: warum war es dem Täter so wichtig, dass die Leiche gut versteckt wird ?
sallomaeander schrieb:Als Gegenargument müsste man ins Feld führen, dass es sich bei den genannten Gegebenheiten eben um just die Dinge handelt, die von der Polizei ausgewählt wurden, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Und dagegen kann man wiederum einwenden, dass man möglicherweise (!) gar nicht viel hat und deshalb die wenigen Dinge (mal von Täterwissen abgesehen) rausgibt, die man überhaupt rausgeben kann.Enterprise1701 schrieb:Es sind definitiv ausgewählte Dinge die die Polizei in einer möglichen Fallverbindung sieht.
Genau. Dass die Leiche nicht gefunden wurde ist ein Zufall. Stichwort Verwesungsgeruch. Ganz so dumm ist das Versteck zwar nicht, aber ein wirklich "gutes" Versteck nun auch wieder nicht. Wahrscheinlich das Beste was in einer zur Verfügung stehenden Zeit machbar war.Kielius schrieb:Ich sehe es so, dass die Leiche nur abseits des Weges abgelegt wurde, damit sie nicht sofort entdeckt wurde.
Ich stimme dir da voll zu. Für mich sieht das nach einer pragmatischen Lösung aus. Sie war soweit in den Wald getragen, wie es eine normale Einzelperson vermutlich vermag, wäre man dem Verwesungsgeruch anders nachgegangen, wäre sie viel früher entdeckt worden.Kielius schrieb: Ich kann nicht erkennen, dass die Leiche "gut versteckt" wurde.
Dass die Leiche fünfeinhalb Jahre nicht entdeckt wurde, halte ich für reinen Zufall, der einem mutmaßlichen Täter in die Karten spielt.
Das glaube ich eher weniger - wenn man den Täter verunsichern wollte, hätte man das, zumindest nach meiner Vorstellung, geschickter gemacht. Eben weil diese Dinge so nichtssagend sind und von so ziemlich jeder Person dort verloren worden sein können. Solange nicht wirklich klar ist, dass diese Sachen von BA stammen und das auch so kommuniziert wird ("Gegenstände aus dem Besitz des Opfers wurden am Luisenhäuschen gefunden, daher fragt die Polizei...") kann sich ein Täter immer noch zurücklehnen und denken "Jaja, wenn die Verwandten das Zeug schon nicht erkennen, wer soll das den sonst wissen, dass das von der Birgit ist?".Volvic schrieb:Man könnte beispielsweise einem Täter vorgaukeln, dass man „viel hat“ um ihn zu verunsichern.