sallomaeander schrieb:Man darf ja nicht vergessen, dass die am Ort lebenden Mitarbeiter der Einrichtung abends ihren Feierabend genießen möchten- die Arbeit in so einer Einrichtung, überhaupt im sozialen/therapeutischen Bereich, stelle ich mir anstrengend vor.
Das wäre natürlich nachvollziehbar und durchaus legitim. An jenem Tag gab es allerdings Waldbrandgefahrenstufe 4. Alleine das würde bedeuten, dass man das Feuerchen weit weg vom Wald entfacht.
Ich stelle mir die Arbeit dort auch als schwierig vor. Klar, jeder möchte auch mal ein wenig Privatsphäre haben, aber das Risiko, einen Waldbrand auszulösen, indem man just am Waldrand ein Lagerfeuer macht, besteht einfach. Den Feierabend hätte man auch ganz abgeschottet von dem beruflichen Alltag im Haus erleben können, vielleicht besser ohne Feuerchen, aber dafür auch komplett ohne Zuschauer.
Darüber hinaus sind die Menschen, die dort leben und arbeiten an diese Situation der ständigen Präsenz auf dem Präsentierteller gewöhnt.
Für mich wäre ein solches Leben nichts, ich brauche die Trennung von Privat und Beruf. Aber ich kann nicht nachvollziehen, warum man über einen unendlich langen Zeitraum mit so viel Manpower Brote schmiert, ein paar Stühle von A nach B trägt und ein Feuerchen macht.
Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin ein sehr strukturierter Denker. In dem Fall Inga bekomme ich keine Timeline hin, so sehr ich mir auch Mühe gebe. Und davon abgesehen kommt mir die ganze Planung des Abendessens chaotisch vor. Alle Elternteile stehen mit beiden Beinen beruflich auf dem Boden, haben Kinder und dadurch eine doppelte Verantwortung. Aber sie brauchen mit Maus und Mann Stunden, wofür andere maximal eine halbe Stunde bräuchten. Natürlich schaut man nicht ständig auf die Uhr, aber jeder hat sowas wie eine innere Uhr.