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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.397 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, Radio ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 06:47
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Eine Compact Cassette ist übrigens die normale Musikkassette.
Ok, Danke. Irgendwie erscheint generell der Einsatz eines Tonbandgeräts immer unwahrscheinlicher, je länger man darüber nachdenkt...

Ich hatte damals einen Kassettenrekorder (Netzstecker und Batterien) mit Radio und 2 Kassettenfächern. Man konnte zur Zeitersparnis die Geschwindigkeit verdoppeln, falls man eine komplette Kassette kopieren wollte, dann liefen beide Kassetten doppelt schnell. Wenn man aber den Schalter ein bisschen manipuliert hat, konnte man sehr lustige Schlumpf-Stimmen aufnehmen. Ich versuche mal herauszufinden, was das für ein Gerät war...


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 08:45
mal ganz einfach gedacht
wenn man als entführer,ein gespräch mit unkenntlicher, oder veränderter stimme erstellen will,
dann nimmt man doch einen verzerrer, oder sowas ähnliches,eventuell spielt man da auch mit einer lachgas stimme.
also dazu wäre auch das lachgas eine möglichkeit der passenden spielerei gewesen.
das würde für mich jedenfalls zu dem theater passen.
erst der jingle,dann die veränderte stimme und dann wieder der jingle,so wäre es meiner meinung nach passend.
oder eben die forderungen schon auf band aufgenommen und dann nur abgespielt,allerdings kann das zu problemen führen,wenn es unvorhergesehene fragen gibt ,
auf die man dann nicht antworten kann und somit sich der kontakt vermehrt um probleme zu beheben,was eigentlich kein entführer will.

leider ist es nicht zu einer stimmenabgabe gekommen ,sonst hätte man den täter sicherer erkennen können.
sonst fällt mir nur lachgaseinspritzung ein ,was in richtung motoren geht.
wenn man nochmal in die richtung denken will.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 13:23
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Die Details zum Kopierecho und zur Geschwindigkeit kann @robernd am besten (nochmals) erläutern.
Allgemein
Mir fällt keine Möglichkeit ein, mit der ich um 1980 herum den Entführer-Anruf hätte zusammenbasteln können. Mit einem automatischen Kassettendeck wäre es wahrscheinlich gegangen. So etwas hatte ich aber nicht. Außerdem ist mir unverständlich, warum die Geschwindigkeit des B3-Jingles verändert ist. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass dafür entsprechend der Gutachterin die produzierte Kassette in ein drittes Gerät gesetzt wurde. Diesen Weg kann ich aber gedanklich nicht nachvollziehen. Die Gutachterin konnte ihre gesamte Theorie nicht praktisch bestätigen. Ihr ist weder ein vergleichbarer Zusammenschnitt gelungen noch eine passende Geschwindigkeitsveränderung.

Tonhöhe/Geschwindigkeit
Deshalb bleibt für mich nur die Überlegung, dass die Täter speziell die Geschwindigkeits-/Tonhöhenänderung bewusst und absichtlich ausgeführt haben. Gutachter um die Tatzeit herum dachten auch an eine falsche Geschwindigkeit durch schwache Batterien. Das schließe ich aus. Wenn Batterien so weit entladen sind, dass es einen Einfluss auf die Bandgeschwindigkeit hat, nimmt die Batteriespannung so schnell ab, dass sich auch die Tonhöhe von einem zum nächsten Abspielvorgang verändert. Das war aber nicht der Fall.

Rekonstruktion
Ich bin zwar kein Profi auf dem Gebiet. Trotzdem denke ich darüber nach, auf welche Weise sich eine in der Tonhöhe veränderte Stimme rekonstruieren ließe. Alle mir bekannten Wege setzen auf bekannte Nebengeräusche in der Aufzeichnung, z.B. eine im Hintergrund summende Klimaanlage. Ich habe keinen Zweifel daran, dass ein(e) Phonetiker(in) problemlos bei einem Stimmenvergleich veränderte Stimmen bekannten Stimmen zuordnen kann. Allerdings fehlt hier die Vergleichsstimme.
Falls Entführer-Stimme und B3-Jingle auf die gleiche Weise in der Tonhöhe verändert wären, wäre der Jingle ein Nebengeräusch, das eine eindeutige Rekonstruktion der Stimme erlaubt. Für so naiv halte ich die Täter aber nicht. Deshalb würde ich erwarten, dass die Tonhöhe der Stimme anders verändert werden sollte als die Tonhöhe des B3-Jingles. Damit würde eine Rekonstruktion ins Leere laufen.

Weitere Stimmenveränderungen
Ich kenne nur eine bemerkenswerte Veränderung der natürlichen Stimme nach Inhalation von Helium (Mickymaus-Stimme). Die ergibt sich, durch die gegenüber Luft drastisch veränderte Schalgeschwindigkeit in Helium (Faktor 2,8 höher). Mit Lachgas habe ich keine Erfahrung, theoretisch sollte die Tonhöhe um 20 % tiefer sein. Wie gut das zur Verfremdung geeignet wäre, kann ich nicht beurteilen.
Eine elektronische Verzerrung der Stimme wäre auch möglich. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Wie weit diese für einen Normalbürger zugänglich sind, kann ich nicht beurteilen. Meiner Meinung nach sollten die aber immer auch mit einer Tonhöhenveränderung gekoppelt sein.

Kopierecho
Sogenannte Kopierechos gibt es allein bei analogen Tonbandaufzeichnungen. Die Aufzeichnung erfolgt durch die Magnetisierung des Bandes. Die vorhandene Magnetisierung kann sich von einer Windung eines aufgewickelten Bandes auf eine benachbarte übertragen. Je dünner ein Band ist, desto besser funktioniert dieser Effekt. Und je höher die Bandgeschwindigkeit ist, desto besser funktioniert der Effekt. Dabei gibt es Vorechos und Nachechos durch die Kopie auf die vorhergehende oder nachfolgende Windung innerhalb eines Bandwickels.

Im Gutachten wurde das an einer Stelle angesprochen, allerdings passte der Zeitabstand nicht zu einer Tonbandspule. Hier vermutete ich eine Falschinformation im Gutachten, die sich aber kaum auf dessen Aussage ausgewirkt hätte. Ursprünglich hatte angenommen, dass ein Kopierecho erst während eines langen Zeitraums entsteht, z.B. bei einem lange im Archiv liegenden Bandes. Das war aber falsch. Im konkreten Fall stammen die Kopierechos (es gibt mehrere) offenbar von Tonbandkassetten der Täter.

Auffallend ist, dass die Echos mit Ende des zweiten B3-Jingles schlagartig enden. Daraus lässt sich schließen, dass das Wiedergabegerät sofort danach abgeschaltet wurde. Weil damit kein erkennbares Schaltgeräusch verbunden ist, können wir annehmen, dass in der Telefonzelle keine Schaltgeräusche entstanden sind. Alle erkennbaren Schaltgeräusche stammen damit vom akustischen Überspielvorgang von einem Gerät zum anderen.

Wer sich genau für das Entstehen und die Eigenschaften von Kopierechos interessiert sollte im Bandmaschinenforum mitlesen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 14:35
Zitat von roberndrobernd schrieb:Für so naiv halte ich die Täter aber nicht. Deshalb würde ich erwarten, dass die Tonhöhe der Stimme anders verändert werden sollte als die Tonhöhe des B3-Jingles.
also zeigt es doch aber ,das einer der täter hier sein fachmännisches aufgabengebiet hat ,oder ?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 17:09
ich finde den jingle jetzt nicht so unterschiedlich,außer die geschwindigkeit
https://www.youtube.com/watch?v=Pe1aeeGjyW4 (Video: Bayern 3 - Verkehrsjingle - 70er)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 19:05
@robernd
Gab es eigentlich bei den Originalaufnahmen ein leises 50 Hz Brummen?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 20:07
Zitat von zweiterzweiter schrieb:ich finde den jingle jetzt nicht so unterschiedlich,außer die geschwindigkeit
Er hat außer der Geschwindigkeitsveränderung bzw. anderer Tonart eine andere Obertonstruktur. Das geübte Ohr hört das und es wäre in einem Analyseprogramm auch sichtbar.
Zitat von roberndrobernd schrieb:Außerdem ist mir unverständlich, warum die Geschwindigkeit des B3-Jingles verändert ist. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass dafür entsprechend der Gutachterin die produzierte Kassette in ein drittes Gerät gesetzt wurde. Diesen Weg kann ich aber gedanklich nicht nachvollziehen. Die Gutachterin konnte ihre gesamte Theorie nicht praktisch bestätigen. Ihr ist weder ein vergleichbarer Zusammenschnitt gelungen noch eine passende Geschwindigkeitsveränderung.
Was spricht gegen ein drittes Gerät? Beispiel: Aufnahme mit einem automatischen Tapedeck, Überspielung auf ein Diktiergerät, das ein wenig zu schnell läuft, Abspielen auf einem Diktiergerät, das ein wenig zu langsam läuft. Da können schon mal 14 % entstehen. Außerdem wissen wir, dass das Signal dem Baukastensystem des BR entstammt, aber offensichtlich nur ganz kurz eingesetzt wurde, weil es in dieser Obertonstruktur in keinem Archiv zu finden ist. Es wäre technisch möglich, dass der Tongenerator, der hierfür benutzt wurde, bei genau diesem Signal um einen Halbton tiefer eingestellt wurde. Statt c-f-f-a-a-c-a (Dreiklangstöne derTonart F) wäre das dann h-e-e-gis-gis-h-gis (Tonart E). Es gibt auch Jingles in D und G. Die Tätertonfolge liegt ganz knapp unterhalb der Tonart Es. Das wurde im Gutachten mit 14 % unterhalb des Vergleichssignals gemeint. Aber vielleicht war das echte Vergleichssignal (das uns ja leider nicht vorliegt, weil eines mit der selben Obertonstruktur nicht bekannt ist) ja tatsächlich in Es. Und dann wäre die Geschwindigkeitsabweichung nur ganz minimal.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 20:59
@robernd

Was Tontechnik angeht bin ich totaler Laie.
Ich habe im Netz nur folgende alte BR Verkehsfunk-Jingle gefunden - vermutlich aber auch nichts passendes...
http://www.b3-history.de/frameset.html?/sounds/nachrichten.html
Wikipedia: Solang der alte Peter
http://www.wunschliste.de/mp3/br.mp3
http://www.wunschliste.de/mp3/br_neu.mp3

Könnte die Ursprungsquelle auch eine VHS Videokassette gewesen sein?
Und man hat es dann auf einer Videokassette auch zusammengeschnitten ?
Z.B. Dieter Hallervorden nutzt wohl die: die Tonfolge für einen Sketch bei "Nonstop Nonsens" in den 70er:
"Hier ist die Autoservicewelle mit aktuellen Meldungen für den Straßenverkehr",
https://www.br.de/unternehmen/inhalt/bayern-3-verkehrsmelodie-sigi-100.html


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

06.01.2019 um 22:43
Zitat von skupinskupin schrieb:Und man hat es dann auf einer Videokassette auch zusammengeschnitten ?
Das ist sehr unwahrscheinlich. Außer ein VHS System liefert eine Laufwerksautomatik. Aber das Ausgangsmaterial lief, wenn überhaupt, dann im BR3 Hörfunk. Und hierfür liegen für die Aufnahme zunächst Audioband-Systeme nahe, also Compactcassetten, Microcassetten und mit einer gewissen Einschränkung auch Viertelzoll Tonbänder.
Bei dem Begriff "Zusammenschneiden" darf man sich nicht vorstellen, dass man das Band zerschnitten hätte, sondern, dass verschiedene Aufnahmen, die nacheinander gemacht wurden, zum Endprodukt geführt haben.


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06.01.2019 um 23:04
@2r2n

Kennst Du Zeitzeugen mit absolutem Gehoer, denen die Tonhoehenschwankungen der BR3 Jingles ueber die Jahre aufgefallen waeren? Zeugenaussagen sind immer gut...

Ich frage nur, weil ich meherere Personen in meinem Bekanntenkreis habe, fuer die das absolute Gehoer eher ein Fluch als Segen ist, weil sie durch genau solche Dinge staendig verwirrt werden.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 00:11
Hi Leute,
da hier wieder über die hochinteressanten Jingles, die Schaltgeräusche und die Geräte diskutiert wird, will ich mal auf meine damaligen kommentierten Videos verweisen, in denen ich versucht habe das Ganze zu analysieren.

Vielleicht interessant für @skupin @JosephConrad @zweiter, die damals noch nicht im Thread waren:

http://www.cunics.com/data/Jinglediskussion.mp4
http://www.cunics.com/data/Jinglediskussion2.mp4
http://www.cunics.com/data/Jinglediskussion3.mp4
http://www.cunics.com/data/jinglediskussion4.mp4
http://www.cunics.com/data/jinglediskussion5.mp4
http://www.cunics.com/data/jinglediskussion6.mp4
http://www.cunics.com/data/jinglediskussion7.mp4

Bitte berücksichtigt das sich meine Gedanken hier von Video zu Video immer weiterentwickeln. Heutzutage würde ich an das Thema ggfls. auch anders rangehen und käme wohl auch zu neuen und ganz anderen Ergebnissen. Auch halte ich Mazurek heute im Gegensatz zu damals nicht mehr für den Täter.

Ich verweise auch nochmal auf mein Tastenbild von damals:
https://www.allmystery.de/bilder/km120390-115


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07.01.2019 um 06:46
@SirMarvel
ich habe jetzt mal gerade das erste video geschaut ,wo auf das schaltgeräusch eingegangen wird.
da fiel mir gleich dieses video ein.
wo funktion des tk248 gezeigt wird.
da kann man den schaltvorgang sehen
Youtube: Grundig TK-248
Grundig TK-248


zum jingle habe ich jetzt nochmal eine frage.
der oberton ist anders ,aber es ist ein original b3 jingle.?
also auch ein original oberton ,oder sollte dieser verändert sein ?
wenn der jingle so speziell ist ,müßte man diesen doch finden können,also aus welcher sendung und zeit,oder ob es sogar ein insider jingle ist der nicht öffentlich gespielt wurde ?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 06:50
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Kennst Du Zeitzeugen mit absolutem Gehoer, denen die Tonhoehenschwankungen der BR3 Jingles ueber die Jahre aufgefallen waeren? Zeugenaussagen sind immer gut...
Mit Tonhöhenschwankungen meinst du wohl die unterschiedlichen Tonarten, die über die Jahre verwendet wurden. Die fielen jedem auf, der den Jingle auf einem Instrument nachgespielt hat. Oder eben Menschen mit absolutem Gehör, die so etwas ohne Hilfsmittel sofort erkennen. Menschen mit absolutem Gehör ärgern sich vor allem über Musikstücke, deren Gesamtsstimmung zwischen zwei definierten Frequenzen/Tönen liegt, also z.B. zwischen E und F. Im Dezember kriegen diese Leute dann eine doppelte Krise, wenn "Last Christmas" läuft. Erstens wegen dem Song und zweitens weil er beim Mastern etwas zu langsam oder zu schnell abgespielt wurde und deshalb zwischen zwei Tonarten liegt.
Der Fachbegriff Tonhöhenschwankung meint aber normalerweise, dass der Gleichlauf eines Abspielgeräts schwankt und deshalb die Wiedergabe ein wenig "eiert". So wie bei der Tätertonfolge.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 07:00
@zweiter
Das Video ist auch deswegen interessant, weil man deutlich hört, wie sich Frequenzspektrum und Phasenverhalten sofort ändern, wenn die Kamera mit dem eingebauten Stereomikrophon die Position ändert. Das würde für Einzeltöne zur Folge haben, dass sie je nach Position unterschiedlich laut abgespielt werden. Das ist eine der vielen Schwachpunkte im LKA Gutachten. Die Mikrophonposition beim angenommenen Überspielvorgang war nämlich unbekannt.


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07.01.2019 um 07:42
Zitat von zweiterzweiter schrieb:ich finde den jingle jetzt nicht so unterschiedlich,außer die geschwindigkeit
Dieser Youtube-Jingle gehört zu einer älteren Familie. Bei dem sind die Obertöne stärker ausgeprägt als bei den von 1979-1984 gesendeten.
Zitat von zweiterzweiter schrieb:also zeigt es doch aber ,das einer der täter hier sein fachmännisches aufgabengebiet hat ,oder ?
Über den Täter sagt nicht wirklich etwas aus. Es handelt sich nur um eine Vermutung von mir. Die Vermutung entsteht aus meiner Überlegung, dass die Tonhöhenänderung vom Täter absichtlich ausgeführt wurde, und dass sein Motiv tatsächlich eine Sprachverfremdung war.
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Gab es eigentlich bei den Originalaufnahmen ein leises 50 Hz Brummen?
Im den im LKA digitalisierten Polizeimitschnitten gibt es in der Tat ein leises 50-Hz-Brummen im Hintergrund. Dessen Frequenz ist erheblich präziser eingehalten als es mit einem analogen Tonband technisch möglich wäre. Dafür gibt es nur eine Erklärung: Das Brummen ist während der Digitalisierung in die Aufzeichnung gelangt. Das streitet die Gutachterin vehement ab. Vom Zivilgericht positiv bewertet wurde lediglich, dass sie alle unsere Fragen beantwortet hat. Das Gericht war nicht in der Lage, den Wahrheitsgehalt der Antworten zu beurteilen.
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Was spricht gegen ein drittes Gerät? Beispiel: Aufnahme mit einem automatischen Tapedeck, Überspielung auf ein Diktiergerät, das ein wenig zu schnell läuft, Abspielen auf einem Diktiergerät, das ein wenig zu langsam läuft. Da können schon mal 14 % entstehen.
Das ist natürlich möglich. Ich kann mich nur mit dem Gedanken nicht anfreunden, dass die Täter in der Telefonzelle zum Abspielen ein anderes Gerät verwenden als zum Aufnehmen (akustischen Überspielen).
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Außerdem wissen wir, dass das Signal dem Baukastensystem des BR entstammt, aber offensichtlich nur ganz kurz eingesetzt wurde, weil es in dieser Obertonstruktur in keinem Archiv zu finden ist.
Zunächst zu den Obertönen: Die exotische Obertonstruktur gibt es allein bei der vom Bayerischen LKA verwendeten Tonträgervorlage, die aus dem Rundfunkarchiv stammt. Diese passt nicht zur Tätertonfolge. Die Obertonstrukturen der Tätertonfolge und aller von mir gefundenen B3-Radiomitschnitte passen ungefähr zusammen. Juristisch gesehen ist eine falsche Voraussetzung ein k.o.-Kriterium eines Gutachtens. Technisch gesehen ändert es dessen Aussage kaum. Um das Gutachten auf technischer Schiene anzugreifen sind andere Argumente wichtiger.
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Es wäre technisch möglich, dass der Tongenerator, der hierfür benutzt wurde, bei genau diesem Signal um einen Halbton tiefer eingestellt wurde.
Das ist auch heute noch meine plausibelste Vermutung. Dagegen spricht aber, dass ich beim besten Willen nirgends eine gesendete Version in dieser Tonhöhe finden konnte. Die Gutachterin konnte aber auch keine gesendete Version finden, die der von ihr verwendeten Vorlage entspricht. Im Gegensatz zu mir hat sie auch nicht danach gesucht.

Wenn der BR tatsächlich einen Jingle gesendet hätte, dessen Tonhöhen der Tätertonfolge entspricht, würde sich das gesamte Gutachten in einem Schlag in Nichts auflösen. Mit den Tonhöhen der Tätertonfolge (also aus dem Telefonmitschitt) würde die gesamte kompliziert ausgeklügelte Prozedur des Gutachtens nicht funktionieren. Die immer wieder als Beweis angeführte Abschwächung des 6. Tons (gegenüber der Tonträgervorlage) würde es nicht geben. Diese Erkenntnis gewinnt man erst, wenn man die Experimente des LKA mit einem gleich eingestellten TK 248 nachempfindet.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 07:52
@robernd
@2r2n

Habt ihr schon mal einen größer aufgezogenen Suchaufruf gestartet, also Zeitungsanzeigen oder besser über Facebook oder Instagram, vielleicht WhatsApp gefragt, wer noch Originalmitschnitte aus der Zeit hat?


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07.01.2019 um 07:57
Zitat von roberndrobernd schrieb:Die Obertonstrukturen der Tätertonfolge und aller von mir gefundenen B3-Radiomitschnitte passen ungefähr zusammen.
Das wundert mich jetzt. Ich habe 2009 mit einem Analyse-Programm herausgefunden, dass die Tätertonfolge eine andere Kombination von geradzahligen und ungeradzahligen Harmonischen (= Obertöne) aufweist, als alle bekannten Jingles incl. der vom LKA verwendeten Vergleichs-Tonfolge. Habe ich hier etwas falsches analysiert?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 10:10
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Mit Tonhöhenschwankungen meinst du wohl die unterschiedlichen Tonarten, die über die Jahre verwendet wurden.
Ja, ich dachte an Tonarten. Zeugenaussagen wiegen anscheinend schwer, wenn Du jemanden mit absolutem Gehoer finden koenntest, der bestaetigt, dass der Jingle manchmal zB einen halben oder ganzen oder auch viertel Ton hoeher oder tiefer abgespielt wurde, dann koennte das weiterhelfen.

@panta_rhei

Ich kann mir vorstellen, dass eine Menge Leute noch alte Aufnahmen zuhause herumliegen haben. Wenn man aufzeigen koennte, wie sehr sich diese unterscheiden, koennte das weiterhelfen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 11:09
Zitat von 2r2n2r2n schrieb:Das wundert mich jetzt. Ich habe 2009 mit einem Analyse-Programm herausgefunden, dass die Tätertonfolge eine andere Kombination von geradzahligen und ungeradzahligen Harmonischen (= Obertöne) aufweist, als alle bekannten Jingles incl. der vom LKA verwendeten Vergleichs-Tonfolge. Habe ich hier etwas falsches analysiert?
Ist es nicht so, dass der Fingerabdruck des Jingles die Länge = Anzahl der Schwingungen der einzelnen Grundtöne ist und nicht die Obertöne? Die Obertöne könnten doch durch Verzerrung / falscher Arbeitspunkt der Endstufe des Wiedergabegerätes erzeugt bzw. verändert werden, oder liege ich da völlig falsch?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

07.01.2019 um 11:28
Zitat von AnnaKomneneAnnaKomnene schrieb:Ja, ich dachte an Tonarten. Zeugenaussagen wiegen anscheinend schwer, wenn Du jemanden mit absolutem Gehoer finden koenntest, der bestaetigt, dass der Jingle manchmal zB einen halben oder ganzen oder auch viertel Ton hoeher oder tiefer abgespielt wurde, dann koennte das weiterhelfen.
Das ist kein Geheimnis, dass sich die Tonarten geändert haben. Das ist ja alles archiviert.
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Ist es nicht so, dass der Fingerabdruck des Jingles die Länge = Anzahl der Schwingungen der einzelnen Grundtöne ist und nicht die Obertöne? Die Obertöne könnten doch durch Verzerrung / falscher Arbeitspunkt der Endstufe des Wiedergabegerätes erzeugt bzw. verändert werden, oder liege ich da völlig falsch?
Sowas wie einen Fingerabdruck gibt es in der Akustik nicht. Es sind viel zu viele Unbekannte, die hier reinspielen, vor allem die Raumakustik. Wenn man die aber außer acht lässt, gilt: Ein Ton besteht immer aus einer Sinusschwingung und Obertönen. Diese Obertöne sind sehr wichtig für den Charakter des Klangs. Deshalb (und weil das Einschwingverhalten und die Klangentwicklung incl. Ausklang bei jedem Instrument und der menschlichen Stimme unterschiedlich ist) sagt es sehr viel aus über ein Signal. Das kann man nicht einfach ignorieren. Das wäre, wie wenn mir egal ist, ob ich eine Trompete oder eine Klarinette für eine Melodielinie einsetze.


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