Glucke2 schrieb:Gerade am Ende von Urlauben erwischt es viele Depressive - Angst vor dem bevorstehenden Alltag, nicht wieder zurückfliegen zu wollen. Dann vielleicht eine Kurzschlusshandlung (...)
Das ist eine wichtige Anmerkung, die ich für zutreffend halte. So etwas wird natürlich nicht präzise statistisch erfasst, aber wenn man sich etwas genauer mit dem Thema Suizid befasst und sich viele Fallstudien angeschaut hat, kann man schon den Eindruck gewinnen, dass das Ende eines Urlaubs für Depressive, aber auch für Suchtkranke und Bipolare, eine riskante Zeit ist. Der Suizid erfolgt dabei nicht immer am allerletzten Tag, sondern manchmal auch ein, zwei Tage vorher, aber die Tendenz ist definitiv da.
Neben den schlechten Gedanken bzw. Gefühlen, die Du schon genannt hast, kommt wohl bei vielen Suizidenten noch der Gedanke hinzu: "Jetzt bin ich extra in den Urlaub gefahren und habe es mir schön gemacht - aber trotzdem geht es mir keinen Deut besser! Das hat alles keinen Sinn mehr." Der Vergleich mit anderen (vermeintlich) "glücklichen" und "lebensfrohen" Touristen, die man am Urlaubsort trifft, spielt bei manchen Suizidenten wohl auch eine Rolle. Man weiß das alles aus Berichten von Menschen, die ihren Suizidversuch überlebt haben, und aus Abschiedsbriefen und Tagebuch-Einträgen von "erfolgreichen Suizidenten.
Das beschriebene Phänomen (Suizidneigung am Urlaubsende) ist für mich auch einer der Gründe, warum ich im Falle der im Schwarzwald verschwundenen Scarlett Salice einen Suizid für recht wahrscheinlich halte. (Es ist aber natürlich nicht der einzige Grund, der mich in diese Richtung denken lässt). Auch sonst horche ich immer auf, wenn hier bei ALLMY ein Fall besprochen wird, bei dem eine Person während ihres Urlaubs verschwunden ist. Überinterpretieren sollte man das Alles natürlich nicht. Wenn sonst nichts für einen Suizid spricht, sollte der Faktor Urlaubsende den Gesamteindruck auch nicht wesentlich verändern.