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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

2.157 Beiträge, Schlüsselwörter: Vermisst, Spanien, Leipzig, 2018, LKW, Trampen, Marokko, Amberg, Sophia L

Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

20.08.2019 um 18:18
Ich denke nicht, dass die Polizei ‚ins Wochenende gegangen ist‘, ihnen sind auf bestimmte Weise die Hände gebunden und Sophia war kein entführtes Kind, sondern eine erwachsenen Frau, die sich über die Gefahren des Trampens im Klaren war und es trotzdem tat. Die Polizei kann nicht übergriffig handeln und jeden leichtsinnig handelnden Menschen verfolgen.


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20.08.2019 um 19:54
heavyrain schrieb:Sophia war kein entführtes Kind, sondern eine erwachsenen Frau, die sich über die Gefahren des Trampens im Klaren war und es trotzdem tat. Die Polizei kann nicht übergriffig handeln und jeden leichtsinnig handelnden Menschen verfolgen.
Wie bitte?! Die Gefahren des Trampens hin oder her, wenn eine Person plötzlich nicht auftaucht, obwohl ihre Ankunft erwartet wurde, und es Anzeichen für ein mögliches Verbrechen gibt, dann ist die Polizei zuständig. Keine Intervention wegen "Selbst Schuld, wenn der was passiert ist!" entspricht nicht dem, was in einem Rechtsstaat üblich ist. Und so hat die Polizei mit Sicherheit auch nicht argumentiert. Übergriffig wäre das Starten einer Suchaktion mit Sicherheit nicht gewesen.


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20.08.2019 um 22:11
Oh weh, ich hatte geahnt, dass meine Antwort so interpretiert werden würde. Niemals würde ich einem Opfer Schuld an seinem Schicksal geben. Ich meinte, dass die Polizei nicht jedem Erwachsenen folgen kann, der sich in Gefahr begeben könnte. Ich gebe allen recht, dass mehr hätte getan werden müssen, aber ich finde nicht, dass die Sachlage von Anfang an klar und deutlich war.
Aloceria schrieb:Wie bitte?! Die Gefahren des Trampens hin oder her, wenn eine Person plötzlich nicht auftaucht, obwohl ihre Ankunft erwartet wurde, und es Anzeichen für ein mögliches Verbrechen gibt, dann ist die Polizei zuständig. Keine Intervention wegen "Selbst Schuld, wenn der was passiert ist!" entspricht nicht dem, was in einem Rechtsstaat üblich ist. Und so hat die Polizei mit Sicherheit auch nicht argumentiert. Übergriffig wäre das Starten einer Suchaktion mit Sicherheit nicht gewesen.


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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

21.08.2019 um 14:53
Nach dem Ende der Beweisaufnahme hat der Vorsitzende der Strafkammer im Rahmen eines "rechtlichen Hinweises" eine Tatversion skizziert, die eine Verurteilung wegen Mord möglich erscheinen lässt. Demnach könnte sich die Tat auf dem Rastplatz Sperbes an der A9 ereignet haben. Dort hielt der Truck am Donnerstag Abend ohne erkennbaren Grund für 3 Stunden.

Der Angeklagte scheint derzeit ziemlich labil und suizidgefährdet zu sein. Nach den Plädoyers am 10. September 2019 wird das Urteil am 18. September gesprochen werden.

https://www.onetz.de/deutschland-welt/amberg/loesche-prozess-toetete-boujemaa-l-id2823888.html


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21.08.2019 um 15:04
heavyrain schrieb:Die Polizei kann nicht übergriffig handeln und jeden leichtsinnig handelnden Menschen verfolgen.
In der Tat. Das ist die Regel. Aber es gibt Ausnahmen. Beispielsweise, wenn sich zusätzlich Hinweise auf ein Verbrechen ergeben. Und der Aufenthaltsort leicht geklärt werden kann.

Hier war so eine Ausnahme gegeben. Der Kontakt zwischen Vermisster und Angehörigen war urplötzlich abgebrochen, während sie als Anhalterin in einem ausländischen Truck saß. Sie erreichte nie ihr Ziel. Sie galt als ausgesprochen zuverlässig und reiste zum Geburtstag ihres Vaters an. Außer einem Verbrechen gab es kaum Erklärungen für ihr Verschwinden. So sah es ihr Vater, der als Pfarrer und sehr besonnener Mensch stadtbekannt war:
Der Vater weinte am nächsten Morgen bei der Polizei in Amberg: "Ich sehe meine Tochter nie wieder lebend."
https://www.onetz.de/deutschland-welt/bayreuth/sophia-loesche-verzweifelte-suche-freunde-familie-id2804841.html

Zugleich hätte die Polizei am Freitag noch relativ leicht Kontakt zur Spedition und zum Fahrer herstellen und dessen GPS-Daten erhalten können. Eine Kontrolle des Truck hätte ohne großen Aufwand noch in Deutschland erfolgen können.

Doch die Polizei ging ins Wochenende und die Angehörigen und Freunde ermittelten die Spedition, den Truck und den Fahrer, der kurz darauf Feuer legte und in Spanien festgenommen wurde. Als endlich die Polizei ermittelte, waren es Mordermittlungen.


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21.08.2019 um 17:43
@Monstra
echt oder? Die Polizei ist Schuld, weil sie lieber ins Wochenende gegangen ist? Eine erwachsene Frau konsumiert Drogen und trampt mit einem marokkanischem Lastwagenfahrer. Muss man sich kurz auf der Zunge zergehen lassen.
Der einzige der an dieser Tat Schuld hat ist der LKW Fahrer, wie und in welcher Form genau wird sich wahrscheinlich nicht mehr genau herleiten lassen.
Fakt ist...eine junge Frau ist unnötig gestorben.....

Dieses Behördenbashing das hier im Forum stattfindet ist ja echt übel.


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21.08.2019 um 18:06
ransom schrieb:Eine erwachsene Frau konsumiert Drogen und trampt mit einem marokkanischem Lastwagenfahrer. Muss man sich kurz auf der Zunge zergehen lassen.
Und was soll uns das sagen? Verliert das Opfer seine Rechte, weil es zu einem Nordafrikaner ins Fahrzeug steigt? Ist es gar selbst schuld (und wenn nur der Fahrer, was soll dann dieser Hinweis)?

Unerträglich und inakzeptabel sind solche Sätze!

Die Polizei bleibt zur Gefahrenabwehr auch in einem solchen Fall verpflichtet. Besonders verpflichtet. Und erst recht zur Strafverfolgung, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen. Hätte die Polizei schneller gehandelt, wäre die Beweislage vor Gericht eine andere. Die Angehörigen hätten erfahren können, was sich wirklich ereignet hat.
ransom schrieb:Behördenbashing
Zwischen "Behördenbashing" und berechtigter Kritik an der Polizei besteht ein Unterschied. Die Polizei hat vor Gericht nicht nur eingeräumt, dass die (kritischen) Angaben der Angehörigen zutreffen. Sondern die Bayerische Polizei hat auch vor Gericht angekündigt, zukünftig in solchen Fällen die Abstimmung über Ländergrenzen hinweg zu optimieren. Das werte ich als posthumes Schuldeingeständnis.


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21.08.2019 um 18:50
@Monstra
Also muss die Polizei jegliche Urteilsfähigkeit eines Erwachsenen sofort in Frage stellen und ohne Rücksicht auf Verluste ausrücken? Meinst Du das damit?
Monstra schrieb:Die Polizei bleibt zur Gefahrenabwehr auch in einem solchen Fall verpflichtet. Besonders verpflichtet. Und erst recht zur Strafverfolgung, wenn Anhaltspunkte dafür bestehen. Hätte die Polizei schneller gehandelt, wäre die Beweislage vor Gericht eine andere. Die Angehörigen hätten erfahren können, was sich wirklich ereignet hat.
Die Polizei wusste also frühzeitig davon das das Opfer eventuell gefesselt, missbraucht und zur Verdeckung ermordet wurde?
Oder hätte Sie es als erhöhtes Risiko einstufen müssen das eine junge Frau mit einem marrokanischen LKW trampt? Nichts anderes hatte ich gesagt.
Ich frage mich nur ob man es den Polizisten die am Wochenende zu Ihren Angehörigen möchten, auch ins Gesicht sagen würde das es Ihnen an Motivation gefehlt hat.


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21.08.2019 um 19:56
ransom schrieb:Also muss die Polizei jegliche Urteilsfähigkeit eines Erwachsenen sofort in Frage stellen und ohne Rücksicht auf Verluste ausrücken? Meinst Du das damit?
Habe ich das behauptet? Hat das wer verlangt? Nein. Es gibt interne Regeln, wie in Vermisstenfällen zu verfahren ist. Die hat die Polizei in Bayern und Sachsen nicht beachtet.

Der Rest Deiner Ausführungen ist in sich widersprüchlich. Ansonsten: Natürlich dürfen Polizisten ins Wochenende - müssen aber daraus zurück, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Das ist ihr Job und ich habe Hochachtung davor.


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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

10.09.2019 um 16:53
Heute wurde die Plädoyers im Fall Sophia Lösche vor dem LG Bayreuth gehalten.

Neu für mich war in der Berichterstattung der Hinweis, dass der angeklagte LKW-Fahrer Sophia auf dem Rastplatz Schkeuditzer Kreuz bei Leipzig heimlich fotografiert haben soll. Und zwar schon, bevor er Sophia angeboten hat, sie mitzunehmen.

Die Staatsanwaltschaft geht deshalb davon aus, dass der angeklagte LKW-Fahrer Sophia bei seinem außerplanmäßigen Halt auf dem Rasthof Sperbes an der A 9 getötet hat. Das Opfer habe sich gewehrt, als der Angeklagte aufdringlich geworden sei und dieser habe mit einem Schraubenschlüssel zugeschlagen und sie schwer verletzt. Nach einer Zigarettenpause habe er Sophia dann mit einem weiteren brutalen Schlag getötet.

https://www.onetz.de/oberpfalz/bayreuth/fall-sophia-staatsanwaeltin-familie-fordern-lebenslaenglich-id2840192.html

Der Bruder ist dagegen der Auffassung, Sophia könne noch in Frankreich gelebt haben bzw. sei erst dort umgebracht worden.

https://www.onetz.de/oberpfalz/amberg/loesche-prozess-bruder-fordert-lebenslange-haft-id2839078.html

In beiden Fällen würde es sich um einen Verdeckungsmord handeln.

Der Verteidiger zweifelte die Einlassungen seines Mandanten an - allerdings zu dessen Gunsten, weil er auf Totschlag plädierte. Er dürfte damit keinen Erfolg haben.

Nur am Rande: Im heutigen Bericht wird noch einmal darauf hingewiesen, dass die bayerischen und sächsischen Innenbehörden den Fall zum Anlass genommen haben, die länderübergreifende Zusammenarbeit zu verbessern.


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11.09.2019 um 08:33
Die Verteidigung bestreitet einen sexuellen Hintergrund. Der Verteidiger plädiert auf Totschlag.

Den drei vorangegangenen Plädoyers widersprach der Verteidiger als vierter und letzter vehement. "Die Anklageschrift war schlicht und einfach voll von nicht objektiven Mutmaßungen", sagte er. Einen sexuellen Hintergrund habe es nie gegeben. Vielmehr habe Sophia seinem Mandaten Diebstahl unterstellt und ihm ins Gesicht geschlagen. Daraufhin habe dieser zum Eisen gegriffen. So hatte der Angeklagte den Tatablauf auch zu Prozessbeginn geschildert.
"Er konnte keine Hilfe holen, weil Sophia schon nach den ersten Schlägen tot war", erklärte der Verteidiger. Alles andere sei "Bullshit". Er plädierte daher für eine mehrjährige Haftstrafe wegen Totschlags. Das Urteil soll am 18. September fallen.


https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.landgericht-bayreuth-plaedoyers-im-mordprozess-um-tramperin-sophia-erwartet....


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11.09.2019 um 14:03
Die Verteidigung bestreitet einen sexuellen Hintergrund. Der Verteidiger plädiert auf Totschlag.
Das war vorherzusehen, die gerichtsmedizinische Untersuchung war diesbezüglich ja nicht eindeutig. Mal abwarten, ob das Gericht trotzdem den Ausführungen der SA folgt.


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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

11.09.2019 um 14:07
Aus rechtlicher Sicht würde es keinen Unterschied machen, ob sich eine sexuelle Vortat beweisen ließe oder nicht. Die Tat, die verdeckt werden sollte, war die vorangegangene Körperverletzung, die recht sicher feststehen dürfte. Insofern handelt es sich auch so um einen Verdeckungsmord.


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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

11.09.2019 um 16:06
Eine sexuelle Motivation ist trotz fehlender unmittelbarer tatbezogener Indizien (Spuren an der Leiche oder im Führerhaus des LKW) nicht vom Tisch, weil offenbar der Täter

- Frauen auf dem Weg zu einem Parkplatz-WC fotografiert hatte,
- sich eine Stunde, bevor er Sophia ansprach, in sexueller Erregung selbst gefilmt hatte
- auch Sophia heimlich fotografiert hat, bevor er sie ansprach.

Das könnte durchaus ausreichen, wenn es keine Anhaltspunkte für ein anderes Motiv gibt (die Aussage des LKW-Fahrers selbst ist kaum glaubhaft).

Ein Verdeckungsmord erfordert dagegen eine Bezugstat, die zeitlich vor der Tötung liegt.

Die spanische Forensiker haben angenommen, Sophia sei zwei Mal auf den Kopf geschlagen worden, mit unterschiedlichen Gegenständen. Dazwischen war ein gewisser Zeitraum. Die deutschen Forensiker, die die Leiche zwei Monate später untersucht hatten, konnten dies jedoch nicht bestätigen. Allerdings war die Leiche in einem noch schlechteren Zustand als bei der spanischen Untersuchung.

Das Gericht müsste also die unterschiedlichen Ergebnisse der Rechtsmediziner in Übereinstimmung bekommen. Vermutlich ist das möglich, wenn die Tat so abgelaufen ist, wie es die Staatsanwaltschaft annimmt. Ich nehme an, das eine oder andere Indiz, über das nicht von der Zeitung berichtet wurde, kommt hier noch zum Tragen.

Offen bleibt dabei die Frage, warum der Täter die Leiche des Opfers über Tage (und große Hitze) hinweg bis nach Nordspanien transportiert hat.


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11.09.2019 um 20:00
Monstra schrieb:Offen bleibt dabei die Frage, warum der Täter die Leiche des Opfers über Tage (und große Hitze) hinweg bis nach Nordspanien transportiert hat.
Ich nehme mal an, er hatte Entdeckungsangst. Im LKW war die Leiche halbwegs sicher. Draußen hätte sie jederzeit entdeckt werden können.


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18.09.2019 um 09:39
https://www.onetz.de/deutschland-welt/bayreuth/mordprozess-sophia-loesche-heute-faellt-urteil-id2846971.html

Heute wird das Urteil verkündet.
Ich hoffe so sehr, es wird ein gerechtes werden...


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Vermisste Sophia L. in Spanien tot aufgefunden

18.09.2019 um 10:14
Das Urteil ist gefallen

Lebenslänglich für den Mord an Sophia

https://www.n-tv.de/newsletter/breakingnews/Lebenslange-Haft-fuer-Mord-an-Tramperin-Sophia-article21279573.html


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18.09.2019 um 10:19
Leider wohl ohne die besondere Schwere der Schuld. Sehr betrüblich !


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18.09.2019 um 11:10
https://www.tz.de/welt/bayern-mordfall-sophia-lkw-fahrer-zu-lebenslanger-haft-verurteilt-zr-12850179.html

...
Nur in einem Punkt stimmten die Plädoyers von Anklage und Verteidigung überein: Der Angeklagte soll Sophia Lösche mit einem Eisen erschlagen haben. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, er habe ihre Zurückweisung nicht ertragen und sie deshalb mit einem Radmutterschlüssel schwer verletzt. Um die Verletzungen zu vertuschen, habe er sie noch am Abend der Abfahrt erschlagen.
Doch gerade der Todeszeitpunkt blieb strittig: Während die Eltern und der Bruder an einen späteren Zeitpunkt glauben, starb Sophia Lösche aus Sicht des Verteidigers schon bei den ersten Schlägen.

Die besondere schwere der Schuld richtet sich wohl danach, wie lange Sophia L. leiden musste, denke ich.


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18.09.2019 um 11:21
Für besondere Schwere der Schuld gab es keinen Anlass. Mindestens 15 Jahre ist tat- und schuldangemessen.


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