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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

1.996 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Vermisst, Suizid ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

09.07.2026 um 21:12
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Dir ist schon klar, dass sie bereits bei Sonnenaufgang gefunden wurde, ja?
Du solltest hier in Zukunft doch besser absolute Zahlen nennen. Das Opfer wurde um 7:30 von einem Nachbarn entdeckt. Sonnenaufgang war um etwa 7:15, Dämmerung um etwa 6:45.

Das Portbou an der Ostküste liegt und hier bei der Dämmerung keinerlei Hindernisse existieren, dürfte nach der Dämmerung der Bereich relativ rasch hell werden. Also viel Zeit, um ein solches Vorhaben in die Tat umzusetzen.
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Ich weiß nicht, wo du lebst. Aber bei uns haben die Arbeitsplatten eine andere Höhe. 70 cm ist viel zu tief. Klar kann man da hochsteigen. Aber dazu braucht man seine Hände. Ich hatte (siehe Seite 95) rund 80 cm vom Boden geschätzt.
Natürlich wird sie dazu ihre Hände genutzt haben. Wenn man aber oben auf eine der Verzweigungen steht, dann kann man sich gegen den Baum lehnen und den Knoten binden. Der Mediziner, der an einen gestellten Suizid glaubt, hat jedoch gemeint, dass sich das Opfer so hätte hoch ziehen müssen, wie man an einem Seil hoch klettert und hätte daher die Hände nicht frei gehabt, um den Knoten zu binden. Dies ist jedoch offensichtlich falsch bzw. es gibt eine deutlich naheliegendere Möglichkeit und damit seine Einschätzung entsprechend in keiner Weise überzeugend.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

10.07.2026 um 08:08
Schon interessant, was Laien anhand von Fotos alles zu wissen glauben.

Der Gerichtsmediziner hatte Evi auf dem Tisch, die Fotos hat er nicht gesehen, da diese direkt an das Gericht gingen. Als der Fachmann später die Fotos gesehen hat, ging er von Fremdverschulden aus. Die Staatsanwaltschaft Florenz geht ebenfalls von einer Straftat aus. Evi Rauters Familie, die die Zusammenhänge am besten kennen, sieht es wohl auch so. Dem schließe ich mich an.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

10.07.2026 um 08:54
@camelot

Nun, vielleicht sind die Fotos hier auch alle gefälscht, ich weiß es nicht. Jedenfalls weiß man wiederum auch nicht, was dem Fachmann für Bilder von den Journalisten vorgelegt wurden. Seine Erklärung ist schlicht und einfach nicht nachvollziehbar. Oder kannst Du es mir erklären, dass der Grund für den Ausschluss desSuizides (das Klettern wie an einem Seil hoch) die einzige Möglichkeit war?
Zitat von camelotcamelot schrieb:Die Staatsanwaltschaft Florenz geht ebenfalls von einer Straftat aus. Evi Rauters Familie, die die Zusammenhänge am besten kennen, sieht es wohl auch so. Dem schließe ich mich an.
Die StA von Florenz hält es nur für wahrscheinlich, hat aber nicht genug Anhaltspunkte für weitere Ermittelungen.

Hier der entsprechende Ausschnitt:
In Italien aber verjährt Mord nicht - die Staatsanwaltschaft in Florenz wird aktiv und 17 Monate lang ermitteln die italienischen Beamten intensiv. Um die österreichischen Camper einvernehmen zu können, müsste Italien ein Rechtshilfeersuchen an Österreich stellen - das scheint bis heute nicht geschehen bzw. ergebnislos geblieben zu sein. Und dann wird auch dieser Akt im September 2023 archiviert. Die Staatsanwaltschaft hält zwar ein Verbrechen für wahrscheinlich, hat aber noch nicht genügend Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen gefunden. Deshalb eröffnet sie im Oktober 2023 ein Strafverfahren gegen Unbekannt - so können die Ermittlungen wieder aufgenommen werden, wenn es neue Hinweise gibt.
Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/maedchen-portbou-florenz-evi-rauter-spanien/402835681

Die Spanier halten nach wie vor an einem Suizid fest und das ist in Wirklichkeit an den Fotos, welche uns zur Verfügung stehen und auch dem Gelände und der Art der Schlaufe vollkommen nachvollziehbar (s.o.).

Interessant ist auch folgender Abschnitt aus diesem Artikel:
Doch auch bei der Mordtheorie bleiben viele Fragen offen. Wurde Evi Rauter entführt? Ist sie freiwillig in ein fremdes Auto gestiegen? Ihre Schwester hält das jedenfalls für unwahrscheinlich. Wie kamen der oder die Täter mit ihr über zwei Landesgrenzen? Und warum präsentierten sie das tote junge Mädchen auf diese Art, völlig exponiert und von weithin sichtbar?
Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/maedchen-portbou-florenz-evi-rauter-spanien/402835681

Also glaubt die Schwester nicht daran, dass sie freiwillig in ein Auto gestiegen ist. Aber auf offener Straße am hellichten Tag entführt, ich glaube, auch das ist sehr unwahrscheinlich. Hinzu kommt dann die extremen Schwierigkeiten die dann entstehen, einen hochflexiblen Körper mit dem Kopf auf eine Höhe von ca. 2,5m zu heben um dann die Schlaufe umzulegen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

10.07.2026 um 10:58
Zitat von camelotcamelot schrieb:Der Gerichtsmediziner hatte Evi auf dem Tisch
Moment, war es nicht so, dass der Gerichtsmediziner gar nicht selbst vor Ort war, sondern die Todesursache nur anhand von Bildern "festgestellt" hat?


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

10.07.2026 um 17:51
Zitat von Akte-XAkte-X schrieb:Moment, war es nicht so, dass der Gerichtsmediziner gar nicht selbst vor Ort war, sondern die Todesursache nur anhand von Bildern "festgestellt" hat?
Ja und nein. Der Gerichtsmediziner war selbst nicht vor Ort, hatte die Leiche auf dem Tisch (aber keine Autopsie, keine toxische Untersuchung). Bilder vom Tatort mit der erhängten Evi hat er wohl erst viele Jahre später zu Gesicht bekommen, und hat dann schlagartig seine Meinung, dass es Suizid war, ins Gegenteil verkehrt. In einem Dokufilm ist ein weiterer Gerichtsmediziner, ich glaube aus Österreich oder Südtirol, ebenfalls zu der Einschätzung gekommen, dass es kein Suizid war. Wie auch die Ermittler in Florenz, und und und. Nur hier im Thread scheinen einige es besser zu wissen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

10.07.2026 um 19:05
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:In einem Dokufilm ist ein weiterer Gerichtsmediziner, ich glaube aus Österreich oder Südtirol, ebenfalls zu der Einschätzung gekommen, dass es kein Suizid war. Wie auch die Ermittler in Florenz, und und und. Nur hier im Thread scheinen einige es besser zu wissen.
Keiner von beiden hat einen offiziellen Auftrag und dürfte daher auch nicht sämtliche Unterlagen besitzen.

Auch bzgl. der StA in Florenz irrst Du. Die StA spricht nur von "wahrscheinlich". Das ist alles andere als ein klares Statement. Das bedeutet nichts anderes, das auch sie einen Suizid - im Gegensatz zu den Medizinern - nicht ausschließen können.

Dahingehend halten nach wie vor die Spanier an einem Suizid fest. Was wie gesagt bei den Bildern und auch bei den Umständen insgesamt mehr als nachvollziehbar ist.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

11.07.2026 um 00:12
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Das wäre blöd gewesen, weil die spanische Einreisekontrolle war vermutlich am Bahnhof in Portbou. Aber danach am Weg z.B. in einem Mülleimer wäre ja möglich.
In der Theorie, ja.
In der Praxis nicht wirklich: zu jener Zeit gab es dort in der Gegend keine Mülltrennung und i.d.R. auch keine Mülltonnen. Der anfallende Müll der Haushalte wurde einfach in einer Plastiktüte z:B. an due Hauswand geknotet, und dann dort (eigentlich täglich) abgeholt.
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Warum? Das hatten wir hier in der Diskussion schon öfter, warum "muss" man sich an jemanden erinnern? Und es wurde auch bereits geschrieben, dass Latzhosen damals nichts unübliches waren.
Damals waren die Menschen im Vergleich zu heute aufmerksamer. Da hatte eben niemand ein Handy vor der Nase, beispielsweise. Latzhosen waren nicht so super selten, aber auch nicht an der Tagesordnung, und ganz sicher nicht in Portbou.
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Das steigen sagen wir mal 200-300 Leute aus dem Zug aus, müde, verschlafen weil 6 Uhr früh.
Ich glaube, du schätzt die Dimensionen falsch ein.
Meiner Meinung nach dürfte es sich eher um 20-30 Personen gehandelt haben. Und nebenan einen Kaffee trinken dürfte auch schwierig gewesen sein, da wird vermutlich keine Bar geöffnet gewesen gehabt haben.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Sonnenaufgang war um etwa 7:15,
lt. meiner Recherche eher um 7.25. Klar, die Dämmerung gibt es auch noch. Nicht vergleichbar mit der in Deutschland, sondern deutlich schneller. 20-30 Min max. In dieser Zeit müsste sie ein Boot mit dem Tau gefunden haben, dann den Baum dort am Hang, und sich aufgeknüpft haben. In aller Ruhe, denn sie hatte genug Zeit, ihre Schuhe ordentlich neben dem Baum zu platzieren...


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11.07.2026 um 00:18
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Der Mediziner, der an einen gestellten Suizid glaubt, hat jedoch gemeint, dass sich das Opfer so hätte hoch ziehen müssen, wie man an einem Seil hoch klettert und hätte daher die Hände nicht frei gehabt, um den Knoten zu binden.
könntest du bitte diese Aussage noch einmal belegen? Das erinnere ich leider nicht mehr. Danke!!


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

11.07.2026 um 06:46
ich kenne mich mit Gerichtsmedezin nicht aus, aber ich finde es merkwürdig, daß die Augen geschlossen sind. Ist das denn normal? Müßten die nicht geöffnet sein? Kann das ein Hinweis sein, daß sie bereits tot beim Erhängen war?


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11.07.2026 um 09:48
Zitat von Akte-XAkte-X schrieb:Moment, war es nicht so, dass der Gerichtsmediziner gar nicht selbst vor Ort war, sondern die Todesursache nur anhand von Bildern "festgestellt" hat?
Der Gerichtsmediziner war nicht vor Ort. Der Gerichtsmediziner hatte keine Bilder vom Tatort. Er bekam die Information, es handele sich um Suizid. Deshalb kam es nicht zu einer forensischen Autopsie, sondern nur zu einer einfachen Leichenschau. Das ist damals wohl noch so üblich gewesen, aber kritikwürdig. denn die Polizei darf diese Aussage so gar nicht treffen, ohne Autopsie usw und der Gerichtsmediziner hätte diese Aussage so nicht einfach hinnehmen dürfen. Aber somit fehlen uns heute Daten, die evtl mehr Klarheit in den Fall gebracht hätten.

Darüber hinaus wurde der Tatort nicht gesichert. Unabhängig davon, ob es nun ein Suizid war oder nicht, hätte das niemals passieren dürfen. So sind diverse Spuren nicht erfasst und womöglich vernichtet worden. Auch daher fehlt heute Klarheit.

Verschiedene zeugen sind nicht umfassend oder gar nicht befragt worden. offenbar sind zeugen sogar abgewiesen worden. Auch deswegen fehlen heute Informationen, die möglicherweise Klarheit gebracht hätten.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Nun, vielleicht sind die Fotos hier auch alle gefälscht, ich weiß es nicht.
Weshalb sollte die Polizei die offiziellen Tatortfotos nicht auswerten können? Diese hat sie ja vorliegen.

Meines Wissens nach wurden dem Gerichtsmediziner die offiziellen Tatortfotos vorgelegt. Es gibt mWn keinen Hinweis darauf, dass es sich dabei um Fälschungen handeln könnte.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Auch bzgl. der StA in Florenz irrst Du. Die StA spricht nur von "wahrscheinlich". Das ist alles andere als ein klares Statement. Das bedeutet nichts anderes, das auch sie einen Suizid - im Gegensatz zu den Medizinern - nicht ausschließen können.
Ohne entsprechende Klarheit, und wir wissen nicht, welche neuen Ermittlungsergebnisse vorliegen, kann die Polizei selbstverständlich gar nichts ausschließen. Sie muss in alle Richtungen ermitteln. Die Aussage, dass es sich wahrscheinlich um einen Mord handelt oder handeln könnte, sagt aber doch schon viel aus. Die Ermittlungen ruhen zwar, aber es gibt eine offizielle Ermittlungsakte. Würde sie gesichert von Suizid ausgehen, würde die Akte endgültig geschlossen und der Fall abgeschlossen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

11.07.2026 um 11:23
So ist es. Wenn die Staatsanwaltschaft in Florenz sagt, dass es sich wahrscheinlich um eine Straftat handelt, bedeutet das, dass ein Suizid unwahrscheinlich ist. Das es nach über 35 Jahren schwierig ist, Beweise für eine Straftat zu ermitteln, sollte klar sein.

Da in Spanien Mord schon verjährt ist, haben die spanischen Behörden, die damals versagt haben, an dem Fall kein Interesse, was eine Klärung nicht einfacher macht.

Im Grunde ist man bei diesem Fall auf die Arbeit von Journalisten angewiesen, ohne deren Einsatz Evi bis heute nicht identifiziert worden wäre.
Darum ist der Fall aktuell archiviert, und das wird er auch bleiben, bis wieder Journalisten etwas brauchbares recherchieren. Staatsbeamte werden da nicht mehr tätig werden, was auch verständlich ist (Personal, Kosten usw.).


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

11.07.2026 um 17:37
Im Italienischen gibt es den schlecht übersetzbaren Begriff der Dietrologia, vielleicht "Dahinterstecken-Wissenschaft":

https://open.spotify.com/episode/4TidZeuxloM5IVRnPjoWJk?si=NMWjb1IqR9eHT6ueRJ8zQQ

Grundlage ist, dass immer mehr dahinter stecken muss als allgemein bekannt, dass nichts Zufall oder Unglück ist, sondern dass geheime Mächte das genau so geplant und vollzogen haben.

Beim Fall von Evi Rauter hatte ich anfänglich auch Zweifel, ob die offizielle Version stimmen kann. Wenn man aber alle Fakten anschaut und bewertet komme ich zu meiner weiter vorne aufgelisteten Sicht, wie und was vermutlich geschehen ist.

Noch ein Schnipsel als Ergänzung. Das Erlebnis der österreichischen Gruppe würde ich wie folgt erzählen: Die hatten eine anstrengende Fahrt hinter sich, vielleicht aus Vermeidung der teuren Autobahnmaut auf Landstraßen durch Südfrankreich. Das würde erklären, warum die erst um 3 Uhr morgens gerade in Portbou angekommen sind, sonst wären sie eher auf einem Autobahnparkplatz gelandet. Vielleicht deshalb auch das etwas lautstarke Nachtlager aufbauen und das Weinen des Mädchens in der Gruppe. "Nichts als Currywurst und Gruppendynamik" ... Wer erinnert sich an die 80er 😀?

Nach wenigen Stunden Schlaf werden die dann von der Guardia Civil relativ unsanft aufgeweckt, die Sachen durchsucht und zur Krönung bekommt man ein erhängtes Mädchen präsentiert zwecks Wiedererkennung. Puh.
Selbst wenn man ein sehr ausgeglichener Charakter ist, das kann einen schon ziemlich aus der Bahn werfen. Die Polizei in südlichen Ländern kann schon recht furchteinflößend auftreten. Wenn man sich nicht gut verständigen kann fühlt man sich schon in einer Zelle schmoren.

Dass man sowas lieber vergessen ode verdrängen will ist schon nachvollziehbar. Schade dass es keine neueren Aussagen mehr gibt, aber erzwingen lässt sich das nicht.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

11.07.2026 um 22:22
Zitat von K-JettieK-Jettie schrieb:Die hatten eine anstrengende Fahrt hinter sich, vielleicht aus Vermeidung der teuren Autobahnmaut auf Landstraßen durch Südfrankreich. Das würde erklären, warum die erst um 3 Uhr morgens gerade in Portbou angekommen sind, sonst wären sie eher auf einem Autobahnparkplatz gelandet.
das halte ich für relativ spekulativ. Die Gruppe war eigenen Aussagen zufolge öfters in Portbou, und woher sie kamen, wurde, wenn ich mich richtig erinnere, gar nicht genannt...
Zitat von K-JettieK-Jettie schrieb:Die Polizei in südlichen Ländern kann schon recht furchteinflößend auftreten.
kann, muss aber nicht. Ich habe sie als auch als kumpelhaft erlebt, mehr als einmal. Ist kein Argument.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

12.07.2026 um 10:07
Ja natürlich ist das Spekulation. Versuche nur die bekannten Fakten sinnvoll zusammenzufügen. Mit ausführlichen Aussagen der Gruppenmitglieder wäre vieles klarer und einfacher.
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:kann, muss aber nicht. Ich habe sie als auch als kumpelhaft erlebt, mehr als einmal. Ist kein Argument.
Mag sein, aber diese Situation 1990 war dann doch vermutlich ziemlich anders als ein gewöhnliches Aufeinandertreffen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

12.07.2026 um 13:45
@Tita1992
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:lt. meiner Recherche eher um 7.25. Klar, die Dämmerung gibt es auch noch. Nicht vergleichbar mit der in Deutschland, sondern deutlich schneller. 20-30 Min max. In dieser Zeit müsste sie ein Boot mit dem Tau gefunden haben, dann den Baum dort am Hang, und sich aufgeknüpft haben. In aller Ruhe, denn sie hatte genug Zeit, ihre Schuhe ordentlich neben dem Baum zu platzieren...
... meine Rede!

Das ist zeitlich so gut wie unmöglich...vor allem muss man erst einmal diesen Platz und diesen Baum finden!
Somit hätte Evi diesen Platz kennen müssen um ihn zu finden...und das in diesem kurzen Zeitraum.

Es ist nirgends zu lesen dass sie vorher schon einmal da gewesen war.

Somit ein weiterer Grund weshalb es unmöglich Suizid war... abgesehen von den anderen Gründen.

Und es stellt sich immer noch die Frage... weshalb gibt es User die wie besessen darauf bestehen dass keine dritte Person beteiligt war... kann das jemand beantworten bitte?

Ich verstehe es nicht!


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

12.07.2026 um 18:53
Zitat von SirHenrySirHenry schrieb:Das ist zeitlich so gut wie unmöglich...vor allem muss man erst einmal diesen Platz und diesen Baum finden!
Somit hätte Evi diesen Platz kennen müssen um ihn zu finden...und das in diesem kurzen Zeitraum.
Diese Argumentation setzt voraus, dass sie unbedingt an diesem Baum auf diese Weise Suizid begehen wollte. Wenn man annimmt dass es um irgendeine schnell zu verwirklichende Methode ging, ist der Tatort ja zufällig gewählt.
Zitat von SirHenrySirHenry schrieb:Es ist nirgends zu lesen dass sie vorher schon einmal da gewesen war.
War sie such nicht. Muss sie aber auch nicht gewesen sein.
Zitat von SirHenrySirHenry schrieb:Und es stellt sich immer noch die Frage... weshalb gibt es User die wie besessen darauf bestehen dass keine dritte Person beteiligt war... kann das jemand beantworten bitte?
Ich bin nicht besessen darauf aber es erscheint mir logischer als folgendes Szenario:
ER, die erst 1x im Ausland war, will für einen halben Tag nach Siena. Dabei trifft sie Leute, mit denen sie freiwillig nach Spanien fährt, ohne der Familie etwas zu sagen oder sie wird entführt und über 2 kontrollierte Staatsgrenzen verschleppt. Im Nachgang wird sie ermordet oder zumindest betäubt und in bewohntem Gebiet unter Zuhilfenahme von 2-3 Personen auf einen gut sichtbaren Baum gehängt. Das ist doch auch absurd.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

12.07.2026 um 18:59
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:6 Uhr früh.
Ich glaube, du schätzt die Dimensionen falsch ein.
Meiner Meinung nach dürfte es sich eher um 20-30 Personen gehandelt haben. Und nebenan einen Kaffee trinken dürfte auch schwierig gewesen sein, da wird vermutlich keine Bar geöffnet gewesen gehabt haben
Solche internationalen Züge hatten damals so +/- 10 Waggons, also Platz für ein paar 100 Reisende. Wenn gewünscht mach ich mich in ein paar Tagen auf die Suche nach der genauen Zugszusammenstellung. Portbou war die Endstation und der Zug existierte als Teil einer Verbindung von Italien nach Spanien. Da sind 200 Personen durchaus realistisch. Es war Anfang September, also noch volle Reisesaison.
Und natürlich hat(te) an solchen Knotenbahnhöfen eine Bar offen, wenn morgens die ersten Züge da sind/waren.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

12.07.2026 um 19:33
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:könntest du bitte diese Aussage noch einmal belegen? Das erinnere ich leider nicht mehr. Danke!!
So wie es aussieht, habe seine Begründung mit der des österreichischen Mediziners verwechselt.

Im Thread gibt es noch folgende Zusammenfassung der Begründung des Mediziners, leider sind die Originale nicht mehr online:
Zitat von SilberstreifSilberstreif schrieb am 09.06.2023:Lacaci hat mit Daten gearbeitet, die er von der Polizei hat:
Körpergröße 174cm, Seillänge ohne Knoten 165cm,
Maßangaben vom Boden gerechnet:
Asthöhe 2,5 m.
Füße 55cm
Aststumpf 113cm

Er hat einen Galgen in der entsprechenden Höhe gebaut, ist auf einer Leiter zwei Stufen hinaufgestiegen, um den Knoten oben machen zu können und sich das Seil um den Kopf zu legen. Auf dem Foto sieht man die Schlinge dann am Hinterkopf und nicht vorne unter dem Mund. Er sagt, er hätte ja zwei Hände zur Verfügung gehabt, womit man's in angemessener Zeit schafft, diesen Knoten zu knüpfen. Mit einer Hand kann er sich das nicht vorstellen. Außerdem sagt er, dass sie nicht auf diesen Aststumpf hoch kommen konnte ohne "zu schweben", vor allem nicht ohne dass man auf den Füßen davon Spuren gesehen hätte (ich sag mal, die beiden abgeschnittenen Äste sind in spitzem Winkel nach oben gewachsen, nicht waagrecht). Somit kommt er zu dem Schluss, dass sie zumindest zwei Helfer gehabt haben muss - für den Aufstieg und um festgehalten zu werden.
Seine Idee ist, es könnte sich um ein Aufnahme-Ritual in eine Gruppe gehandelt haben, eine Mut-Probe ("Blackout-Challenge"), und da denkt er an die österreichischen Camper.
Hier sieht man, dass selbst der Mediziner davon ausgeht, dass sich das Opfer selbst die Schlinge um den Hals gelegt hat. Kein Transport einer bewusstlosen oder toten Person. Mit dieser Einschätzung kann ich auch vollkommen nachvollziehen. Denn ein Transport durch Dritte ist in dieser Umgebung in Wirklichkeit nicht möglich, ohne dass man es an der Kleidung etc. erkannt hätte.

Nur die Sache mit der Hilfe durch Dritte z.B. bei einer Mutprobe ist für mich eine ziemliche Räuberpistole. Sie basiert einzig und allein nur darauf, weil der Mediziner nicht glaubt, dass das Opfer auf den abgeschnittenen Ästen oder in den V-förmigen Gabelungen hätte so frei stehen können, dass es den Knoten hätte binden können. Jedoch findet man bei Bäumen an dem Tiefpunkt dieses Vs normalerweise Verdickungen von beiden Seiten. Die runden das V von unten her ab. Das bedeutet, dass es doch durchaus sein kann, dass durch diese Verdickung das Opfer darauf stehen konnte, z.B. mit der Ferse. Da der eine Ast sehr glatt abgeschnitten war und min. die Breite einer Ferse hatte, konnte das Opfer mit einer Ferse darauf stehen. Die andere Ferse kann durchaus in einer der beiden V-förmigen Gabelungen Ausschnitten gestellt haben, weil es ausreichend abgerundet war. Das Opfer hätte sich auch zusätzlich noch gegen den Baum lehnen können, das mag vielleicht unbequem gewesen sein, aber das das nicht möglich sein soll, das sehe ich nicht und das kann man in Wirklichkeit auch nicht ausschließen.

Ohne vor Ort gewesen zu sein, kann das der Mediziner in Wirklichkeit nicht ausreichend beurteilen.

Es gibt auch andere Fälle, wo sich Mediziner geirrt hatten, wie z.B. den Badewannenunfall von Rottach-Egern. Auch im Fall Hanna W. sieht es ähnlich aus.

Wenn man folgende Einschätzung der Schwester berücksichtigt:
Doch auch bei der Mordtheorie bleiben viele Fragen offen. Wurde Evi Rauter entführt? Ist sie freiwillig in ein fremdes Auto gestiegen? Ihre Schwester hält das jedenfalls für unwahrscheinlich.
Quelle: https://kurier.at/chronik/oesterreich/maedchen-portbou-florenz-evi-rauter-spanien/402835681

Dann erscheint einen solche Mutprobe auch viel zu weit hergeholt, denn dass das Opfer mitgefahren wäre. hält sie für unwahrscheinlich.


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12.07.2026 um 20:31
Zitat von Johann_FJohann_F schrieb:Da sind 200 Personen durchaus realistisch. Es war Anfang September, also noch volle Reisesaison.
Das ist eine Behauptung deinerseits. In diesen Zügen waren ja nicht ausschließlich Reisende, die nach Spanien wollten, sondern auch etliche, die unterwegs ausgestiegen sind. Ich bin wie gesagt selbst mehrfach in dieser Zeit (zwischen 1986 und 1991) nach Spanien gefahren, nicht einmal habe ich 200 oder auch nur 100 Leute in Portbou umsteigen sehen. Und Anfang September ist zumindest in Katalonien KEINE Hauptsaison mehr oder bestenfalls sehr vereinzelt. Ich bin auch nicht sicher, dass dann dort Bars offen waren. Denn es ist nicht so, dass da die Züge im Stundentakt durchkommen.

Und noch etwas: Ich halte es für viel einfacher, mit einem vollen Auto unkontrolliert über die Grenze zu fahren zu jener Zeit, als mit der Bahn. In der Bahn wurden immer die Ausweise kontrolliert, im Auto nur selten. Das waren keine Grenzkontrollen, wo alle Papiere gecheckt wurden an der Autobahn bzw. den Haupteinfallstraßen.


Ich persönlich glaube nicht, dass sie freiwillig nach Portbou gefahren ist - jedenfalls nicht willentlich. Ich kann mir vorstellen, dass sie eine Mitfahrgelegenheit einer Gruppe junger Leute angenommen hat. Ich kann nicht einschätzen, wie die Situation zu der Zeit in Italien, Österreich oder Frankreich war. Aber ich weiß, in Spanien wurden viele Drogen konsumiert, ich kenne sehr viele Menschen in der Gegend und in ERs Alter konsumierte dort eigentlich jede und jeder mehr oder weniger regelmäßig zumindest eine zeitlang. Ich könnte mir daher durchaus vorstellen, dass je nachdem was da im Spiel gewesen sein könnte, sie nicht ganz "bei sich" war und vielleicht anders gehandelt hat, als sie es normalerweise getan hätte.
Klar, ist nur eine Theorie, aber meinen Erfahrungen nach könnte das durchaus passen.


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13.07.2026 um 20:08
Hätte die Guardia Civil zeitnah Plakate im Bahnhof Portbou aufgehängt mit Foto und "Kennen Sie diese junge Frau? Zeugen gesucht" dann hätte sich vielleicht ein Reisender erinnert: Ein Rückreisender aus dem Urlaub oder von einem Verwandtenbesuch, ein Geschäftsmann der öfter den Zug nahm ...

Nahe gelegen hätte es auf jeden Fall, denn dass die Tote von weiter weg kam war schon ziemlich wahrscheinlich und dass sie möglicherweise per Zug anreiste ebenfalls.

Tja, aber das Zauberwörtchen dabei heißt zeitnah. Da man die ersten Tage und Wochen davon ausgehen konnte, dass sich Angehörige melden oder ein Vermisstenfall matched ist diese Gelegenheit verstrichen.


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