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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

1.996 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Vermisst, Suizid ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 16:29
Ich würde niemals sagen, dass Suizide immer vorhersehbar oder nie vorhersehbar wären. Dass es Abschiedsbriefe geben müsse. Oder dass im Fall E.R. alles gut lief und man deswegen einen Suizid auf jeden Fall ausschließen könnte.
Man schaut den Menschen immer nur vor den Kopf und nicht hinein. Nach außen mag alles gut erscheinen, innerlich kann es vollkommen anders aussehen. Nicht jeder Mensch zeigt seine Verzweiflung, manche nicht einmal ihren engsten Bezugspersonen.

In diesem Fall häufen sich aber so viele Merkwürdigkeiten, dazu die Aussage des Gerichtsmediziners. Wir werden es nie erfahren, es sei denn, irgendwann kommen noch weitere eindeutige Aussagen. Was wohl eher nicht passieren wird.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 16:53
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Bitte denkt auch daran, dass eine Anwohnerin einen lauten Streit / Weinen gehört haben will, von der Polizei aber ignoriert wurde.
Nun, sie hat es aber nicht so ernst empfunden, gleich die Polizei zu rufen.
Zitat von CaiaLiaCaiaLia schrieb:Bei ER zweifle ich auch nicht an einem Suizid, wobei die Art sich so aufzuhängen für mich etwas Quälendes hat, weil die Halsschlagadern nicht so fest abgedrückt werden, wie beim “klassischen Erhängen”, man also wohl länger bei Bewusstsein bleibt. Trotzdem geschieht es.
Laut diesem Artikel soll sie einen Genickbruch erlitten haben, mit Durchtrennung des Rückenmarks. Es gibt hier auch ein etwas erschreckendes Foto, auf dem der Kopf schon sehr aus meiner Sicht durch das Seil in einer unnatürlich nach hinten gedrückten Position zu sehen ist. Ich glaube dieser Winkel hätte eine intakte Halswirbelsäule nicht mitgemacht, wahrscheinlich ging es sehr schnell. Ich glaube aber nicht, dass sie das bei einem Suizid so vorhersehen konnte.

https://www.elpuntavui.cat/punt-divers/article/2142916-encerts-errors-i-dubtes-en-el-misterios-cas-d-evi-anna.html?ItemId=2785&vermobil=1

Hier die Übersetzung von Google:
Der Gerichtsmediziner behielt recht: Als Todesursache gab er einen Wirbelbruch mit Rückenmarksdurchtrennung infolge des Erhängens an – ein Befund, der mit einem Suizid im Einklang stand, wie er auch in den Ermittlungen der Guardia Civil und des Gerichts Nr. 1 in Figueres stets bestätigt worden war.
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:Was mich am Suizid zweifeln lässt:
.......
Wie gesagt, wir können uns nicht in die Lage eines Suizid-gefährdeten Menschen herein versetzen. Daher bleibt nur, die Indizien des Ortes.

Und wie in einer von Kakteen umgebenden Gebiet ein Tötungsdelikt so erfolgt sein soll, dass alles auf einen Suizid hinweist, die besondere Art der Schlaufe etc. und man keine echte Spuren eines Tötungsdelikts findet, dann wäre es ein ideales Verbrechen, bei dem viele Hindernisse - ohne jegliche Spuren zu hinterlassen - überwunden wurden. Schon ohne die Kakteen eine Person so hochzuhieven, wäre äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Und das alles ohne Druckspuren oder Kratzer.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 17:07
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Man schaut den Menschen immer nur vor den Kopf und nicht hinein. Nach außen mag alles gut erscheinen, innerlich kann es vollkommen anders aussehen. Nicht jeder Mensch zeigt seine Verzweiflung, manche nicht einmal ihren engsten Bezugspersonen.
Dass so gar niemandem wenigstens hinterher etwas einfällt, das auf Veränderungen oder Verstimmungen hingedeutet hätte, ist aber doch sehr außergewöhnlich. Als sie vermisst wurde, hat sich doch bestimmt ihr ganzes Umfeld den Kopf darüber zerbrochen, was passiert sein könnte.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 17:20
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:Dass so gar niemandem wenigstens hinterher etwas einfällt, das auf Veränderungen oder Verstimmungen hingedeutet hätte, ist aber doch sehr außergewöhnlich. Als sie vermisst wurde, hat sich doch bestimmt ihr ganzes Umfeld den Kopf darüber zerbrochen, was passiert sein könnte.
Ich Frage mich, ob das damals überhaupt die Umgebung ausreichend in Erwägung gezogen hat. Man wird ein Tötungsdelikt befürchtet haben. Evtl. hat man Anzeichen auch mit Prüfungsstress etc. verwechselt. Wenn das Opfer rasch gefunden worden wäre, hätte man vielleicht im Nachhinein noch Zeichen erkennen können, aber nach einer solch langen Zeit verschwimmen doch die Erinnerungen stark, so dass eine Diagnose nach so langer Zeit kaum mehr möglich ist. Ich glaube, an einen Suizid glaubt die Umgebung meist als letztes.

Wie gesagt, übrig bleiben dann die Indizien des Ortes.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 17:46
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Laut diesem Artikel soll sie einen Genickbruch erlitten haben, mit Durchtrennung des Rückenmarks. Es gibt hier auch ein etwas erschreckendes Foto, auf dem der Kopf schon sehr aus meiner Sicht durch das Seil in einer unnatürlich nach hinten gedrückten Position zu sehen ist. Ich glaube dieser Winkel hätte eine intakte Halswirbelsäule nicht mitgemacht, wahrscheinlich ging es sehr schnell. Ich glaube aber nicht, dass sie das bei einem Suizid so vorhersehen konnte.
Das ist dann natürlich ‚sofort‘ tödlich, wenn es so abgelaufen ist.

Ich habe mir gerade nochmal die Bilder angesehen; von der Fallhöhe würde es, meiner Meinung nach, ausreichen.
Bin mir allerdings nicht so recht sicher, wie der fallende Körper reagiert, wenn das Seil so um den Hals gebunden wird. Klingt sehr makaber leider. Aber bei einem „normalen“ Erhängen drückt sich das Seil ins Weichgewebe des Halses, der Kopf kann also nicht mehr aus der Schlinge rutschen.
Leider erst gestern über einen Fall eines nicht identifizierten Toten gestolpert, der sich an einer Stange im Kleiderschrank erhängt hatte. Oder bspw. Gudrun Ensslin, da sieht nan ziemlich genau, wie das Erhängen auf den Hals wirkt.

Hier ist es aber der Hinterkopf. Da gibt es nicht so viel Weichgewebe, wo das Seil „greifen“ kann.
Die Gefahr wieder rauszurutschen ist um ein Vielfaches höher.
Ich habe es selbst gerade versucht (ja, ich habe so ein Seil daheim und ja, ich habe es dafür damals gekauft; bin aber momentan stabil), ich rutsche raus; allerdings habe ich auch einen runden Hinterkopf, meine Haare bremsen das auch nicht, obwohl mittlerweile lang und wellig.

ER ist mir bisher der einzige bekannte Fall, bei dem das Erhängen so abgelaufen ist.
Das wäre mein einziger Punkt, der für mich etwas an der Suizid-Theorie kratzen würde. Vermutlich weil es eben in der Form so gut wie nie vorkommt.
—-

Was Suizidalität an sich angeht.
Zum einen fraglich, ob nach all den Jahren mögliche damalige Zeichen noch erinnerlich wären; zum anderen, ob es diese überhaupt gegeben hat. Und als dritte Seite der Medaille kennen wir ERs Familie auch nicht.
Nur als Beispiel und anekdotisch: würde ich mich suizidieren, würde meine Mutter vor anderen und sich selbst immer behaupten, es hätte niemals Zeichen gegeben und sie hätte nicht gewusst, wie es mir ging, weil ich ihr ja nie etwas erzählt hätte. Faktisch ist es anders, ich habe ihr erzählt, wie es mir ging; mehrfach; jedoch 1. sie hört nicht zu, 2. es interessiert sie nicht, wie es anderen geht und 3. sie schwenkt sofort auf sich (“Soso, dir geht’s schlecht…aber schau‘ mal mein Fusspilz, das juckt so.“ - O-Ton, nachdem ich ihr von Suizidgedanken berichtet habe, 2018).

Das heißt natürlich nicht, wenn es sich bei ER wirklich um einen Suizid handeln sollte, dass es in ihrer Familie so abgelaufen ist; absolut nicht.
Aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass es gewisse (ungute) Familiendynamiken gibt, in denen Menschen mit Depressionen und/oder Suizidalität untergehen können.

Nur weil jemand “alles” hat und es anderen schlechter geht, muss es ihm noch lange nicht psychisch damit gutgehen. Das ist etwas provokant, aber diese Sätze dürfte nahezu jeder, der offen mit Depressionen usw. umgeht, schon gehört haben. Und diejenigen, die solche Sätze von sich geben sind dann meist auch diejenigen, die, trotz Offenheit des Betroffenen, nie etwas mitbekommen haben.
Leider.


Ps: Rechtschreibfehler bitte entschuldigen. Meine Augen sind trotz Brille seit gestern echt mies und mir verschwimmt alles. Ich kann es heute schlicht nicht sehen.


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06.07.2026 um 17:51
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:* Sie war nicht depressiv oder deprimiert.
Auch wenn ich nicht betroffen bin und im konkreten Fall eher an ein Verbrechen glaube, würde ich mit solchen Zuschreibungen sehr vorsichtig sein (bzw. sie besser gleich ganz unterlassen). Ich darf an den Nationaltorwart Robert Enke erinnern. Multimillionär, Familie, Kind und dennoch so depressiv, dass er sein Umfeld getäuscht und sich vor einen Zug geworfen hat. Depression ist eine heimtückische Krankheit. Aus der Ferne und mit diesem zeitlichen Abstand können wir bei ER ganz sicher nicht beurteilen, ob sie betroffen war oder nicht.


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06.07.2026 um 17:53
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Ich Frage mich, ob das damals überhaupt die Umgebung ausreichend in Erwägung gezogen hat. Man wird ein Tötungsdelikt befürchtet haben.
Du meinst also, die Angehörigen wollen sich zwar Jahrzehnte später nicht mit der Möglichkeit eines Suizids auseinandersetzen, denken aber gleich nach dem Verschwinden lieber "ach, die wird jemand umgebracht haben" als sich zu überlegen, dass und warum sie vielleicht weggelaufen sein könnte?

Sehr schlüssig. Nicht.

Evi hatte übrigens schon seit Ende Juni Ferien, etwaiger Prüfungsstress lag schon lange zurück.

Aber ja, so kann man natürlich immer alles der bevorzugten Theorie anpassen, auch wenn es wenig Sinn ergibt.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 18:06
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:Du meinst also, die Angehörigen wollen sich zwar Jahrzehnte später nicht mit der Möglichkeit eines Suizids auseinandersetzen, denken aber gleich nach dem Verschwinden lieber "ach, die wird jemand umgebracht haben" als sich zu überlegen, dass und warum sie vielleicht weggelaufen sein könnte?
Ich glaube, dass es sehr schwierig ist ohne wirkliche Beweise anzunehmen, dass jemand aus dem Umfeld Suizid begangen hat. Einfacher ist immer andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Vielleicht würde man demjenigen ohne klare Beweise auch Unrecht tun
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:Aber ja, so kann man natürlich immer alles der bevorzugten Theorie anpassen, auch wenn es wenig Sinn ergibt.
Ich klammere diese Dinge aus, weil wir es nicht wissen können. Niemand war mit dem Opfer zusammen, fast jeder hier versucht nur Annahmen über ein Thema zu treffen, bei denen fast niemand Erfahrung haben dürfte.

Ich persönlich kann mir wiederum nicht vorstellen, dass das Opfer einfach eine 1000km-Fahrt angetreten hätte, ohne ihren Angehörigen Bescheid zu sagen. Andere mögen andere Ansicht sein.

Daher bringt es nichts sich damit zu beschäftigen.

Man sollte sich daher eher mit den Indizien beschäftigen, die man auch als Außenstehender durchaus beurteilen kann und das sind die vom Ort selbst.


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06.07.2026 um 20:04
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Keiner dieser Punkt spricht für Suizid! Was ist das denn für eine merkwürdige Argumentation? 1. wenn länger geplant, dann spräche es gegen Suizid? Außerdem, woher weisst du, dass Evi spontan etwas unternommen hat. Ich denke eher, sie ist noch in der Toskana, wahrscheinlich sogar in Florenz (etwa am Bahnhof) entführt worden. Gut, kann ich auch nicht beweisen, aber ist keineswegs weniger unwahrscheinlich. 2. 'nichts gesagt' ist genauso unsinnig als Argument für Suizid. Ich könnte genauso sagen: wenn sie sich nicht suizidieren wollte, warum sollte sie dann jemanden sagen, dass sie sich (nicht) suizidieren will? 3. ich habe nie verstanden, warum ich, um mich zu suizidieren in ein anderes Land fahren soll/muss, und dann auch noch 1000km entfernt (hätte ja auch schon in Frankreich aus dem Zug aussteigen können; achso, Nachbarland 'darf' es auch nicht sein!? Sorry). Jetzt mal im Ernst: wie viele Fälle sind euch bekannt, wo jemand 1000km ins Ausland reist, nur um sich unmittelbar dann da umbringen will, zumal Bäume ja überall sind. 4. Papiere entsorgt...oder gestohlen! Und auch hier wieder, warum dieser Anonmyitätszwang? 5. der letzte Punkt besagt ebenso absolut nichts. Fünf scheinbare Argumente, die völlig ins Leere laufen. --- Und dabei sind viele weitere Ungereimtheiten nicht einmal erfasst. Achja: 'zwei unwahrscheinliche Dinge' parallel? Nein! Wenn es eine Entführung war, dann war es nur *ein' Ding!
zu 1.: Vielleicht war der Besuch bei der Schwester in Florenz die erste Chance, für einen Tag alleine zu sein? In Ihrer Heimat dürfte sie ja gut behütet gewesen sein. Und Entführung in Vor-Schengen-Zeiten um sie dann am erstbesten Ort nach dem 2. Grenzübertritt aufzuhängen, ist doch mindestens so unwahrscheinlich.
zu 3./4.: Weil sie um keinen Fall wollte, dass jemand sie identifiziert (wegen der Familie) vielleicht? Deshalb eben weiter weg, wo es unwahrscheinlich ist, dass ihr Verschwinden (schnell) bekannt wird.


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06.07.2026 um 22:35
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb am 03.07.2026:Und was lässt dich zu der Überzeugung kommen, dass es Suizid war? Die 1000km Zugfahrt, die schnelle Durchführung nach Ankunft des Zuges in unbekanntem Gebiet und 'spontanem' Finden eines Seils, die 'schwierige' Situation am Baum lassen dich daran nicht zweifeln? Selbst der damalige Gerichtsmediziner hat heute Zweifel, bzw. ist inzwischen überzeugt, dass es kein Suizid gewesen sein kann.
Ein Mord oder Unfall scheitert schon am fehlenden Motiv. Hätte jemand Evi missbraucht und zur Verdeckung der Straftat ermordet wäre das sicher nicht so abgelaufen. Es wurden auch keinerlei Spuren gefunden, die in irgend so eine Richtung deuten. Dito für Raubmord. Für einen Spontanausflug mit irgendwelchen Begleitern, der in einem Drogenfiasko endete und wo eine Vertuschung inszeniert wurde braucht es sehr viele Annahmen, die kaum sinnvoll zusammenzustellen sind.

Ein Suizid bietet die einfachste Erklärung an und benötigt die wenigsten Annahmen - ist nach Ockhams Rasiermesser also vermutlich richtig.

- Evi war gerade 350 km mit der Bahn zu Ihrer Schwester gefahren. Im Sommer war sie im Urlaub in Irland, mutmaßlich auch mit der Bahn, denn Billigflieger kamen erst nach der Liberalisierung des europäische Luftverkehrs 1992 langsam auf. Dadurch hatte sie eine gewisse Erfahrung mit langen Stecken im Zug, Verbindungen, Fahrplänen etc. Vielleicht ist sie dabei auf den Direktzug nach Portbou gestoßen.

- Dass sie soweit weg von zu Hause und völlig anonym aus dem Leben scheiden wollte ist nachvollziehbar und es gibt auch einige Beispiele für ein solches Verhalten, die hier auch diskutiert werden siehe "Peter Bergmann".

- Durch den Hinweis auf Siena hat sie absichtlich eine falsche Fährte gelegt und das lässt auf eine Planung ihrer Tat schließen. Vermutlich hat sie schon in der Zeit vorher etwas Geld zur Seite gelegt für die Zugfahrkarte, heimlich ihren Ausweis eingesteckt und den Zeitpunkt des Verschwindens bewusst gewählt, damit sie nicht schnell gefunden und von ihrem Vorhaben abgehalten wird.

- Der Suizid durch Erhängen muss nicht der festgelegte Plan gewesen sein. Vielleicht war "ins Wasser gehen" der primäre Gedanke. Wenn man an der Küste weit genug raus schwimmt bis die Kräfte erlahmen kann es durchaus sein, dass die Strömung den Körper hinaus zieht und nichts jemals mehr gefunden wird. An den Booten im Hafen von Portbou angekommen hat Evi die herum liegenden Seile gesehen und sich spontan anders entschlossen.
Die Kiefer vor dem Friedhof war dann einfach die erste beste Gelegenheit um ihr Vorhaben zu vollenden, bevor der Tag beginnt, das Städtchen sich mit Leben füllt und die Ausführung verhindert.

- Über die Methode des Erhängens hat sich Evi vermutlich gar keine großen Gedanken gemacht, sondern sich intuitiv die Schlinge um den Hals gelegt, die Haare raus gezogen, ist auf die Aststümpfe gestiegen, hat das Seil um den Ast verknotet und ist gesprungen. Dass der Strang vor Ihrem Kinn lag und ihr durch schlagartiges Überstrecken der Wirbelsäule nach hinten das Genick gebrochen hat war nicht geplant sondern sozusagen eine (auch wenn das in dem Zusammenhang sehr makaber klingt) glückliche Fügung, dass sie nicht lange leiden musste. Hätten Seil und Knoten anders gelegen wäre ein Erdrosselungsszenario abgelaufen, zweifellos aber mit gleichem Ergebnis.

- Was die sauberen Füße angeht hätte ich folgende Erklärung anzubieten: "pies limpios" im Bericht des Gerichtsmediziners heißt sicher nicht "frischgewaschen, makellos und ohne jedes Krätzerchen" sondern: Gepflegte Füße mit sauber geschnittenen Nägeln. Wenn man sich vor Augen führt, was beim Gerichtsmediziner sonst üblicherweise auf dem Tisch landet - Drogentote, tot aufgefundene Obdachlose, Opfer von Schlägereien, halb verwest gefundene Messies, ermordete Prostituierte, Unfallopfer - im Vergleich dazu hatte Evi tatsächlich pies limpios.

Was sich bei mir und bei vielen hier sträubt ist das Motiv: Warum bringt sich ein junges, hübsches Mädchen mit so blendenden Aussichten ums Leben ? Leider kann man den Menschen nur vor die Stirn schauen, welche Abgründe sich dahinter verbergen bleibt unbekannt und unerkannt. Ob das eine Depression war oder eine bipolare Störung oder eine andere psychische Krankheit lässt sich nicht mehr ermitteln, das wird im Dunkeln bleiben. Man kann Evi nur wünschen, dass sie in Frieden ruht und ihre Eltern und ihre Schwester trauern und abschließen konnten. Und man kann sich damit trösten, dass solche Fälle glücklicherweise sehr, sehr selten sind.

Am Verhalten der spanischen Polizei kann ich nicht nur im Kontext der Zeit nichts verwerfliches finden: Es gab keine sinnvollen Hinweise auf ein Fremdverschulden, auch nach der Leichenschau mit Befund des dem gebrochenen Genicks blieb wenig Raum für etwas anderes als einen Suizid. Hier auf Biegen und Brechen einen Fremdtäter zu suchen wäre kaum sinnvoll zu begründen gewesen. Dass die Leiche einbalsamiert, lange aufbewahrt und später auf dem Friedhof gelagert wurde spricht eher für die anfängliche Sorgfalt der spanischen Behörden. Die Grabräumung und Umbettung in das Massengrab waren das genaue Gegenteil (Hier wäre ein Einstieg für ein morbides Szenario: Einer der Friedhofsmitarbeiter "hat sich ein bisschen Arbeit mit nach Hause genommen").

Dass die europäischen Behörden damals so schlecht zusammen gearbeitet haben, das ist durchaus ein Skandal. Die Spanier haben die Beschreibung Ihres Fundes an die anderen europäischen Kriminalbehörden weitergeleitet, aber in Italien gab es offenbar wichtigeres zu tun als diese Meldung mit Vermisstenfällen abzugleichen. Immerhin scheint sich mittlerweile Besserung abzuzeichnen, siehe zum Beispiel die Kampagne Identify Me zur Identifizierung weiblicher Mordopfer.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 22:59
@K-Jettie

Vielen vielen Dank für deinen Beitrag! :)

Der Fall Evi Rauter wirft ja selbst heute noch unfassbar viele Rätsel auf.
Deine Argumentation zu den weitest "logistischen" Ungereimtheiten bringt es absolut auf den Punkt.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

06.07.2026 um 23:10
Zitat von K-JettieK-Jettie schrieb:Ein Mord oder Unfall scheitert schon am fehlenden Motiv. Hätte jemand Evi missbraucht und zur Verdeckung der Straftat ermordet wäre das sicher nicht so abgelaufen. Es wurden auch keinerlei Spuren gefunden, die in irgend so eine Richtung deuten. Dito für Raubmord. Für einen Spontanausflug mit irgendwelchen Begleitern, der in einem Drogenfiasko endete und wo eine Vertuschung inszeniert wurde braucht es sehr viele Annahmen, die kaum sinnvoll zusammenzustellen sind.
Überzeugender kann man es nicht darstellen.
Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
Du lieferst hier quasi die "Musterlösung" für diesen Fall.
Wäre dein Beitrag ganz am Anfang der Diskussion eingestellt worden, hätte der Thread schon auf Seite 1 wieder geschlossen werden können mit dem Vermerk "Fall wurde hinreichend geklärt".


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07.07.2026 um 08:07
Wer ein Vertreter der Suizid Theorie ist mag das so sehen. Für mich klingt der Beitrag von @K-Jettie typisch KI generiert. Genauso kann man einen KI generierten Beitrag mit Fremdverschulden konstruieren, der dann allen gefällt, die an ein Fremdverschulden glauben. Beides hilft nicht weiter. Die Versäumnisse von Polizeieinheiten und der Gerichtsmedizin kann man nicht mehr korrigieren.

Für mich liegt der Schlüssel zur Klärung darin, wie Evi nach Portpou gekommen ist. War das freiwillig mit dem Zug, erscheint ein Suizid wahrscheinlicher. War das unfreiwillig mit einem Fahrzeug, erscheint Fremdverschulden wahrscheinlicher. Für eines dieser Szenarien bräuchte man Zeugen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

07.07.2026 um 08:50
Zitat von camelotcamelot schrieb:Für mich liegt der Schlüssel zur Klärung darin, wie Evi nach Portpou gekommen ist. War das freiwillig mit dem Zug, erscheint ein Suizid wahrscheinlicher. War das unfreiwillig mit einem Fahrzeug, erscheint Fremdverschulden wahrscheinlicher. Für eines dieser Szenarien bräuchte man Zeugen.
ich bin als Teenager in den 1990er mit der Bahn durch Italien, es war eine Odysee.
Wenn ich mir überlege, dass sie mit der Bahn von der Toskana in einen spanischne Grenzort zu Frankreich in der Zeit vor dem Abkommen von Schengen, um sich dort nach ca. 23/5 Stunden Fahrzeit zu erhängen, fehlt mir dafür die Vorstellungskraft.
Vielleicht ist es möglich, daß sie sich einer motorisierten Reisegruppe angeschlossen hat?
Oder sie bewußt an den Grenzort verbracht wurde, um eine Aufklärung 1990 massiv zu erschweren?

Eine Frage an Euch, bitte: Ist eigentlich die Todesursache final geklärt worden? Was ich merkwürdig finde ist, daß auf den Bildern der jugen Frau an dem Baum die Augen geschlossen sind.


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07.07.2026 um 09:02
und noch eine kurze Bemerkung, der verwendete Knoten ist ein Standardknoten in der Ausbildung zum Segelschein.


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07.07.2026 um 11:30
Zitat von camelotcamelot schrieb:Für mich liegt der Schlüssel zur Klärung darin, wie Evi nach Portpou gekommen ist. War das freiwillig mit dem Zug, erscheint ein Suizid wahrscheinlicher. War das unfreiwillig mit einem Fahrzeug, erscheint Fremdverschulden wahrscheinlicher. Für eines dieser Szenarien bräuchte man Zeugen.
sehe ich genauso.

Für eine Anreise mit der Bahn spricht, dass man damals in Portbou zwingend umsteigen musste, weil die Züge in Frankreich und in Spanien unterschiedliche Spurbreiten hatten. Auf der langen Fahrt dorthin hätte irgendwer sie wahrnehmen müssen, aber kein einziger Zeuge konnte im Nachhinein dafür gefunden werden oder es wurde gar nicht versucht.

Mit einem Auto hätte man natürlich überall halten können.

Eigenartig auch nach wie vor der Umgang der Polizei mit den Campern. Es bleiben einfach viele, viele Fragen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

07.07.2026 um 12:15
Zitat von camelotcamelot schrieb:Für mich liegt der Schlüssel zur Klärung darin, wie Evi nach Portpou gekommen ist. War das freiwillig mit dem Zug, erscheint ein Suizid wahrscheinlicher. War das unfreiwillig mit einem Fahrzeug, erscheint Fremdverschulden wahrscheinlicher. Für eines dieser Szenarien bräuchte man Zeugen.
Nein, in einem Todesfall wird nie jeder einzelne Punkt geklärt. Trotzdem werden Menschen verurteilt.

Nur als Beispiel der Fall Böhringer:

Es gab keinen Zeugen, der gesehen hat, dass BT von dem Parkhaus zu seiner Wohnung gefahren ist, woraufhin er seinen Anruf bei der Mutter seiner Freundin getätigt haben soll.

Nach Deiner Auffassung hätte man BT daher nicht verurteilen dürfen.

In Wirklichkeit kommt es auf das Gesamtbild an und dann kann man auch Dinge in eine Richtung deuten, für die es keinen Zeugen gibt. Bei dieser sogenannten „Wahrheitsfindung“ helfen dann gewisse Prinzipien, wozu auch das von @K-Jettie angesprochene Ockhams Rasiermesser gehört.

Wie ich hier schon häufig geschrieben habe, sollte man sich auf die unverrückbaren Indizien konzentrieren und daraus lassen sich eigentlich nur zwei Möglichkeiten ableiten, entweder ein Suizid oder ein ideales Verbrechen.


Aber auch wenn man mal die zwei Möglichkeit ansieht, welche erklären könnten, wie das Opfer dort hingekommen ist, erklärt die Suizid-Theorie deutlich mehr.

Sie erklärt die Tatsache, dass sich das Opfer nicht mehr gemeldet hatte, was bei einem Ergreifen einer Mitfahrgelegenheit schon recht ungewöhnlich ist. . Auch erklärt der Zug den Ort des Geschehen. Der Zug hatte in Portbou Endstation.

Während eine Fahrt mit einem Wagen jedes Ziel möglich gewesen wäre, Portbou wäre dann reiner Zufall gewesen. Sprich diese Theorie liefert keine Begründung für diesen Ort.

Würde einen junge Frau einfach spontan eine solch lange Fahrt antreten? Auch das ist unwahrscheinlich, sicher nicht unmöglich.

Wie im Fall Böhringer muss man sich daher ein Bild über alles machen. Und wenn man das macht passt das Puzzlestück „Bahnfahrt“ genau in das Bild des Geschehens, das die Indizien des Ortes extrem nahelegen.
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Eigenartig auch nach wie vor der Umgang der Polizei mit den Campern. Es bleiben einfach viele, viele Fragen.
Warum? Der Ort des Geschehens mit seinen Indizien macht einen Suizid sehr wahrscheinlich, und ein Tötungsdelikt zu einer nur theoretischen Möglichkeit. Es gab daher keine vernünftigen Zweifel an einem Suizid. Sie hatten die Camper befragt, sie hatten nichts beobachtet. Das war auch nachvollziehbar, da das Opfer während sie schliefen dort still und leise oberhalb des Platzes lang gegangen sein wird, wo sie gecampt hatten. Die Ermittler hatten deren Personalien noch aufgenommen, was sollten sie anderes in diesem Fall tun? Ein Verdacht wäre bei den vorhandenen Indizien nicht vertretbar, es waren einfach nur Zeugen.


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

07.07.2026 um 12:25
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Laut diesem Artikel soll sie einen Genickbruch erlitten haben, mit Durchtrennung des Rückenmarks. Es gibt hier auch ein etwas erschreckendes Foto, auf dem der Kopf schon sehr aus meiner Sicht durch das Seil in einer unnatürlich nach hinten gedrückten Position zu sehen ist. Ich glaube dieser Winkel hätte eine intakte Halswirbelsäule nicht mitgemacht, wahrscheinlich ging es sehr schnell. Ich glaube aber nicht, dass sie das bei einem Suizid so vorhersehen konnte.
Erstens: wie soll der Gerichtsmediziner, der ja keine Autopsie vorgenommen hat, wissen, dass das Rückenmark durchtrennt wurde? Zweitens: wer sich mal beschäftigt hat, wie britische Henker die Fallhöhen berechnet haben, und insbesondere die (enormen) Fallhöhen sich mal anschaut, der weiss, dass es sehr unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich ist, dass durch den kurzen Fall, den man den Fotos entnehmen kann, das Genick gebrochen wurde. Ein Genick kann ein kräftiger, damit erfahrener Mann auch so brechen. In gewissen Milieus gibt es da Profis.
Zitat von CaiaLiaCaiaLia schrieb:Auch das könnte so ein Fall sein:

Mysteriöse unbekannte Frau in Italien 2007 erhängt gefunden
Gut, dass du das erwähnst. Für viele hier natürlich ein weiterer Suizid. Da über diesen Fall noch weniger bekannt ist, z. B. auch keine Fotos vorliegen, weiss ich es natürlich nicht. Aber ich bin skeptisch. Außerdem ist diese Frau, wenn sie denn von weit her angereist ist, sicherlich nicht extra für ihren Suizid angereist, wie ja ihr Auftauchen auf der Tagung belegen. Eher sehe ich Parallelen: Prato ist ein Zwischenhalt der Bahnverbindung Florenz -- Portbou. Gut, mag Zufall sein. Aber man könnte auch folgende Parallele sehen: Frau in fremder Umgebung, evtl. am Florenzer Bahnhof. Man könnte sich Bandenkriminalität vorstellen. Oder auch gewisse rituelle Kreise. Nebenbei gibt es in Norditalien eine Reihe von Todesfällen unbekannter Frauen, wahrscheinlich aus dem Ausland:

https://www.interpol.int/What-you-can-do/Identify-Me/Countries-in-which-the-bodies-were-found/Women-found-in-Italy/IT04-The-globetrotter

Aber völlig unabhängig davon, kann Evi Rauter auch ein völliger Einzelfall sein. Gut vorstellen kann ich mir, dass das ganze am Florenzer Bahnhof seinen Lauf nahm (und nicht nur durch ein einfaches ins Zug steigen; nebenbei: Evi Rauter hatte kein Geld für ein Ticket?)


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

07.07.2026 um 12:35
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Aber auch wenn man mal die zwei Möglichkeit ansieht, welche erklären könnten, wie das Opfer dort hingekommen ist, erklärt die Suizid-Theorie deutlich mehr.

Sie erklärt die Tatsache, dass sich das Opfer nicht mehr gemeldet hatte, was bei einem Ergreifen einer Mitfahrgelegenheit schon recht ungewöhnlich ist. . Auch erklärt der Zug den Ort des Geschehen. Der Zug hatte in Portbou Endstation.
Wieso das denn? Handys gab es damals ja noch nicht. Und außerdem, was, wenn sie nicht freiwillig mitgefahren ist? --- Kein Argument.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Während eine Fahrt mit einem Wagen jedes Ziel möglich gewesen wäre, Portbou wäre dann reiner Zufall gewesen. Sprich diese Theorie liefert keine Begründung für diesen Ort.
Aber doch, wenn man annimmt, der Ort wurde genau aus diesem Grund (Bahnverbindung) ausgewählt...
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Und wenn man das macht passt das Puzzlestück „Bahnfahrt“ genau in das Bild des Geschehens, das die Indizien des Ortes extrem nahelegen.
...um es als Suizid aussehen zu lassen.

Wer jetzt wieder nach dem Motiv fragt... Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die erstmal gar nicht ersichtlich sind. Z. B. gibt es sicherlich sadistische Psychopathen, die sowas "geil" finden. Dann gibt es sicherlich extreme sektenhafte Kreise mit Ritualen. Und Bandkriminalität. Vielleicht war Evi zur falschen Zeit am falschen Ort, hat etwas gesehen, was sie nicht sollte...


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Der mysteriöse Fall der Evi Rauter aus Lana

07.07.2026 um 12:37
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Erstens: wie soll der Gerichtsmediziner, der ja keine Autopsie vorgenommen hat, wissen, dass das Rückenmark durchtrennt wurde? Zweitens: wer sich mal beschäftigt hat, wie britische Henker die Fallhöhen berechnet haben, und insbesondere die (enormen) Fallhöhen sich mal anschaut, der weiss, dass es sehr unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich ist, dass durch den kurzen Fall, den man den Fotos entnehmen kann, das Genick gebrochen wurde. Ein Genick kann ein kräftiger, damit erfahrener Mann auch so brechen. In gewissen Milieus gibt es da Profis.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Ein Henker benutzt einen sogenannten Henkersknoten. Der wurde hier nicht verwendet.

Bei den vorliegenden Knoten wurde bei einem Fall der Kopf durch die Straffung des Seils stark nach hinten beschleunigt, wahrscheinlich über den Punkt hinaus, den die Halswirbelsäule aushalten kann. Das hatte @K-Jettie hier schon vollkommen richtig erkannt. Man muss sich nur das Foto des Opfers ansehen. Ich glaube - auch ohne vollständiger Obduktion - war es offensichtlich, dass das Rückenmark durchtrennt worden ist.

Der Fall ist in Wirklichkeit viel einfacher, man muss da nicht von Tätern ausgehen, die Genicke tagtäglich brechen.
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Wieso das denn? Handys gab es damals ja noch nicht. Und außerdem, was, wenn sie nicht freiwillig mitgefahren ist? --- Kein Argument.
Es gab damals an Tankstellen Telefonzellen. Bei einem nicht freiwilligen Mitfahren hätte man mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Spuren gefunden.

Wie gesagt, wenn man sich wirklich auf den Ort des Geschehens mit seinen Indizien ansieht, dann bleiben eben nur zwei Möglichkeiten übrig, ein Suizid oder ein ideales Verbrechen.


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