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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

18.524 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Club, Getötet, Rosenheim ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Hanna W. tot aus der Prien geborgen

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

um 21:00
Zitat von MauserMauser schrieb:Ein super Kurzbeitrag über die jüngsten Justizopfer Manfred Genditzki und Sebastian T. und der wichtigen Frage ob sich hinsichtlich der gestiegenen Anzahl an Justizirrtümern nicht endlich etwas am Rechtssystem ändern muss.
Ich weiß nicht, ob die Anzahl der "Justizirrtümer" wirklich gestiegen ist? Zum einen handelt es sich nicht wirklich um Irrtümer, zum anderen dürfte es in der Vergangenheit nicht weniger Fehler bei der Urteilsfindung gegeben haben. Ich bin mir sogar sicher, dass es in den 1950-90er Jahren viel mehr Fehlurteile gegeben hat.

In den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik waren die meisten Richter im Nationalsozialismus aufgewachsen oder ausgebildet worden, ja an einer verbrecherischen Justiz ("Schreckliche Juristen") beteiligt. Willkür, Rassismus und Sexismus waren weit verbreitet. Manche Urteile aus dieser Zeit sind wahre Gruselkabinette und heute schlicht untragbar.

Wer sich heute über den ersten Prozess gegen T. empört, der sollte mal Urteile von vor 50 Jahren lesen. Wohlgemerkt Urteile in einer demokratischen und rechtsstaatlichen Bundesrepublik, Welten entfernt von der Rechtsprechung der DDR.

Warum also mehr "Justizirrtümer"? Es wird einfach mehr kritisch hinterfragt. Autoritäten nicht einfach akzeptiert. Es wird breit berichtet, munter kritisiert, seit dem Siegeszug von "Social Media" für Jedermann möglich. Strafverteidiger wie Frau Rick arbeiten heute gezielt in die Öffentlichkeit hinein, was nicht kriegsentscheidend sein muss, aber Aufmerksamkeit und damit auch Kontrolle durch die "4. Gewalt" herbeiführt. Ohne diese Medienarbeit und die Beteiligung der Öffentlichkeit wären vermutlich Fälle wie Mollath, Ulvi K., Genditzki, Mazurek, Rupp, Eiskeller usw. dem Vergessen anheimgefallen oder nur einigen interessierten Kreisen ein Begriff geblieben.

Das hat alles nicht nur Vorteile. Aber ich will mit den Nachteilen an dieser Stelle nicht anfangen. Und auch keine Rosinen picken. Egal ob es der Thread hier ist, ob es Podcasts oder TV-Berichte wie der vom BR sind, das alles ist Teil der Kontrolle, die die Öffentlichkeit auch ausüben soll. Deshalb gibt es die Meinungs-, Medien- und Pressefreiheit. Man mag über die Beteiligten unterschiedlicher Meinung sein, insgesamt hat da - wie auch in der Politik - eine fundamentale Transformation stattgefunden.

Zudem wird viel mehr objektiviert. Wo es früher tatsächlich nur ein paar dürftige Zeugenaussagen waren, gibt es nun viele technische Möglichkeiten (DNA, Faserspuren, Laserscans, digitale Spuren aller Art), die es erst seit den letzten 25 oder 30 Jahren gibt. Die können zwar ihrerseits neue Fehlerquellen darstellen, aber insgesamt haben sich die Strafprozesse doch sehr Richtung Wissenschaft und Technik entwickelt.

Kurz und gut: Mehr "Justizirrtümer" heißt nicht, dass es ungerechter zugeht.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

um 21:55
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Wer sich heute über den ersten Prozess gegen T. empört, der sollte mal Urteile von vor 50 Jahren lesen.
Was genau findest Du an dem Ergebnis des ersten Prozesses, nämlich unschuldig als Mörder verurteilt worden zu sein, weniger schlimm?

Der erste Prozess war unerträglich.
Wie er vor Gericht und von den Medien behandelt wurde, war unerträglich.
Wie er durch den Dreck gezogen wurde, war unerträglich.
Und: Für mich war es an Willkür kaum zu übertreffen.

Ich glaube aber auch, dass es früher noch mehr Justizirrtümer gab. Durch die technischen Fortschritte konnten wahrscheinlich auch Irrtümer verhindert werden. Nur macht es das für die Opfer leider nicht leichter, egal ob heute oder früher.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

um 23:22
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Das zeigt die häufige Anwendung des Wortes blöd. Blöd ist so etwas nur, wenn man von seinen Vorurteilen getrieben wird, und es nicht schafft von ihnen weg zu kommen.
Ja, man kann dem conformation bias förmlich beim Wirken zuhören und spürt schon fast die Qualen, die dadurch verursacht werden, dass neue Erkenntnisse nicht mehr zur Überzeugung passen und man die jetzt mühselig verdrehen muss. Ein Lehrbuchbeispiel!
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Übrigens will ich gern mal wissen, von wo er sie die angebliche Information hat, wie das Plädoyer der StA und Verteidigung war. Die erfolgte gerade nicht öffentlich.
Ich finde es insgesamt verwunderlich, woher die ihre Infos beziehen.
Irgendwie wirkt es so, als ob sie Detailwissen haben das so nicht in den Zeitungen stand (keine 100% Gewähr) , bei anderen Dingen herrschen wiederum extrem große Wissenslücken. In der ersten Eiskeller-Folge erwähnt Sophie ja noch, dass ihr ihre früheren Kollegen aus Traunstein keine Auskunft gegeben haben, ob das bei der vierten Folge immer noch so ist?

Nur am Rande, die Medien, die von Sophie und Julian als so tendenziös dargestellt werden, haben ihre Quellen angegeben und man weiß als Konsument woran man ist, wenn Frau Rick oder Herr Holderle zitiert werden. Die beiden Podcaster, inkl. Journalist hingegen versuchen sich als neutrale Experten-Instanz mit persönlichem Bezug zu verkaufen, die den dummen, uniformierten Hörern nur dabei helfen, alles korrekt einzuordnen. Ich würde das aber eher Propaganda nennen und nicht Journalismus.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Ich halte wenig von Argumenten ad hominem, v.a. gegen Richter, Staats- und Rechtsanwälte sowie Gutachter, denen empört von Laien das berufliche Können abgesprochen wird. Egal von wem es kommt und gegen wen es sich richtet. Das ist Usus geworden, in dem gerade diskutierten Podcast, wie auch hier in diesem Thread, aber das macht es auch nicht besser.
Deine Meinung dazu hast du ja schon oft kundgetan, was ich dabei nicht verstehe ist, wieso für dich der Beruf schützenswerter, als das Leben eines Menschen ist? Für ST bist du nie so in die Presche gesprungen und findest man braucht nicht so empört sein, wenn jemand für neun Jahre unschuldig eingesperrt wird und nie wieder den Stempel "Mörder" los wird. Aber wehe jemandes berufliche Leistung wird kritisiert…
Nochmal als Erinnerung für dich, diese Berufe haben keinen Selbstzweck, kurz runtergebrochen sind die Berufe dazu da, das Miteinander und das Leben unschuldiger Menschen zu schützen. Vielleicht denkst du mal darüber nach.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Wäre sie in dem Podcast anonym aufgetreten und hätte sich nicht als Staatsanwältin geoutet, dann könnte man es so sehen, dass sie ihren Mann bei dem Podcast einfach nur unterstützen will. Aber sie tritt als StAin und damit schon als Person mit einer gewissen Autorität auf und ist dadurch noch mehr in der Lage Meinungen von Zuhörern zu manipulieren.
Aber weil das nicht reicht, streicht sie auch immer wieder ihre Aschauer Herkunft? (je nach Folge, wuchs sie entweder in Aschau auf oder besuchte dort häufig das Haus der Großeltern, nicht dass das relevant wäre, aber es entsteht der Eindruck als ob ihr das Ausschmücken der Geschichte, wie sie bei Lea vermutet, auch selbst nicht ganz fremd ist) heraus und gibt sich damit noch zusätzlich als Kennerin von Land und Leuten, mit persönlichem Bezug aus.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Was die Frau Sophie in ihrem Podcast sagt, sagt sie nicht in amtlicher Eigenschaft als Staatsanwältin. Sondern als Privatfrau. Als solche genießt sie wie jeder andere Bürger auch Meinungsfreiheit. Sie muss nicht "neutral" sein. Das ist wie beim Fußballspiel.
Nein, als Privatfrau muss sie nicht neutral sein, es wäre ihr wohl auch die berufliche Kompetenz nicht abgesprochen worden, hätte sie betont, dass es sich um ihre Privatmeinung handeln würde. Sie wollte aber lieber ihre einseitige, uninformierte und angriffige Meinungsäußerung, als Neutralität einer Staatsanwältin verkaufen und wenn sie da echt keinen Unterschied erkennt, kann einem ganz nach @Rigel92 Angst und Bange werden.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Es könnte auch sein, dass sie Rosenheim mal als Zwischenstation in ihrer Laufbahn erwähnt hatte.
In der ersten Eiskeller-Folge erwähnt sie, dass sie in Traunstein ihr Referendariat gemacht hat.


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