rabunsel schrieb:Die verschiedenen Definitionen von Neutralität, die man in diesem Fall kennenlernen durfte, nehmen kein Ende. Wobei ich das Gefühl habe, dass auch Sophie glaubt, dass ihre Neutralität automatisch mit dem Beruf mitgekommen sei. Wie sonst kann sie nach so einer Folge und nachdem sie von Georg auf die Fehler aufmerksam gemacht wurde, noch von der "notwendigen Neutralität" (Min. 2:50), die das "oberste Gebot" einer "Staatsanwältin auf Lebenszeit" (Min. 2:55) sei, sprechen. Finde ich schon faszinierend, auch dass sie in den Shownotes der Eiskeller-Folge nicht auf die Richtigstellung verweisen, sagt einfach schon alles.
Nicht nur hier. Es ist erschreckend, wie wenig sie zeigt, dass sie diesem „obersten Gebot“ auch nur ansatzweise gerecht wird.
So eiert sie zum Zeitpunkt 13:00 um den heißen Brei rum und schafft es nicht ihr einmal gefasstes Vorurteil zu überwinden und klar zu sagen, nein, diese Zeugin ist nicht glaubhaft. Sie findet nur alles blöd, was gegen ihr Vorurteil spricht, sie würde es am liebsten in Kauf nehmen, dass die Zeugin die Internet-Recherche dazu erfunden haben könnte. Alles soll so blöd sein.
Das in Wirklichkeit auch andere Zeugen diese Aussage widersprochen hatten ignoriert sie vollkommen. Sie schafft es nicht sich selbst einen Fehler einzugestehen. Das zeigt die häufige Anwendung des Wortes blöd. Blöd ist so etwas nur, wenn man von seinen Vorurteilen getrieben wird, und es nicht schafft von ihnen weg zu kommen.
Wenn man dann hört, welche Fälle sie zurzeit zu bearbeiten hat, dann wird einem Angst und Bange, weil ihre Selbstkritik nur sehr schwach ausgeprägt ist, was jedoch für einen Neutralität Voraussetzung wäre.
Übrigens will ich gern mal wissen, von wo er sie die angebliche Information hat, wie das Plädoyer der StA und Verteidigung war. Die erfolgte gerade nicht öffentlich. Wie kann sie das dann wissen, meint sie das wohl auf diesen teuflischen Antrag der StA ableiten zu können keien Entschädigung zu gewähren, aber das dürfte ein reines Phantasiegebilde zu sein.
Wenn man dann ab 33:00 sich anhört, wie dieses Pärchen über Frau Rick herziehen, kurz zuvor jedoch bedauert hatten, dass die Frage nicht geklärt wurde, ob Unfall oder Tötungsdelikt vorgelegen hätte, dann ist diese Kritik an Frau Rick in Wirklichkeit scheinheilig. Dieser Vergleich der Schweinehaut-Verletzungen und der Kopfverletzungen hätten im Gerichtssaal gezeigt werden müssen. So wie hier es auch von den Prozessbeobachtern gehört haben, wurden diese Bilder auch von Frau Rick angekündigt. Nur so ist Wahrheitsfindung möglich und das weiß auch ganz genau eine Staatsanwältin! Wenn sie das bemängelt, dann ist sie an einer Wahrheitsfindung in Wirklichkeit nicht interessiert. Für einen StA in Wirklichkeit ein absolutes NoGo.
Origines schrieb:Dass die Verteidigung in ihrer Kritik gegen die erste Vorsitzende überzogen hat, das habe ich ja auch kritisiert. Ihr mangelnde Empathie vorzuwerfen (so der Florian), das ist sehr billig. Rick wird aber auch zu Recht als "brillante" Strafverteidigerin gelobt.
Nun ich glaube viele hier im Thread sehen diese Kritik durchaus berechtigt an. Mittlerweile willst Du auch auf die entsprechende Argumentation mehr antworten, eine Frage, die ich Dir gestellt hatte ist nach wie vor unbeantwortet geblieben. Berücksichtigen sollte man natürlich auch diese Tiraden, die Aßbichler öffentlich gegenüber Frau Rick geäußert hat. Demgegenüber hatte die Kritik von Frau Rick Hand und Fuß. Ich denke, wo es heute sehr wahrscheinlich ist, dass ein Unfall vorgelegen hatte, sollte man sich diese vielleicht mal diese Tiraden in Erinnerung rufen, das wurde im Podcast natürlich vollkommen ignoriert, schlimmer noch in früheren Folgen gutgeheißen.
Origines schrieb:Kurz und gut: Die Welt geht nicht unter, wenn dieser Podcast gehört wird.
Ja, davon geht die Welt nicht unter, daran arbeiten aktuelle andere mit Fleiß dran, aber in den kleineren Dimensionen wird ein solcher Mangel an Selbstkritik nicht nur auf diesen Fall Auswirkung hat, sondern sie stellt auch bei anderen Fällen einen Gefahr dar, weil sie gerade solche Aussage-gegen-Aussage-Fälle bearbeitet, wo Selbstkritik noch viel wichtiger ist, als in anderen Bereichen.