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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.438 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 17:01
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Das wollte ich dich schon seit Tagen fragen, wie du auf die Idee kommst, Weber wäre latent aggressiv gewesen?
Mir sind im FF zwei kurze Momente aufgefallen, in denen bei „Weber“ Aggressivität gegenüber Norbert spürbar wird (ab Min. 27:55). Ich hatte sie hier beschrieben (S. 157):
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:„Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an,
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:Kaum hat er jedoch den unterschriebenen Meldezettel zurück, verschwindet sein Lächeln, und er äfft Norberts zackige Sprechweise nach: „Dan-kä!“
Aufgrund von „Webers“ Darstellung im FF würde ich auch annehmen, dass er Aggressionen in der Regel nur in Form solcher kleinen Respektlosigkeiten (Anrede „Stolz“) und Provokationen („Dan-kä!“) herausgelassen und offene Konflikte eher vermieden hat. Aber die Ermittler fanden dieses Verhalten wohl bemerkenswert und haben es deshalb in diese kleine, m.E. sehr komplexe Szene zwischen den beiden eingebunden, um die gegensätzlichen Charaktere und ihr Verhältnis zueinander deutlich zu machen.
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Erfahrene Vernehmungsbeamte erkennen ja auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn eine Person im Verhör oder in einer Befragung lügt, oder jeden Halbsatz dreimal in Gedanken abwägt, ehe er ihn ausspricht. Eine stimmige Story ist daher nur die halbe Miete, auf die Darbietung kommt es ebenso an.
Vermutlich haben die Ermittler „Weber“ damals seine Geschichte auch nicht abgenommen, sonst hätten sie ihn nicht öffentlich als „schrägen Vogel“ bezeichnet. Aber sie konnten ihm eben auch nichts nachweisen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 18:56
Zitat von KieliusKielius schrieb:
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Gar so einfach, sich eine stimmige Geschichte auszudenken, war es auch 1989 nicht.
Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.

Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...
Das ist vielleicht eine Nummer zuwenig. Die fehlende 22:00 Uhr-Unterschrift musste er auch erklären. Auch wenn "Weber" nicht mein Lieblingstatverdächtiger ist: Die von ihm gelieferte Erklärung hierzu kaufe ich im nicht ab.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 19:15
@rattich :

Die Darstellung der Charaktere in den xy-Filmfällen halte ich für "mit Vorsicht zu genießen". Man hat hier wohl versucht, etwas holzschnittartig den Unterschied zwischen dem pflichtbewussten N.S. und dem etwas schlunzigen "Weber" sichtbar zu machen. Daraus oder aus jedem Gesichtsausdruck der Darsteller einen Verdacht oder eine Bewertung, wie die beiden zueinander standen, zu basteln, halte ich für fragwürdig.
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:„Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an,
Da wollte ich auch schon beim ersten Mal drauf eingehen, als Du das erwähntest. Ich habe das mit der Nennung beim Nachnamen in der 80ern als eher flächendeckendes Phänomen unter Jugendlichen bzw. jungen Männern erlebt, ohne dass es mit Geringschätzung oder Aggression zu tun hatte. Auch Verballhornungen der Nachnahmen waren gebräuchlich. Wir hielten das damals wohl irgendwie für das, was man später "cool" nannte.

Bei der Bundeswehr wurde diese Attitüde dann dadurch noch "kultiviert", dass man den Vornamen praktisch nicht brauchte. Die Anrede las man von der Schulterklappe, den Namen vom Namensschild ab. Die Vornamen kannte man teilweise gar nicht, wenn es über die direkten Stubenkameraden hinausging, öffentlich genannt wurden sie selten, wenn es nicht gerade Nachnamensgleichheiten gab. In dem Fall oft nur als Anfangsbuchstabe oder Zahl, um die Angesprochenen zu unterscheiden.

Auch ein überzogenes Zelebrieren militärischer Gepflogenheiten unter gleichen Dienstgradgruppenangehörigen gehörte zum Verhalten dazu, wenn man "unter sich" war. Dass ein Mannschaftsdienstgrad vor einem anderen Mannschaftsdienstgrad in so einer Situation den Gesamtbetrieb etwas durch den Kakao zog, war eher normal als andersrum.

Dazu kommt, was @Serval69 hier treffend ausdrückt:
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Dass sich in Weber Wut aufgestaut haben könnte, die sich schließlich gegen Stolz entlud, kann ich mir ja noch irgendwie vorstellen.

Was ich mir jedoch nicht vorstellen kann, ist, dass ein einfacher W15, von dem lediglich bekannt ist, dass er es mit den Vorschriften nicht so genau nahm, wenige Stunden nach einer solch extremen Affekttat, erfahrenen Kriminalern glaubhaft vermitteln konnte, nichts damit zu tun zu haben und dann auch noch dauerhaft die Fassade so überzeugend aufrecht erhalten konnte, bis man ihn schließlich mit Bestimmtheit als Tatverdächtigen ausschloss. u.s.w......
Zitat von rattichrattich schrieb:Vermutlich haben die Ermittler „Weber“ damals seine Geschichte auch nicht abgenommen, sonst hätten sie ihn nicht öffentlich als „schrägen Vogel“ bezeichnet. Aber sie konnten ihm eben auch nichts nachweisen.
Höchstwahrscheinlich, weil es von einem wehrpflichtigen "schrägen Vogel" in Uniform, der in der Situation eine von ihm verpennte Unterschrift "erklärt", die ihm ein in der selben Nacht im selben Gebäude ermordeter Kamerad hätte geben sollen, bis zu einem Mordmotiv doch etwas weit ist, wenn zudem keinerlei Spuren vorliegen.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Die fehlende 22:00 Uhr-Unterschrift musste er auch erklären. Auch wenn "Weber" nicht mein Lieblingstatverdächtiger ist: Die von ihm gelieferte Erklärung hierzu kaufe ich im nicht ab.
Sehe ich auch so.

MfG

Dew


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 20:08
Zitat von KieliusKielius schrieb:Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.
Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...
Hallo! Klar ist es einfach, einen auf komplett unwissend zu machen, zu Recht oder Unrecht. Mein Punkt ist aber folgender: Du kannst sonst etwas erzählen, aber wenn die Spurensituation etwas anderes sagt, hilft dir das nichts.
Ich finde es fast putzig, wie einige Mitdiskutanten Weber eine superraffinierte Spurenvernichtung andichten und dann übersehen, daß die Eingangstür verschlossen war und ein Fenster in einem anderen Raum offenstand, samt Blutabdruck, der anzeigte, da ist einer rausgesprungen.
Wäre Weber der Täter gewesen, hätte er problemlos die Tür aufschließen können, um zu suggerieren Stolz wäre am Eingang überrascht und überwältigt worden. Dann etwas Unwichtiges entwendet, entsorgt, um einen schiefgelaufenen Überfall zu inszenieren. Danach wäre "der Täter" einfach wieder zur offenen Eingangstür "raus".
Das der Täter letztlich durchs Fenster rausgehüpft ist, deutet darauf hin, daß er keine Ahnung hatte welcher Schlüssel für was im Gebäude der jeweils richtige war. Weber hingegen hatte selbst schon GvD im U5 geschoben. Der kannte die Schlüssel, es wäre kein Problem für ihn gewesen, sowas vorzutäuschen. Ein geschickt vorgetäuschter Überfall wäre 1989 richtig schwer nachzuweisen gewesen, aberr das ist nicht geschehen!
Auf Weber und die fehlende Unterschrift trifft meiner Meinung nach folgendes zu: entweder a) Weber hat schlicht und ergreifend einen auf Luftraumspäher gemacht und die 22 Uhr Meldung verpennt oder etwas weniger wahrscheinlich b) Weber war unten und Stolz tatsächlich hundemüde vom langen Tag. Niemand hätte es gejuckt, wenn Stolz erst morgens unterschrieben hätte, denn keiner konnte damit rechnen, daß ein Mord passieren würde.
Zitat von DewDew schrieb:Die Darstellung der Charaktere in den xy-Filmfällen halte ich für "mit Vorsicht zu genießen". Man hat hier wohl versucht, etwas holzschnittartig den Unterschied zwischen dem pflichtbewussten N.S. und dem etwas schlunzigen "Weber" sichtbar zu machen. Daraus oder aus jedem Gesichtsausdruck der Darsteller einen Verdacht oder eine Bewertung, wie die beiden zueinander standen, zu basteln, halte ich für fragwürdig.
Hallo @Dew ! Sehe ich genauso!
Zitat von DewDew schrieb:Da wollte ich auch schon beim ersten Mal drauf eingehen, als Du das erwähntest. Ich habe das mit der Nennung beim Nachnamen in der 80ern als eher flächendeckendes Phänomen unter Jugendlichen bzw. jungen Männern erlebt, ohne dass es mit Geringschätzung oder Aggression zu tun hatte. Auch Verballhornungen der Nachnahmen waren gebräuchlich. Wir hielten das damals wohl irgendwie für das, was man später "cool" nannte.

Bei der Bundeswehr wurde diese Attitüde dann dadurch noch "kultiviert", dass man den Vornamen praktisch nicht brauchte. Die Anrede las man von der Schulterklappe, den Namen vom Namensschild ab. Die Vornamen kannte man teilweise gar nicht, wenn es über die direkten Stubenkameraden hinausging, öffentlich genannt wurden sie selten, wenn es nicht gerade Nachnamensgleichheiten gab. In dem Fall oft nur als Anfangsbuchstabe oder Zahl, um die Angesprochenen zu unterscheiden.

Auch ein überzogenes Zelebrieren militärischer Gepflogenheiten unter gleichen Dienstgradgruppenangehörigen gehörte zum Verhalten dazu, wenn man "unter sich" war. Dass ein Mannschaftsdienstgrad vor einem anderen Mannschaftsdienstgrad in so einer Situation den Gesamtbetrieb etwas durch den Kakao zog, war eher normal als andersrum.
Erneut danke schön, daß du mir mit deinem Beitrag einen Längeren meinerseits ersparst! Hätte ich nämlich sehr ähnlich darin argumentiert. Da werden Erinnerungen wach! Das waren Zeiten!


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 20:46
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Das ist vielleicht eine Nummer zuwenig. Die fehlende 22:00 Uhr-Unterschrift musste er auch erklären.
Das stimmt.
Die Erklärung für die fehlende 22-Uhr-Unterschrift war ja aber auch banal und alles andere als kompliziert.
Und sie war, genauso wie die Schilderung "hab auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen", nicht überprüfbar und daher nicht widerlegbar.
Selbst wenn die Kripo Zweifel an der Schilderung des damals Tatverdächtigen hatte (wie ich persönlich auch und du ja offenbar auch), sie hätte keine Möglichkeit gehabt, ihm etwas anderes zu beweisen.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Du kannst sonst etwas erzählen, aber wenn die Spurensituation etwas anderes sagt, hilft dir das nichts.
Das ist richtig.
In diesem Fall gab es aber offenbar keine hinreichenden Spuren, um jemanden überführen oder ausschließen zu können.

Keine hinreichende Spurenlage und keine Zeugen - dann kommen auch die findigsten und erfahrensten Ermittler nicht mehr weiter.
Deshalb war das "Ende der Fahnenstange" schnell erreicht und die Ermittlungen wurden nur drei Monate nach der Tat eingestellt.
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Ein geschickt vorgetäuschter Überfall wäre 1989 richtig schwer nachzuweisen gewesen, aberr das ist nicht geschehen!
Bloß nicht...!
Falsche Spuren zu legen, um einen anderen Täter vorzutäuschen und von sich selbst abzulenken - davon würde ich jedem Täter dringend "abraten".
"Falsche Spuren" liefern den Ermittlern nämlich Ermittlungsansätze, die sie sonst nicht gehabt hätten. Selbst wenn ein Täter sich für superschlau hält, hinterlässt er beim Legen falscher Spuren immer auch eigene Spuren.

"Keine Spuren" sind "falschen Spuren" also in jedem Fall vorzuziehen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:13
Zitat von KieliusKielius schrieb:Bloß nicht...!
Falsche Spuren zu legen, um einen anderen Täter vorzutäuschen und von sich selbst abzulenken - davon würde ich jedem Täter dringend "abraten".
"Falsche Spuren" liefern den Ermittlern nämlich Ermittlungsansätze, die sie sonst nicht gehabt hätten. Selbst wenn ein Täter sich für superschlau hält, hinterlässt er beim Legen falscher Spuren immer auch eigene Spuren.
"Keine Spuren" sind "falschen Spuren" also in jedem Fall vorzuziehen.
Dann schau dir einmal die Vita und "Karriere" des Serienkillers Israel Keyes an! Er hatte seine Morde stets sehr gut geplant, eifrig Falschspuren gelegt und ist den Behörden nur durch einen sehr glücklichen Zufall ins Netz gegangen. 11 seiner Morde konnten ihm nur nachgewiesen werden, weil er sie mit Täterwissen gestanden hat.
Ein Ermittler berichtete, daß man Keyes mit den allermeisten seiner Morde nie in Verbindung gebracht hätte ohne seine Geständnisse.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:20
Zitat von rattichrattich schrieb:Vermutlich haben die Ermittler „Weber“ damals seine Geschichte auch nicht abgenommen, sonst hätten sie ihn nicht öffentlich als „schrägen Vogel“ bezeichnet.
Zitat von DewDew schrieb:weil es von einem wehrpflichtigen "schrägen Vogel" in Uniform, der in der Situation eine von ihm verpennte Unterschrift "erklärt", die ihm ein in der selben Nacht im selben Gebäude ermordeter Kamerad hätte geben sollen, bis zu einem Mordmotiv doch etwas weit ist,
Mit dieser Frage brauchen wir uns wirklich nicht lange aufzuhalten, denn:

"Weber" war nach der Tat offiziell "Tatverdächtiger".
Wir können also sicher davon ausgehen, dass die Kripo-Beamten "Weber" seine Schilderung der Tatnacht nicht abnahmen.

Tatverdächtiger war "Weber" sicher auch nicht deswegen, weil er in der Kaserne als "schräger Vogel" galt. Das hätte als Grundlage für den Tatverdächtigenstatus nicht ausgereicht. Sondern da wird es "handfeste" Gründe gegeben haben, weshalb "Weber" zum Tatverdächtigen wurde.

Dass der damals zuständige Kommissar rückblickend (zu einem Zeitpunkt als "Weber" bereits nicht mehr Tatverdächtiger war) in einem Zeitungsinterview noch einmal erwähnte, dass "Weber" damals in der Kaserne als "schräger Vogel" galt, daraus lese ich "zwischen den Zeilen", dass der Kommissar trotz der Aufhebung des Tatverdachts nicht vollends von einer Nichtbeteiligung "Webers" an der Tat überzeugt war.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:25
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Dann schau dir einmal die Vita und "Karriere" des Serienkillers Israel Keyes an! Er hatte seine Morde stets sehr gut geplant, eifrig Falschspuren gelegt
Mag ja sein.
Wenn ein Täter mit dem Legen falscher Spuren durchkommt und hundert andere Täter nicht, dann ist das für mich trotzdem kein überzeugendes Argument.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:26
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb: (...) dann übersehen, daß die Eingangstür verschlossen war und ein Fenster in einem anderen Raum offenstand, samt Blutabdruck, der anzeigte, da ist einer rausgesprungen.
@Höhenburg:
Also wenn ich mir mal überlege, wieviele Fenster ich schon in meinem Leben geöffnet habe und durch wie wenige ich "rausgesprungen" bin, dann komme ich zu dem Schluss, dass ein offenes Fenster nur ein sehr schwacher Beweis dafür ist, dass jemand durch das offene Fenster ins Freie gelangt ist.

Bleibt noch der Blutabdruck, der deiner Meinung nach "anzeigt, da ist einer rausgesprungen." Es wurde ja von den EB von einer "Mischspur" am Fensterrahmen gesprochen, wir wissen nicht, ob an der Innen- oder der Aussenseite des besagten Fensters. Bei diesem Kenntnisstand zu behaupten, der Blutabdruck würde anzeigen, dass da einer rausgesprungen ist, halte ich für - sagen wir mal - sehr mutig.

Im Übrigen finde ich die Frage interessant, warum anscheinend nur an diesem Fensterrahmen ein Blutabdruck gefunden wurde, nicht jedoch an der Tür zu dem Raum oder anderswo. Diese Frage habe ich schon früher gestellt.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:34
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Im Übrigen finde ich die Frage interessant, warum anscheinend nur an diesem Fensterrahmen ein Blutabdruck gefunden wurde, nicht jedoch an der Tür zu dem Raum oder anderswo. Diese Frage habe ich schon früher gestellt.
Vielleicht übersehe ich gerade etwas, aber ich finde die Frage nicht sonderlich spannend:
Der Täter wird sicherlich bemüht gewesen sein, möglichst wenig Spuren zu hinterlassen. Das ist ihm, nach allem was wir wissen, auch ganz gut gelungen. Mit Ausnahme eines blutigen Abdrucks an einem Fensterrahmen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 21:55
@Kielius:
So kann man es natürlich auch sehen.

Ich versuche gerade, mir vorzustellen, mit welchem Teil des Täters der Fensterrahmen in Kontakt gekommen ist. Dabei ist mir aufgefallen, dass es sich bei der "Mischspur" nicht um eine Mischung von Täter- und Opferblut (also NSt's Blut) handeln muss, sondern dass es sich auch um andere DNA-Spuren des Täters wie Hautschuppen usw. handeln könnte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 22:31
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Im Übrigen finde ich die Frage interessant, warum anscheinend nur an diesem Fensterrahmen ein Blutabdruck gefunden wurde, nicht jedoch an der Tür zu dem Raum oder anderswo.
Vermutlich waren die räumlichen Gegebenheiten zum Tatzeitpunkt für den Täter einfach günstig:
Die Tür zum GvD-Zimmer stand nach der Tat wahrscheinlich offen, so dass der Täter sie also nicht zu berühren brauchte. Die Tür zu dem (Gemeinschafts?-)Raum, durch dessen Fenster der Täter dann mutmaßlich sprang, war vielleicht grundsätzlich unverschlossen oder stand sogar ebenfalls offen, so dass der Täter auch sie nicht anfassen musste (oder ggf. die Klinke z.B. mit dem Arm herunterdrücken konnte).

Nur das Fenster war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich geschlossen, so dass das Öffnen wohl nicht ohne Berührung möglich war und dadurch die Mischspur entstand. Aber dass der Täter überhaupt diesen (Flucht-)Weg durch ein anderes Zimmer gewählt hat, obwohl er es in dem Moment sehr eilig gehabt haben muss, spricht sicher dafür, dass er sich in dem Gebäude gut auskannte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

23.03.2026 um 22:38
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:dass ein offenes Fenster nur ein sehr schwacher Beweis dafür ist, dass jemand durch das offene Fenster ins Freie gelangt ist.
Deshalb hatte ich überlegt, dass der Täter vllt nur seine blutbefleckte Kleidung durchs Fenster hinunter (ins Gebüsch?) geworfen hat. Sich dann evtl geduscht und andere Kleidung (Trainingsanzug, Wechseluniform - eines Kameraden / aus einem Spind) angezogen hat und erst dann das Gebäude verlassen hat, um die verschmutzte Kleidung wegzubringen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 06:36
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Im Übrigen finde ich die Frage interessant, warum anscheinend nur an diesem Fensterrahmen ein Blutabdruck gefunden wurde, nicht jedoch an der Tür zu dem Raum oder anderswo. Diese Frage habe ich schon früher gestellt.
Eben.
Zumal die Tür zu dem Raum üblicherweise abgeschlossen war.
Zitat von rattichrattich schrieb:Die Tür zu dem (Gemeinschafts?-)Raum, durch dessen Fenster der Täter dann mutmaßlich sprang, war vielleicht grundsätzlich unverschlossen oder stand sogar ebenfalls offen, so dass der Täter auch sie nicht anfassen musste (oder ggf. die Klinke z.B. mit dem Arm herunterdrücken konnte).
Ein Gemeinschaftsraum schien das wohl nicht gewesen zu sein?
Zitat von ESTEST schrieb am 18.03.2025:Also wie ich schonmal geschrieben hatte ist das bei XY dargestellte offene Fenster eines aus dem Spieß- bzw. KpChef-Zimmer. Und diese sind üblicherweise abgeschlossen. Darüberhinaus befand sich vor diesen und dem Geschäftszimmer auch eine verschlossene Türe (normalerweise verschlossen).

Angenommen, der Täter ist tatsächlich aus einem dieser Fenster gesprungen, setzt das voraus, dass Durchgangstüre zum Geschäftszimmer und auch das des Spieß- bzw. KpChef-Zimmers beide mit Schlüssel geöffnet wurden. Dass sie vergessen wurden abzuschliessen möchte ich hier mal ausschliessen.

Welches Fenster hier tatsächlich in Frage kommen kann entzieht sich meiner Kenntnis.

Denkbar ist, dass er aus dem Fenster des UvD-Zimmers gesprungen ist. Bei XY wurde dieses Fenster zwar vom OvWA zerbrochen, aber das muss trotzdem nicht stimmen. Wobei ich mich übrigens nicht dran erinnern kann, dass dieses Fenster kaputt war. Der Raum war ganz ordentlich am Boden mit Blut verschmutzt (das weiß ich noch), aber das Fenster war meiner Meinung nach ganz und nicht zerbrochen - kann mich aber auch irren, ist ja fast 36 Jahre her.

Es ist aber auch möglich, dass die Kripo hier eine Finte setzt aus irgendeinem Grund. Damals, 1989 war die Kripo ja ab samstags im Gebäude. Ich selbst war es dann ab montags und mir war überhaupt nichts davon bekannt, dass ein Fenster offen und blutverschmiert gewesen sein soll. Das allerdings muss kein Beleg dafür sein - den Personen ausserhalb der Kripo wird man damals ja keine Details genannt haben.
Quelle:
Beitrag von EST (Seite 38)


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 07:56
Grundsätzlich sollten am WE alle Stuben und Türen verschlossen sein, allein schon um Kameradendiebstahl nicht zu begünstigen.
Hier hat es scheinbar auch keinen gross gekratzt, dass der Keller auf war.
In dem Zusammenhang wäre der Dienstplan vom Freitag interessant gewesen, wieso denn diese Kellertür überhaupt aufstand. Was sagt die Kompanieführung dazu? Kann doch nicht jeder Hinz und Kunz den Keller aufschliessen. Vorsatz?

Zurück zum Gemeinschaftsraum. Ich gehe davon aus, dass der Täter ein Interner war (dafür spricht die Art und Weise wie Stolz ermordet wurde) . Eine dritte Person, die sich im Laufe der Abends bei Stolz gemeldet hat. Entweder, um in die Unterkunft zu gelangen (alkoholisiert? nicht alleine?) oder um auf seine Anwesenheit hinzuweisen, wenn er schon drin war, oder um Kiopen zu schnorren oder nur um zu reden.
Eventuell hat er sich den Gemeinschaftsraum aufschliessen lassem, weil ihm langweilig war und es da Bücher gab.
Irgendwas ist dann eskaliert, ein dynamisches Ereignis.
Stolz will es mit dem Täter im UvD Zimmer klären, um im Gang keinen Lärm zu machen, weil sonst Weber noch kommt und sich auf die Seite des anderen stellen und mitdiskutieren würde oder so.
Was er vielleicht auch hat?
Oder Stolz will die Wache anrufen, um eine Aussage des späteren Täter zu verifizieren.
In dem Moment sieht der Täter keinen Ausweg, weil ihm Ärger sicher ist, und sticht zu. Er will Stolz ruhig stellen und eine Meldung verhindern.
Den Fluchtweg wählt er, um keime Schlüssel und Klinken anzufassen, sein privates Messer (Springmesser oder Stilett) noch in der Hand.
Weber könnte Miwisser/Zeuge sein, muss aber nicht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 09:23
Ich bin überzeugt, wenn es ein Täter gewesen wäre, der aus dem Block U5 dauerhaft flüchtete, dann hätte er den einfachen Weg durch die Eingangstüre genommen. Den Schlüssel dazu hat NSt sicher nicht versteckt und die Einrichtung des UvD-Zimmers ist auch nicht so unübersichtlich, dass der Schlüssel nicht leicht gefunden werden konnte.

Der flüchtende Täter hätte wäre also durch die Eingangstüre nach draußen gegangen und hätte diese dann von außen zugesperrt, um eine Entdeckung der Leiche hinauszuzögern. Er hätte dann die Schlüssel mitgenommen und irgendwo außerhalb entsorgt.

Ganz anders sieht es aus, wenn es ein Täter ist, der im Gebäude bleibt. Er steht vor der Frage: Wie beseitigt er die Schlüssel, wenn er den Verdacht auf einen geflüchteten Täter lenken will. Selbst wenn er zwischenzeitlich das Gebäude und Gelände verlassen hat, um z.B. blutige Kleidung zu entsorgen, steht er vor dem Problem, dass er ja die Schlüssel braucht, um wieder ins Gebäude zu gelangen.

Für diesen Täter gibt es meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit: Er muss einen anderen Fluchtweg eines Täter als durch die Eingangstüre fingieren. Dieser fingierte Fluchtweg muss so überzeugend sein, dass die EB sich nicht lange fragen, warum der Täter nicht durch die Eingangstüre geflohen ist.

Eine fingierte Flucht durch die offene Kellertüre war vielleicht zu wenig "ins Auge springend" und zu wenig überzeugend, deshalb das offene Fenster und vielleicht sogar - als deutlichen Hinweis - absichtlich ein Abdruck mit dem Blut des Opfers. Dass diese Spur mit den heutigen Analysemethoden sich als "Mischspur" erweisen könnte, war dem Täter sicher nicht bewusst.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 10:14
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Eine fingierte Flucht durch die offene Kellertüre war vielleicht zu wenig "ins Auge springend" und zu wenig überzeugend
Die Kellertür stand aber bereits seit Freitagmittag/-nachmittag offen.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:deshalb das offene Fenster und vielleicht sogar - als deutlichen Hinweis - absichtlich ein Abdruck mit dem Blut des Opfers.
Und wie kam der Täter in diesen üblicherweise abgeschlossenen Raum? Selbst wenn er dafür auch einen Schlüssel gehabt hätte, was war mit Spuren an der Zimmertür?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 10:27
Zitat von skyffmskyffm schrieb:Eine dritte Person, die sich im Laufe der Abends bei Stolz gemeldet hat. Entweder, um in die Unterkunft zu gelangen (alkoholisiert? nicht alleine?)
Das ist eine der Möglichkeiten, die ich auch für durchaus denkbar halte. Irgendwer kam (warum auch immer) abends oder nachts durch den Zaun und hatte evtl noch jemand im Schlepptau. Wozu auch immer. Norbert kannte mindestens eine Person und öffnete - und dann ist evtl geredet worden und das ist dann irgendwie eskaliert. Passiert ist ja nun mal was, auch wenn es eigentlich unwahrscheinlich scheint, wie jedes andere Szenario auch. Etwas unwahrscheinliches ist eingetreten.
Nur wenn es zwei waren und der "Externe" der Täter ist - warum hat Norbert beide reingelassen und dann wieder die Tür abgesperrt?
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:hätte dann die Schlüssel mitgenommen und irgendwo außerhalb entsorgt.
Außer Norbert hatte den Schlüssel in der Tasche und der Täter hätte ihn dafür anfassen und durchsuchen müssen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 10:42
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Für diesen Täter gibt es meiner Meinung nach nur eine Möglichkeit: Er muss einen anderen Fluchtweg eines Täter als durch die Eingangstüre fingieren.
Halte ich für gut denkbar, wenn auch nicht die einzige mögliche Erklärung.
Zitat von rattichrattich schrieb:Die Tür zu dem (Gemeinschafts?-)Raum, durch dessen Fenster der Täter dann mutmaßlich sprang, war vielleicht grundsätzlich unverschlossen oder stand sogar ebenfalls offen,
Halte ich auch für gut denkbar.

Vielleicht hat der Täter das Fenster nach der Tat auch nur geöffnet, um kurz nach links und rechts herauszuschauen, ob draußen alles ruhig war und niemand außerhalb des Gebäudes zufällig etwas vom Geschehen im Gebäude mitbekommen hatte?

Wie auch immer...
Ein geöffnetes Fenster und ein Blutfleck nach einem blutigen Mord sehe ich überhaupt nicht als "unerklärliches Mysterium" an. Im Gegenteil, es lassen sich verschiedene plausible Erklärungen dafür finden, wie sie hier ja auch teilweise schon genannt wurden.

Ich persönlich würde die Frage des offenen Fensters mit dem Blutfleck deshalb auch nicht überwerten.
Denn was könnte man daraus schon ableiten?

Dass der Täter unter dem Strich außer einem geöffneten Fenster und einem Blutabdruck offenbar keine weiteren Spuren hinterließ, deutet für mich auf einen internen Täter hin, der mit den Gegebenheiten im Gebäude vertraut war und sich dort deshalb sicher bewegen konnte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

24.03.2026 um 10:51
@Höhenburg
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb am 20.03.2026:
Zitat von Harald111Harald111 schrieb am 20.03.2026:"Weber" hätte am nächsten Morgen mit Sicherheit keine Unterschrift für die fehlende 22 Uhr bekommen. Ja es wären dann mit Sicherheit Fragen aufgekommen wegen der Fehlenden Unterschrift.
Hallo @Harald111 ! Woher willst du wissen, daß Stolz nicht tatsächlich morgens die Unterschrift gegeben hätte?
Und nochmals, Weber hätte die fehlende Unterschrift entweder gleich oder morgens bei der Wache abholen können. Die hätten ja gesehen, daß er von drinnen kommt, also da war. Außerdem hätte er den Wachleuten brühwarm erzählt, daß der GvD Allüren hat.
Das hätte weitere Kreise gezogen wegen einer Lappalie und vor allem komplett unnötig. Wäre etwas mit Weber gewesen, Stolz hätte andere Möglichkeiten gehabt, ihn zu nerven, ohne das am nächsten Tag der WO deswegen vorbeischaut. Beispielsweise die Freundin auflaufen lassen.
Entschuldige das ich erst so verspätet antworte,
Ob "Weber" von Stolz die 22 Uhr Unterschrift gemeinsam mit der nächsten fälligen Unterschrift am nächsten Morgen bekommen hätte weiß ich nicht, das könnte uns nur Stolz verraten und der ist Tod. Ich habe da so meine Zweifel, Stolz wurde als sehr zuverlässig und dienstbeflissen beschrieben, ich glaube nicht das ein dienstbeflissener Stolz zu faul war um kurz aufzustehen um die Unterschrift zu geben. Ich persönlich spekuliere das es einen triftigen Grund für die nicht vorhandene Unterschrift gibt.

Mit - "Weber" hätte mit Sicherheit keine Unterschrift für die fehlende 22 Uhr Unterschrift bekommen - meinte ich am nächsten morgen an der Wache, kein Wachhabender gibt nachträglich so eine Unterschrift.


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