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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.319 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 17:01
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Das wollte ich dich schon seit Tagen fragen, wie du auf die Idee kommst, Weber wäre latent aggressiv gewesen?
Mir sind im FF zwei kurze Momente aufgefallen, in denen bei „Weber“ Aggressivität gegenüber Norbert spürbar wird (ab Min. 27:55). Ich hatte sie hier beschrieben (S. 157):
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:„Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an,
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:Kaum hat er jedoch den unterschriebenen Meldezettel zurück, verschwindet sein Lächeln, und er äfft Norberts zackige Sprechweise nach: „Dan-kä!“
Aufgrund von „Webers“ Darstellung im FF würde ich auch annehmen, dass er Aggressionen in der Regel nur in Form solcher kleinen Respektlosigkeiten (Anrede „Stolz“) und Provokationen („Dan-kä!“) herausgelassen und offene Konflikte eher vermieden hat. Aber die Ermittler fanden dieses Verhalten wohl bemerkenswert und haben es deshalb in diese kleine, m.E. sehr komplexe Szene zwischen den beiden eingebunden, um die gegensätzlichen Charaktere und ihr Verhältnis zueinander deutlich zu machen.
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Erfahrene Vernehmungsbeamte erkennen ja auch mit hoher Wahrscheinlichkeit, wenn eine Person im Verhör oder in einer Befragung lügt, oder jeden Halbsatz dreimal in Gedanken abwägt, ehe er ihn ausspricht. Eine stimmige Story ist daher nur die halbe Miete, auf die Darbietung kommt es ebenso an.
Vermutlich haben die Ermittler „Weber“ damals seine Geschichte auch nicht abgenommen, sonst hätten sie ihn nicht öffentlich als „schrägen Vogel“ bezeichnet. Aber sie konnten ihm eben auch nichts nachweisen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 18:56
Zitat von KieliusKielius schrieb:
Zitat von HöhenburgHöhenburg schrieb:Gar so einfach, sich eine stimmige Geschichte auszudenken, war es auch 1989 nicht.
Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.

Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...
Das ist vielleicht eine Nummer zuwenig. Die fehlende 22:00 Uhr-Unterschrift musste er auch erklären. Auch wenn "Weber" nicht mein Lieblingstatverdächtiger ist: Die von ihm gelieferte Erklärung hierzu kaufe ich im nicht ab.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 19:15
@rattich :

Die Darstellung der Charaktere in den xy-Filmfällen halte ich für "mit Vorsicht zu genießen". Man hat hier wohl versucht, etwas holzschnittartig den Unterschied zwischen dem pflichtbewussten N.S. und dem etwas schlunzigen "Weber" sichtbar zu machen. Daraus oder aus jedem Gesichtsausdruck der Darsteller einen Verdacht oder eine Bewertung, wie die beiden zueinander standen, zu basteln, halte ich für fragwürdig.
Zitat von rattichrattich schrieb am 14.03.2026:„Weber“ spricht Norbert nur mit Nachnamen an,
Da wollte ich auch schon beim ersten Mal drauf eingehen, als Du das erwähntest. Ich habe das mit der Nennung beim Nachnamen in der 80ern als eher flächendeckendes Phänomen unter Jugendlichen bzw. jungen Männern erlebt, ohne dass es mit Geringschätzung oder Aggression zu tun hatte. Auch Verballhornungen der Nachnahmen waren gebräuchlich. Wir hielten das damals wohl irgendwie für das, was man später "cool" nannte.

Bei der Bundeswehr wurde diese Attitüde dann dadurch noch "kultiviert", dass man den Vornamen praktisch nicht brauchte. Die Anrede las man von der Schulterklappe, den Namen vom Namensschild ab. Die Vornamen kannte man teilweise gar nicht, wenn es über die direkten Stubenkameraden hinausging, öffentlich genannt wurden sie selten, wenn es nicht gerade Nachnamensgleichheiten gab. In dem Fall oft nur als Anfangsbuchstabe oder Zahl, um die Angesprochenen zu unterscheiden.

Auch ein überzogenes Zelebrieren militärischer Gepflogenheiten unter gleichen Dienstgradgruppenangehörigen gehörte zum Verhalten dazu, wenn man "unter sich" war. Dass ein Mannschaftsdienstgrad vor einem anderen Mannschaftsdienstgrad in so einer Situation den Gesamtbetrieb etwas durch den Kakao zog, war eher normal als andersrum.

Dazu kommt, was @Serval69 hier treffend ausdrückt:
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Dass sich in Weber Wut aufgestaut haben könnte, die sich schließlich gegen Stolz entlud, kann ich mir ja noch irgendwie vorstellen.

Was ich mir jedoch nicht vorstellen kann, ist, dass ein einfacher W15, von dem lediglich bekannt ist, dass er es mit den Vorschriften nicht so genau nahm, wenige Stunden nach einer solch extremen Affekttat, erfahrenen Kriminalern glaubhaft vermitteln konnte, nichts damit zu tun zu haben und dann auch noch dauerhaft die Fassade so überzeugend aufrecht erhalten konnte, bis man ihn schließlich mit Bestimmtheit als Tatverdächtigen ausschloss. u.s.w......
Zitat von rattichrattich schrieb:Vermutlich haben die Ermittler „Weber“ damals seine Geschichte auch nicht abgenommen, sonst hätten sie ihn nicht öffentlich als „schrägen Vogel“ bezeichnet. Aber sie konnten ihm eben auch nichts nachweisen.
Höchstwahrscheinlich, weil es von einem wehrpflichtigen "schrägen Vogel" in Uniform, der in der Situation eine von ihm verpennte Unterschrift "erklärt", die ihm ein in der selben Nacht im selben Gebäude ermordeter Kamerad hätte geben sollen, bis zu einem Mordmotiv doch etwas weit ist, wenn zudem keinerlei Spuren vorliegen.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Die fehlende 22:00 Uhr-Unterschrift musste er auch erklären. Auch wenn "Weber" nicht mein Lieblingstatverdächtiger ist: Die von ihm gelieferte Erklärung hierzu kaufe ich im nicht ab.
Sehe ich auch so.

MfG

Dew


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 20:08
Zitat von KieliusKielius schrieb:Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.
Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...
Hallo! Klar ist es einfach, einen auf komplett unwissend zu machen, zu Recht oder Unrecht. Mein Punkt ist aber folgender: Du kannst sonst etwas erzählen, aber wenn die Spurensituation etwas anderes sagt, hilft dir das nichts.
Ich finde es fast putzig, wie einige Mitdiskutanten Weber eine superraffinierte Spurenvernichtung andichten und dann übersehen, daß die Eingangstür verschlossen war und ein Fenster in einem anderen Raum offenstand, samt Blutabdruck, der anzeigte, da ist einer rausgesprungen.
Wäre Weber der Täter gewesen, hätte er problemlos die Tür aufschließen können, um zu suggerieren Stolz wäre am Eingang überrascht und überwältigt worden. Dann etwas Unwichtiges entwendet, entsorgt, um einen schiefgelaufenen Überfall zu inszenieren. Danach wäre "der Täter" einfach wieder zur offenen Eingangstür "raus".
Das der Täter letztlich durchs Fenster rausgehüpft ist, deutet darauf hin, daß er keine Ahnung hatte welcher Schlüssel für was im Gebäude der jeweils richtige war. Weber hingegen hatte selbst schon GvD im U5 geschoben. Der kannte die Schlüssel, es wäre kein Problem für ihn gewesen, sowas vorzutäuschen. Ein geschickt vorgetäuschter Überfall wäre 1989 richtig schwer nachzuweisen gewesen, aberr das ist nicht geschehen!
Auf Weber und die fehlende Unterschrift trifft meiner Meinung nach folgendes zu: entweder a) Weber hat schlicht und ergreifend einen auf Luftraumspäher gemacht und die 22 Uhr Meldung verpennt oder etwas weniger wahrscheinlich b) Weber war unten und Stolz tatsächlich hundemüde vom langen Tag. Niemand hätte es gejuckt, wenn Stolz erst morgens unterschrieben hätte, denn keiner konnte damit rechnen, daß ein Mord passieren würde.
Zitat von DewDew schrieb:Die Darstellung der Charaktere in den xy-Filmfällen halte ich für "mit Vorsicht zu genießen". Man hat hier wohl versucht, etwas holzschnittartig den Unterschied zwischen dem pflichtbewussten N.S. und dem etwas schlunzigen "Weber" sichtbar zu machen. Daraus oder aus jedem Gesichtsausdruck der Darsteller einen Verdacht oder eine Bewertung, wie die beiden zueinander standen, zu basteln, halte ich für fragwürdig.
Hallo @Dew ! Sehe ich genauso!
Zitat von DewDew schrieb:Da wollte ich auch schon beim ersten Mal drauf eingehen, als Du das erwähntest. Ich habe das mit der Nennung beim Nachnamen in der 80ern als eher flächendeckendes Phänomen unter Jugendlichen bzw. jungen Männern erlebt, ohne dass es mit Geringschätzung oder Aggression zu tun hatte. Auch Verballhornungen der Nachnahmen waren gebräuchlich. Wir hielten das damals wohl irgendwie für das, was man später "cool" nannte.

Bei der Bundeswehr wurde diese Attitüde dann dadurch noch "kultiviert", dass man den Vornamen praktisch nicht brauchte. Die Anrede las man von der Schulterklappe, den Namen vom Namensschild ab. Die Vornamen kannte man teilweise gar nicht, wenn es über die direkten Stubenkameraden hinausging, öffentlich genannt wurden sie selten, wenn es nicht gerade Nachnamensgleichheiten gab. In dem Fall oft nur als Anfangsbuchstabe oder Zahl, um die Angesprochenen zu unterscheiden.

Auch ein überzogenes Zelebrieren militärischer Gepflogenheiten unter gleichen Dienstgradgruppenangehörigen gehörte zum Verhalten dazu, wenn man "unter sich" war. Dass ein Mannschaftsdienstgrad vor einem anderen Mannschaftsdienstgrad in so einer Situation den Gesamtbetrieb etwas durch den Kakao zog, war eher normal als andersrum.
Erneut danke schön, daß du mir mit deinem Beitrag einen Längeren meinerseits ersparst! Hätte ich nämlich sehr ähnlich darin argumentiert. Da werden Erinnerungen wach! Das waren Zeiten!


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