Kielius schrieb:Sich bei allen Befragungen oder Verhören zurückzuziehen auf die Position "ich habe auf meinem Zimmer Musik gehört und geschlafen" ist doch die einfachste "Geschichte", die man sich vorstellen kann.
Na gut, "mein Name ist Hase, ich weiß von nichts" wäre vielleicht noch einfacher gewesen...
Hallo! Klar ist es einfach, einen auf komplett unwissend zu machen, zu Recht oder Unrecht. Mein Punkt ist aber folgender: Du kannst sonst etwas erzählen, aber wenn die Spurensituation etwas anderes sagt, hilft dir das nichts.
Ich finde es fast putzig, wie einige Mitdiskutanten Weber eine superraffinierte Spurenvernichtung andichten und dann übersehen, daß die Eingangstür verschlossen war und ein Fenster in einem anderen Raum offenstand, samt Blutabdruck, der anzeigte, da ist einer rausgesprungen.
Wäre Weber der Täter gewesen, hätte er problemlos die Tür aufschließen können, um zu suggerieren Stolz wäre am Eingang überrascht und überwältigt worden. Dann etwas Unwichtiges entwendet, entsorgt, um einen schiefgelaufenen Überfall zu inszenieren. Danach wäre "der Täter" einfach wieder zur offenen Eingangstür "raus".
Das der Täter letztlich durchs Fenster rausgehüpft ist, deutet darauf hin, daß er keine Ahnung hatte welcher Schlüssel für was im Gebäude der jeweils richtige war. Weber hingegen hatte selbst schon GvD im U5 geschoben. Der kannte die Schlüssel, es wäre kein Problem für ihn gewesen, sowas vorzutäuschen. Ein geschickt vorgetäuschter Überfall wäre 1989 richtig schwer nachzuweisen gewesen, aberr das ist nicht geschehen!
Auf Weber und die fehlende Unterschrift trifft meiner Meinung nach folgendes zu: entweder a) Weber hat schlicht und ergreifend einen auf Luftraumspäher gemacht und die 22 Uhr Meldung verpennt oder etwas weniger wahrscheinlich b) Weber war unten und Stolz tatsächlich hundemüde vom langen Tag. Niemand hätte es gejuckt, wenn Stolz erst morgens unterschrieben hätte, denn keiner konnte damit rechnen, daß ein Mord passieren würde.
Dew schrieb:Die Darstellung der Charaktere in den xy-Filmfällen halte ich für "mit Vorsicht zu genießen". Man hat hier wohl versucht, etwas holzschnittartig den Unterschied zwischen dem pflichtbewussten N.S. und dem etwas schlunzigen "Weber" sichtbar zu machen. Daraus oder aus jedem Gesichtsausdruck der Darsteller einen Verdacht oder eine Bewertung, wie die beiden zueinander standen, zu basteln, halte ich für fragwürdig.
Hallo
@Dew ! Sehe ich genauso!
Dew schrieb:Da wollte ich auch schon beim ersten Mal drauf eingehen, als Du das erwähntest. Ich habe das mit der Nennung beim Nachnamen in der 80ern als eher flächendeckendes Phänomen unter Jugendlichen bzw. jungen Männern erlebt, ohne dass es mit Geringschätzung oder Aggression zu tun hatte. Auch Verballhornungen der Nachnahmen waren gebräuchlich. Wir hielten das damals wohl irgendwie für das, was man später "cool" nannte.
Bei der Bundeswehr wurde diese Attitüde dann dadurch noch "kultiviert", dass man den Vornamen praktisch nicht brauchte. Die Anrede las man von der Schulterklappe, den Namen vom Namensschild ab. Die Vornamen kannte man teilweise gar nicht, wenn es über die direkten Stubenkameraden hinausging, öffentlich genannt wurden sie selten, wenn es nicht gerade Nachnamensgleichheiten gab. In dem Fall oft nur als Anfangsbuchstabe oder Zahl, um die Angesprochenen zu unterscheiden.
Auch ein überzogenes Zelebrieren militärischer Gepflogenheiten unter gleichen Dienstgradgruppenangehörigen gehörte zum Verhalten dazu, wenn man "unter sich" war. Dass ein Mannschaftsdienstgrad vor einem anderen Mannschaftsdienstgrad in so einer Situation den Gesamtbetrieb etwas durch den Kakao zog, war eher normal als andersrum.
Erneut danke schön, daß du mir mit deinem Beitrag einen Längeren meinerseits ersparst! Hätte ich nämlich sehr ähnlich darin argumentiert. Da werden Erinnerungen wach! Das waren Zeiten!