Höhenburg schrieb am 21.07.2026:Vorstellungen vom Schmuggel
Viele denken bei Schmuggel immer an die großen, dicken Sachen, wie ne Tonne Kokain oder ne LKW-Ladung Granaten. Aber man darf das nicht im großen Stil sehen. Sondern im kleinen Stil bzw. für was eignet sich die Bundeswehrlogistik? Zur Feinverteilung. Dort mal ein Paket zum Standort X, da eine kleine Tasche.
Aber nicht mal das muss es sein, es kann genauso gut das abzweigen von Bundeswehrgütern sein. Hier wurde immer mit dem Argument "Wer braucht schon Kampfsocken oder eine Epa?" das ganze abgetan. Nun die Bundeswehr hat noch viel mehr Produkte, von denen einige sehr begehrt sind, und manche sehr begehrt sind, aber so gar nicht auf dem Schirm sind.
Die Bundeswehr hat(te) sehr begehrte Produkte. Bei der Logistik waren das, da kann man jetzt hier drüber lachen, aber in den 90er und insbesondere in den 80ern mit den immer mehr verbreiteten Walkmans (und später in den 90er die Discmans) waren Batterien. Und die Bundeswehr hat nach Markteinführung direkt auf Alkaline-Batterien gesetzt, welche in den 80ern und 90ern für den Haushaltsgebrauch noch etwas teurer waren, als sie es heute sind. Damals waren im normalen Haushalt die Zink-Kohle-Batterien verbreitet. Walkmans waren batteriehungrig, die Discmans erst recht. Auch gab es damals tragbare Kassettendecks bzw Minifernseher. Wer an Bundeswehrbatterien kam, wurde die gut los, da diese von namhaften deutschen Herstellern, wie Varta, nach Industriestandard waren.
Und die zweite begehrte Gruppe an Produkten waren Medikamente. Und damit fand auch reger Tausch bzw. Handel statt. Und das auch nicht nur bei den kleineren Dienstgraden. Der Stabsarzt z.b. war Angler, wenn er dafür was brauchte, z.b. die Batterien, oder auch Epa (der hat die tatsächlich gemocht), dann wanderte da eine Tüte zum Lager, und die kam am Nachmittag oder nächsten Tag zurück. Das war üblich. Da kann neben den beiden Sachen eben auch Variante drei sein, dass eben da jemand was abgezweigt hat. Also nicht als Tauschobjekt, sondern zum Weiterkauf.
Also wenn man den Schmuggel bzw. krumme Geschäfte/Handel ansich als Möglichkeit in Betracht ziehen will, dann eben nicht vom dicken Fisch (Kiloweise Drogen)her sehen, sondern eben im kleinen Stil. Und selbst heute passiert das. Die Bundeswehr z.b. verkauft Epas kurz vor Ablauf an Händler. Aber man bekommt auch bei diversen Händlern und auf Plattformen Epas die ganz frisch aus der Herstellung sind mit noch zwei Jahren MHD. Angesichts dessen, dass die Bundeswehr den Dauerbestand von den 600 000 (Mindestbestand) kontinuierlich steigern will, kann man also von ausgehen, dass die Bundeswehr selber keine brandneuen Epas verkauft.
pannettone schrieb:heisst aber der täter war davor erst mal alleine bei stolz im zimmer, wäre stolz präsent gewesen, hätte er ihn gehindert. aber warum lässt norbert den täter in die uvd stube? und lässt ihn dann alleine im raum? oder wie soll das abgelaufen sein?
Nun es gäbe die Möglichkeit, dass Norbert aus dem UVD-Zimmer rausging, und die Tür offen lies, z.b. um zur Toilette zu gehen oder zum Automaten. In der Zeit könnte der Täter ins UVD-Zimmer gelangt sein und das Kabel durchgeknippst haben. Oder aber die Tür war nicht verschlossen, sondern zur zugezogen und hatte aussen einen Knauf. Ist ja dann nicht so schwer diese zu öffnen.
pannettone schrieb:fragestellung 2: wozu überhaupt durchschneidet er das telefonkabel. das ist eigentlich komplett überflüssig. denn wenn er an stolz so herankommen konnte um ihn zu metzeln, wozu hat er überdies das telefonkabel durchschnitten?
Also der Einwurf des Kriminalers, dass das Telefonkabel viel mehr ist als eine Randnotiz, ist interessant und wenn man dann weiß warum das Kabel eventuell vorher durchschnitten war, dann weiß man eben auch was der Täter wollte und eventuell wer das ist. Auf jeden Fall zeigt es dann einen Insider. Jedman der weiß, wie die Abläufe sind, wenn irgendwie die "Hütte brennt", dass es eben keinen "Alarmknopf" gibt, sondern eben die Wache bzw. OvWA per Telefon informiert wird.
Und wenn man den Einwurf des Kriminalers so nimmt, bleibt wenig von einem aus dem Ruder gelaufenen Treffen, eine Affekthandlung oder sonst was, sondern eine geplante Tat. Ob nun Norbert das Ziel war oder der eigentliche diensthabende GvD, ist dann ja zweitrangig, es sollte dann auf jeden Fall der GvD an zumindest der Herbeirufung von Hilfe gehindert werden sollte. Im Podcast war ja zu hören wie Ermittler Weber sagte, dass der Schlüssel zur Waffenkammer versiegelt an seinem Ort war. Das war für mich da zumindest auch neu, weil es ja vorher immer hieß, es gäbe im GvD-Zimmer keinen Schlüssel zur Waffenkammer (Podcast Licht ins Dunke, Folge 108, Zeit: Min 11:40 bis 12:20)
Das ganze jetzt mal aufgenommen, könnte man versucht haben da (Schlüssel zur Waffenkammer) ranzukommen, und der Täter war dann entweder von dem Ausmaß seiner Handlung so psychisch weg, dass er seinen Plan nicht mehr umgesetzt hat und nur einfach nur geflohen ist. Oder aber man wurde gestört. Z.B. von Schütze Weber, oder aber es liefen am Kasernengebäude welche lang, und das hat man drinnen mitbekommen.
Shiloh schrieb:Angeblich knallte es "von oben" und "Weber" kontrollierte angeblich "zumindestens" das Erdgeschoss, so laut jüngster Darstellung der EB. Davor im "XY"-Beitrag kontrollierte "Weber" angeblich das Obergeschoss. Was denn nun?
Das ganze ist ansich halt seltsam. Das habe ich hier schonmal im Thema angemerkt, dass es für mich keinen Sinn macht, bei zwei Obergeschossen, wenn der Knall nach Schütze Webers Meinung von oben kommt, nur das 1. OG zu kontrollieren und nicht auch das zweite. Besonders dann wenn ich wie Schütze Weber dort alleine schlafen müsste. Meinte er denn der Unbekannte, wenn er im 2. OG ist, käme nicht runter? Daher ist dieses "ich kontrolliere eins [von drei] Stockwerken" sowieso banane. Vorallem wenn er eh nix zu tun hat, kann er ja durch alle Etagen gehen. Entweder war es gelogen oder er hat wirklich nicht so weit gedacht.
sören42 schrieb:Dazu gibt es unterschiedliche Hinweise hier im Thread. Zumindest war das "Fluchtzimmer" (also wo es die Spurenlage am Fenster gab) wohl geöffnet?
Das war ja laut
Foto tatsächlich eine Stube. Ob nun für Gäste oder Kompanieangehörige ist nicht bekannt.
KT schrieb:Ich denke man kann davon ausgehen, das hier kein OvWa mehr war in den Abendzeiten.
Kann man von ausgehen. Wenn man die ganzen anderen Mängel sieht, würde es keinen wundern, wenn nach 22 Uhr kein Rundgang erfolgte.
KT schrieb:Das wäre doch als letztes Lebenszeichen in die Akten und Berichterstattung eingegangen, sollte die Kontrolle sagen wir mal so 22 Uhr gewesen sein.
Der Todeszeitpunkt wird ja zwischen 23 und 3 Uhr angegeben. Wäre nach 3 Uhr morgens ein Rundgang gewesen, hätte man ihn früher als 6:20 Uhr gefunden. Ebenso bei einem Rundgang zwischen 23 und 3 Uhr, da hätte man ihn entweder lebend gesehen, und damit den Zeitpunkt des Todes weiter eingrenzen können, oder eben tot gefunden. Also kann man von ausgehen, dass vor Ort keiner war zwischen 23 und 6:20 Uhr.
abberline schrieb:Die zweite Möglichkeit ist, dass der letzte Rundgang echt schon am frühen Abend war. Wochenende und sowieso keiner da, wasweissich.
Würde halt bei den Mängeln nicht wundern, wenn Rundgänge zwischen 22 und 6 Uhr nur auf dem Papier waren.