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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

3.843 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Köln, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

gestern um 13:00
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb am 25.07.2026:Auch auf die Frage, warum jemand wegen des Umschlages von vermeintlichen "Kleinigkeiten" mordet, so sollte man sich vor Augen führen, dass nach der Entdeckung einer solchen Tat eine BW-Karriere für Zeit- oder Berufssoldaten vorbei wäre.
Ja, es ist schon richtig, dass ein Auffliegen des Schmuggelringes für die beteiligten Soldaten gravierende Konsequenzen gehabt hätte. Das ist keine Frage. Und es ist auch keine Frage, dass man bei ungeklärten Fällen kein Motiv zu 100% ausschließen kann. ABER: Es gibt nun einmal Motive, die (deutlich) wahrscheinlicher sind als andere und - umgekehrt - Motive, die (deutlich) weniger wahrscheinlich sind als andere. Und woher wissen wir (und die Polizei), welche Motive für ein Tötungsdelikt wie wahrscheinlich sind? Wir wissen es (grob) aus der Analyse vergangener Tötungsdelikte. Und da zeigt sich:

Die "Beseitigung" von Zeugen, die - als unbescholtene Normalbürger - zufällig Kriminelle beim Schmuggeln oder anderen kriminellen Aktivitäten beobachtet haben, ist ein Motiv, das im echten Leben unglaublich selten ist. Ich kann nicht mit genauen Zahlen aufwarten, da die Motive die Täter, ja nirgendwo statistisch erfasst werden. Aber Ihr könnt Euch ja alle mal fragen, ob Ihr (also TrueCrime-Kenner mit überdurchschnittlichem Wissen über Mord und Totschlag) überhaupt nur einen einzigen Fall nennen könnt, in dem so etwas passiert ist. Einen Fall in einem zivilisierten Land, in dem ein Menschenleben etwas wert ist, und in dem die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten irgendwo bei 95% +- 3% liegt (wie eben z. B. in Deutschland). Wenn Ihr einen Fall kennt, wäre ich sehr interessiert daran. Und wenn Ihr zwei kennt, erst recht - wobei auch zwei Fälle aus fünf Jahrzehten nicht dafür sprächen, dass es sich um ein besonders häufiges Motiv handelt.

Und das ist ja erst der Anfang, denn auch die Kriminalitätsform "Schmuggler-Ring in Kaserne" dürfte nach allem was wir wissen, auch extrem selten sein. Auch hier kenne ich persönlich keinen Fall, nicht einmal einen aus grauer Vorzeit. Aber ich lade Euch auch hier gerne ein, mal in Eurem Gedächtnis zu kramen. Vielleicht findet Ihr etwas.

In der Summe wird hier also ein sehr seltenes Verbrechen (Schmuggeln in Kaserne) unterstellt, das auf eine empirisch seltene Weise "verdeckt" werden soll (Sofort-Ermordung eines Normalos). Eine niedrige Wahrscheinlichkeit mit einer anderen niedrigen Wahrscheinlichkeit multipliziert ergibt eine Wahrscheinlichkeit, die nicht gleich 0 ist, aber sich scharf darauf zu bewegt. Mir ist das zuwenig, um da lange drüber nachzudenken. Mich interessieren eher Motive, von denen wir aus Erfahrung wissen, dass sie bei Tötungsdelikten oft im Spiel sind: Rache, Eifersucht, Liebeswahn, Enttäuschung, Kränkung, Neid und Habgier - wobei die Habgier hier vermutlich keine Rolle spielt, weil es beim Opfer unseren Wissens nach kaum etwas zu holen gab. Dass Opfer und (vielleicht auch) Täter Soldaten waren, bedeutet ja nichts zwangsläufig, dass die Tötung etwas mit dem Soldatendasein oder dem Kasernenleben zu zu hatte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

gestern um 13:14
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Das wäre auch nicht möglich gewesen, weil die "Ausgangskarte" (oder wie immer diese hieß) weggeschlossen worden war.
Was ist denn eine Ausgangskarte? Sowas gab es bei dir bis nicht. Truppenausweis, wenn man rein wollte, aber raus ging man einfach so.
Zitat von KTKT schrieb:Das wäre evtl. Eine der Ausschlussmöglichkeiten.
Da ist dann die Frage, wie die Aussage, dass alle Möglichkeiten nochmal auf den Tisch kommen, gemeint ist (sinngemäß). Salopp gesagt, oder wirklich ganz von vorne und Ausschlusskriterium von damals zählt nicht mehr?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

gestern um 13:16
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:wobei die Habgier hier vermutlich keine Rolle spielt, weil es beim Opfer unseren Wissens nach kaum etwas zu holen gab.
Naja, für Habgier als Motiv gibt es mWn keine Bagatelluntergrenze.

Wenn jemand umgebracht wird, um in den Besitz von dessen Armbanduhr zu kommen, spielt es für die "Habgier" mMn keine Rolle, ob sie von Casio oder von Audemars Piguet ist.

Unterstellt, Norbert St. besaß z.B. einen Walkman von Sony - die Dinger waren damals nicht billig, und könnten für manchen Zeitgenossen begehrenswert genug gewesen sein, um sie zu stehlen oder zu rauben.

Vielleicht ist so etwas eskaliert, weil der Täter dabei ertappt wurde. Ausschließen kann man so etwas nach unserem Wissensstand nicht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

gestern um 13:48
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb am 29.11.2025:Ausbildungskompanie. Da
Ok, da war noch Zapfenstreich. Bei Norbert war es ja eine Heimschläferkaserne. Mit Loch im Zaun und Tag der offenen Tür.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Vielleicht ist so etwas eskaliert, weil der Täter dabei ertappt wurde.
Denkbar. Zumindest etwas, das einen extremen Streit bzw Gewalt von Seiten des Täters ausgelöst hat. Und so klein und schmächtig war Norbert ja scheinbar wirklich nicht.
Was evtl Schmuggel und dann erwischt angeht, müssten vermutlich mehrere Personen etwas gewusst haben. Und ob da bei Mord heutzutage noch alle dicht halten würden? Denkbar, aber das Risiko wäre halt hoch, wenn es Mitwisser geben würde. Außerdem - wenn die Schmuggelware im Keller gelagert gewesen wäre- warum dann nicht nehmen und zum Keller wieder raus? Die Tür stand ja auf. Derjenige hätte gar nicht bei Norbert vorbei gemusst.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 01:00
unterstellen wir doch mal einfach, alle informationen sind wahr: (a) schlüssel steckte in der eingangstüre innen bei tatentdeckung (b) uvd zimmer nicht abgesperrt (c) faserfussel von zivilkleidung auf norbert (d) telefonkabel durchschnitten (e) täter springt auf fenster 5 fenster weiter zum uvd zimmer (f) norbert liegt in blutlache vor bett am boden (g) weber hat ihn um 22 uhr noch lebend im uvd zimmer gesehen.
dann würde sich doch folgendes szenario anbieten:
es ist > 22 uhr. an der unterkunft u5 kringelt es. der uvd sieht raus. sieht dort einen zivilisten stehen, den er kennt (zb weil kompanieangehöriger, oä. kompanieangehörige am wochenende in zivil sind völlig normal dort anzutreffen) norbert schlumpft in socken zur eingangstür und lässt den unbekannten rein (da würde ich einmal folgern -> ranggleich zu norbert/mannschaftsdienstgrad. beim ovwa oder höher hätte norbert die stiefel angezogen. norbert lässt die person rein, weil persönlich bekannt. dann geht norbert vor ins uvd zimmer. der unbekannte folgt ihm (wieder ein indiz, dass sich beide gut kannten) dann erfolgt der angriff. sofort und von vorne. der täter wollte also norbert schon da töten und nicht nur verletzen. um sicher zu gehen, dass norbert stirbt, schneidet er das telkabel durch - ist zwar unlogisch - aber der täter will sicher gehen. für einen kehlenschnitt hat er skrupel. er verletzt siich aber am 11x zustechen.
dann will er beim verlassen der kaserne nicht gesehen werden, daher scheidet die eingangstüre aus. er kennt sich aber im gebäude gut aus, daher nimmt er das nächste verfügbare zimmer.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 11:38
Hier wäre mein Tathergangs-Szenario, basierend auf den Erkenntnissen:

Tathergang: Der Mord an Norbert Stolz
1. Das Eindringen
In der Tatnacht nutzt der Täter sein Insiderwissen als ehemaliger Wehrpflichtiger. Er kennt das Areal, die Schwachstellen der Umzäunung und die alltäglichen Abläufe in der Kaserne, weiss also, dass so gut wie nichts los ist. Sein Ziel ist ein schneller Einbruch, um Wertsachen oder Ausrüstung zu stehlen. Über einen unbewachten Zugang (eine unverschlossene Kellertür, ein gekipptes Fenster oder die offenstehende Blocktür) gelangt er lautlos in das Gebäude.
2. Die Konfrontation
Der Täter beginnt, die ersten Räume oder Kellerabteile nach verwertbarer Beute zu durchsuchen. Dabei verursacht er Geräusche oder agiert unvorsichtig. Norbert Stolz, der sich im Gebäude befindet, bemerkt die Unruhe und stellt den Eindringling. Da der Täter Norbert noch vom Sehen kennt – und ihm klar ist, dass auch Norbert ihn wiedererkennen könnte –, versucht er zunächst, die Situation herunterzuspielen oder zu kooperieren, um Zeit zu gewinnen.
3. Der Gang zum UvD-Zimmer
Norbert Stolz entscheidet sich, den Mann zum UvD-Zimmer zu bringen, dort will er über das Diensttelefon die Wache verständigen. Das ist zu dem Zeitpunkt, die einzige Möglichkeit, Meldung zu machen. Der Täter folgt ihm zum Schein, während er ebenfalls überlegt, wie er (der Täter) jetzt da rauskommt.
4. Die Verdeckungstat
Im UvD-Zimmer greift Norbert zum Hörer. In diesem Moment realisiert der Täter die Aussichtslosigkeit seiner Lage. Ihm ist bis zu diesem Zeitpunkt nicht gelungen, auf Norbert einzuwirken, ihn laufen zu lassen: Um seine Erkennung zu verhindern (Verdeckungsmord), greift er Norbert überraschend und gewaltsam mit dem mitgeführten Messer an und tötet ihn.
5. Spurenbeseitigung und Flucht
Nach dem Mord schneidet der Täter noch das Telefonkabel durch, um auf Nummer sicher zu gehen, falls Norbert noch nicht tot sein sollte.
Da der Haupteingang des Blocks beleuchtet ist und er Gefahr läuft, gesehen zu werden, wählt er einen dunklen Fluchtweg und entkommt durch das Fenster in die Dunkelheit.

Weber spielt in diesem Szenario also keine Rolle.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 11:57
@skyffm auch eine gute möglichkeit. wenn jetzt aber die beobachtung von weber auch noch real wäre, also der „türschlag“ um 19 uhr, hätte der täter min. 3 1/4h in der kasernenunterkunft verbracht. nur bitte was tut man in der zeit? also in unserer unterkunft gab es im ug nichts ausser einem peinlichen uffz-heim mit pinup bildern und tarnnetzen definitiv nichts. die waffenkammer war versperrt und jungfräulich und bei uns stand da dann noch etwas gerümpel….


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 13:02
@pannettone
Ein durchaus denkbares Szenario. Bliebe (in der durchgespielten Variante) die Frage nach der Vorgeschichte, die ja so dermaßen extrem sein muss, dass jemand einen gezielten Mord innerhalb einer militärischen Einrichtung begeht - und das geplant.
@skyffm
Auch das ist denkbar. Frage in der Version: wenn die Person ehemaliger Wehrdienstler wäre - das Loch im Zaun war zwar schon eine Weile dort, aber sicher nicht jahrelang. Denn bis dahin weiss theoretisch "die halbe Stadt", dass da alle durch Löcher im Zaun tein- und rauslaufen. Das wär doch der Lacher unter ehemaligen Kameraden und Kneipengespräch. Ist Euer Loch immer noch im Zaun?
Demnach jemand, dessen Wehrdienst noch nicht lange zurück lag. Der wiederum müsste aber wissen, dass es in leeren Mannschaftsblocks einer Heimschläferkaserne nix zu klauen gibt. Die teuersten Fernseher hatte da niemand auf der Stube. Und sicher keine Rolex auf dem Tisch - Schränke waren abgeschlossen und der Inhalt der Privatfächer in einer Heimschläferkaserne? Meist leer.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 14:34
Zitat von abberlineabberline schrieb:Ein durchaus denkbares Szenario. Bliebe (in der durchgespielten Variante) die Frage nach der Vorgeschichte, die ja so dermaßen extrem sein muss, dass jemand einen gezielten Mord innerhalb einer militärischen Einrichtung begeht - und das geplant.
Richtig. Und es war Norbert nicht bewusst, bzw. er hat es total unterschätzt? Der Täter hat so einen Hass, dass er einen Mord geplant hat und das Opfer ahnt so wenig davon, dass es in Socken zum Eingang schlürft und den Täter arglos einlässt?
Zitat von abberlineabberline schrieb:Auch das ist denkbar. Frage in der Version: wenn die Person ehemaliger Wehrdienstler wäre - das Loch im Zaun war zwar schon eine Weile dort, aber sicher nicht jahrelang. Denn bis dahin weiss theoretisch "die halbe Stadt", dass da alle durch Löcher im Zaun tein- und rauslaufen. Das wär doch der Lacher unter ehemaligen Kameraden und Kneipengespräch. Ist Euer Loch immer noch im Zaun?
Demnach jemand, dessen Wehrdienst noch nicht lange zurück lag. Der wiederum müsste aber wissen, dass es in leeren Mannschaftsblocks einer Heimschläferkaserne nix zu klauen gibt. Die teuersten Fernseher hatte da niemand auf der Stube. Und sicher keine Rolex auf dem Tisch - Schränke waren abgeschlossen und der Inhalt der Privatfächer in einer Heimschläferkaserne? Meist leer.
Auch hier bin bei Dir. Dazu kommt, dass ein ehemaliger Wehrpflichtiger vielleicht die Löcher im Zaun kennt, er hätte aber keinerlei Wissen über eine offene Kellertüre oder ein gekipptes Fenster. Die Frage ist also: Wenn er keine Möglichkeit vorfindet, um in einen der Blöcke einzudringen, was macht er dann? Geht er einfach wieder und versucht ein anderes Mal sein Glück? Ist das nicht ein bisschen viel Aufwand bzw. Risiko bei diesen Aussichten auf eine eher magere Beute?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 17:23
Zitat von Der_SchwabeDer_Schwabe schrieb: Ist das nicht ein bisschen viel Aufwand bzw. Risiko bei diesen Aussichten auf eine eher magere Beute?
Warum brechen Menschen in Kindergärten ein?
Warum töten Menschen wegen 10€ die eigene Oma?
Warum eskalieren manche Situationen plötzlich?

Ich kann mich an Stuben von Zeitsoldaten erinnern, da hat es an nichts gefehlt. Videorekorder, CD Player, sonstiger Schnickschnack.Neue Kampfstiefel konnte man auch gut verkaufen.
Für jemanden der nichts hat, kann das Motiv genug sein. Ich denke aber eher an eine „Gelegenheit macht Diebe“ Situation, also einfach mal am Wochenende rumpirschen, ob es was zu holen gibt. Vielleicht regelmässig, ja.
Es wurden an dem Standort ja auch Waren umgeschlagen. Vielleicht stand mal was offen, und der Täter hat genau solche Situationen gesucht.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 17:40
@skyffm
Warum verteidigst du deine Variante denn so sehr? Es wird dir hier niemand sagen können ob es so war, oder annähernd so ähnlich. Das deine Variante auch auch eine von vielen Möglichkeiten, wie es hätte sein können, ist brauchen wir nicht zu diskutieren. Jede hier vorgetragene Variante hat doch seine Macken, weil dies und das nicht passt. Wir müssen uns damit abfinden das uns hier niemand sagt, genau so war es deine Variante ist richtig. Selbst wenn wir uns alle auf eine Variante festlegen würden.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 17:58
Zitat von KTKT schrieb:Warum verteidigst du deine Variante denn so sehr?
Ich habe lediglich versucht, diese ‚Macken‘ wie du es nennst, an der Theorie in einem Post zu erklären, weil es für mich nun mal keine Macke und erklärbar ist. Also eigentlich das, was hier alle machen.
Ich erwarte von keinem hier Zustimmung, auch nicht von dir, KT.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 18:38
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Und das ist ja erst der Anfang, denn auch die Kriminalitätsform "Schmuggler-Ring in Kaserne" dürfte nach allem was wir wissen, auch extrem selten sein. Auch hier kenne ich persönlich keinen Fall, nicht einmal einen aus grauer Vorzeit. Aber ich lade Euch auch hier gerne ein, mal in Eurem Gedächtnis zu kramen. Vielleicht findet Ihr etwas.
Ich habe mittlerweile sehr starke Zweifel an meinen Fähigkeiten, eine Botschaft an den Mann/die Frau zu bringen, denn aus den von mir jeweils beschriebenen "Kleinigkeiten"
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb am 25.07.2026:Auch auf die Frage, warum jemand wegen des Umschlages von vermeintlichen "Kleinigkeiten" mordet, so sollte man sich vor Augen führen, dass nach der Entdeckung einer solchen Tat eine BW-Karriere für Zeit- oder Berufssoldaten vorbei wäre.
wird hier eine "Schmugglerring", in weiter oben stehenden Fällen auch gleich eine mafiaoide Vereinigung konstruiert. Niederschwelliger scheint es nicht zu gehen.
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:In der Summe wird hier also ein sehr seltenes Verbrechen (Schmuggeln in Kaserne) unterstellt, das auf eine empirisch seltene Weise "verdeckt" werden soll (Sofort-Ermordung eines Normalos).
Es muß dann natürlich auch ein "Verbrechen" sein. Ein "Vergehen" wäre hier wahrscheinlich zu langweilig. Dass dem Mord an Norbert Stolz ein Eskalationsgeschehen vorangegangen sein könnte, welches sich über das Durchtrennen des Telefonkabels bis zur eigentlichen Mordtat gesteigert hat, scheinst Du ja auch auszuschließen ("Sofort-Ermordung").
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Mich interessieren eher Motive, von denen wir aus Erfahrung wissen, dass sie bei Tötungsdelikten oft im Spiel sind: Rache, Eifersucht, Liebeswahn, Enttäuschung, Kränkung, Neid und Habgier - wobei die Habgier hier vermutlich keine Rolle spielt, weil es beim Opfer unseren Wissens nach kaum etwas zu holen gab. Dass Opfer und (vielleicht auch) Täter Soldaten waren, bedeutet ja nichts zwangsläufig, dass die Tötung etwas mit dem Soldatendasein oder dem Kasernenleben zu zu hatte.
Der 1989 ermittelnde Staatsanwalt hat verkündet, dass die Motive im privaten Bereich liegen müssen. Davon ist man heute abgerückt, da im privaten Bereich keine Anhaltspunkte zu finden waren. (s. WDR-Doku). Es geht hier auch nicht darum, dass das Opfer (ggfls. auch der Täter) Soldat waren, sondern, dass das Opfer als diensttuender Soldat in einem militärischen Sicherheitsbereich, in dem ein eigenes Gesetz zur Anwendung des unmittelbaren Zwanges gilt, ermordet wurde. Jeder Täter mit von Dir genannten "Allerweltsmotiven" hätte Norbert Stolz außerhalb der Kaserne erheblich risikoloser ermorden können.
Zitat von skyffmskyffm schrieb:In der Tatnacht nutzt der Täter sein Insiderwissen als ehemaliger Wehrpflichtiger. Er kennt das Areal, die Schwachstellen der Umzäunung und die alltäglichen Abläufe in der Kaserne, weiss also, dass so gut wie nichts los ist. Sein Ziel ist ein schneller Einbruch, um Wertsachen oder Ausrüstung zu stehlen.
Diese "Wertsachen oder Ausrüstung" findet er wo? Abtransport wie? Per gefüllten Seesack durch die Kaserne mit anschließendem Wurf über die beiden Zäune, da die Löcher mutmaßlich zu klein sein werden?


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 20:07
sorry @Gast_01 ich halte diese diebestour und schmugglergeschichte auch für äusserst dünn. ich kann mich an keinen fall eines kameradendiebstahls bei uns erinnern. das was wirklich absolut tabu. und das bundeseigentum hatte etwas sozialistisches bei uns, das war irgendwie allgemeingut. wenn einer etwas genommen hat sahen die anderen weg. nahm er zu viel gab es die legendäre mahnung „übertreibs nicht“. sprich das nato-tape hatte definitiv jeder zu hause. genauso wie schlafsack und taschenmesser. man schrieb eine verlustmeldung und fertig… kein unrechtsbewusstsein. aber mord schliesse ich dafür aus… ja und was bleibt dann? hass? eifersucht? liebe?
und ich bin fest der auffassung, es ging exakt um norbert, der täter hat norbert nachts aufgesucht und zur rede gestellt, denn es war der ideale ort um norbert alleine anzutreffen. ein ort, wo norbert nicht weg konnte und nicht ausweichen konnte. beide kannten sich. und der täter ging bereits davon aus norbert zu töten, denn er hatte jetzt kein wehrpflichttypisches messer dabei


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 20:32
Zitat von pannettonepannettone schrieb:sorry @Gast_01 ich halte diese diebestour und schmugglergeschichte auch für äusserst dünn. ich kann mich an keinen fall eines kameradendiebstahls bei uns erinnern. das was wirklich absolut tabu. und das bundeseigentum hatte etwas sozialistisches bei uns, das war irgendwie allgemeingut. wenn einer etwas genommen hat sahen die anderen weg. nahm er zu viel gab es die legendäre mahnung „übertreibs nicht“. sprich das nato-tape hatte definitiv jeder zu hause. genauso wie schlafsack und taschenmesser. man schrieb eine verlustmeldung und fertig… kein unrechtsbewusstsein. aber mord schliesse ich dafür aus… ja und was bleibt dann? hass? eifersucht? liebe?
Ich habe nie vom Kameradendiebstahl gesprochen! Es war für mich immer die Kiste Panzerband, Schuhcreme, Batterien, ungelochte Stiefel, oder ähnliches. Ebenfalls gerne "wegorganisiert" wurden Schwarzbestände aus den Teileinheitskellern. Da konnte der TE-Führer noch nicht einmal den Dienstweg beschreiten.
Zitat von pannettonepannettone schrieb:aber mord schliesse ich dafür aus… ja und was bleibt dann? hass? eifersucht? liebe?
Diese genannten Motive ließen sich nicht erhärten. Im Gegenteil: Die persönlichen Motive sind lt. Ermittlern möglich, aber nicht ausschließlich.
Zitat von pannettonepannettone schrieb:und ich bin fest der auffassung, es ging exakt um norbert, der täter hat norbert nachts aufgesucht und zur rede gestellt, denn es war der ideale ort um norbert alleine anzutreffen. ein ort, wo norbert nicht weg konnte und nicht ausweichen konnte. beide kannten sich. und der täter ging bereits davon aus norbert zu töten, denn er hatte jetzt kein wehrpflichttypisches messer dabei
Ganz klares "Jein". Der Täter hatte ein vom BW-Standard abweichendes Messer bei sich. Während meiner BW-Zeit sind mir Kameraden begegnet, die aus vielfältigen Gründen glaubten, BW-untypische Messer ständig bei sich tragen zu müssen. Der Täter muß es an dem Abend nicht extra eingesteckt haben. Von einer von langer Hand geplanten Tötung des Gefreiten Stolz gehe ich nicht aus. Aufgrund des durchtrennten Telefonkabels gehe ich von einem Eskalationsgeschehen mit dem Schließerposten (G Stolz) aus, welches in der Tötung des Schließerpostens gipfelte.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 20:33
Nein, diese hier vorgetragenen Versionen eines möglichen Tathergangs/einer möglichen Täterschaft überzeugen mich allesamt nicht. Weder ist in am Wochenende verwaisten Stuben nennenswert Diebesgut zu finden, noch ist bekannt, dass da etwas gefehlt hätte. Und am Wochenende hat man bestimmt besseres zu tun, als in eine leere Kaserne einzusteigen.

Schmuggler-Ring mit BW-Artikeln wie Batterien, etc. überzeugt mich auch nicht.

Die Knallwahrnehmung (von Türschlag war m. W. nie die Rede) hatte nur Weber. Und diese Wahrnehmung gab ihm die Gelegenheit, alle Stuben im ersten OG. und womöglich auch Diensträume im Erdgeschoss zu durchstöbern. Weber wusste aufgrund dessen, dass niemand außer ihm und Stolz im Gebäude war. Gleichzeitig konnte er so auch Spuren erklären, die normalerweise in diesen Räumen von ihm nicht zu erwarten gewesen wären.

Aber vielleicht gab es diesen Knall eben auch wirklich, man kann auch nicht einfach unterstellen, dass Weber sich das ausgedacht hat, das müsste man ihm schon beweisen.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 21:05
@sören42
Ich denke auch das die Cold Case Typen genau solche Denkweisen haben und deswegen auch die Aussage alles nochmal gründlich zu prüfen. Ergo auch die Person "Weber"

@Gast_01
Zur Aussage des xy Spechers NS sei ein Schliesserposten muss ich mal sagen das es in BW Geschäfts.- Dienst, -und Unterkunftsgebäude keine Schliesserposten gab. Hier waren immer GvD UvD eingesetzt, da die Gebäude nicht ständig verschlossen waren. Solche wurden von Schliesserposten geöffnet und verschlossen die aber nicht 24 h an diesem Objekt waren. Das nur mal zur Info und Richtigstellung da es von XY einfach falsch formuliert war jedoch am Fall nicht ändert.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 21:17
Zitat von KTKT schrieb:Zur Aussage des xy Spechers NS sei ein Schliesserposten muss ich mal sagen das es in BW Geschäfts.- Dienst, -und Unterkunftsgebäude keine Schliesserposten gab. Hier waren immer GvD UvD eingesetzt, da die Gebäude nicht ständig verschlossen waren. Solche wurden von Schliesserposten geöffnet und verschlossen die aber nicht 24 h an diesem Objekt waren. Das nur mal zur Info und Richtigstellung da es von XY einfach falsch formuliert war jedoch am Fall nicht ändert.
Da sind meine Erfahrungen anders. Grundsätzlich waren alle Gebäude mit Doppeldiensttuern esetzt (UvD/GvD). Es gab ausgewählte Gebäude (wonach auch immer), die lediglich einen SchliePo hatten.


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Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989

um 21:24
Ich habe in meinen 12 Dienstjahren nicht einmal ein Dienst und Unterkunftsgebäude erlebt in dem kein GvD oder UvD (immer erkennbar an der entsprechenden Armbinde) eingesetzt war. Sorry da bin ich anderer Meinung aus dieser Erfahrung raus. Der Tower bei uns war mit einem Schließer besetzt nachts es sei den es war Nachtflug, da saß dann an der nicht ständig verschlossenen Tür ein GvD für die Zeit. Ich kenne es von einigen Flughäfen genau so.


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