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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

37.392 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 19:33
Zitat von InterestedInterested schrieb:Eigentlich ist der arme junge da so als Statthalter reingeraten und hat das mit seinem Leben bezahlen müssen.
Und genau das rechtfertigt in meinen Augen die niedrigen Beweggründe als Mordmerkmal. Er hat überhaupt nichts damit zu tun und in keiner Weise dazu beigetragen, warum er Opfer dieses Mordes geworden ist. Natürlich ist ein Opfer nie schuld an seiner Ermordung, so etwas ist natürlich mit keiner Vethaltensweise eines späteren Opfers zu rechtfertigen.
Aber diese Tat stellt sich gegenüber Tötungsdelikten, denen ein direkter Konflikt zwischen Täter und Opfer vorausgegangen ist, als besonders niederträchtig dar. Fabian hat rein gar nichts getan, um den Hass seiner "Ziehmutter"auf sich zu ziehen. Dazu hat seine bloße Existenz im Leben seines Vaters ausgereicht.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Da wäre wichtig, ob er einen juristischen background aufweist, um das überhaupt beurteilen zu können. Also mit der Gesetzgebung und Indizienprozessen insgesamt ausreichend auskennt, um so zu schlussfolgern.
Ich bin oft erschrocken, wie wenig einige Journalisten von der Rechtssprechung verstehen, selbst wenn sie regelmäßig von Gerichtsprozessen berichten. Oft wird da Mord und Totschlag durcheinander geworfen, die lebenslange Haftstrafe mit 15 Jahren Gefängnis gleichgesetzt und vom " reinen Indizienprozess" wie von einem Prozess zweiter Klasse geschwafelt.
Insofern würde ich suf solche Berichte nicht allzu viel geben.
Zitat von Jesse6Jesse6 schrieb:Ach Quatsch, der versucht gerade, seiner Mandantin die Zitronen als Limonade zu verkaufen, scheint aber nicht besonders talentiert darin.
Ich glaube auch, dass das Verhalten der Anwälte zumindest teilweise dazu dienen soll, GH bei der Stange zu halten. Ich erinnere mich an ihren Spruch, sie werde jetzt ihre Anwälte losschicken, die würden die Kriminalermittler dann "zur Räson" bringen. Das sagt viel über ihre Vorstellung aus, wie sicht gute Verteidiger verhalten sollen, die wahrscheinlich von Trash-TV a la Barbara Salesch und Alexander Stevens aka. Richter Hold geprägt. In so einem Format hätte das Drehbuch für den demonstrativen Auftritt mit Müllsack sicher den Plotttwist vorgesehen, nachdem die Angeklagte den Gerichtssaal als freie Frau verlassen darf....

Und ein bisschen ist das ja durchaus auch ihre Aufgabe, so zu agieren, dass GH sich gut vertreten fühlt. Natürlich müssen die sie umfangreich über verschiedene Strategien und Erfolgsaussichten aufklären. Aber von einer Angeklagten, die in der Mitte des Prozesses empört ihre Pflichtverteidiger entlassen will, hat auch keiner etwas, zumal das bei Pflichtverteidigern eben wirklich schwer bis unmöglich ist, sie loszuwerden.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 20:10
Zitat von DiarmuidDiarmuid schrieb:Ich halte Gina H. nicht nur auf Grund dessen für gefährlich.
Gefährlich an dieser vermeintlichen Promiskuität ist vor allem, wie viele Männer da nach wie vor drauf reinfallen. Und dass vor allem junge Frauen immer mehr diversen (größtenteils künstlich erstellten) Idealen diesbezüglich hinterher hecheln...
Junge Männer mittlerweile natürlich auch schon...
Zitat von HeribertHeribert schrieb:Ich kenne es so, dass ein Kind alle 2 Wochen am Wochenende beim Vater ist/sein darf

Alle 2 Wochen EIN Wochenende

Also, so viel Zeit hätte Fabian gar nicht stehlen können.
Zum einen: Das ist eine Frage dessen, was man als getrennt lebende Eltern da so vereinbart. Theoretisch könnte ein Kind auch alle 2 Wochen am Wochenende bei der Mutter sein (dürfen), zugegebenermaßen ist dieses Modelll eher selten.
Auch 50:50 würde bedeuten dass das Kind z.B. eine Woche beim Vater, eine Woche bei der Mutter lebt.
Das Modell "alle 2 Wochen am Wochenende beim Vater" (Freitag bis Sonntag) sind im Vergleich dazu nur 14%, also 7:43 - das ist ein riesiger Unterschied der sich selbstverständlich auch im Unterhalt niederschlägt bzw. schlagen sollte.

Zum anderen: Darum ging es Gina aber - denke ich - garnicht.
Sie hätte MR halt gerne am Wochenende für sich gehabt, er hatte aber keine Zeit für sie, denn er wollte das Wochenende alleine mit seinem Sohn verbringen und eben nicht mit Gina.
Damit kam Gina nicht klar, sie war eifersüchtig darauf, dass MR Zeit mit seinem Sohn alleine verbringen wollte - und das in Zukunft immer wieder. Ohne Gina. Nur mit Fabian.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 21:35
Sind wir hier eigentlich bei einem Mordprozess oder bei einem Erfahrungsaustausch über Besuchsregelungen und Unterhalt ?
Es riecht nach Langeweile.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 22:31
Zitat von Jesse6Jesse6 schrieb:Der Gutachter hat die Suizidversuche als Hilfeschreie (an Matthias) eingeordnet, nicht als ernsthafte Absicht, sich das Leben zu nehmen. Hatte nicht ihr Sohn sie einmal mit aufgeritzten Pulsadern und (angeblich) bewusstlos vor dem Stall liegend aufgefunden und Olaf herbeigerufen, der sie dann ins Krankenhaus fuhr?
Ich finde den Begriff "Hilfeschreie" in dem konkreten Vergleich recht unpassenden, auch wenn diese vorgetäuscht Suizidversuche das aus Gina H.s Perspektive dues durchaus gewesen sein mögen. Ich empfinde das eher als besonders infame Erpressungsvetsuche.
Man muss man sich das halt mal aus MRs Sicht anschauen. Die Nachricht an ihn war " Wenn Du nicht zu mit zurück kommst, bringe ich mich um und Du bist Schuld an meinem Tod!" Wenn das nicht eine Tonne an Druck ist...?!
Und dabei war sie so rücksichtslos, dass sie es dogsr in Kauf genommen hat, von ihrem eigenen Sohn gefunden zu werden. Jemand der wirklich suizidal ist, mag auf so etwas tatsächlich keine Rücksicht nehmen, weil er einfach in einen tiefschwarzen Tunnel blickt und einfach kein Kraft mehr hat, so etwas zu bedenken. Aber so war die Lage bei Gina H. nicht, der war es schlichtweg egal, was ihrem Kind damit widerfährt, vielleicht war es sogar bewusst so geplant, um der ganzen Szene noch ein bisschen mehr Dramatik zu verleihen.

Für mich zeigt das auch, wie weit - oder besser wie unweit - es mit ihrer Liebe zu ihrem Sohn her ist. Wenn man sein Kind liebt kann es einem doch nicht mindestens egal sein, dem Kind so einen Schock einzujagen. Wie soll den ein 8jähriger mit deg Angst umgehen, dass seine Mutter sich jederzeit umbringen könnte?!
Zitat von wobelwobel schrieb:Fabian war Konkurrenz um MRs knapp bemessene Zeit. Wenn MR mit Fabian alleine was unternehmen wollte (was er als Vater auch durchaus gelegentlich tun sollte), war Gina außen vor.
Ich glaube nicht mal, dass es nur darum ging, dass er viel alleine mit Fabian unternehmen wollte. Ihr war es auch nicht genug, zu dritt (er , sie und Fabisn) oder zu viertel ( mit ihrem Sohn) zu unternehmen, denn hatte sie nicht mehr die Hauptrolle, sondern fühlte sich wie das fünfte Rad am Wagen.
Wie menschlich klein muss man sein, um dermaßen auf einen 8-jährigen zu sein, der alle 2 Wochen 2 1/2 Tage bei seinem Vater verbringt, dass man dueses Kind ermordet?! Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, aber das rechtfertigt für mich das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 22:42
@Grillage
Ich teile Deine Einschätzung zu 100 %. Ob allerdings ihr Sohn von dieser Suizid Drohung etwas wusste, darüber habe ich nichts gefunden.
In ca 108 Stunden kommt ja das Urteil.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 22:50
Zitat von InterestedInterested schrieb:Da aber die Verteidigung auch innerhalb der Verhandlung recht schwach war, wüsste ich nicht, was sie großartig anbringen möchten.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. In einem Revisionsantrag müssen sie nachweisen, dass das Gericht in der Prozessführung und/ oder in der Beweiswürdigung und der Urteilsbegründung Fehler gemacht hat. Man kann also z.B. nicht einfach mokieren, dass ein Beweisantrag abgelehnt wurde, sondern muss nachweisen, dass die Begründung dafür fehlerhaft oder zu schwach war. Selbst Ermittlungsfehler oder- lücken reichen nicht aus, denn das hätte msn im Prozess anbringen können und müssen und das Gericht kann nunmal nur bewerten, was im Prozess dargelegt wurde.

Der vorsitzende Richter hat auf mich den Eindruck gemacht, als habe er dich sehr gründlich und gewissenhaft auf die einzelnen Verhandlungstage vorbereitet. Ich gehe deshalb davon aus, dass er die Urteilsbegündung genauso sorgfältig bearbeiten wird. Er weiß, was da auf dem Spiel steht, nämlich dass der gesamte aufwändige und vor allem für die Mutter, aber sicher auch für die Angeklagte belastende Prozess wiederholt werden müsste. Ind entsprechend akribisch wird er das ausarbeiten.

Die Revision wird von vielen Verteidigern dargestellt, als wäre das eine zweite Chance für den Angeklagten. Das ist ja aber Quatsch, vor allem wenn die Beweislage so eindeutig ist wie in diesem Fall. Dann wird die Sau einfach noch mal durchs Dorf getrieben mit genau dem gleichen Endergebnis nämlich einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes.
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:Nichts desto trotz hat Löcker aber doch diesen Punkt in seinem Plädoyer aufgegriffen und Gina dahingehend "fast als keusch" beschrieben...
Es mag ja sein, dass sie eine sexuell exklusive Partnerschaft geführt hat. Aber ich würde es als Partner nicht so prickelnd finden, wenn meine Frau Nackedei- Bildchen an Hinz und Kunz ( Gina würde sagen "Hans & Franz" ) verschickt um sie für Dienstleistungen und " Geldgeschenke " bei ser Stange zu halten. Natürlich nimmt sie ihm nichts weg, aber mich würd es eifersüchtig und misstrauisch machen.
Gerade wenn man bedenkt, was für einen Kontrollqahn sie bei ihm hatte - er musste sich rechtfertigen, warum er nicht in Arbeitsklamotten zu Zahnärztin ging Gina- finde ich es von der Verteidigung schon gewagt, sie als keusche Unschuld von Lande darstellen zu wollen und dur Nackedei-Bilder einfach mal so auszublenden.
Zitat von PaterBrownPaterBrown schrieb:Ob allerdings ihr Sohn von dieser Suizid Drohung etwas wusste, darüber habe ich nichts gefunden.
Er hat sie doch gefunden. Zumindest hat @Jesse6 das geschrieben:
Zitat von Jesse6Jesse6 schrieb:Hatte nicht ihr Sohn sie einmal mit aufgeritzten Pulsadern und (angeblich) bewusstlos vor dem Stall liegend aufgefunden und Olaf herbeigerufen, der sie dann ins Krankenhaus fuhr?
Ich erinnere mich auch daran, das so gelesen zu haben, finde es mit der Suchfunktion im Thread aber nicht mehr. Ich hoffe das war jetzt kein Irrtum, zu dessen Verselbstständigung im Thread ich beigetragen haben.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 23:27
@Grillage @PaterBrown
Mir schwant gerade, dass ich womöglich aus verschiedenen Ereignissen eins gemacht habe, immerhin mit einem Fragezeichen versehen. Richtig ist, dass Ginas Sohn sie vor dem Stall gefunden und Olaf zu Hilfe gerufen hatte, der sie ins Krankenhaus fuhr oder den Notarzt rief. Hier vielleicht ohne Suizidinszenierung. Zwei „Suizidversuche“ soll es aber gegeben haben. Aufgeritzte Pulsadern hatte sie auch bei Instagram gepostet.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

05.11.2026 um 23:48
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Es mag ja sein, dass sie eine sexuell exklusive Partnerschaft geführt hat. Aber ich würde es als Partner nicht so prickelnd finden, wenn meine Frau Nackedei- Bildchen an Hinz und Kunz ( Gina würde sagen "Hans & Franz" ) verschickt um sie für Dienstleistungen und " Geldgeschenke " bei ser Stange zu halten. Natürlich nimmt sie ihm nichts weg, aber mich würd es eifersüchtig und misstrauisch machen.
Gerade wenn man bedenkt, was für einen Kontrollqahn sie bei ihm hatte - er musste sich rechtfertigen, warum er nicht in Arbeitsklamotten zu Zahnärztin ging Gina- finde ich es von der Verteidigung schon gewagt, sie als keusche Unschuld von Lande darstellen zu wollen und dur Nackedei-Bilder einfach mal so auszublenden.
Ich bin da zu 100% bei dir! Wollte aber in meiner Zusammenfassung der Plädoyers der Verteidigung eben größtenteils nur darauf eingehen, wie diese dort nunmal argumentierte...


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 03:40
Sehe ich das nur so oder kann es sein, dass sich die Diskussion hier thematisch voll abgenutzt hat und sich nur noch im Kreis dreht? Aber das sollte sich ja bald erledigt haben - vorerst zumindest. Am Dienstag wird die Kammer ihr Urteil verkünden. Zeit wird es auch. Bleibt nur zu hoffen, dass die Gerechtigkeit siegt. Den kleinen Fabian wird es leider nicht wieder ins Leben zurückholen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 15:29
Zitat von Newbie190626Newbie190626 schrieb:Sehe ich das nur so oder kann es sein, dass sich die Diskussion hier thematisch voll abgenutzt hat und sich nur noch im Kreis dreht?
Das ist doch völlig normal - die Beweisaufnahme wurde beendet, wir haben die Plädoyers "gehört" (besser gesagt halt verfolgt, was über die Ticker davon berichtet wurde), viel zu diskutieren gibt's da halt erstmal nicht mehr.

Ich les mir grad peu à peu nochmal durch was ich alles abgespeichert habe, stolpere über das eine oder andere (denk mir aber dabei dass das dann wohl doch nicht so relevant ist, das hier nochmal hochzuholen), Alternativ-Szenarien scheint es keine zu geben - also was willste diskutieren? Letztendlich haben wir doch im Lauf des Jahres schon alles zigfach durchgekaut...

Man könnte noch das Fazit ziehen, dass erstmalig in einer solchen Menge private Kommunikation bzw. allgemein private digitale Daten analysiert und als Indizien eingebracht wurden (zumindest soweit mir bekannt) - und das auch noch so medienwirksam.
Das wirft durchaus Fragen auf, und wenn man nicht gerade zigtausende von Nachrichten selbst durchgehen will, muss man sich darauf verlassen dass das, was als Indiz eingebracht wurde, nicht nur die berühmten "Cherrys" sind die "gepickt" wurden.

Ich hab gelernt dass Ticker eine sehr geringe Halbwertszeit haben und als seriöse Quelle entsprechend suboptimal sind (da später nicht mehr abrufbar). Ab PT20 hab ich dann immerhin den Bild-Ticker abgespeichert um nachlesen zu können, aber das ist natürlich keine echte Lösung für dieses Thema.

Für mich ist völlig klar wie das Urteil lauten wird (nämlich im Sinne der Anklage).
Spannend wird dann, wie's weitergeht. Ob Revision eingelegt wird? Und ob die durchgehen würde? Man wird sehen.
So wirklich glaub ich nicht dran - und denke mal da brüchte sie auch einen anderen Verteidiger.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 18:52
Zitat von wobelwobel schrieb:Man könnte noch das Fazit ziehen, dass erstmalig in einer solchen Menge private Kommunikation bzw. allgemein private digitale Daten analysiert und als Indizien eingebracht wurden (zumindest soweit mir bekannt) - und das auch noch so medienwirksam.
Das wirft durchaus Fragen auf
Ja, es war Einiges an diesem Fall außergewöhnlich und spektakulär. Für mich stehen dafür vor allem drei Dinge:

1.
Die Konstellation

Die Konstellation der maßgeblich handelnden Personen war in dieser Form -soweit mir bekannt- einzigartig. Dass eine Frau ein achtjähriges Kind tötet, geschieht schon mal eher selten. Dass diese Täterin aber auch noch die Geliebte des Vaters des Opfers ist - und dass dieser Mann nach dem Mord die Beziehung zur Angeklagten wieder intensiviert, ist unfassbar und in dieser Form wohl noch nie passiert.

2.
Täterin „findet“ Opfer

Dass eine (mutmaßliche) Mörderin Tage nach dem Verbrechen nacheinander mehrere Bekannte zur Leiche führt, um das Auffinden des Opfers zu beschleunigen, ist so wohl auch noch nie vorgekommen. Eine irrsinnige Idee, die Gina H. dann auch schnell in den Fokus der Ermittler rückte und ihr zum Verhängnis wurde (u.a. Dokumentation von Täterwissen).

3.
(Digitale) Kommunikation

@wobel hat völlig Recht: Es sprengte total den Rahmen, welche Unmengen an Material in diesem Fall aus zumeist privater Kommunikation zwischen der Angeklagten, ihrem Partner und vielen anderen Menschen aus ihrem Umfeld zusammengetragen wurde und das zum Beispiel Aufschluss über die Motivlage gab. Für die Ermittler eine Fundgrube ohnegleichen.

Diese Faktoren machten den Mordfall Fabian zu
einem bundesweit beachteten und zugleich heiß diskutierten Ereignis. Vielleicht kann man noch als weitere Besonderheit auf die außergewöhnliche Resonanz in den „sozialen Medien“ verweisen, wobei deren Rolle alles andere als rühmlich war. Was dort abgelaufen ist (zum Beispiel mit teils ungehemmten Gerüchten und Verdächtigungen), war krass.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 19:34
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Dass eine (mutmaßliche) Mörderin Tage nach dem Verbrechen nacheinander mehrere Bekannte zur Leiche führt, um das Auffinden des Opfers zu beschleunigen, ist so wohl auch noch nie vorgekommen.
Die Leiche selbst nicht, aber Ana Julia Q "fand" das Unterhemd des von ihr getöteten Stiefsohnes und brachte sich damit auch direkt in den Fokus der Ermittler.

Bei der Suche nach dem Fall bin ich dann noch auf einen anderen aus Portugal gestoßen, wo gleichfalls die Partnerin des Kindsvaters das Kind getötet hat - sicher Zufall, aber alle Kinder waren 8 Jahre alt.

https://www.rtl.de/cms/stiefmutter-gesteht-kleinen-gabriel-8-getoetet-zu-haben-ganz-spanien-ist-erschuettert-4146046.html

https://www.rtl.de/news/maedchen-in-valpacos-getoetet-stiefmutter-von-lara-8-legt-gestaendnis-ab-id30986760.html


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 19:40
Zitat von wobelwobel schrieb:Für mich ist völlig klar wie das Urteil lauten wird (nämlich im Sinne der Anklage).
Spannend wird dann, wie's weitergeht. Ob Revision eingelegt wird? Und ob die durchgehen würde? Man wird sehen.
So wirklich glaub ich nicht dran - und denke mal da brüchte sie auch einen anderen Verteidiger.
Welcher Verteidiger wuerde diesen Fall uebernehmen wollen?
Auch durch die mediale Aufmerksamkeit wuerde es wenig Erfolg versprechen, hinterher als "Staranwalt" dazustehen, da die Indizienkette so eindeutig ist, dass es ohne Gegenbeweise oder Zeugen niemals von einem anderen Gericht anders bewerted wird.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 19:54
Zitat von BohoBoho schrieb:Die Leiche selbst nicht, aber Ana Julia Q "fand" das Unterhemd des von ihr getöteten Stiefsohnes und brachte sich damit auch direkt in den Fokus der Ermittler.

Bei der Suche nach dem Fall bin ich dann noch auf einen anderen aus Portugal gestoßen, wo gleichfalls die Partnerin des Kindsvaters das Kind getötet hat - sicher Zufall, aber alle Kinder waren 8 Jahre alt.
Respekt, @Boho, vor Deinen Recherche-Künsten!
Ich werde fortan noch vorsichtiger sein, bestimmte Sachverhalte als einmalig und noch nie dagewesen einzustufen…:).

Aber alltäglich sind die Konstellationen im Fall Fabian ja nun auch nicht gerade - Gott sei Dank!


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:13
Warten wir auf Dienstag.
Ich habe in meinem bisherigen Leben so einige psychisch erkrankte Personen "gesehen". Ich würde mir wünschen, dass dieser Fall dazu beiträgt, psychische Störungen und Erkrankungen als das, was sie nunmal sind, ins Gedächtnis und das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen: Eine Krankheit, und oftmals eine, die man behandeln, aber bei weitem nicht immer heilen kann, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt. Ich will damit ausdrücklich NICHT sagen, dass mit Störungen per se kein Unrechtsbewusstsein und damit keine Schuldfähigkeit einhergehen. Das glaube ich nicht! Allerdings sollten das - ausschließlich - Fachleute beurteilen.
Mein Mitgefühl gilt in erster Linie Fabians Mutter, natürlich; aber auch sein Vater und Ginas Sohn dürften erheblichen Schaden genommen haben.
Ich hoffe zudem auf ein angemessenes Urteil. Die Frage der Schuld steht für mich persönlich außer Frage. Interessant ist eher, wie wir damit adäquat umgehen können.
Es gibt da draußen etliche Menschen, die Hilfe dringend benötigen - was können wir als Gesellschaft tun, um ihnen zu helfen, aber auch, um Taten zu verhindern, die so eigentlich sicher niemand gewollt hat? Was kann im Vorfeld getan werden, um Situationen gar nicht erst aufkommen zu lassen, die das Leben eines Menschen in Gefahr bringen, erstrecht das Leben eines Kindes?

Habt ihr dazu Ideen?


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:27
@Tita1992
Aus meiner Sicht ist Hilfe nur dann realistisch, wenn sie angefragt, also gewollt ist. Ansonsten zwecklos. Man kann niemanden gegen seinen Willen therapieren.
Wenn ich mir den ICD 10 Katalog ansehen, dann haben nicht wenige Menschen "Auffälligkeiten ".
Die Wenigsten begehen Straftaten im Bereich der Kapitalverbrechen.
Eine treffersichere Vorhersage wäre nett, halte ich jedoch für fast unmöglich.
Das ist das Risiko, welches eine Gesellschaft tragen muss.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 20:50
Zitat von PaterBrownPaterBrown schrieb:Aus meiner Sicht ist Hilfe nur dann realistisch, wenn sie angefragt, also gewollt ist. Ansonsten zwecklos. Man kann niemanden gegen seinen Willen therapieren.
Da bin ich absolut bei dir!
Zitat von PaterBrownPaterBrown schrieb:Wenn ich mir den ICD 10 Katalog ansehen, dann haben nicht wenige Menschen "Auffälligkeiten ".
Die Wenigsten begehen Straftaten im Bereich der Kapitalverbrechen.
Eine treffersichere Vorhersage wäre nett, halte ich jedoch für fast unmöglich.
Das ist das Risiko, welches eine Gesellschaft tragen muss.
Es ging mir nicht darum, jede Straftat im Vorfeld zu verhindern, oder dass die Gesellschaft das Risiko tragen muss. Sondern einfach darum, Menschen Hilfe aktiv anzubieten, die diese brauchen können. Ob sie nun andernfalls zu Tötern werden oder nicht, oder ob sie die Hilfe annehmen können, oder nicht, ist mir hier zweitrangig. Mir geht es ums Hinschauen und um das Angebot, was wir - jeder Einzelne - vielleicht leisten könnte.

Wenn sich dadurch etwas verhindern lässt, umso besser.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:07
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Mir geht es ums Hinschauen und um das Angebot, was wir - jeder Einzelne - vielleicht leisten könnte.
Was wollte man in ihrem Fall noch tun, war doch schon Alles da, Jahrzehntelange Betreuung durch einen Psychologen, Betreuung seitens der Behörden im Bezug auf ihr eigenes Kind, engmaschiger geht doch bald nicht. Vielleicht sollte man einfach (bestenfalls nach dem gerechten Urteil) mal akzeptieren, da es etwas zutiefst Kriminelles, Böses und Verabscheuungswürdiges wie das Ermorden eines hilflosen Kindes gibt und genau das verurteilt und gesühnt wird, und nicht die Gesellschaft daran Schuld trägt, sondern das Individium


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 21:22
Zitat von Matula007Matula007 schrieb:Vielleicht sollte man einfach (bestenfalls nach dem gerechten Urteil) mal akzeptieren, da es etwas zutiefst Kriminelles, Böses und Verabscheuungswürdiges wie das Ermorden eines hilflosen Kindes gibt und genau das verurteilt und gesühnt wird, und nicht die Gesellschaft daran Schuld trägt, sondern das Individium
WO habe ich gesagt, dass die Gesellschaft schuld daran trägt, und dass nicht der Täter dafür bestraft gehört??

Mir ging es einzig und allein um die Frage, wo jeder Einzelne von uns aufmerksamer und hilfsbereiter werden kann, was sein Umfeld angeht, um Menschen in Not zu unterstützen, und im Idealfall um Schlimmes zu vermeiden. Nicht mehr, nicht weniger.
Was ist denn geschehen? In diesem Fall wurde der Tod des Kindes nicht verhindert und auch nicht, dass der Sohn der vermeintlichen Täterin schwerst traumatisiert zurückbleiben wird. Von den Angehörigen des Getöteten selbstverständlich ganz zu schweigen.

Letztendlich ist immer der Täter für seine Tat verantwortlich, natürlich. Darum ging es doch gar nicht. Nur die Schuld zuzuweisen bringt uns aber nicht weiter und wird auch zukünftig nichts verhindern. Es geht um uns als Gesellschaft, als Mitmenschen, und um die Frage, was jeder Einzelne beitragen kann, damit so etwas vermieden werden kann.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

gestern um 22:13
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Es geht um uns als Gesellschaft, als Mitmenschen, und um die Frage, was jeder Einzelne beitragen kann, damit so etwas vermieden werden kann.
In diesem Fall kommen zwei Dinge zusammen, ein Kind, das mit 8 Jahren alleine blieb und eine Täterin, die es aus dem Weg räumen wollte und die Chance dazu hatte.

Um es sinngemäß mit Frau Habethas Worten zu sagen: für normale Menschen und Juristen ist ihre Motivlage gar nicht greifbar. Wer sollte sich denn in ihr verschrobenes Hirn hineinversetzen und so etwas erahnen können, erst recht da sie selbst Mutter ist.
Zitat von Tita1992Tita1992 schrieb:Mir ging es einzig und allein um die Frage, wo jeder Einzelne von uns aufmerksamer und hilfsbereiter werden kann, was sein Umfeld angeht, um Menschen in Not zu unterstützen, und im Idealfall um Schlimmes zu vermeiden.
Die einzige Not, die Gina H. empfand und die sie hauptsächlich zum Mord führte, war Geldnot!


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