Füchschen schrieb:(...) ist es schon seltsam, dass man in Aktenzeichen xy ungelöst nur das Medaillon gezeigt hat, aber nichts weiter von dem Schwarm mit dem roten Helm erwähnt hat, wenn man Mopedfahrer so einfach anhand ihrer Clique identifizieren könnte, wie hier des Öfteren geschrieben steht.
Was die aktuelle Folge von Aktenzeichen XY ungelöst betrifft, ist das so richtig. Es wurde weder irgendetwas über den Moped fahrenden Chris(sy), noch über die beiden Fahrzeuge am Fundort/Tatort von Marion Baier berichtet. Ich halte das für etwas irritierend. Auf mich persönlich machte darüber hinaus sowohl der Beitrag an sich, als auch das Gespräch mit den Ermittlern im Anschluss den Eindruck, als hätte man alles bereits im Vorfeld nur auf den Mordfall Sonja Hurler ausgerichtet und die Information zum Spur-Spur-Treffer wäre erst ganz kurz vor der Sendung bekannt geworden und wurde dann zusammen mit der Medaille und dem Foto der Marion Baier irgendwie noch in letzter Minute "hineingewürgt" um überhaupt noch Erwähnung zu finden.
Da der Beitrag aus 1974 wohl niemandem mehr ernsthaft im Gedächtnis sein dürfte, war die Aufbereitung dieser ja offensichtlich eng miteinander verknüpften Fälle in der Sendung ziemlich unerfreulich. Allerdings bedeutet die Absenz der Erwähnung von Chris(sy), dessen Mopeds und den verdächtigen Fahrzeugen, sowie das Festhalten an der Theorie mit den Jugendlichen die Sonja Hurler durch das Dorf gezerrt haben könnten jedoch keines Falles, dass sich diese Spuren/Hinweise damit zwischenzeitlich erledigt haben. Wenn dem nämlich so wäre, hätte zumindest diese Tatsache mMn erwähnt werden müssen. Das fand jedoch nicht statt.
Dew schrieb:Das sind gewichtige Argumente gegen "Chrissy" (...) Dazu kommt sicher auch noch der Altersunterschied, der verschiedene Lebenskreise bedingte. (...)
Während Marion also noch zur Schule ging, könnte "Chrissy" in der Lehre gewesen sein. Komplett anderes Umfeld mit wenigen bis keinen Überschneidungen.
Wie ich hier schonmal geschrieben habe sind Altersunterschiede von wenigen Jahren (2-5) ab dem Erwachsenenalter 18+ aber eher jenseits der 20 zumindest bei Männern oftmals nicht mehr so entscheidend und für viele kein zwingendes KO-Kriterium für eine Beziehung. Das ist im Jugendalter unter 18 noch ganz anders. Da ist es ein riesiger Unterschied, ob man 10 oder 17 ist. In diesen Jahren setzen Geschlechtsreife, körperliche Entwicklung und Pubertät ein. Auch persönlich macht man eine ziemliche Entwicklung durch. Es werden andere Dinge wichtig, als die im Kindesalter. Das Umfeld verändert sich, die Anforderungen steigen mit Selbstverantwortung und Selbstständigkeit, mit einer evtl. Lehre beginnt der sog. "Ernst des Lebens".
Deshalb kann ich mir derzeit auch nicht vorstellen, wie diese beiden Lebensumstände von Marion und diesem "Chris(sy)" zusammenpassen sollen?! Wie hätte Chris(sy) seine Freundin denn in seinem Umfeld einbringen sollen? Seine Freunde ggf. Kollegen hätten ihn doch ausgelacht wenn er mit einem 12 Jährigen Kind aufgetaucht wäre. Was hätten seine Eltern dazu gesagt und/oder mögliche Geschwister? Früher oder später wäre die Beziehung bekannt geworden. Allein schon deshalb, weil Oberasbach keine anonyme Großstadt ist und man sich nicht immer verstecken kann. Was hätten die beiden miteinander Unternehmen sollen? Wo hätten sie gleiche Interessen gehabt? Für mich passt eine Liebesbeziehung da absolut nicht in die Lebenssituation.
Dew schrieb:Meine erste "richtige" Freundin lernte ich völlig zufällig auf der Landstraße kennen (...) Eins führte zum anderen aber bis meine Freunde, Eltern etc. was davon mitbekamen, dauerte es etwas.
Ich ging auf´s Gymnasium, sie machte eine Lehre. Das brachte völlig unterschiedliche Freizeit mit sich.
Auch wenn es etwas dauerte bis deine/ihre Eltern etwas von der Beziehung mitbekamen, war sie ja schon reif und im Arbeitsleben angekommen, hatte einen Zweiradführerschein und spielte eher wohl nicht mehr mit Puppen. Eine Beziehung war daher auch kein "Tabu" oder moralisch problembehaftet. Aber hier sprechen wir ja über das Jahr 1974 und wir sprechen über ein 12 Jahre altes Kind, welches mit einem erwachsenen oder fast erwachsenen jungen Mann eine Beziehung geführt haben soll. Ich halte das im Moment zumindest für ziemlich unrealistisch. Es ist für mich wahrscheinlicher, dass hier das Interesse nur einseitig war. In dem Fall war jener Chris(sy) eine Schwärmerei von Marion, die sich -am Beginn ihrer geschlechtlichen Entwicklung stehend- in ihn "verknallt" haben mag. Das jener Chris(sy) ihr erster "richtiger" Freund war, glaube ich derzeit nicht.
Dew schrieb:
Slaterator schrieb:Wenn man den Umstand denn überhaupt geheimhalten will/kann. Wenn sie schon ihren Freundinnen davon erzählt hat, hätte sie es genauso gut auch im Radio erzählen können. Erfahrungsgemäß weiß es ein paar Stunden später jede(r) in diesem Alter aus ihrem Umfeld.
Abgesehen davon, dass das Verhalten von Jugendlichen nicht immer streng rational nachvollziehbar sein muss: vielleicht ging es bei einer gewissen Heimlichkeit nicht um ihr Altersumfeld sondern um das Elternhaus.
Das Elternhaus wäre im Jahr 1973 ganz sicher auf ihrer, wie auch auf seiner Seite völlig eskaliert, wenn es von einer Liebesbeziehung zwischen den beiden erfahren hätte. Meiner persönlichen Meinung nach auch zurecht. Ich habe selbst Kinder und wäre mit solch einer Beziehung ganz sicher nicht einverstanden. Doch diese Beziehung (wenn es denn eine gab was ich derzeit ja nicht vermute) war garantiert nicht geheim zu halten, wenn die Freundinnen/ das Umfeld von Marion davon wusste(n). Irgendwann hätte sich jemand "verplappert", irgendwelche Eltern hätten davon erfahren usw. usf. Es wäre mMn eher früher als später aufgeflogen.
Dew schrieb:Sie hatten bei der Bundeswehr den LKW-Führerschein gemacht.
Dann passt das ja ungefähr.
:D Ich war ja selbst nicht beim Bund, sondern im Zivildienst, habe aber meinen besten Kumpel darum beneidet, dass er dort ebenfalls bei der Instandhaltungskompanie den LKW-FS machen durfte. Aber immerhin habe ich noch die alte Klasse 3 bis 7,5 Tonnen.
;)
Höhenburg schrieb:Der Polizist in der Folge von 1974 sagt paraphrasiert "Aus den Gesprächen mit ihren Freundinnen wissen wir, daß sich Marion in letzter Zeit oft mit einem jungen Mann getroffen hat, den sie Chris oder Chrissi nannte." Das kann man eigentlich nicht missverstehen, was der gute Inspektor Madloch da impliziert.
Ich missverstehe das auch nicht. Er sagt absolut nichts von einer Liebesbeziehung. Auch nicht "durch die Blume". Das sie Chris(sy) traf, sagt ja nichts über die Art/den Charakter der Treffen aus. Vielleicht besuchte sie ihn ja auch um ihrem "Schwarm" beim schrauben am Moped Gesellschaft zu leisten und ihn dabei anzuschmachten. Das kann alles völlig einseitig gewesen sein. Er fand das vielleicht ganz nett und witzig, muss nicht einmal etwas gemerkt haben und das wars.
Höhenburg schrieb:(...) sie haben auch ab und an mit diesem Chris gesprochen, sonst wüssten sie nämlich nichts über den Sprachfehler, den er damals hatte. Wenn man sich die Folge ansieht, kann kein Zweifel daran bestehen, daß dieser Chris so etwas wie der erste feste Freund von Marion war.
Marion kann ihren Freundinnen auch von dem Sprachfehler berichtet haben. Die Kenntnis der Freundinnen darüber bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie selbst mit jenem Chris(sy) gesprochen haben. Außerdem bestehen für mich aus vorgenannten Gründen sehr wohl überaus starke Zweifel daran, dass dieser Chris der erste feste Freund von Marion war.
Höhenburg schrieb:Du kannst mir nicht erzählen, daß er den Mord an seiner Freundin nicht mitbekommen hat. Ich halte "Chris" oder wie auch immer sein Name sein mag, für wesentlich tatverdächtiger als die Insassen des Porsche und des VW.
Ich denke, Chris(sy) hat Kenntnis von dem Verbrechen erlangt. Sehr wahrscheinlich sogar, wenn er ohnehin Verbindung zu diesem Ort hatte. Allerdings erklärt sich sein gezeigtes Desinteresse (keine Meldung bei Polizei/Eltern) meiner persönlichen Meinung nach damit, dass er eben keine Beziehung mit Marion geführt hat. Sie hat ihn ein paar mal aufgesucht, man hat belanglos miteinander gequatscht und das war es dann. Warum sollte er sich da die Unannehmlichkeiten mit der Polizei antun, wenn er eh nichts zu berichten hat? Warum sollte er die Eltern aufsuchen, wenn er ja schon Marion nicht wirklich kannte? Er wollte einfach keinen Aufwand und Stress.
Der Porsche und der VW bleiben aber natürlich auch verdächtig. Sie waren am Abend des Geschehens am Tatort. Im Fall des Porsche wurde sogar angeblich eine Auseinandersetzung zw. Mann und Frau beobachtet.
Höhenburg schrieb:Die frühen Elfer hatten einen relativ kleinen Innenraum, aber immer noch groß genug, um Spaß zu haben, wenn auch mit teils akrobatischer Leistung verbunden. :-)
Wie man es nimmt. Der 911 hatte ja Sportsitze, die neben den störenden, erhöhten Seitenwangen noch nicht einmal in eine horizontale Liegeposition gekurbelt werden konnten. Das war dann schon ziemlich unbequem und akrobatisch.
Höhenburg schrieb:Springender Punkt ist hier, daß aufgrund der Raumbeschränkungen ein sich vergnügendes Pärchen von außen betrachtet sicher durch übertrieben und komisch wirkende Bewegungen auffällt.
Also ich vermute persönlich schon, dass man zwischen Auseinandersetzung/Rauferei und Liebesspiel durchaus unterscheiden kann. Aber okay. Die Frage lässt sich abschließend nicht beantworten.
HolzaugeSHK schrieb:Interessant finde ich die Formulierung Vergewaltigung.
Und weiter....
HolzaugeSHK schrieb:Wurde hier eindeutig eine Vergewaltigung medizinisch festgestellt?
Eine wirklich sehr gute Frage! Bislang wurde mMn sehr bewusst darauf verzichtet, von einer Vergewaltigung zu sprechen. Es wurde eben nur erwähnt, dass
aufgrund der halb entkleideten Leiche auf ein Sexualdelikt
geschlossen wurde.
HolzaugeSHK schrieb:Dies bedeutet, dass der Täter im Fall Marion Baier zum Tatzeitpunkt zwischen ca. 14-27 Jahren alt gewesen sein muss. Ergo bedeutet dies jedoch, dass der Täter im Mordfall Sonja Hurler zum Tatzeitpunkt entsprechend 22-35 Jahre alt war, sodass die Theorie mit den Jugendlichen, welche Sonja durch die Straße zerrten, nicht zutreffen kann.
Exakt davon gehe ich ja auch aus. Das ein Mädchen durch halbstarke Jugendliche durch die Straßen des Ortes gezerrt/geschubst wurde mag ja stimmen. Das stelle ich gar nicht in Frage. Aber wenn der Mörder von Marion auch für den Mord an Sonja (mit)verantwortlich ist, kann es nicht Sonja gewesen sein, die bei diesem Vorfall beobachtet wurde. Da passt das Alter einfach nicht.
Höhenburg schrieb:Der Anführer der Jugendlichen ist der Älteste und auch ein Stück älter als der Rest, so Mitte Zwanzig. Nachdem die Gruppe ihren "Spaß" mit dem Drangsalieren von Sonja hatte, lassen sie von ihr ab. Der Anführer entweder folgt Sonja, vergewaltigt und tötet sie später nahe Heiligkreuz oder die perfide Variante, er spielt sich als Retter auf und "vertreibt die Gruppe", begleitet Sonja und kurz vor dem Haus der Oma (Rudi sagte etwas von 200 Metern, glaube ich) zeigt er dann sein wahres Gesicht. Die Jugendlichen bringt er zum Stillhalten mit der Warnung, daß sie alle wegen Beihilfe zu Vergewaltigung und Mord dran wären, wenn sie reden.
Das ist eine sehr interessante und phantasievolle Spekulation, in meinen Augen jedoch fern jeder Realität. Eine Bande von Störenfrieden im geschätzten Alter zwischen 14 und 17, angeführt von einem Oberrocker von Mitte 20 (!), der nichts besseres zu tun hat, als am Wochenende mit seiner bartlosen Jugendbande Kinder zu drangsalieren und dann mit einem Kumpel aus der gemeingefährlichen Mopedrocker-Jugendgang kleine Mädchen zu vergewaltigen und zu töten. Tut mir Leid aber das klingt für mich völlig unrealistisch. Man hat darüber hinaus sämtliche zum Tatzeitpunkt dort wohnhafte Personen die in das Schema passen auch einem Massengentest unterzogen. Ohne Treffer. Außerdem sind bestimmt nicht alle die damals in dieser Randaleclique waren heute gestandene Hells Angels oder Bandidos, welche nicht mit EB sprechen. Da hätte man diesen ominösen "Anführer" sicherlich bereits identifiziert.
Höhenburg schrieb:Auch wäre es möglich, daß die sehr kriminelle Motorradbande darin verwickelt ist, denn wenn man vom Anführer ausgeht, waren die alle nicht so unmäßig alt. Und auf entfernung kann man die, wenn nicht in Motrradkluft gekleidet, nicht direkt von anderen Jugendlichen unterscheiden.
Natürlich kann man das. Wenn die Motorradführerscheine hatten, waren die schon 1973 um die 20. Also 1981 Ende 20. Da hält man die doch nicht für heranwachsende Jugendliche! Gerade Rocker aus den MCs betreiben doch Bodybuilding und sind für gewöhnlich keine "Hungerhaken". Warum sollten die 12-13 Jährige Mädchen öffentlich durch die Straße zerren? Mit Verlaub, das ist doch Unsinn.
Füchschen schrieb:Marion B.: Mord 1973/ Täter-DNA von 1 Täter
Sonja H.: Mord 1981/ Täter-DNA von 2 Tätern
So sieht es wohl aus. Es ist allerdings für mich zumindest nicht klar, um welche Art von Spur es sich gehandelt hat, aus der die DNA gewonnen werden konnte. Von daher sind für mich nicht zwingend auch zwei Täter für den Mord verantwortlich.