@Manatee Herzlich willkommen im Thread! Schön das du mitschreibst.
:Y:
Höhenburg schrieb:Wichtiger Punkt zum Thema Porsche. Laut Zeuge war es kein Kampf, sondern ein Raufen. Das ist ein wichtiger Unterschied. Denn trotz der beengten Verhältnisse der ersten 911er sind Techtelmachtel in dem Wagen absolut möglich und können sicherlich von außen als Rauferei wahrgenommen werden.
Früher wurde der Begriff "Rauferei" aus meiner Erinnerung heraus durchaus auch häufiger und mMn "globaler" angewandt, als es heute der Fall ist. Es bezeichnete eine körperliche Auseinandersetzung ohne Waffen. Im Gegensatz zu einer Schlägerei wurde dabei weitestgehend auf den Faustkampf verzichtet. Es ging darum, den Gegner festzuhalten ggf. zu Fall zu bringen oder in den berühmt/berüchtigten "Schwitzkasten" zu nehmen, damit die Kraftverhältnisse und "Rangordnung" geklärt sind. Es ging weniger um das Zufügen von Schmerz/Verletzungen, eher um Dominanz.
Ich wage deshalb vorsichtig zu bezweifeln, ob einvernehmlich ausgeübte, sexuelle Handlungen außerhalb von SM-Praktiken diesen falschen Eindruck einer körperlichen Auseinandersetzung bei einem Zeugen erwecken konnten. Möglich ist es freilich schon, wenn auch mMn recht unwahrscheinlich.
Höhenburg schrieb:Es wird von Ede und dem Polizeibeamten erwähnt, daß dieser Chris mehrfach, die Wortwahl impliziert auch mit Marion zusammen über einen längeren Zeitraum hinweg, gesehen wurde. Der äuffällige rote Motorradhelm beispielsweise stammt nicht aus einer Beschreibung von Marion, sondern von ihren Freunden, die die beiden gesehen haben.
Mit Betonung auf
"impliziert". Ich behaupte nicht, dass es jenen Chris(sy) nie gegeben hat. Aber das Marion Baier mit dieser Person ein romantisches Verhältnis hatte bezweifle ich schon. Das ist der entscheidende Unterschied. Für mich ist völlig unklar, woher ihn Marion kennen sollte und warum sie nur mit ihm "gesehen" wurde, aber sonst niemand mit ihm gesprochen hat, ihn zuordnen und identifizieren konnte. Zudem wurden scheinbar keine Beobachtungen gemacht, dass zwischen ihm und Marion Zärtlichkeiten ausgetauscht wurden, noch wurde bestätigt, dass beide ein Paar waren/eine -wie auch immer geartete- Beziehung hatten. Ich halte das alles ehrlich gesagt für völlig überbewertet.
Höhenburg schrieb:Ich finde es sehr bemerkenswert, daß dieser Chris nach dem Mord nie wieder im Unfeld der Familie Baier aufgetaucht ist und sich auch nie bei der Polizei gemeldet hat. Selbst wenn es für ihn nur eine flüchtige Liebelei gewesen wäre, wenn jemand deine Freundin abmurkst, wärst du nicht äußerst interessiert daran, daß der Mörder geschnappt wird?
Mich wundert das nicht, da es absolut zu meiner derzeitigen(!) Annahme passt, dass Marion und Chris(sy) überhaupt gar keine Beziehung hatten. Marion war dem zufolge nicht einmal ansatzweise seine Freundin. Vielleicht wusste er nicht einmal davon, dass Marion möglicherweise in ihn "verknallt" war und kannte sie nur flüchtig. Als er dann von diesem Mord erfuhr, mag er vielleicht betroffen gewesen sein. Aber was sollte er beitragen? Das er sie zufällig ein paar mal irgendwo getroffen und ein paar Worte mit ihr gewechselt hat? Das sie weder zu seinem Freundeskreis gehörte und schon gar nicht mit ihm "zusammen" war? Er hatte da nichts beizutragen, weil es möglicherweise nichts relevantes gab. Daher keine Meldung.
Höhenburg schrieb:Dieser Chris blieb immer auf Tauchstation und ich halte ihn für den wichtigsten Verdächtigen in diesem Fall. Dafür sprechen auch die Kampfspuren, die sich nur im Tatortbereich finden, Marion muß bis dorthin ruhig und ahnungslos gewesen sein. Was glaubt ihr, wo das eher der Fall ist? Bei einem Typen den sie kurz zuvor auf einem Fest kennengelernt und der gerade 4 Möglichkeiten sie zuhause abzusetzen umfahren hat? Wohl kaum! Oder in Gegenwart von Chris, der für einige Zeit bereits sowas wie ihrer erster fester Freund war?
Ich fürchte, ich kann dir in der Argumentation nicht ganz folgen. Was genau sagen die Kampfspuren denn aus? Sie befinden sich in/an der Baugrube, also dem Tatort. Klar, da lag Sand. Deshalb waren sie sichtbar. Wo sollten sie auch sonst sein? Auf der Straße wären Kampfspuren nicht sichtbar gewesen, solange kein Blut geflossen ist. Wo sollten also sonst noch Kampfspuren zu finden sein, hätte die Auseinandersetzung früher begonnen und Marion wäre nicht ruhig gewesen?
Retsiemfoh schrieb:Warum sollte er nicht bei einer Baugrube übergriffig werden, ich denke ihm war das egal.
Ganz so egal ist es nur, wenn er eh das Ziel verfolgte ohne Rücksicht auf Verluste das zu bekommen, was er von Marion will, egal ob sie damit einverstanden ist. Wenn sie ihm etwas bedeutet hätte und er mit ihr nur einen verliebt/romantischen Moment verbringen wollte, dann hätte er sie nicht in eine sandig-steinige Baugrube gebracht, in der man weder bequem sitzen, noch vernünftig/komfortabel kuscheln kann. Sprich -> Wenn er nur einen abgelegeneren Ort für einen sexuellen Übergriff (Vergewaltigung) gesucht hat, war er da ggf. richtig. Für einen romantischen Abend der ungeplant eskalierte, war er da mit ihr mMn falsch.
Retsiemfoh schrieb:Es würde mich interessieren ob diese 3 Frauen die sexuell belästigt wurden alle die gleiche oer eine ähnliche Täterbeschreibung abgegeben haben.
Das würde mich auch sehr stark interessieren. Ich hoffe, die EB können aus den Mitteilungen zu dem Fall eine heiße Spur generieren!
Höhenburg schrieb:Nimm es mir nicht krumm, aber in diesem Fall unterschätzt du die alten Zeiten völlig. Ich war in den Achtzigern und frühen Neunzigern ein Teenager und kann dir versichern, daß wir ob mit oder ohne Telefon, Verabredungen aller Art hinbekommen haben. :-) Und die Jungs und Mädels der 50er, 60er und 70er haben das auch geschafft.
Alles gut. Ich nehme da nichts krumm. Ob du es glaubst oder auch nicht, ich habe tatsächlich auch die 80er und 90er sehr bewusst miterlebt und es war auch meine Jugend. Deshalb kann ich nur dazu sagen, dass aus meiner persönlichen Erfahrung heraus Verabredungen entweder in der Schule getroffen wurden, man sich telefonisch verabredete (bei uns damals kein Problem, da so ziemlich alle ein Telefon hatten), oder indem man einfach spontan an der Haustür der Kameraden/Freunde klingelt bzw. bestimmte Treffpunkte aufsucht. Mehr Möglichkeiten gab es so nicht, wenn man sich nicht eh in einem Verein traf.
Das sehe ich hier aber nicht als gegeben an. Aus der Schule konnten sich Marion und Chris(sy) eigentlich nicht kennen. Sonst hätte man ihn identifizieren können. Telefon hatte Marion nicht. Das Chris(sy) spontan bei ihm oder er bei ihr an der Tür klingelte kann zwar sein, aber das wäre sicher irgendwie mal beobachtet worden z.B. durch Eltern, Geschwister etc. Über Treffpunkte wissen wir nichts. Aber diese waren ja oft durch einige Jugendliche gleichzeitig frequentiert, was ja Sinn der Sache war. Da hätte man ihn auch gekannt und identifizieren können. Über eine gemeinsame Mitgliedschaft in einem Verein ist auch nichts bekannt. Also wie sollte sie da mit ihm zusammengekommen sein?
Dancingfool schrieb:
Retsiemfoh schrieb:Es gibt immer Möglichkeiten sich irendwo kennenzulernen, und verabreden konnte man sich früher auch ohne Telefon oder Internet.
Natürlich, man kennt sich vom sehen, trifft sich auf dem Fest, tanzt zusammen, knutscht rum, tauscht die Telefonnummern aus.
Na eine Telefonnummer konnte sie ja eben nicht austauschen. Sie hatte kein Telefon. Außerdem ist man normalerweise nie ganz allein auf einem Fest. Da hätte man sie mal miteinander tanzen und knutschen gesehen. Ich halte es für ein Gerücht, dass sie mit jenem Chris(sy) zusammen war.
Dancingfool schrieb:Wenn ich an meine Mopedzeiten denke, habe ich mich im 20km Umkreis bewegt, selten mal weiter.
Der User
@sallomaeander ergänzt:
sallomaeander schrieb:Mich wundert, dass dieser "Chrissi" von niemandem erkannt bzw. benannt wurde - unter Mopedfahrern kannte man sich oft, traf sich, schraubte gemeinsam oder machte auch gemeinsame Ausfahrten.
sallomaeander schrieb:Wenn es ihn gab, muss er in der Szene bekannt gewesen sein.
Das sehe ich ganz genauso. Deshalb schließe ich daraus, dass jener Chris(sy) höchstens in Marions Phantasie eine Beziehung mit ihr hatte. Im wahren Laben hatten beide wahrscheinlich nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Natürlich können sich sich begegnet sein, sich gegrüßt und auch ein paar Worte miteinander gewechselt haben. Viel mehr war es aber meiner derzeitigen Auffassung nicht. Sonst hätte sich dieser Chris(sy) entweder gemeldet oder er wäre gemeldet worden. Das er -durch seine Familie/Freundes-/Bekanntenkreis gedeckt- einfach so untertaucht, ist derzeit für mich unrealistisch.
Dew schrieb:Gerade in der "Öffentlichkeit" eines solchen Festes kann ein Treffen mit Zufall erklärt werden, wenn ggfs. nicht gerade jeder davon erfahren sollte, dass M.B. mit "Chrissy" "ging".
Wenn man den Umstand denn überhaupt geheimhalten will/kann. Wenn sie schon ihren Freundinnen davon erzählt hat, hätte sie es genauso gut auch im Radio erzählen können. Erfahrungsgemäß weiß es ein paar Stunden später jede(r) in diesem Alter aus ihrem Umfeld.
Dew schrieb:
Dew schrieb am 22.01.2026:Sucht man auch nach Meldungen von Belästigungen, ( versuchten ) Vergewaltigungen? Oder Annäherungen, die ggfs. von anderen Festbesuchern unterbunden wurden? Ich mag mir gar keine Dunkelziffer vorstellen.
Slaterator schrieb am 22.01.2026:Das ist in der Tat eine ziemlich gruselige Vorstellung. Wenn es sich um einen Serientäter handelt, würde ich von weiteren, entweder ungeklärten oder nie aufgeklärten Taten unbekannten Umfangs ausgehen. Das ein solcher Täter nur zwei Taten begeht und dann nie wieder zur Tat schreitet, kann ich mir nicht wirklich vorstellen.
Das sind so die Momente, wo man sich über Bestätigung eigener Gedankengänge nicht freut.
Da hast du vollkommen Recht. Das ist ziemlich bitter.
Dew schrieb:Ich wünsche jedem Opfer von Straftaten Genesung, die Kraft, mit den Folgen klarzukommen und die Aufklärung der Fälle, natürlich auch insofern sie vielleicht nichts mit dem vorliegenden zu tun haben. Möge es ihnen helfen, darüber zu einer Art Abschluss mit diesen Erlebnissen zu kommen, soweit das überhaupt möglich ist.
Dem möchte ich mich absolut anschließen.
Dew schrieb:Das kann sein. Ich erinnere mich an zwei Bekannte, die sich wenn sie "auf Tour" waren, den Mädels als "Detlev Plane und Peter Spriegel" vorstellten.
Das waren Fernfahrer richtig?
:D
Nala-Nyna schrieb:Da bin ich wohl im guten Glauben davon ausgegangen, dass man doch in den lezten Jahren ein paar Leute aquiriert hat, die mögliche DNA aus alten Fällen von Aservaten nehmen, untersuchen lassen und einpflegen.
Der Aufwand alle Asservate ungeklärter Kapitaldelikte unabhängig einer aktuellen Fallbearbeitung akribisch nach DNA zu untersuchen wäre zu kosten-/zeit- und personalaufwändig. dazu stehen weder die nötigen Ressourcen (Monetär/Personell), noch der politische Wille zur Verfügung. Es wäre schön und wünschenswert, derzeit in Deutschland aber eine Utopie.
Gildonus schrieb:Immerhin gibt es die Hoffnung das der Täter tatsächlich "nur" zweimal zugeschlagen hat.
Hätte er "nur" zweimal zugeschlagen, wäre das schlimm genug. Aber ich persönlich befürchte, es waren mehr Delikte.