Hallo
@GrafOskar ! Danke für die Luftbilder, die sind nicht unwichtig! Eine der heutigen Durchfahrtsstraßen existierte in dieser Form damals offenbar noch nicht. Das heißt, falls ein fahrbarer Untersatz eine Rolle spielte, muß er direkt an Marions Zuhause vorbeigekommen sein, außer eine Zickzackfahrt durch schmale Gassen, was ich für unwahrscheinlich halte.
Selbst zu Fuß gibt es nur wenig andere Möglichkeiten. Ich glaube nicht an eine Zufallsbekanntschaft.
Slaterator schrieb:Wenn sie zwischen 16 und 18 sind, ist ein Mädchen von 11-12 Jahren quasi noch ein Kind. Auch wenn sie in der Außenwirkung älter erscheinen mag. Eine Liebesbeziehung ist ziemlich problematisch. Das war in 1973 so, ist es heute auch noch. Die Eltern sind damit sicher nicht einverstanden, für die Freunde/Kollegen ist es eher eine kleine Schwester und keine Freundin, da sie minderjährig und sogar unter 16 ist, kann man mit ihr nicht in die Disco, nicht in den Urlaub, nicht einmal in Kinofilme die ab 16 sind. Sie kann nicht an Mopeds schrauben.... Also warum sollte ein Chris(sy) mit so einem Mädel ernsthaft zusammenkommen wollen? Auch Sex ist da ein sehr schwieriges Thema. Für mich ist ein 16-18 Jahre alter Chris(sy) als erster, fester Freund ehrlich gesagt unrealistisch.
Hallo
@Slaterator! Nimm´s mir nicht übel, aber Du unterschätzt hier im Fall mehrere Dinge, nicht nur die Altersfrage. Marion muß, nach allem was wir wissen, für ihr Alter (12, fast 13) geistig relativ, ich sage relativ. erwachsen gewesen sein, denn sie wurde durch die Bank von Außenstehenden für 16-17 gehalten. Das kann nicht nur am Aussehen gelegen haben.
Damit fallen viele deiner Vorbehalte flach, denn in den siebziger und achtziger Jahren wurden viele Alterskontrollen sehr lasch gehandhabt, solange man nicht über die Stränge schlug und gewisse feste Sperrzeiten einhielt. Um bei einem deiner Beispiele zu bleiben, niemand hätte Chris und Marion vom Besuch eines Films ab 16 abgehalten.
Aber der wichtigste Punkt von allen ist der, daß Du eine Sache nicht auf dem Schirm hast: Wenn "Chris", wie ich spekuliere, der Täter wäre, dann hätte er sicherlich pädophile Neigungen, denn wie
@Gildonus ja auch erwähnt hat, war Sonja Hurler ebenfalls erst 13.
Ich habe die Theorie, daß die arme Marion das erste Opfer, die Initialzündung, war und der Täter deswegen viel näher und über einen längeren Zeitraum an ihr "drangeblieben"ist. Dafür spräche auch die plötzliche Eskalation. Wie erwähnt, denke ich, der Täter wollte dann nach einiger Zeit mehr als nur Knutschen und Fummeln und als Marion nicht wollte, hat er sie umgebracht.
Slaterator schrieb:Wenn es überhaupt 2-3 gab. Aber das heißt ja nichts. Nur weil es ein sehr seltenes Fahrzeug sein mag heißt das ja nicht, dass es deshalb nicht in ein Verbrechen verwickelt sein kann. Schon gar nicht, wenn sich das Verbrechen ggf. spontan ergab. Nur weil möglicherweise der VW Käfer zu dieser Zeit das weit verbreitetste Fahrzeug in Deutschland gewesen sein mag, muss der Täter ja keinen Käfer gefahren haben. Das ist kein echtes Argument.
Der Punkt ist folgender: Dieser auffällige Porsche hätte Autofans rund ums Fischerfest ins Auge fallen müssen, daß war ein absoluter Traumwagen seiner Zeit. Es gab aber, so sieht es zumindest aus, bis heute keine Meldungen zu dem Fahtzeug außer dieser einen Sichtung in der Nacht. Das passt überhaupt nicht zu einem Besuch des Fischerfestes seiner Insassen.
Zweiter Punkt. Ein dermaßen ausgefallenes Fahrzeug war selbst mit den Mitteln der 70er zu finden, denn die Polizei mußte sich nicht durch zehntausende gleichartige Autos durchbuddeln. Ich glaube, die Ermittler haben relativ rasch herausfinden können, wer einen solchen Porsche im Raum Nürnberg sein eigen nannte, selbst wenn sie nur nach gelben Targas gesucht hätten, wären das auch nicht dermaßen viel mehr "Hausbesuche" gewesen. Ebenso glaube ich, daß die Polizei inzwischen weiß, ob damals tatsächlich ein Targa mit streitender Besatzung am Hainweg gestanden hat oder ob es nur eine erfundene Geschichte war.
Slaterator schrieb:Der Melder der Porschesichtung ist unterwegs zu seiner Kaserne als er die Sichtung macht und sollte den Behörden daher namentlich bekannt sein. Darüber hinaus dürfte sein Verbleib in den Stunden zuvor geklärt sein. Der ist mit absoluter Sicherheit nicht Chris(sy). Zumal er auch über 18 ist.
Chris kann durchaus schon 18 gewesen sein, ist auch in seiner Beschreibung erwähnt. Namentliche Bekanntheit ist völlig belanglos, solange wir nicht sicher sagen können, ob "Chris" die Kurzform seines wirklichen Namens war oder nur ein Spitzname. Verbleib in den Stunden zuvor war in den 70er Jahren viel schwieriger genau zu rekonstruieren als heute.
Selbst wenn sie erkannt hätten, daß der Melder "Chris" wäre und kein gutes Alibi verweisen könnte, müßten sie ihm die Tat oder Tatbeteiligung erst nachweisen. Und mit den Möglichkeiten der damaligen Zeit war da nicht viel mehr drin als was sie letztlich fanden.
Die heutigen Ermittler geben die Wahrscheinlichkeit den Fall doch noch zu klären mit 80-90% an. Für eine so hohe Wahrscheinlichkeit müssen sie einen bestimmten TV im Auge haben, mit einer amorphen Masse an Verdächtigen wäre keine so hohe Wahrscheinlichkeit machbar. Und ich halte den großen (bislang uns) Unbekannten für sehr unwahrscheinlich.