Ahn-Dung schrieb:Daraus darf man dann schließen, dass es auch nach der Obduktion keine körperlichen Anzeichen für eine Vergewaltigung gegeben hatte.
Der Einschätzung schließe ich mich grundsätzlich an, denn sonst legen sich die EB erfahrungsgemäß in so einer Frage fest, sofern eine Vergewaltigung auch medizinisch festgestellt wurde. Das ist im Normalfall möglich, wenn das Opfer -so wie hier- recht zeitnah zum Geschehen gefunden wird und der Körper nicht zerstört wurde. Aber es wäre natürlich auch ein Missbrauch wenn es andere, nicht nachweisbare, jedoch erzwungene Handlungen gegeben hätte oder der Versuch dazu unternommen wurde. Wie dem auch sei, generell wirft die Obduktion mMn mehr Fragen auf, als sie klärt. Trotzdem wurden aber im Filmbeitrag einige Sachverhalte gezeigt, die mit einem Todeszeitpunkt kurz nach der letzten bestätigten Sichtung Kollidieren würden. Das ist irritierend. Da bin ich mit dem User
@HolzaugeSHK einer Meinung.
Tatsächlich gibt eine zwar sehr spekulative, aber mögliche Erklärung, wie die Fahrzeugsichtungen mit Marion in Verbindung stehen könnten, die wir bislang hier im Thread aber noch nicht beleuchtet haben.
Ich hatte mal geschrieben, dass wir (anhand der bekannten/veröffentlichten Informationen) nicht wissen, wo sich Marion zwischen ca. 19 und ca. 20 Uhr und dann später aufgehalten hat. Erst mit dem Fund ihrer Leiche endet die Unwissenheit.
Nehmen wir jetzt mal an, der Täter hätte Marion auf oder direkt am Fest getroffen und in seinem Fahrzeug mitgenommen. Dann würde das erklären, dass Marion nicht mehr auf dem Heimweg beobachtet wurde. Wir wissen allerdings nicht, wohin er Marion verbrachte. Vielleicht verbrachte er sie ja auch zunächst an einen anderen Ort. Entweder unter Zwang (Marion wehrte sich da noch nicht aus Angst und hoffte vielleicht noch freigelassen zu werden wenn sie kooperiert) oder freiwillig, weil ihr der Täter bekannt war. An diesem anderen Ort verging er sich an ihr oder er versuchte es zumindest. Er hielt sie in dem Fall also über einige Stunden fest. Erst dann versprach er Marion, sie vielleicht heim zu fahren. Als Marion merkte das sie tatsächlich aber nicht dorthin gefahren wurde, startete sie einen verzweifelt Fluchtversuch, der ihr schließlich misslang. In dem Fall könnten beide Fahrzeugsichtungen erklärt werden. Je nachdem wie lange der Täter Marion an diesem anderen Ort festhielt, kommen entweder der VW oder der Porsche in Frage.
dergärtner01 schrieb:Ich konnte den Quellen nicht entnehmen wo genau Marion von Ihrer Freundin auf dem Fest zuletzt gesehen wurde
Jene Freundin mit der Marion erstmalig das Fest besuchte sieht Marion letztmalig gegen 19 Uhr vor dem Festzelt, wo gerade der Streit zwischen den Jugendlichen deeskaliert worden war. Unter der Angabe das sie nun zu ihrer Oma gehen würde, verließ sie scheinbar das Fest, es gibt keine weiteren Sichtung, ihre Oma besuchte sie nicht. Gegen 20 Uhr wird sie dann vor dem Eingang des Festzeltes von einer anderen Freundin/Mitschülerin/Bekannten gesehen, die eben jenes mit ihren Eltern für den Heimweg verlässt und mit ihr kurz spricht. Im Filmbeitrag begibt sich Marion dann anschließend in das Zelt. Ab diesem Zeitpunkt gibt es bis zum Leichenfund keine gesicherte Sichtung mehr.
Dew schrieb:Es kann also so gewesen sein, dass sie entweder wusste, dass sich die zweite Person auf dem Fest aufhalten würde und sie diese dort überraschen wollte oder es eine Verabredung gab, die allerdings einen etwas weiter gesteckten Zeitrahmen hatte.
"Gezielte Verabredung" muss also nicht mit "geplanter Tat" ( Vergewaltigung und anschließender Verdeckungsmord ) einhergehen.
An dieser Stelle würde ich differenzieren wollen, welche Personen denn da überhaupt in Frage kommen. Da ist Chris(sy) ihr mutmaßlicher Schwarm, mit dem sie zuvor wohl unter unklaren Umständen ein paar zusammengetroffen ist, wobei man auch nicht weiß, ob in Gemeinschaft oder allein und wie lange. Gegen ihn spricht für mich, dass er trotz sehr detaillierter Beschreibung mit Merkmalen die den Personenkreis in denen er zu finden sein müsste, deutlich einschränken nie identifiziert, gefunden und befragt werden konnte. Wäre er tatsächlich zu jenem Zeitpunkt mit Marion in einer Liebesbeziehung also offiziell zusammen gewesen, hätten das die Freunde von Marion und/oder auch die Freunde von jenem Chris(sy) gewusst. Sie wurden ja auch gemeinsam beobachtet. Wieso sollte die Polizei dann nicht herausfinden wer ist?
Doch nehmen wir weiter an, es war so und sie waren ein Paar. Dann hätte er wissen können oder sogar müssen, dass Marion zwar älter wirkt als sie ist, jedoch noch keine nennenswerte "Erfahrung" mit Jungs/Männern gehabt haben konnte. Wenn er also mit ihr hätte schlafen wollen, konnte er sich denken, dass Marion sicherlich keine Lust hat, ihr berühmtes "erstes Mal" in einer zugigen, versandeten und steinigen Baugrube, einem aufgebrochenen, ungemütlichen Bauwagen an einem Sonntag Abend nach 20 Uhr zu haben, wenn sie am nächsten Tag Schule hat. Da wäre jede andere Gelegenheit, Zeitpunkt und Ort besser geeignet gewesen. Ergo hatte er mMn entweder an dem Abend den Vorsatz auch gegen ihren Willen zu erpressen, was er wollte. Ist das realistisch? Er hatte keine Waffe dabei. Es kann also nur spontan passiert sein. Aber genau das hätte er doch als ihr Freund wissen und erwarten müssen, dass sie da nicht freiwillig mitmacht. Das passt nicht. Wie kommt er mit ihr dort hin? Mit dem Moped? Jeder weiß, dass man auf dem Moped normalerweise keinen Doppelsitz hat. Warum wird sie dann nicht gesehen? So ein Moped ist laut, ein Pärchen darauf auffällig. Für mich passt das so nicht.
Vielleicht waren sie ja verabredet oder sie wollte ihn überraschen. Aber dann war er entweder eben nicht da oder hat sie versetzt. Eine Verabredung zum gemeinsamen Feiern/Kuscheln nach 20 Uhr am Sonntag, wo das Fest wahrscheinlich eh nur bis 21 Uhr geöffnet war, erschließt sich mir auch nicht wirklich.
Und wie taucht er dann nach der Tat anschließend unter? Färbt er sich die Haare, ändert den Namen, verkauft sein Moped? Wie soll das gehen? Er war mutmaßlich noch nicht allein mit eigener Wohnung und Beruf, sonst hätte er sich besser dort mit Marion zum kuscheln getroffen. Er wohnte wahrscheinlich noch bei den Eltern. Der Mord war Stadtgespräch. Warum hat ihn da nie jemand gemeldet und gesagt wo Chris(sy) zu finden ist?
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Kommen wir zu Mister X. Das jener Mr. X. mit Marion bekannt sein könnte finde ich auch plausibel. Zumindest vom sehen her. Vielleicht ein Kollege des Vaters, ein Nachbar, der hiesige Versicherungsvertreter oder der Außendienstler Playboy mit dem Porsche, der schonmal von den Mädels an der Eisdiele gesehen wurde. Vielleicht aber auch ein Offizier der US-Army, der Marion auf dem Fest sah und dann am Festgelände ansprach ob sie kurz helfen könne, da er sich nicht auskennt. Vielleicht setzt sie sich kurz ins Auto um ihm etwas auf der Landkarte zu zeigen?! Schon haben wir den Salat. Er übt Zwang aus und schon ist sie geräuschlos in seiner Gewalt. Ob er sie nun kennt oder nicht, er sich vielleicht mit amerikanischem Akzent als Soldat vorstellt der sich verfahren hat und sagt das sie im Dorf schonmal gesehen hat...Man weiß es nicht. Aber damit wäre Marion ein spontanes Opfer. Wenn er sie persönlich kennt, dann eher nicht eine Verabredung. Er muss wesentlich älter gewesen sein, wenn er einen Führerschein hatte. Warum sollte sich Marion mit ihm dort verabreden? Ich denke er bot Marion nur an sie eben mitzunehmen und entschied sich spontan ihr etwas anzutun. Das sie einstieg ist plausibel. Es sparte rund 20 Minuten Fußweg und sie kannte ihn ja vielleicht grob. Also möglich. Für mich auch wahrscheinlicher als Chris(sy).
Dew schrieb:Wenn der Täter einvernehmlich bekommen hätte, was er wollte, wäre womöglich gar nicht mehr passiert.
Wie ich schon weiter oben geschrieben habe. Wenn er mit Marion eine frische Liebesbeziehung hat, er weiß das sie absolut unerfahren und 12 Jahre alt ist, wie kommt er darauf, dass er ausgerechnet an diesem Abend, zu dieser Uhrzeit und dann auch noch auf einer dreckigen Baustelle genau das was er will (nämlich GV), einvernehmlich bekommt? Also entweder hatte er bereits den Vorsatz sie zu vergewaltigen (wobei mich dann wundert, warum er keine Waffe z.B. Messer etc. mitführte um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen) oder er war selten dämlich.
Dew schrieb:Die Wahrscheinlichkeit, dass sich M.B. auf der Suche nach ihrem Kontakt zwei Mal auf das Fest begab und sie dann von einem bis dahin unbeteiligten Dritten entdeckt und aufgegriffen wurde, ist zwar gegeben, m. E. aber geringer als das von mir dargestellte Szenario.
Wir wissen ja nicht einmal wo sie zwischen 19 und 20 Uhr war. Vielleicht war sie ja nie wirklich vom Fest weg und wollte nur die erste Freundin loswerden, weil sie mit den rockigen Jungs vom Biertisch im Zelt noch etwas flirten wollte?! Auch da könnte jener Mr. X zu finden sein. Und wenn man sich sympathisch ist, vielleicht hat er sie mitgenommen und seine "Chance" genutzt übergriffig zu werden.
Dew schrieb:Im unterschiedlichen Nachtatverhalten sehe ich eine Entwicklung des Täters. Vorher keine Anbahnung mehr nötig, nachher geplanteres Verstecken des Opfers.
In dem Zusammenhang wäre interessant was jene neuen Zeuginnen aussagten, die sich nach der aktuellen Sendung von AZ Xy bei den EB meldeten. Hat sich der Täter auch an jenen vergangen, sie aber -warum auch immer- nicht getötet? Warum tat er das dann bei Sonja Hurler erst wieder? Wenn diese Frauen nicht seine Opfer wurden, was machte der Täter in den 8 Jahren bis zu seinem neuen Verbrechen? Warum lauerte er Sonja an dem Abend auf und wo? Gewagte These: Gesetzt den Fall, er wäre schon bei Marion Beier der Biertisch-Nachbar und ihr Mörder gewesen, hätte damals schon Affinität zu Leder und MC gehabt, vielleicht war er dann tatsächlich in diesem MC zu finden an jenem Abend und sah Sonja vorbeilaufen. Spontan entschied er sich dann zur Tat. Das Sonja Hurler von ihm und anderen durch die Straßen gezerrt wurde, glaube ich ohnehin nicht.
Höhenburg schrieb:Ich halte es für absurd zu glauben, Marion hätte für eine Saufbekanntschaft ein Donnerwetter und Hausarrest riskiert.
Ich finde es absurd anzunehmen:
Höhenburg schrieb:Der Porsche ist entweder reine Erfindung (um von sich abzulenken), ein unbeteiligtes Pärchen oder selbst das ist ziemlich weit hergeholt, Marion im Kampf mit einem Bekannten.
Das ein an der Tat völlig unbeteiligtes Pärchen Sex oder Streit in einem auf der Gegenseite stehenden, super engen Porsche 911 mit voller, eingeschalteter Beleuchtung (min. Zündung, ggf. Motor) und Innenbeleuchtung hat, während rein zufällig in unmittelbarer Nähe die tote Marion daneben liegt ist doch komplett abwegig. Noch abwegiger ist es anzunehmen, dass der 14-17 Jährige Moped-Chris(sy), blond mit langfen Harren und Sprachfehler an diesem Abend plötzlich zu einem gestandenen Bundeswehrsoldaten mit anderem "echten" Namen mutiert, der sich freiwillig bei der Polizei meldet, um einen super seltenen Porsche nebst streitendem/liebendem Paar darin erfindet, damit die EB einer Trugspur nachgehen und er von sich ablenkt. Die Gefahr bei dieser Aktion selbst als der Bekannte von Marion identifiziert zu werden ist doch viel zu hoch!
Höhenburg schrieb:Marions Heimweg war ziemlich kurz, komplett entlang bewohnter Straßen. Ein "Abgreifen" unterwegs wäre sicherlich aufgefallen und auch garantiert nicht lautlos gewesen. Mehr noch, es war Festwochenende und die Hauptstraßen um diese Zeit sicher belebter als sonst.
Wieso ordnest du das als "ziemlich kurz" ein? 2 Km sind fußläufig (wenn man nicht rennt) je nach Tempo und Schrittlänge meiner Meinung nach in etwa 18-25 Minuten zu schaffen. Das ist keine Weltreise. Bei Sonja Hurler war der Weg über 3x so weit. Aber trotzdem sind 18-25 Minuten kein Steinwurf oder Sichtweite. In der Zeit kann auf der Strecke durchaus viel passieren. Auch das man freiwillig mitgenommen oder auch unfreiwillig abgegriffen wird.
Höhenburg schrieb:A)(...) Wer hält da nicht an und fragt durchs Fenster (damit man nicht ausstegen muß wegen möglicher Autofalle) ob sie noch ganz knusper sind?
Ich wette die Mehrzahl all derer die dort vorbeikommen. Es ist doch allgemein bekannt, wie viele Menschen sich in scheinbar eindeutigen Gefahrenlagen eben nicht einmischen bzw. helfen und einfach weiterfahren. Deswegen gibt es doch diesen dämlichen Xy-Preis. Um das was selbstverständlich sein sollte zu belohnen weil es viel zu wenige Menschen tun. Von daher nichts ungewöhnliches.
Höhenburg schrieb:So ein Wagen war auch mit den Mitteln der 70er ermittelbar. Damals wie heute gab es Porsche nicht wie Sand am Meer, sowas ließ sich schon früher besser verfolgen als z.B. die Millionen an Käfern.
Möglicherweise befand sich das Fahrzeug da ja schon im Ausland. Vielleicht war er da schon abgemeldet/verkauft etc. Schwer zu sagen. Chris(sy) wurde trotz seltener Merkmale und klaren Eingrenzungsmöglichkeiten ja auch nicht gefunden.