@Nala-Nyna @cjelli @Gildonus @Manatee @maxi4711 Herzlich willkommen in diesem Thread! Freut mich das ihr mitschreibt.
-Dandelion- schrieb:Musikkapelle jedoch würde ich in den Fokus nehmen.
Entweder, dass befreundete Kapellen gegenseitig bei Festivitäten gespielt haben .... oder dass jemand, der in einer Musikkapelle gespielt hat, entsprechend umgezogen ist und vorher wie nachher in einer gespielt hat?
Selbiges für Freiwillige Feuerwehr.
Weiterhin:
-Dandelion- schrieb:Du hast recht, klassische Schausteller im Sinne von Fahrgeschäften gab es weder früher noch heute beim Kemptener Stadtfest.
Der User
@inkaspesbach ergänzt:
inkaspesbach schrieb:Das mit den Schaustellern ist eine ganz kalte Spur ohne Schausteller. Auch beim ersten Fischerfest 1973 gab es keine Fahrgeschäfte oder von weit angereiste Essensstände. Der Fokus lag damals wie heute auf den lokalen Fischspezialitäten. Daher auch der Name "Fischerfest".
Wenn dem so ist, käme ja nur eine Person in Frage, die aus hauptberuflichen und/oder privaten Gründen einen Bezug zu beiden Orten, ggf. sogar noch zu anderen Orten in der Region oder dem Großraum hatte. Dies führt natürlich zu einer schrecklichen Vorstellung, die
@Dew hier schon einbrachte. Wenn der Täter nämlich mobil viel unterwegs war, könnte er theoretisch auch an anderen Orten Delikte begangen haben, die zum jetzigen Zeitpunkt nur noch nicht mit diesen beiden hier vorliegenden Morden an Marion Baier und Sonja Hurler in Zusammenhang gebracht wurden.
Der User
@Mantua schreibt:
Mantua schrieb:Also muss es schon eine Art digitale Datenbank für Cold Cases für die EB geben, das ist sehr beruhigend. Oft liest man ja, dass Akten in manchen Fällen noch ausschließlich analog vorliegen.
Auch wenn diese mögliche Datenbank existieren mag heißt das beileibe nicht, dass dort alle Akten bereits eingescannt wurden. Spätestens wenn dann auch Taten in anderen Bundesländern in Frage kommen sollten, wird es noch schwieriger, da Polizei Ländersache ist und wahrscheinlich nicht jede EB über eine entsprechende Datenbank verfügt, bzw. der Stand der Digitalisierung unterschiedlich sein wird.
Was die von
@-Dandelion- eingebrachte, mögliche Zugehörigkeit zu einer Kapelle angeht, die auf beiden Festen gespielt haben könnte, so ist bei 250km zwischen den Tatorten und so einem Zeitabstand die Wahrscheinlichkeit dafür meiner persönlichen Meinung nach eher gering. Gerade bei Dorffesten wird da meistens auf lokale Kapellen zurückgegriffen, die es zu der Zeit sicher fast überall gab. Dazu kommt, dass solche Blaskapellen oftmals in lokaler Tracht auftraten und sich vieler bekannter vor Ort erfreuten. Da wäre es sicher aufgefallen, wenn einer der Mitglieder einer solchen Kapelle Marion im Bierzelt getroffen und dann mit ihr das Fest verlassen hätte. Da ist es für mich wahrscheinlicher, dass sie nicht auf dem Fest, sondern auf dem Weg nach hause aufgegriffen wurde.
Dew schrieb:Dazu kommt der zeitliche Abstand. Beide Faktoren zusammen machen eine Verunreinigung extrem unwahrscheinlich. Trotzdem hoffe ich, dass man diese Möglichkeit auch untersucht und tatsächlich aktiv ausgeschlossen hat.
Ja richtig. Das denke ich auch. Die Wahrscheinlichkeit für eine Verunreinigung der Asservate durch eine "Nichttäter-DNA" in beiden Fällen dürfte äußerst gering sein.
Dew schrieb:Absolut. Der Gedankengang funktioniert nur in eine Richtung. Ein jugendlicher "Chrissy", 1973 im Mopedalter, käme in beiden Fällen in Frage. Wie ist "einige Jugendliche" zu verstehen? Würde da ein junger Mann, 24-25 Jahre, noch reinpassen? Vielleicht noch gerade so.
Ich bezweifle sehr stark, dass ein erwachsener Täter von 24-25 Jahren in so einer Gruppe von "halbstarken" Jugendlichen im Alter von 14-16 Jahren unterwegs ist und dann ohne die anderen "Gruppenmitglieder" sexuellen Missbrauch und Mord begeht, ohne das diese davon etwas mitbekommen oder wissen. Dazu kommt, dass die Leiche mutmaßlich mit dem Auto zu ihrem endgültigen Versteck gebracht wurde. Das passt für mich alles nicht zusammen. Ich persönlich glaube, dass die Sache mit den Jugendlichen zwar so geschehen sein mag, jedoch nichts mit den Mordfällen Baier/Hurler zu tun hat.
Dew schrieb:Weiß übrigens jemand, was aus dem Porsche geworden ist? Dass der so lange unbenutzt rumgestanden haben soll, finde ich seltsam.
Wie dem auch sei und abgesehen davon, dass ein GI wahrscheinlich schon längst wieder in den USA gewesen wäre, in "einige Jugendliche" hätten die nicht reingepasst.
Das sehe ich auch so. In meinem Bundesland (NRW) war die brittische Besatzungszone und die Streitkräfte die länger blieben/stationiert waren, wohnten außerhalb der Kaserne und waren größtenteils Offiziere mit Familie vor Ort. Ein solcher Soldat passt da überhaupt nicht in das Szenario. Egal ob nun GB oder USA Staatsangehörigkeit.
Füchschen schrieb:Dass der Mörder den Christophorus-Anhänger beim
Kampf aus seiner Geldbörse verliert, halte ich für unwahrscheinlich.
Da schließe ich mich an. Allerdings kann er die Medaille auch lose in der Tasche gehabt haben. Vielleicht war es Zufall, weil er sie gerade erst irgendwo mitgenommen hat. Alles möglich.
Dew schrieb:Den Christophorus als Amulett gab und gibt es übrigens nicht nur in Bayern, den habe ich schon in ganz Deutschland an Hälsen, Handgelenken, Reissverschlussenden, Schlüsselbunden, Schaltknäufen, Armaturenbrettern, Rückspiegeln usw. gesehen.
Auch das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Diese Medaillen/Anhänger/Amulette gab es in vielen Ausführungen und Größen, unterschiedlichen Materialien und waren auch bei uns sehr verbreitet. Ich habe diese Medaillen für die Anbringung am Armaturenbrett, dem Innenspiegel, Schlüsselbund, Kette etc. damals sogar in Baumärkten beim Autozubehör, in entsprechenden Fachmärkten usw. gesehen. Die waren also tatsächlich mal "in".
Nala-Nyna schrieb:Es gibt für mich fast keinen Hebelpunkt. Entweder sie fiel einem Täter aus Zufall in die Hände, oder ein Date mit ihrem Schwarm lief aus dem Ruder. (Der übrigens tatsächlich nicht gefunden wurde - trotz Personenbeschreibung und Sprachfehler. Dabei fand die Tat nicht grade in einer Metropole statt.)
Das ein Date aus dem Ruder lief kann natürlich sein. Aber da stört mich die Fundörtlichkeit, die ja auch der Tatort ist. Da gab es nichts außer Brachland, Baugruben, Sand und Steine. Wer geht dort hin um sich ggf. näher zu kommen? Im Bausand der Baugruppe zu hocken halte ich persönlich für einen zutiefst unromantischen und ungeeigneten Ort.
Das jener "Chris(sy)" nicht gefunden wurde ist allerdings tatsächlich sehr seltsam. Denn seine Beschreibung ist -gerade für den ländlicheren Raum- ziemlich präzise. Auch die Fahrer der beobachteten Fahrzeuge hätten sich melden oder selbst gemeldet werden können. Auch das geschah nie.
Dew schrieb:Das können natürlich Zufälle sein aber bei einer Anhäufung von Auffälligkeiten bei "bürgerlichen Familien" stellen sich immer meine Ohren leicht auf.
Bei den alten Filmfällen von "xy" sollte man immer auch den zur Zeit der Verfilmung gerade herrschenden Zeitgeist im Hinterkopf haben. Manche Sachverhalte wurden verklausuliert oder eben gar nicht dargestellt.
Du hast Recht, dass man die Filmbeiträge von Aktenzeichen XY ungelöst nie en Detail für korrekt halten sollte. Vieles wird bewusst dramatisiert, Dialoge verändert oder eingebaut um Personen zu schützen und/oder positiv darzustellen. Alles natürlich auch im Rahmen des jeweils vorherrschenden Zeitgeistes natürlich. Man darf nicht vergessen, dass Sinn und Zweck der Sendung ist, Zeugen/Mitwisser zu akquirieren und/oder Täter zur Aufgabe zu bewegen.
GrafOskar schrieb:Trotzdem, bei Cold Cases aus den 80er Jahren und früher sind die gewonnenen DNA-Profile mit Vorsicht zu geniessen, allein schon wegen dem relativ sorglosen Umgang in diesen Jahren mit dem jeweiligen Beweismaterial. Ich denke also man kann zwei völlig unabhängige Täter noch nicht definitiv ausschliessen.
Da bin ich absolut bei dir. Im hier vorliegenden Fall verhält es sich jedoch so, dass ein DNA Spur-Spur-Treffer in zwei 250km von einander entfernten Orten und der Zuständigkeit von zwei verschiedenen EB mit einem Abstand von 8 Jahren an den Asservaten festgestellt wurde. Eine Kontamination z.B. durch ein und denselben Mitarbeiter der Spurensicherung oder eines Labors halte ich daher für sehr unwahrscheinlich, wenn auch theoretisch möglich.
Dew schrieb:Lag S.H.´s Mutter zum Tatzeitpunkt bereits im Krankenhaus oder erst zu einem späteren Zeitpunkt, als dieser Satz geschrieben wurde?
Wollte die Mutter mit ihr wörtlich "bei Großmutter im Haus" oder einfach "im Haus der Großmutter" übernachten?
So wie ich es verstanden habe, lag die Großmutter zum Tatzeitpunkt im Krankenhaus auf dem Sterbebett. Die Mutter verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen Schlüssel zum Haus der Oma, welches zu diesem Zeitpunkt durch den Krankenhausaufenthalt der Oma unbewohnt war und sich daher als kostenloses "Ausweichquartier" für Mutter und Tochter eignete.