Höhenburg schrieb:Du weißt, daß die Gemeinden Oberasbach und Zirndorf um 1970 jeweils schon 13.000 Einwohner hatten, die nicht weit entfernten Kleinstädte Stein und Roßtal jeweils um die 9000? Du scheinst dir vorzustellen, daß Oberasbach ein verträumtes Kuhkaff im Nürnberger Speckgürtel war/ist. Zirndorf (Kreisstadt) und Oberasbach waren schon damals praktisch zusammengewachsen, mit addiert rund 26.000 Einwohnern
Höhenburg schrieb:Ich finde es nicht verblüffend, daß Chris bei diesen Einwohnerzahlen einst untergetaucht bleiben konnte.
Ja und? Meine Geburtsstadt ist eine Großstadt, die heute um die 300000 Einwohner hat. Ich bin in einem ruhigen, eher ländlich geprägten Stadtteil am Rand aufgewachsen. Doch auch in den frühen 80ern hat die hiesige Polizei im gesamten Stadtbereich dort sehr effektiv gefahndet und auch entsprechende Fahndungserfolge verbuchen können, sogar Morde sehr schnell aufgeklärt. 26000 Einwohner sind jedenfalls mMn keine logische Erklärung, warum eine so eindeutig beschriebene Person nie identifiziert werden konnte und willentlich abgetaucht sein muss.
Das klingt ja so, als hätten die EB dort lediglich den Verkehr geregelt und Parksünder überführt. Ich gehe schon davon aus, dass die EB auch schon 1973 weit kompetenter waren und dieser Chris(sy) nur deshalb nicht gefunden wurde, weil er entweder falsch beschrieben wurde oder gar nicht dort gelebt hat. Vielleicht hat es ihn irgendwo gegeben. Aber es spricht mMn derzeit viel dafür, dass er nie mit Marion -im Sinne einer Liebesbeziehung- zusammen war.
Gildonus schrieb:Selbst wenn in der näheren Umgebung 50 000 Menschen gelebt haben, in der passenden Altersgruppe dürften es nur wenige hundert Personen gewesen sein. Der aus meiner Sicht erste Schritt wäre es gewesen alle Schulen, einschließlich der Berufsschulen, zu überprüfen und die Lehrer (!!!) zu befragen. Die Moped Kennzeichen müssen ja auch irgendwo registriert sein, und wenn du einen Mopedfahrer finden willst, frage einen anderen Mopedfahrer. Wege hier zu "sieben" gibt es.
So sehe ich das auch. Es hat viele Wege gegeben. Eine Person mit so individuellen Merkmalen war sicher keine graue Maus die nirgendwo auffällt, keine Bekannte/Freunde hat und sich nur daheim verkriecht. Selbst wenn, wäre er wahrscheinlich trotzdem als "Sonderling" aufgefallen.
Höhenburg schrieb:Ich bin mir sicher, daß die Ermittler damals auch gesiebt haben, aber über Schulen zu sieben, gelangte damals an die Grenze wenn Chris jünger aussah als er war. Er könnte z.B. 20 gewesen sein
Was ist mit Berufsschulen? IHK (Ausbildung)? Lehrbetrieben? Logopäden? HNO-Ärzten? Versicherungen? Moped-Werkstätten und Händlern? Vereinen? Beliebte Treffpunkte der "Szene"? Viele Ansätze möglich.
Wenn doch die Beschreibung so eindeutig ist und die Freundinnen ihn angeblich sogar gesehen haben, warum eigentlich keine Öffentlichkeitsfahndung mit einem Phantombild?
Ich persönlich gewinne aus diesem Verhalten der EB eher den Eindruck, dass man ihn lediglich als Zeugen gesucht hat und nicht als besonders Tatverdächtigen. Denn dann hätte man sicher mehr Fahndungsdruck auf den Kessel gegeben, als nur eine Beschreibung/Bitte sich zu melden am Ende des Beitrages in Aktenzeichen Xy ungelöst. Ist zumindest meine Meinung, das dieser Schritt logisch und konsequent gewesen wäre.
Darüber hinaus: Wenn er damals in 1973 18-20 Jahre alt war, dann hat er aber sicherlich nicht in 1981 zusammen mit irgendwelchen Minderfährigen Jugendlichen Sonja Hurler durch die Straßen gezerrt. Da wäre er dann nämlich doppelt so alt wie diejenigen gewesen, mit denen er da unterwegs gewesen sein soll. Da aber der DNA Spur-Spur Treffer zumindest für eine Mittäterschaft seinerseits spricht, sollten sich die Ermittler in diesem Fall ggf. mal von der Spur "gewalttätige Jugendclique" verabschieden und versuchen neue Ansätze zu verfolgen, weil das ja so irgendwie -zumindest mMn nach- nicht passt.
Höhenburg schrieb:Ein Soldat beider Streitkräfte könnte problemfrei mit Moped/Motorrad die Gegend erkunden/unsicher machen, er ist üblicherweise eine ganze Zeitlang dort und Auto womöglich auf dem Stützpunkt geparkt.
Das kann sein. Aber wenn dieser Soldat jener "Chris(sy)" gewesen wäre und die Beschreibung stimmt, dann passen die langen Haare nicht. Das war damals -korrigiert mich wenn ich falsch liegen sollte- bei der Armee (egal ob BW oder US Army) nicht erlaubt oder? Außerdem ist fraglich, warum er dann 8 Jahre später wieder zuschlagen konnte. Denn nur höhere Offiziere (US Army) oder Berufssoldaten (BW) sind für lange Zeit stationiert. Trifft so eine Karriere auf einen Mann mit Chris(sy)s Eigenschaften inkl. Sprachfehler zu? Ist das wahrscheinlich? Ich weiß nicht. Klingt für mich jetzt nicht sehr wahrscheinlich. Kann aber natürlich theoretisch möglich sein.
Gildonus schrieb:Ich denke am ehesten das es sich um eine "Nebenfigur" handelt, nach der man nie ernsthaft gesucht hat. Irgendeine Freundin hat da irgendwas oder irgendwenn gesehen und das so weitergegeben.
Das halte ich im Moment auch für wahrscheinlich.