Dew schrieb:Das mit dem Auto ist ein guter Punkt. Ich halte den Zeugen auch zugute, dass sie zwischen echten Hilfeschreien und einem etwas ausartenden "Fangerles" hätten unterscheiden können.
Dazu kommt noch die Unsicherheit des Schweigens einer Gruppe. Stellen wir die also mal hintenan, ohne sie aber völlig aus den Augen zu lassen. Möglicherweise hat die Polizei ja einen Grund für die Ansatzweise, der uns nicht bekannt ist.
Ich stelle diesen Umstand mit den Jugendlichen in meinen eigenen Überlegungen auch erst einmal hintenan, da ich es derzeit für wahrscheinlich halte, dass für beide Verbrechen der selbe Täter verantwortlich sein könnte. In dem Fall wären Jugendliche als Täter quasi raus. Dafür spricht ja auch, dass man bei dem GEN-Massentest keinen Treffer erzielte.
321meins schrieb:Vielleicht waren beide, was ich besonders für möglich halten würde wenn es sich z.B. um Marion und diesen Chris halten würde, nicht dort für ein Date sondern sind über die Fläche gelaufen um irgendwo hinzukommen, vielleicht wohnte Chris in der Nähe.
Das würde dann aber auch bedeuten, dass der Begleiter (in dem Fall Chris(sy) ) ausgerechnet auf der Baustelle zudringlich geworden sein müsste und die Situation eskalierte. Für mich ist das ähnlich unlogisch wie die Annahme, er könnte den Platz mit ihr bewusst aufgesucht haben um Zärtlichkeiten auszutauschen. Im Umfeld von Sand, Baugruben und Steinen ist das ohne Auto ein denkbar ungünstiger Ort für so etwas.
Nala-Nyna schrieb:Wurde eigentlich deutlich, ob die Beschreibung des Chrissy durch die Freundinnen aufgrund einer Sichtung bzw. eines Treffens oder nur vom Hörensagen erfolgte? Einfacher: Haben die Freundinnen den je leibhaftig gesehen?
Dazu ergänzt der User
@Gildonus :
Gildonus schrieb:Ich habe Zweifel das es diesen Chrissy überhaupt gab. Möglicherweise wollte Marion Baier erwachsener sein als sie war, und hat einen Freund herbeigeflunkert. So wie ich einzelne Quellen verstehe, hat sie ihren Freundinnen von Chrissy erzählt, aber niemand scheint ihn jemals gesehen zu haben. Jugendliche Mofafahrer haben in der Regel nicht den Aktionsradius, den erwachsene Autofahrer haben. Den Chrissy hätte man finden müssen.
Diesen Gedanken/die Vermutung teile ich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jener ominöse Chris(sy) nicht zu ermitteln war und zwar genau aus den vorgenannten Gründen. So wie ich es im Beitrag von 1974 verstanden habe (im aktuellen Beitrag wurde Chris(sy) ja nicht einmal erwähnt), gab eine Freundin Marions den Ermittlern damals einfach nur die Beschreibung weiter, die sie von Marion bekommen hatte. Insofern vermute ich persönlich eher nicht, dass jemand Chris(sy) jemals gesehen hat. Schon gar nicht zusammen mit Marion. Möglicherweise wollte sie sich da vor (der) Freundin(nen) etwas wichtig machen oder sie hatte da einfach eine jugendlich-romantische Phantasie. Hätte es da tatsächlich persönlichen Kontakt gegeben, wäre das sicher nicht lang unbemerkt geblieben (schon gar nicht wenn sie davon ihren Freundinnen erzählt) und ich denke man hätte jenen Chris(sy) dann auch ausfindig machen können.
Nala-Nyna schrieb:Die Schilderung mit den Autos finde ich ziemlich verwirrend und muss sie mir noch einmal zu Gemüte führen - an der gleichen Stelle nacheinander zwei auffällige Wagen? Und das auf der Straße? Auch ein komischer Zufall.
Was die Autos angeht ist für mich hier folgendes entscheidend:
1.) Der VW mit den amerikanischen Kennzeichen ist unbeleuchtet, unbesetzt und steht gegen 23:00 Uhr abgeparkt am Straßenrand. Wenn der Täter zusammen mit Marion mit diesem Fahrzeug dort angekommen ist, waren dann zu diesem Zeitpunkt alle Dinge die im Auto hätten stattfinden können bzw. stattgefunden haben bereits abgeschlossen. Das bedeutet dann aber auch, dass der Täter zu diesem Zeitpunkt mit Marion kämpfte oder sie bereits erschlagen hatte. Wäre ein Kampf in unmittelbarer Nähe wegen der Dunkelheit nicht zu sehen gewesen? Möglich. Vielleicht war da aber auch nichts und der Fahrer war z.B. kurz austreten oder mit seinem Hund dort.
2.) Der Porsche wurde erst gegen 02:30 Uhr gesehen. Er stand mit voller Beleuchtung plus Innenlicht entgegen der Fahrtrichtung dort und im Fahrzeug fand ein Kampf zwischen einer männlichen und einer unbekannten weiblichen Person statt. Das ist natürlich eine sehr, sehr verdächtige Beobachtung, wenn dort am nächsten morgen eine weibliche Leiche gefunden wird.
Da die Leiche der Marion Baier bereits am Morgen (also nur ein paar Stunden später) gefunden wird, gehe ich davon aus, dass der Todeszeitpunkt noch sehr gut einzugrenzen/feststellbar war. Das sollte das Rätsel um die Autos doch lösen können oder? Starb sie z.B. irgendwann zwischen 20 und z.B. 00:00 Uhr, kommt -wenn- nur der VW in Frage mit dem Verbrechen in Zusammenhang zu stehen. Starb sie später, dann eben der Porsche. Konnte man das nicht ermitteln??
Bundesferkel schrieb:Wenn ich als Täter jemanden aus dem Schaustellergewerbe in Betracht zöge, dann am ehesten aus einem Fahrbetrieb.
Ich auch. Da auf beiden Festen wohl keine Fahrgeschäfte vor Ort waren, scheint die Schausteller-Spur eine Sackgasse zu sein.
Bundesferkel schrieb:Möglicherweise saß er wegen anderer oder ähnlich gelagerter Delikte, wo es jedoch zu keiner Tötung gekommen sein musste, zwischenzeitlich in Haft.
Das ist ein sehr guter Punkt. Er könnte tatsächlich im Gefängnis gewesen sein oder er hielt sich in der Zwischenzeit im Ausland auf. Auch das ist möglich.
sallomaeander schrieb:So weit ich das verstanden habe, können bei Serientätern die Taten auch aussetzen, wenn der Täter während dieser Zeit z.B. in einer festen Beziehung gelebt hat. Während dieser Zeit ruhte entweder sein Bedürfnis nach weiteren Taten, oder die soziale Einbindung machte es ihm während dieser Zeit unmöglich, unbemerkt weitere Taten zu begehen.
Absolut möglich. Somit gibt es dann schon zusammen mit einem möglichen Gefängnisaufenthalt, Auslandsaufenthalt und deinem Grund einige Möglichkeiten warum er zwischenzeitlich keine weiteren Delikte begangen haben könnte. Auch Unfall/Krankheit etc. kommt noch dazu.
sallomaeander schrieb:Man muss sich von der Vorstellung lösen, dass die Täter einsame Monster sind. Manche führen abseits ihrer Taten ein scheinbar normales Leben, haben Familie, und werden solcher Taten nicht für fähig gehalten.
Stimmt. Es ist sogar meistens so.
HolzaugeSHK schrieb:Waren denn im Jahre 1973 auch zufällig Zelte von Bundeswehr oder Maltesern in Zirndorf auf dem Fest aufgebaut?
Nun, im Normalfall werden Zelte der Hilfsorganisationen (Malteser, JUH, DRK, ASB usw.) immer von den jeweilig nächsten Ortsverbänden gestellt werden. Bei einem Abstand von 250Km kann also eigentlich nicht der gleiche Ortsverband an beiden Orten agiert haben. Ähnliches gilt auch für die Bundeswehr. Hier ist dann entweder der nächste Reservistenverband oder die nächste entspr. ausgestattete Einheit vor Ort.