@sören42 Hallo und herzlich willkommen in diesem Thread! Schön das du mitschreibst.
:Y:
Dancingfool schrieb:Mir kommt es vor, als wollte sich MB von dieser Gruppe trennen, sie hatte genug von den aggressiven Jugendlichen und fühlte sich allein besser auf dem Fest.
Auch wenn sich die Mädels im Filmfall von 1974 neben die halbstarken "Möchtegern-Rocker" an den Biertisch setzten, so halte ich diese Gruppe nicht unbedingt für gute Bekannte. Man kannte sich vielleicht einfach aus der Dorfgemeinschaft oder vom sehen aus der Schule, aber das dort so etwas wie gemeinsame Aktivitäten/Treffen stattfanden, glaube ich eher weniger. Auch wenn Marion älter wirkte und selbstbewusst war, ändert das nichts daran, dass sie lediglich 12 Jahre alt war. Der Unterschied zwischen 12 Jährigen und 15-17 Jährigen ist in dieser Lebensphase mMn gravierend. Für die Älteren sind die 12-Jährigen "Babys" und für die 12-Jährigen die größeren fast schon "Erwachsene". Von daher gehe ich z.Zt. davon aus, dass die Mädels sich einfach auf die einzig freien Plätze im vollen Festzelt setzten und sie die Neugier auf die Auseinandersetzung vor das Zelt trieb. Nachdem die Streithähne dann abgerückt waren, hat sich aus meiner Sicht auch der Kontakt zwischen Marion und dieser Gruppe für den Abend erledigt.
Retsiemfoh schrieb:Das verstehe ich auch nicht, denn Sonja dürfte ja nicht länger als 12 Stunden tot gewesen sein. Wäre der Todeszeitpunkt noch vor Mitternacht, dann kann sie es bei dem Streit oder Kampf der von einen Zeugen im Auto gesehen wurde gegen 2 Uhr nicht mehr gewesen sein.
Exakt das hatte ich hier ja auch schon geschrieben. Für mich kann eines der gesichteten Fahrzeuge ausgeschlossen werden, wenn der Todeszeitpunkt bekannt ist. Warum das nicht geschehen ist, bleibt für mich ziemlich rätselhaft. Davon abgesehen würde der Todeszeitpunkt auch eingrenzen können, wann Marion das Festzelt ungefähr wieder verließ, nachdem sie gegen 20 Uhr ein weiteres Mal an diesem Abend in das Festzelt zurückgekehrt war.
321meins schrieb:Rein hypothetisch gesehen, würde es sich bei dem Porsche-Fahrer um den Täter handeln wäre ein Verbringen des Autos nach Wien und dortiges längeres Abstellen ja nicht unlogisch. Andererseits könnte eine Herkunft des Fahrers aus der Umgebung von Wien auch eine Erklärung dafür sein warum er sich nicht bei der Polizei gemeldet hat da ihm einfach die Information über die Tat fehlte.
Das stimmt natürlich. Vielleicht wurde das Fahrzeug auch einfach verkauft. Interessant ist in diesem Zusammenhang, welche Erkenntnisse für die EB überhaupt aus dieser scheinbaren Zeugensichtung resultierten. Konnte der Porsche durch die österreichischen Behörden überhaupt ausfindig gemacht werden? Gibt es irgendwelche Erkenntnisse über dessen möglichen Verbleib? Möglicherweise irrte sich ja auch der Zeuge und es handelte sich nur um ähnliches, jedoch nicht das Selbe Fahrzeug?! Das darüber nie ein weiteres Wort verloren wurde, ist für mich schon recht auffällig. Da kann die Spur mMn nicht so sonderlich heiß gewesen sein...
Gildonus schrieb:Also, neben der Todeszeit würde mich beim Thema "Porsche Targa" doch interessieren, wieviele Porsche mit Targadach es 1973 eigendlich gab und was man über den typischen Targafahrer / Besitzer fundiert so alles sagen kann. In Nürnberg wird es vermutlich keine tausende davon gegeben haben.
Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlicht jährlich Statistiken in denen nach Marke/Typ des Fahrzeuges aufgeschlüsselt die Gesamtzahl der angemeldeten Fahrzeuge genannt wird. Meistens betrifft das dann die gesamte Baureihe und ist nicht nach Spezifikationen wie "Targa", "Turbo" usw. aufgeschlüsselt. Leider lassen sich diese Statistiken nicht zurück bis 1973 online einsehen. So wie ich es verstehe, kann man gegen Kostenübernahme aber wohl eine entsprechende Anfrage stellen. Darauf verzichte ich allerdings.
Der Porsche 911 war und ist nie ein günstiges Vergnügen gewesen. Er war und ist ein wenig alltags- und familientauglicher Sportwagen für Singles od. Paare ohne Kinder mit guter bis sehr guter Bonität. Eher ein Statussymbol oder Spielzeug. Davon gab es im Großraum Nürnberg/Fürth ganz sicher keine 1000 Exemplare, schon gar nicht in der Ausführung als Targa in gelber Lackierung. Ich persönlich vermute, dass es davon dort maximal eine Hand voll gegeben haben kann und in der Ausführung mit 4 Zusatzscheinwerfern und Dachantenne nur diesen Einen.
Gildonus schrieb:Damals konnte jeder von einem Porsche träumen, aber leisten nur wenige.
Genau so ist es. Nun war Nürnberg/Fürth nicht gerade eine strukturell schwache Region, dennoch dürfte die "Porschedichte" dort mMn nicht allzu groß gewesen sein.
Bundesferkel schrieb:Das würde dann ja gut in die Allgäuer Alpen passen;
Kempten (Fall Sonja Hurler) liegt ja im Allgäu.
Ja auf jeden Fall. Wenn er aus beruflichen oder privaten Gründen viel mit dem Fahrzeug unterwegs war und auch weitere Strecken in bergigem Gelände zurücklegte passen die Zusatzanbauten am Fahrzeug und auch die räumliche Entfernung zwischen den Tatorten.
sören42 schrieb:(...) dahingehend mal so gar nicht passend (nicht nur vom Alter, sondern vom ganzen Setting her, siehe vorherigen Absatz) zu den 8 Jahre später pöbelnden Jugendlichen aus dem Fall Sonja Hurler (für den man ja offenbar DNA Nachweise hat, dass der Täter mit dem aus diesen Fall identisch ist).
Ich kann jugendliche Täter im Fall Sonja Hurler für mich ausschließen, wenn Marion und Sonja von ein und demselben Täter ermordet wurden. Das passt hinten und vorne nicht. Weder vom Alter, noch vom Modus Operandi, noch sonst irgendwie. Nochmal, es mag ja den Vorfall mit den Jugendlichen damals gegeben haben und die Beobachtungen stimmig sein. Aber in dem Fall war das "Opfer" mMn eben nicht Sonja Hurler.
sören42 schrieb:Vielleicht doch anderweitiger einvernehmlicher Sex im Auto, wo es gerade heiß herging, und die Situation von außen falsch interpretiert wurde?
Der User
@Gildonus ergänzt dazu:
Gildonus schrieb:Vieleicht hatte der Zeuge den Eindruck die Beiden im Auto "treiben" es miteinander. Das ist ein guter Grund um höflich vorbei zu fahren. Im Film macht man aber "kämpfen" draus, weil "miteinander treiben" geht garnicht im Fernsehen, da könnten Jugendliche bei zuschauen.
Ich halte es definitiv für ausgeschlossen, dass Marion Baier an diesem Abend/in dieser Nacht freiwillig Geschlechtsverkehr mit einem erwachsenen Mann hatte oder überhaupt an sowas Interesse hatte. Auch wenn sie älter aussah und auf dem Bild selbstbewusst wirkt, war sie zu diesem Zeitpunkt 12! Da hatte sie maximal gerade erst seit kurzem überhaupt ihren Zyklus bekommen und war in der ersten Entwicklung zur Frau am Anfang der Pubertät ohne jede Erfahrung. Zudem schreiben wir das Jahr 1973! Natürlich mag es damals vereinzelte Ausnahmen gegeben haben, wo besonders frühreife Mädels aus fraglichen Verhältnissen schon in diesem Alter Interesse an sowas hatten. Doch im Normalfall war das absolut nicht der Fall. Schon gar nicht, wenn sie den Mann nicht einmal näher gekannt haben kann. Spontaner, freiwilliger GV im Auto mit 12 und mit einem nahezu unbekannten Erwachsenen in dieser Zeit halte ich daher für völlig abwegig.
Turmfalke23 schrieb:Ich habe vor sehr vielen Jahren diesen seltenen Antennentyp paarmal verbaut, meist in Verbindung mit
hochwertigen Radioanlagen.
Ja, dieser Antennentyp war zu der Zeit öfter zu sehen. Nicht wirklich oft aber ich erinnere mich daran.
Mickelangelo schrieb:Ich könnte mir eher vorstellen, daß es sich beim Zeugen um eine falsche Erinnerung handelt. Will sagen, daß da vielleicht wirklich ein Liebespaar zugange war und der Zeuge, als er von der Geschichte mit Marion hörte, dies dann automatisch mit einer Gewalttat assoziiert hat und es dann als Kämpfen erinnerte.
Das ist natürlich auch möglich. Was mich an dieser Variante jedoch irritiert ist, dass der Wagen mit voller "Festbeleuchtung" entgegen der Fahrtrichtung (also auf der Gegenspur) und mit eingeschalteter Innenbeleuchtung abgestellt war. Da der entgegenkommende Zeuge geblendet wurde und ausweichen musste, gehe ich nicht von Standlicht aus was wiederum bedeutet, dass zumindest die Zündung eingeschaltet war oder sogar der Motor lief. Für mich passt das so nicht zu einem intimen "Schäferstündchen" in abgelegenerer Gegend am Straßenrand. Im Gegenteil. Es wirkt so, als wäre etwas auf dem Weg zu einem eigentlich anderen Ziel spontan eskaliert.