Cecilia schrieb:Noch einmal zur Auswertung der Handydaten:
Was genau bedeutet es eigentlich, dass das Handy „ausgewertet“ wurde? Welche konkreten Daten wurden dabei untersucht?
Leider wollte der Richter den Prozess an einem Tag durchziehen. Deshalb wurden nicht alle Gutachten, die allen Parteien vorlagen, ausführlich besprochen. Viele Einzelheiten sind wohl nicht bekannt geworden (denke ich, weil dir bisher niemand antwortete). Ich denke, die relevanten Auswertungen wurden gemacht. Manches kann man sich erschließen. Z. B. steht im u. g. Ticker:
"Die laufende Beurteilung der Wetterverhältnisse sei nicht erfolgt". Das hat man wahrscheinlich anhand der Handys festgestellt.
Die Kommunikation zwischen K. und TP auf Social Media wurde im Prozess angesprochen, Anruflisten wurden verglichen usw. Ich könnte mir vorstellen, dass TP z. B. nicht an die Dokumentation durch Webcams dachte, als er seine Version vom plötzlichen Leistungseinbruch erzählte.
Ks kontinuierlicher Leistungsabfall ist durch die Smartwatch dokumentiert.
Die diversen Kontaktversuche des Alpinpolizisten muss TP spätestens gesehen haben, als er um 00.35 Uhr zurückrief.
Soweit ich es gelesen habe, war sein Handy auf lautlos, als er zur Adlerruhe abstieg.
Schade, dass die GoPro fehlt.
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Grollie schrieb:Bereits am Frühstücksplatzl ist eine Rückkehr nicht ohne weiteres alleine, also ohne Seilpartner, möglich. Auch hierfür wäre sie grds. auf eine gemeinsame Rückkehr angewiesen gewesen.
Das dachte ich auch schon, dass sie ihm eigentlich ausgeliefert war.
Was hielt sie davon ab, nochmals einen Notruf abzusetzen? Ich gehe davon aus, dass die 149 einer war. Hat er es ihr ausgeredet? (Wie) konnte er sie motivieren, weiter zu machen?
Mit der SMS waren die Eltern beruhigt. Ks Vater vermutete in der Verhandlung, dass das der Grund der SMS war. Ich denke, ansonsten hätte evtl. ihre Mutter irgendwann angerufen und ihr schon an der Stimme angehört, dass es ihr nicht gut geht.
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Grollie schrieb:Was für ein Mensch, was für ein Partner muss man sein, um einen anderen Menschen sehenden Auges in diese Bedingungen stolpern zu lassen? Mitanzusehen, wie sie sich den Berg hochgequält hat, am Ende nur noch kriechen konnte?
Einer, der "recht gefasst" gewirkt haben soll, als ihn der Bergretter Riepler morgens auf der Adlerruhe antraf. (15:37 Uhr)*
Morgens "ruhig und gefasst" vor Gericht über K. und ihre Beziehung erzählte. (09:51 Uhr)*
"sehr ruhig und gefasst" wirkte, als er im Prozess die "absolute Stress- und Ausnahmesituation" schilderte in der er K. ungeschützt zurückließ, nachdem sie, „Geh“, gerufen haben soll. (11:07 Uhr)*
https://www.nachrichten.at/ticker/grossglockner-prozess-467/#pager-anchorWie groß wohl seine Trauer bzw. sein Verlust noch ist, der sich auch strafmildernd auf das Urteil auswirkte?
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Grollie schrieb:T. hatte offenbar ggü seinem Vater und seinem Bruder die geplante Tour mit K. nicht im Vorfeld erwähnt. Sie sagten dies im Prozess aus,
Nicht vergessen: Seine Angehörigen sagten für ihn aus. Ich vermute, es war mit dem Verteidiger abgesprochen, zu welchen Themen sie sich äußern sollen und zu welchen nicht.
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Grollie schrieb:(heisst, er ist immer recht weit vorne gewesen
Jetzt geht es um die letzten Meter nach der Schlüsselstelle bis zur Schneerampe. Thomas P. stieg allein zum Stand vor und sicherte G. nach. 40 bis 45 Minuten dauerte es, bis Kerstin G. nachkam. "Sie war gut beinand", als er wegging, sagte P. über den Zustand seiner Freundin. Danach sei sie sehr erschöpft gewesen, konnte nicht mehr weiter. P. entschied "einen Notruf abzusetzen", telefonierte mit der Alpinpolizei. "Wir waren beide in einer absoluten Ausnahmesituation", sagt P.
Quelle:
https://www.nachrichten.at/ticker/grossglockner-prozess-467/#pager-anchor , 11:02 Uhr