megavolt schrieb:Mörder hätten in der Situation sicher eher die Motivation, es wie einen Unfall erscheinen zu lassen. Man hätte ihn niederschlagen und ersäufen können, dann einfach treiben lassen. Keiner würde sich Gedanken um Drogenpakete machen und evtl. noch schlafende Hunde wecken. Ein Mord mit Kabelbinder würde eher Sinn machen, wenn man abschrecken will - aber dann passt mit Gewicht versenken eben nicht.
megavolt schrieb:Ein Suizident würde einen Kabelbinder dagegen wählen, um es eben nicht wie einen Suizid aussehen zu lassen. Ich glaube Dein Punkt mit der Versicherungsfrage ist da entscheidend.
Wenn ich mir bei einem Punkt sicher bin, egal ob man einen Suizid oder einen Mord annimmt, dann ist es, dass die planende und ausführende Person in beiden Szenarien (also FP im Falle eines Suizid oder eben der Täter im Falle von Fremdeinwirkung) davon ausgegangen ist, dass die Leiche nicht mehr auftauchen wird. Natürlich ist nicht 100% sicher, ob an der Schäkel-Kombi wirklich ein schweres Gewicht befestigt war, aber ich würde davon ausgehen, dass sie genau dazu benutzt wurde. Wer auch immer dafür gesorgt hat, dass FB über Bord geht hat es so geplant, dass die Leiche nicht gefunden wird.
Dass sie gefunden wurde, war ein zweifacher "Unfall" /zweifaches Pech aus Sicht dieser Person: zu einen scheint sich das befestigte Gewicht gelöst zuhaben, so dass die LEiche eben nicht am Meeresgrund verblieb. Zum hätte selbst die dann in der Nordsee treibende Leiche auch einfach verotten und von Fischen und Möwen gefressen , vielleicht auch von einer Schiffsschraube zermörsert werden können; dass sie angetrieben wurd, war reiner Zufall.
Insofern hat sich die ausführende Person meiner Meinung nach eher keine Gedanken gemacht, welche Schlüsse man aus dem Zustand der Leiche ziehen kann.
megavolt schrieb:Ein Suizident würde einen Kabelbinder dagegen wählen, um es eben nicht wie einen Suizid aussehen zu lassen. Ich glaube Dein Punkt mit der Versicherungsfrage ist da entscheidend.
Bezüglich des Outcomes war der Kabelbinder gar nicht entscheidend, weil der Tod auch so eingetreten wäre. Der Kabelbinder soll in eine bestimmte Richtung lenken, eben Fremdverschulden.
Wenn man einen Suizid annimmt, diente der Kaberbinder meiner Meinung nach dazu, einen angenehmen Tod zu haben. Durch die Unterbrechung der Blutzufuhr wird man innerhalb von Augenblicken bewusstlos, erleidet also keinen grausamen Todeskampf, in dem man, wenn man einfach so ins Wasser springt, vielleicht bis zur Erschöpfung versucht über Wasser zu bleiben (einfach aus Übelebensreflex) oder in dem man bei Bewusstsein langsam untergeht und unter Atemnot zu leiden hat.
Jemand, der seinen Suizid so plant, wie es in diesem Fall anzunehmen ist, wenn es denn ein Suizid war, informiert sich eben auch über Todesarten und Todesqualen.
Der Kabelbinder um den Hals spricht für mich sehr viel mehr für Suizid als für Mord. Da geh ich mit Kielius mit:
Kielius schrieb:Der Kabelbinder um den Hals des Opfers ist ein deutliches Indiz dafür, dass nicht Dritte sondern das Opfer selbst ihn sich angelegt hat, und spricht somit für ein Suizidgeschehen.
Bei einem Mord hätte man einen Kabelbinder benutzt, um die Hände und/oder die Füße zu fesseln, um zu vermeiden, dass das Opfer sich wehren, fliehen oder sich im Wasser durch Schwimmbewegungen retten kann.
megavolt schrieb:Außerdem wurde mir im Film sowieso nicht klar, wie fest der überhaupt gezogen wurde. Um die Gefässe zu komprimieren, um die Luftröhre zu komprimieren? Für Letzteres muss man schon fest ziehen. Ob das nur mit der Hand geht oder man schon eine Zange für den Kabelbinder braucht, keine Ahnung.
Um die Gefässe zu komprimieren braucht es sehr viel weniger Druck als um um die Luftröhre zu komprimieren.