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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

444 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Drogen, Mysteriös ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 08:40
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:wie sind hier auf dem Stand, dass ein Kabelbinder anlag, mehr nicht. Wir können daraus nicht schließen, ob der auch mit (Selbst)tötungsabsicht angelegt wurde oder z.B. nur, um irgendetwas zu demonstrieren (dass ev. ein Fremdverschulden vorlag z.B.).
Das Suizid Thema ist aus meiner Sicht erstmal vom Tisch. Der Staatsanwalt sagte deutlich, dass sie mehr wissen, was sie aber nicht preisgeben können, was auf Gewaltverbrechen hindeutet. Das genügt mir zunächst mal.
Zitat von KieliusKielius schrieb:Denn wenn die OK eine Warnung an andere aussenden möchte, dann stellt sie sicher, dass ihre Warnung auch klar und unmissverständlich für die Zielgruppe erkennbar ist.
Die "Zielgruppe" wird von den Geschäften (nicht diesem speziellen), aber allgemein, gewusst haben. Die Akteure im Milieu kennen sich, und der Firmen-Name steht, wie erwähnt, auf dem Boot.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Es passt aber zu einer Bestrafungsaktion der OK, weil denen ist egal wie professionell der Schäkel ist und wie gut das alles zusammenpasst. Da geht es nur um die Bestrafung + Tötung dieses einen und die Warnung an alle anderen
Dahin geht meine Vermutung. Gerade dieser Schäkel zeigt es gut. Den führt man kaum zufällig mit sich auf Booten, die im Zusammenhang mit Drop Off Geschäften Drogenpakete aufnehmen. Das wurde ausdrücklich gesagt, dass diese Art Schäkel auf dieser Art Boote nicht üblich sind. Das wird also auch so zutreffend sein.

Ein Zuschauer wies überdies darauf hin, dass diese im ganz anderen Zusammenhang (Bergbau) in dieser Schäkel Kombination Verwendung finden.
Zitat von GrillageGrillage schrieb am 12.04.2026:Das war mir tatsächlich total durchgegangen, dass das Auffischen des Drogenpaketes und die Ermordung des FP im XY-Film so konkret dargestellt wurde. Allerdings wird das ausdrücklich auch als Spekulation der Ermittler dargestellt, die über ein mögliches Tatszenario diskutieren und in deren Kopf diese Szene sozusagen abläuft.
Das würde ich nicht überbewerten. Ich persönlich gehe nicht davon aus, dass ein Drogengeschäft spontan eskalierte. Es erfordert schon einige Vorbereitungen, eine Ermordung an Bord durchzuführen und das Boot dann auf offener See auch wieder zu verlassen.

Auch die Mitnahme der Schäkelkombination könnte auf eine geplante Tat hinweisen.

Allerdings vermute ich, dass eine Person, der FP absolut vertraut hat, ein solches Geschäft in Aussicht gestellt hat, um ihn an den Tatort zu locken. Aber für den XY Zuschauer ist dieses Detail nicht wichtig, man muss dort erstmal vermitteln, wie solche Drop Off Geschäfte überhaupt funktionieren. Denn diese Art Geschäfte dürften zumindest dem größten Teil der XY Zuschauerschaft eher fremd sein.

Nicht zuletzt: Die Täterschaft konnte davon ausgehen, dass FP nicht allzu viele Personen eingeweiht hatte, dass und vor allem zu welchem vermeintlichen Zweck er den vereinbarten Punkt in der offenen Nordsee ansteuerte.

Dies verschaffte der Täterschaft gute Gelegenheiten. Kaum jemand wird davon gewusst haben (offiziell wurde der Motor "eingefahren"), und Zeugen muss man auch keine befürchten.


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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 09:21
Ich weiß jetzt nicht, inwieweit das schon thematisiert wurde:

Unterstellt man die Aufnahme von Drop-Off Paketen durch Frank P., wäre doch das Tracken durch seine Partnerin eine völlig unnötige Erhöhung des Risikos für ihn gewesen.

Angenommen, Frank P. hätte Drogenpakete im Meer einsammeln wollen, und die Polizei hätte ihn deswegen bereits auf dem Schirm gehabt. Dann hätte doch möglicherweise ein SEK überraschend bei der Partnerin auftauchen, ihr Handy an sich bringen und das Tracking übernehmen können.

Dann hätte man einen Hubschrauber, ein schnelles Polizeiboot o.ä. an die Aufnahmestelle senden können und den Frank P. in flagranti erwischen können, bei einer Übergabe von Boot zu Boot sogar mögliche Mittäter.

Mir fehlt eine plausible Erklärung, warum man sich bei kriminellen Aktivitäten von irgendwem tracken lassen sollte.

Welches Strafmaß für so etwas angedroht ist, hatte ich ja bereits weiter oben ausgeführt.


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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 10:54
Ich habe mich nochmal mit der Fahrtzeit von R. beschäftigt. Inzwischen glaube ich, dass uns im XY-Beitrag unterschlagen wird (weil "Täterwissen"?), dass P. auch an diesem Tag, "wie immer, wenn er einen Motor eingefahren hat", sein Fischbrötchen in Cuxhaven gegessen hat (oder konkreter, ich glaube, dass er eine etwa 3-stündige Pause irgendwo im Mündungsbereich der Elbe eingelegt hat):

Im Seenotretterfilm sagt der Vormann der "Anneliese Kramer" ziemlich am Anfang (so bei Minute 1:20) sinngemäß, "der ist aus Hamburg kommend der Halunder Jet nachgefahren". Dann kommt ein Schnitt und dann sagt er: "Die Halunder Jet hat ihn gegen 17:10 Uhr auf der Außenelbe passiert und gesehen, dass er Kreise dreht". Durch den Videoschnitt ist das ganze etwas verwirrend.

Ich versuche mal, das auseinander zu dröseln:

Offenbar handelt es sich um zwei Sichtungen von P. durch die Halunder Jet zu ganz verschiedenen Uhrzeiten. Die Halunder fuhr morgens von Hamburg mit Halt in Cuxhaven nach Helgoland und nachmittags dann wieder zurück. Es geht um dieses Schiff hier: https://www.frs-helgoline.de/

Die Rückfahrt erfolgte ab Helgoland um 16:30 Uhr. Gegen 17:45 Uhr dürfte die Halunder in Cuxhaven gewesen sein. Die Sichtung von P.s Boot auf der Außenelbe um 17:10 Uhr ist daher völlig nachvollziehbar. Offenbar war das beobachtete Kreise-Drehen nicht so besorgniserregend, dass dies zu einer Alarmauslösung geführt hätte. Auf der gleichen Strecke waren übrigens auch die MS Nordlicht (ab Helgoland 15:30 Uhr) und die MS Helgoland (ab Helgoland 16:00 Uhr) unterwegs, wenn auch beide deutlich langsamer, als die Halunder. Offenbar haben weder die Nordlicht noch die Helgoland P.s Boot gesehen, obwohl es auch da ja schon Kreise gefahren sein muss.

Fahrplan der Helgoland-Fähren von 2024 hier:
https://www.helgoland.de/content/uploads/2023/04/An-und-Abreise-2024_Saison-2.pdf

Etwas komplizierter ist es mit der Aussage, P. sei - von Hamburg kommend - der Halunder "hinterhergefahren". Da diese Information auf dem Rettungskreuzer bereits kurz nach dessen Auslaufen vorlag (sagen wir so um 17:45 Uhr), kann sie wohl nur von der Halunder stammen und sich auf eine erste Sichtung noch am Vormittag auf der Elbe beziehen. Die Halunder lief von den Hamburger Landungsbrücken um 9:00 Uhr aus. P. lief aber bereits um 8:41 Uhr ab Grünendeich, was deutlich elb-abwärts liegt. Damit P. der Halunder "hinterher fahren" konnte, muss er sich von dieser also erstmal überholen haben lassen.

Und bei diesem Überholmanöver dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit um die bei XY genannte Sichtung um 10:20 Uhr handeln. Elb-abwärts von Grünendeich dürften nämlich an einem Montag-Vormittag nicht sonderlich viele Passagierfähren unterwegs gewesen sein, um die er sonst - wenn auch nicht an diesem Tag - ein paar Kreise drehte, um Werbung für sein Unternehmen zu machen. Die Halunder ist ein Highspeed-Katamaran, da trifft er auf seine Zielgruppe. Im XY-Filmfall wird ein uralter HADAG-Dampfer gezeigt. Mit den Dingern bin ich schon als Kind gefahren. Einige wenige haben als Party-Schiffe überlebt, aber die sind nicht Montags um 10 Uhr auf der Unterelbe unterwegs. Beispiel hier: https://traiteurwille.de/location/eventschiff-grosser-michel/

Wenn die in XY mit 10:20 Uhr angegebene Sichtung also von der Halunder Jet aus erfolgte, wissen wir auch grob wo das war, nämlich bereits weit die Elbe Richtung Nordsee runter, so irgendwo zwischen Glückstadt und Brunsbüttel, da die Halunder regelmäßig noch vor 11 Uhr Zwischenstopp in Cuxhaven macht. Ein Zusammentreffen von P. und der Halunder irgendwo bei Brunsbüttel gegen 10:20 Uhr würde auch ziemlich perfekt zu der bei einem Einfahren des Motors nach von mir spekulierten Durchschnittsgeschwindkeit von grob vielleicht etwa 30 km/h (=16 knoten) passen.

Daraus folgt weiter, dass er dann rund 3 Stunden Pause gemacht haben muss - z.B. in Cuxhaven (oder Brunsbüttel oder wo auch immer), um ein Fischbrötchen zu essen - bevor er weiter raus gefahren ist, denn erst nach 15 Uhr hat seine Freundin den Kontakt zu seinem Handy verloren, das bis dahin also noch im Empfangsbereich eines Sendemasts war.

Dazu passt auch der Anfruf bei der Oma um 10:51 Uhr: Der dürfte sich von Land aus deutlich einfacher geführt haben - nämlich ohne Wind- und Motorengeräusche -, als vom Schlauchboot aus.

Wenn ich mit all dem Recht habe, ist nicht seine Fahrtzeit mysteriös, sondern mysteriös ist, warum seine "Pause" nicht bei XY genannt wird.


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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 11:06
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Mir fehlt eine plausible Erklärung, warum man sich bei kriminellen Aktivitäten von irgendwem tracken lassen sollte.
Die einzige Begründung könnte in dem Fall sein, dass P. davon ausgegangen wäre, falls ihn jemand umbringen will, dass seine Partnerin das über den Trackingverlauf ahnt (Boot steht längere Zeit still, meldet sich aber nicht auf Telefon, weil er gerade von Gangstern z.B. gefoltert wird), dass sie dann die Polizei hinschicken kann, die ihn rechtzeitig retten soll, und dann geht er lieber ins Gefängnis für die Drogendeals, anstatt eben gefoltert und umgebracht zu werden.
Das Ganze ist natürlich ziemlich hypothetisch und letztlich Quatsch, woran man m.E. sehen kann, dass die Tatsache des Trackings regelmäßige kriminelle Aktivitäten in der Richtung praktisch ausschließt.

Mittlerweile weiss auch jeder Feierabendhobbyraser, der sich zum Rasen in der Innenstadt verabredet, dass sein Handy im Fall eines tödlichen Unfalls beschlagnahmt ist und dann eine richtig lange Haftstrafe auf ihn zukommen kann.
P. wäre bei Drogendeals nicht so dumm gewesen, sich gleichzeitig tracken zu lassen.


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um 11:12
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Daraus folgt weiter, dass er dann rund 3 Stunden Pause gemacht haben muss - z.B. in Cuxhaven (oder Brunsbüttel oder wo auch immer), um ein Fischbrötchen zu essen
Oder um etwas anderes zu organisieren...welches dann im Zusammenhang mit seinem verschwinden steht.
Eventuell war das Ganze in der früh noch gar nicht von ihm geplant und es hat sich etwas bei diesem etwaigen Stop ergeben.


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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 11:59
Zitat von KieliusKielius schrieb:Die Schwimmweste abzulegen, hätte im Widerspruch zur Gewissenhaftigkeit des Opfers gestanden, denn die Schwimmweste musste mit dem Opfer verschwinden und also am Körper bleiben. Deshalb musste sie durch Einschneiden zuvor funktionsunfähig gemacht werden.
Das mit der Schwimmweste fand ich zunächst auch seltsam udn widersprüchlich, aber ich denke mittlerweile auch, dass da genau dies hintersteckt, was Du beschreibst.
Im Fall eines Suzid konnte er die Schwimmweste nicht auf dem Boot zurücklassen, wenn das ganze wie ein Unfall aussehen sollte, weil das bedeutet hätte, dass er sie aktiv ausgezogen hat, was eben gegen eine Unfall spricht.

Die gelöste Totmannschnur widerspricht dem meiner Meinung nach nicht, weil sie den Bootsführer ans Lenkrad des Bootes "fesselt". Wenn es auf dem Boot irgendwas zu kontrollieren oder zu erledigen gibt, muss sich dieser zwangsläufig davon losmachen, um sich auf dem Boot bewegen zu können.
Und ein Unfall ist ein Unfall. Unfälle passieren ja gerade deshalb, weil jemand irgendwelche Sicherungsvorkehrungen außer acht lässt und etwas macht, was fahrlässig und risikoreich ist. Das Argument, er sei so pefektionistisch und auf Sicherheit bedacht gewesen zieht da für mich nicht, weil jemand trotzdem mal einen Augenblick unaufmerksam oder schlampig sein kann oder die Situation einfach falsch einschätzt. Ansonsten hätten vorsichtige und sorgfältige Autofahrer ja auch nie einen Unfall. Sie haben vielleicht selterner einen Unfall, aber manchmal eben schon.
Zitat von KieliusKielius schrieb:Das ist ja nun völlig unlogisch argumentiert, denn das von den Tätern gewählte Vorgehen wäre ja darauf ausgerichtet gewesen, ihr Opfer spurlos für immer verschwinden zu lassen, so dass gerade kein (!) erkennbares Exempel statuiert worden wäre.
Ja, das sehe ich auch so. Ich finde, dass relativ eindeutig zu erkennen ist, dass die "Tat" (unabhängig ob es um Tötung oder Selbsttötung ging) so geplant war, dass die Leiche für immer verschwinden sollte. Dass sich die Beschwerung löste war nicht eingeplant und dass sie dann auch noch angetrieben wurde reines Glück für die Ermittler.
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Kurz gesagt: für einen sicherheitsbewussten, effektiv agierenden und konsequenten Menschen passt IMHO das hier vorgefundene Setting nicht. Ein solcher Mensch hätte einen sorgsam durchdachten und geplanten Suizid so angelegt, dass es schnell, perfekt und ohne Unsicherheit in der Hinterbliebenen-Versorgung abläuft.
Na ja, Pläne sind halt immer nur so gut, wie der Grips des Planers. Und die meisten Planer vergessen einfach einzukalkulieren, dass bei der Planausführung etwas unvorhergesehenes passiert, hier eben, dass die diese Schäkelverbindung löst. Die wenigsten planen so akribisch, dass sie eine zweite oder dritte Absicherung einbauen, an diesem Beispiel eben das Gewicht mit zwei Sicherungen befestigen oder ein zweites Gewicht anhängen.
Hinzu kommt, dass in dem Film erwähnt wurde, FP habe im Falle seines Todes für seinen Sohn vorgesorgt. Daraufhin wurden die Ermittler gezeigt, wie sie sich bei einem Bekannten zu dem Thema erkundigten, aber ncht wirklich eine Auskunft bekamen. Es wurde für uns Zuschauer offengelassen, ob es eine solche Absicherung gab, wie sie aussah und ob die Ermittler dazu etwas rausgefunden haben. Es könnte ganz bürgerlich eine Lebensversicherung sein (die im Falle eines Suizids vielleicht nicht zahlen würde) oder eine eher "private" Vorsorge z.B. über irgendwo zurückgelegtes Geld oder eine Verpflichtung eines Bekannten (so wie es eben im Film angedeutet, aber nicht erklärt wurde).
Da wir also nicht wissen, ob es eine Versorgung für die Hinterbliebnen gab und wenn ja, wie die organisiert war, kann man das jetzt nicht als Argument gegen eine Suizid anführen.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Mir fehlt eine plausible Erklärung, warum man sich bei kriminellen Aktivitäten von irgendwem tracken lassen sollte.
Das, was im XY_Film gezeigt wurde, war eine private Tracking-App. Sowas haben heute ja viel auf dem Handy, um sich als (Ehe-)partner gegenseitig oder die Kinder abzusichern. Ich kenne mich mit sowas nicht aus. Werden da denn die Daten gespeichert? Wenn ja, wie lange? Könnte ich damit feststellen, wo sich die getrackte Person an einem bestimmten Tag vor ein oder zwei Jahren aufgehalten hat? Oder übermittelt die App nur die aktuellen Aufenthaltsorte?

Ich kann mir höchstens vorstellen, dass das Paar diese App aus Sicherheitsgründen bei den "normalen" Bootsfahrten mit Gästen eingesetzt hat. Vielleicht auch aus logistischen Gründen. Im XY-Film wurde ja gezeigt, dass zu dem Angebot des Unternehmens auch gehörte, dass die Gäste danach noch zum Grillen eingeladen waren. Ich hatte das so verstanden, dass man das als Gruppen- oder Firmenevent buchen kann und dann eben auch das anschließende Essen zum Paket dazugehört. Dafür wäre es vielleicht, wenn jemand, der das Ganze an Land organsiert einen Überblick hat, wo sich die Boote gerade befinden und wann mit der Ankunft zu rechnen ist.


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Todesfall Frank Procopius: Mord auf der Nordsee?

um 12:12
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Wie will man jemanden warnen, wenn man gleichzeitig vorhat, eine Leiche richtig verschwinden zu lassen? Dafür hätte man ihn im Boot liegen lassen müssen. Oder noch einfacher: am Festland umbringen. Man dürfte ja rauskriegen, wen man da vor sich hat. Der Name der Firma stand auf dem Boot.
In den entsprechenden Kreisen dürfte es sich schnell rumsprechen, dass jemand „verschwunden ist“ und die Leute wissen, was das bedeutet… ob die Leiche dauerhaft verschwindet oder nicht dürfte den Tätern, wenn man von einer Verwicklung der OK ausgeht, relativ egal sein.
Zitat von KieliusKielius schrieb:Der eine hielt ihn für "Typ Pistole", der andere für "Typ Auto gegen Baum". Wen man einen Dritten gefragt hätte, wäre vielleicht auch noch "Typ Strick" genannt worden.
Es geht hier IMHO weniger um eine Diskussion über die einzelnen Methoden, sondern die übereinstimmende Meinung des Umfelds, dass FP eher eine sehr konsequente, schnelle, eindeutige Suizidmethode wählen würde, also beispielsweise Schusswaffengebrauch oder „im Auto mit 200 gegen den Betonpfeiler“, dass er also nicht der Typ für weichere Methoden wie z. B. vergiften wäre.

Insofern passt die Variante „Kabelbinder und Gewichte“ nicht so recht zur Persönlichkeit. Zwar ist das vom Ergebnis her auch „sicher“, aber nicht der Stil, den man von einem „konsequenten Macher“ bei FP erwartet.

Menschen sind keine programmierten Maschinen und natürlich handeln sie manchmal atypisch und anders als man es erwarten würde. Aber es fällt eben auf dass der relativ umständliche, qualvolle und organisatorisch umfangreiche Weg nicht dem Muster entspricht, welches man von diesem Persönlichkeitstyp erwarten wü.
Zitat von KieliusKielius schrieb:denn das von den Tätern gewählte Vorgehen wäre ja darauf ausgerichtet gewesen, ihr Opfer spurlos für immer verschwinden zu lassen, so dass gerade kein (!) erkennbares Exempel statuiert worden wäre.
Ich gehe davon aus, dass es den Tätern egal war ob das Opfer dauerhaft verschwindet oder nicht. Ein paar Tage im Wasser reichen um Spuren zu verwischen - nur das zählt für die Täter und das erreicht man mit Schäkel/Gewichten. Ob die Leiche dauerhaft verschwindet oder die „Leiche versenken“-Konstruktion nicht lange hält, spielt keine entscheidende Rolle.

Das Exempel wäre schon statuiert wenn sich in relevanten Kreisen einfach nur herumspricht, dass jemand verschwunden ist, der möglicherweise f
Zitat von KieliusKielius schrieb:Denn wenn die OK eine Warnung an andere aussenden möchte, dann stellt sie sicher, dass ihre Warnung auch klar und unmissverständlich für die Zielgruppe erkennbar ist.
Diejenigen, die gewarnt werden sollen, dürften die Botschaft sehr gut verstehen… dazu braucht es auch keine näheren Details über das Geschehen. Er reicht wenn sich in der Branche verbreitet, dass einer verschwunden ist, der angeblich illoyal agiert hat
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Wir wissen zwar, dass ein Kabelbinder um den Hals war. Aber es wurde nirgends gesagt (oder habe ich da was überhört/überlesen?), wie fest der überhaupt zugezogen war.
Stimmt. Aber wozu legt man einen Kabelbinder um den Hals? Der Zweck ist doch mindestens eine massive Drohung. Möglicherweise auch tatsächlich das Ersticken des Betroffenen, also ein Verbrechens-Hintergrund.

In einem Suizid- oder Unfallszenario hielte ich den Kabelbinder für kontraproduktiv. Bei jemandem, der eine Kiezvergangenheit hat und in einem Gebiet mit Drogengeschäften unterwegs ist, weckt der Kabelbinder doch erst recht Zweifel, ob ein Verbrechen zugrunde liegt.

Bei einem Unfall schlingt sich wohl kaum zufällig ein Kabelbinder um den Hals und für einen Suizid ist es nicht ausgeschlossen, aber eine seltsame, qualvolle Methode. Besonders unpassend wenn man den Betroffenen anders einschätzt.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Unterstellt man die Aufnahme von Drop-Off Paketen durch Frank P., wäre doch das Tracken durch seine Partnerin eine völlig unnötige Erhöhung des Risikos für ihn gewesen.
Das könnte aber auch eine „Last line of defence“-Absicherung gewesen sein: wenn es richtig eng wird wird man immer noch lieber von der Polizei geschnappt (und gerettet) als gefährlichen Drogenbossen ausgeliefert zu sein.

Oder die Dinge sind unabhängig voneinander zu betrachten: FP war sehr sicherheitsbewusst und hatte das Tracking immer mitlaufen. Da er offiziell den Motor einfuhr hat er das beibehalten, auch wenn diese Ausfahrt nicht einen anderen Zweck hatte…


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