Man kann ja gern der Meinung sein, dass das Opfer keinen Suizid beging und vielleicht liegt man damit am Ende richtig - wer weiß?
Dann wünsche ich mir aber überzeugendere uhArgumente, die gegen einen Suizid sprechen.
Volvic schrieb:Nach Ansicht derer, die ihren kannten, wäre FP im Falle eines Suizids eher der Typ „Pistole“ gewesen
Der eine hielt ihn für "Typ Pistole", der andere für "Typ Auto gegen Baum". Wen man einen Dritten gefragt hätte, wäre vielleicht auch noch "Typ Strick" genannt worden. Während es oft ja so ist, dass das persönliche Umfeld sich einen Suizid gar nicht vorstellen kann und deshalb kategorisch ausschließt, scheint es hier ja so zu sein, dass man einen Suizid des Opfers grundsätzlich für möglich hielt und diese Vorstellung sogar ganz konkrete Methoden miteinschloss.
Volvic schrieb:war sehr gewissenhaft. Ein Kabelbinder um den Hals passt da IMHO nicht ins Bild.
Zusätzlich einen Kabelbinder zu benutzen, bevor man sich durch Selbstversenken im Meer ertränkt, zeugt - um deine Worte zu verwenden - von großer Gewissenhaftigkeit im Vorgehen. Da könnte sich jemand sehr genau im Voraus überlegt haben, wie er Schritt für Schritt vorgeht.
Wenn das Opfer also als gewissenhaft galt, dann hätte er das auch auch auf seiner letzten Fahrt unter Beweis gestellt.
Volvic schrieb:Eine Schwimmweste nur zu zerschneiden anstatt komplett abzulegen passt auch nicht ins Bild.
Die Schwimmweste abzulegen, hätte im Widerspruch zur Gewissenhaftigkeit des Opfers gestanden, denn die Schwimmweste musste mit dem Opfer verschwinden und also am Körper bleiben. Deshalb musste sie durch Einschneiden zuvor funktionsunfähig gemacht werden.
Volvic schrieb:Gewichte nicht gewissenhaft zu befestigen, mit seltsam zusammengebastelten Schäkeln, passt auch nicht zu einem sorgfältig handelnden Menschen.
Wenn ich mich in die Lage eines Lebensmüden versetze, der die Nachwelt in Unkenntnis lassen möchte über sein selbstgewähltes Schicksal, dann kann er vor seinem Suizid nicht in ein Geschäft gehen und Gewichte, Seile und wirbelfreie Schäkel-Konstruktionen kaufen, denn der Kauf dieser Dinge würde sehr wahrscheinlich nachvollziehbar sein und als Suizidvorbereitung erkannt werden. Deshalb gehe ich davon aus, dass dieser Lebensmüde Gewichte, Seile und Schäkel verwenden würde, deren Beschaffung oder Fehlen später für niemanden nachvollziehbar sein wird. Dabei könnte es sich also um gebrauchte, vielleicht irgenwo herumgelegene oder bereits verschrottete Gegenstände handeln. Der einzige Nachteil daran ist, dass alte oder ausgemusterte Gegenstände möglicherweise nicht ganz so zuverlässig sind.
Volvic schrieb:Man weiß, dass in dieser Branche, wo es um viel Geld geht, Disziplin durch drastische Exempel aufrecht erhalten wird.
Das ist ja nun völlig unlogisch argumentiert, denn das von den Tätern gewählte Vorgehen wäre ja darauf ausgerichtet gewesen, ihr Opfer spurlos für immer verschwinden zu lassen, so dass gerade kein (!) erkennbares Exempel statuiert worden wäre.
Volvic schrieb:Ein solcher Mensch hätte einen sorgsam durchdachten und geplanten Suizid so angelegt, dass es schnell, perfekt und ohne Unsicherheit in der Hinterbliebenen-Versorgung abläuft.
Ach so - und das wäre dann wie abgelaufen in deiner Vorstellung? Magst du ein konkretes Beispiel geben, wie man es "besser" hätte machen können, um die von dir genannten Ziele zu erreichen?
Volvic schrieb:Es passt aber zu einer Bestrafungsaktion der OK, weil denen ist egal wie professionell der Schäkel ist und wie gut das alles zusammenpasst. Da geht es nur um die Bestrafung + Tötung dieses einen und die Warnung an alle anderen.
Was du da schilderst, spricht dagegen, dass unser Opfer es auf dem Wasser mit der OK zu tun bekam. Denn wenn die OK eine Warnung an andere aussenden möchte, dann stellt sie sicher, dass ihre Warnung auch klar und unmissverständlich für die Zielgruppe erkennbar ist. Also eine Warnung wollte die OK hier bestimmt nicht aussenden. Wenn überhaupt, dann wollten die Täter nur bestrafen oder töten.