lucyvanpelt schrieb:Aber bei genaueren hinsehen, sind das doch Shimano Mountainbike Schuhe mit Klickeinsatz.
Es gibt unterschiedliche Disziplinen unter den Mountainbikern und jede hat auch ihre spezialisierten Schuhe, wobei man ein MTB natürlich prinzipiell mit jeder Art Schuhen fahren könnte, wenn das Pedal einigermaßen geeignet ist. Auch ein Kombipedal, eine Seite Klick, eine flach, wäre geeignet.
Diese Shimano MTB-Schuhe haben den Vorteil einer steifen Sohle. Gute Kraftübertragung beim Pedallieren, auch wenn man das Einklicken gar nicht nutzt. Ein Joggingschuh oder einer der üblichen Wanderhalbschuhe hätte eine deutlich schlechtere Kraftübertragung. Ein Alpinschuh könnte eine steife Sohle haben, wird aber mindestens knöchelhoch sein und die Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk ist für Radfahren dann unbequem. Den Vorteil der steifen Sohle auf dem Rad erkauft man sich mit einem unbequemeren Gehen auf längeren Strecken. Diese Schuhe sind eher für sowas wie Alpencross o.ä. gedacht, wo es auch mal längere Schiebe- oder Tragepassagen gibt, Hauptaugenmerk aber aufs Fahren liegt. Mit Rennradschuhen fährt wohl niemand MTB.
Diese Schuhe werden also wegen der Sohle auch von Leuten gekauft, die nie Cleats dranschrauben und nie klicken. Wenn man viel im Gelände unterwegs ist, wird man möglicherweise Angst haben, nicht schnell genug ausklicken zu können, um dann wie ein Baumstamm auf den Trail zu knallen.
Meiner Meinung nach kann das auch ein Rennradler gewesen sein, muss aber nicht, ich denke nicht, dass man das aus den Schuhen schließen könnte. Er könnte sich die Schuhe wegen der steifen Sohle gekauft haben und vielleicht mal vorgehabt haben, auch auf Cleats umzusteigen, das dann aber nicht gemacht. Das Rad ist wie gesagt ein Crosscountry MTB und die werden eher mal mit Klickpedalen genutzt, im Ggs. zu einem Allmountain oder Downhill.
Er kann theoretisch das Rad so ausgerüstet gebraucht gekauft haben und hat nie andere Pedale dran gemacht. Manche stellen ihr Rad haarklein auf die eigenen Bedürfnisse ein, manche setzen sich einfach drauf und fahren jahrlang rum, ohne auch nur den Sattel richtig einzustellen.
Ich bin mir nicht sicher, ob man die Details zu sehr gewichten kann.
lucyvanpelt schrieb:Hätte die Polizei nicht an Hand der Rahmennummer herausfinden können, wo das Rad verkauft worden ist?
Wie man darauf kommt, dass das Rad auf Deutschland weist, verstehe ich ehrlich gesagt im Moment nicht ganz, da die Rahmennummer ja nicht weitergeholfen haben soll und Cube europaweit (eigentlich sogar weltweit) vertreibt. Ev. hatte das Modell für einen bestimmten Markt eine bestimmte Ausstattung, trotz gleichen Modellnamens. Das wäre eine Erklärung. Ein und dasselbe Modell kann für andere, weniger kaufstarke Märkte als Deutschland ggf. mit preisgünstigeren Komponenten (Schaltung, Bremse) ausgerüstet werden. Evtl. konnte das Cube deshalb näher eingrenzen. Sicher haben sich die Ermittler an Cube gewandt.