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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

305 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Jäger, Radfahrer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
jeangreen Diskussionsleiter
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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:10
Zitat von LanzaLanza schrieb:Nun ist auch Mal gut. Es ist dem Sohn hoch anzurechnen, dass das 2025 überhaupt gemeldet wurde.
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Der Jäger (also der Vater), der den Toten gefunden hat, hat das in einer sehr nachvollziehbaren Weise gegenüber den Behörden begründet. Der Sohn wollte das Revier erst übernehmen, wenn sein Vater gegenüber den Behörden klar Schiff macht.

Im ersten Moment dachte ich mir auch, komisch, warum sagt der Mensch denn so lange nichts, aber nachdem die Behörden erklärt haben, dass es sich bei der Familie um eine handele, für die die Jagd ihr ganzer Lebensinhalt sei, ist es für mich in Ordnung.
"Hoch anzurechnen" halte ich für übertrieben, sondern es ist normal! Das Verhalten des Vaters hingegen ist für mich absolut nicht nachvollziehbar, selbst wenn sein Wald sein Ein und Alles war! Das ist so als wäre für jemanden sein Garten das Tollste, er findet eine Leiche darin und meldet diese 10 Jahre nicht, weil er nicht will, dass die Blumen zertrampelt werden; und dann zu sagen: ja, kann ich schon sehr gut verstehen...?


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:18
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:Im Übrigen könnte es auch ein Einheimischer gewesen sein. Bergmenschen werden i.d.R. nicht sehr groß.
Was meinst Du mit Bergmenschen? Einen Alm-Öhi, der mit einem einem gehobenen Mittelklassemountainbike, Adidas Fahrradklamotten (u.a.), einem in Deutschland hergestellten Rad mit einem in Deutschland ausgebenen Trikot das erste Mal seine Einöde verlassen hat?


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:27
@gusti

Deine Einschätzungen finde ich sehr wertvoll. Wenn ich als Touri das erste Mal in diesem Tal wäre, würde ich das Rad trotzdem abschließen - erstens weil ich das immer machen würde, wenn ich mich so weit entferne und zweitens hätte ich keine Lust, nach dem Spaziergang ggf. noch in die Unterkunft zurückzulaufen und den Rest des Urlaubs irgendein Bike zu mieten. Das spricht dafür, dass der Biker nicht zum ersten Mal in der Gegend war, gewisse Vertrautheit hatte oder sogar aus der Gegend stammte.
Auch das Pilzesuchen finde ich sinnig. Pilze packt man nicht in einen Rucksack, einen Gepäckträger gabs nicht, theoretisch könnte er einen Korb über dem Lenker gehabt haben und der ist nun weg. Ev. steht er beim Jäger im Haushalt - wenn er früh genug nach dem Ableben kam, waren die Pilze ev. noch gut und es waren sowieso seine.
Ebenso die Einschätzungen zur Kleidung. Eher pragmatisch, das was er an älteren Dingen rumliegen hatte, kombiniert, um es einigermaßen warm zu haben, nicht mit dem teuersten Goretex-Kram unterwegs. Das Rad passt ja auch dazu. Zum Zeitpunkt mindestens 10 Jahre alt, es war noch gut genug und fertig. Wer sehr bikeaffin ist und genug Knete hat, hätte sich vermutlich ein neueres mal zugelegt (zumindest mit Scheibenbremsen für die bergige Gegend). Ich habe das Bild vor Augen eines schon etwas älteren Menschen, der früher sportlich sehr aktiv war und weiterhin ist, aber auch nicht Geld wie Heu hat.

Frage mich, ob in einem dieser Höfe ev. Saisonkräfte aus Osteuropa angestellt werden, @gusti ? Das Pilzesammeln ist in Osteuropa quasi Volkssport und das Kleidungsoutfit entspricht da etwas meinen Klischees, auch das ältere Rad könnte dazu passen, und meinetwegen auch die Körpergröße. Das T-Shirt könnte er von irgendeiner Arbeitsstelle mal im Umkreis Bremen bekommen haben, weitergereicht vom Arbeitgeber oder sonstwie Second-Hand. Vielleicht war derjenige sogar beim Jäger selbst angestellt, er hat ihn irgendwann gesucht, tot aufgefunden und das Rad als "Entschädigung" für ausgefallene Arbeitskraft behalten. Eine Isotopenanalyse kommt vielleicht noch?

Und eine Vermutung wie sie @Belvedere geschildert hat, kann ich da im Moment gleichwertig danebenstellen. Im Moment gibts sonst keine konkreten Hinweise.

Was man sicher ausschließen kann, ist irgendein blutiges Geschehen i.S. eines Unfalls- oder Tötungsdeliktes. Ein Mörder hätte ihn da oben schon erwürgen müssen. Da fehlt mir im Moment die Vorstellungskraft, warum dort oben und warum im Revier dieses Jägers.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:35
Zitat von jeangreenjeangreen schrieb:"Hoch anzurechnen" halte ich für übertrieben, sondern es ist normal!
Interessant finde ich, dass der Jäger nicht einfach hoch gegangen ist, die paar Knochen eingesammelt und entsorgt hat, verbuddelt oder sonstwie. Die Wahrscheinlichkeit, dass sein Sohn die gefunden hätte, wären doch minimalst gewesen und er hätte sich den Ärger ersparen können. Er scheint eine gewisse Abwehr gehabt zu haben, sich um dieses Thema zu kümmern. Ich kann mir das nur so erklären, dass das Thema spätestens nach dem Schuhfund der Tochter schon irgendwie in der Familie schwelte - irgendwas muss da oben doch sein - und dem Vater gar nix anderes übrig blieb, als reinen Tisch zu machen. Niemand geht in den Wald und entsorgt ein Paar äußerlich einwandfreie Schuhe, um den Weg barfuss zurückzulaufen. Jeder normal denkende Mensch muss da eigentlich argwöhnen, dass da noch mehr liegt. Der Jäger hatte die Gelegenheit, in seinem Revier mal "aufzuräumen", jahrelang vorher verstreichen lassen. Also ich habe Zweifel an dieser geschilderten Rahmenhandlung, wie die Info zum Sohn kam, ich vermute, das war schon länger ein Thema, wenn auch nicht richtig ausgesprochen. Aber spielt für den Fall wenig Rolle.
Wenn es z.B. sein eigener Saisonarbeiter gewesen wäre, dann wäre es für mich eher nachvollziehbar, dass man da nichts anrührt. Er hätte Probleme gehabt, zu erklären, warum er die Überreste in seinem Revier verbuddelt. Aber sich einfach nur dummstellen und gar nichts damit zu tun haben zu wollen war für ihn möglicherweise die unproblematischste Lösung.

Hin oder her, ich halte einen natürlichen Tod - oder ggf. auch Suizid - für wahrscheinlicher als ein Tötungsdelikt.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:52
Zitat von BibibeeBibibee schrieb:Ich weiß jetzt nicht, wer genau wo lag, aber: Es könnte ja sein, das der Radfahrer (warum auch immer) vom Rad fiel und dabei entweder das Rad den Berg runterrutschte oder aber er selbst?!
Dann wäre das Rad 3 km wit den berg runter gefallen bis auf den Weg oder der Jäger lügt?
Zitat von TotaleinfallTotaleinfall schrieb:jetzt hab ich die Lösung! Er hat das Fahrrad selber dort abgestellt. Mit seiner Verletzung konnte er nicht mehr biken, aber irgendwie zu fuß weiter kommen.
Er ist so schwer verletzt, dass er nicht mehr biken kann, aber ist dann noch in der Lage mehr als 3 km weit einen steilen Hang hochzukrabbeln?
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Der Jäger (also der Vater), der den Toten gefunden hat, hat das in einer sehr nachvollziehbaren Weise gegenüber den Behörden begründet.
Dein Ernst? "In nachvollziehbarer Weise"? Ohne Worte....


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 10:58
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Das Genaueste sind die langen Röhrenknochen. Und wenn er 170 cm groß war, aber 44 oder mehr hatte, dann war das halt so.
Der Radfahrer war 1,60 - 1,70m groß.
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Das Rad passt ja auch dazu. Zum Zeitpunkt mindestens 10 Jahre alt, es war noch gut genug und fertig. Wer sehr bikeaffin ist und genug Knete hat, hätte sich vermutlich ein neueres mal zugelegt (zumindest mit Scheibenbremsen für die bergige Gegend). Ich habe das Bild vor Augen eines schon etwas älteren Menschen, der früher sportlich sehr aktiv war und weiterhin ist, aber auch nicht Geld wie Heu hat.
Denke ich auch. Eben ein seit Längerem ambitionierter Hobbyfahrer (Stichwort Trikot, das 2008/2009 beim Spinningkurs ausgegeben wurde) nicht mehr und nicht weniger. Fahrrad wurde 2003 - 2007 in Deutschland verkauft). Die Reifen waren aber anscheinend zu dem Zeitpunkt relativ neu (Herstellung ab Frühjahr 2014). Vielleicht war er nach 2008/2009 nicht mehr wirklich unterwegs oder fit genug (dafür könnten ja auch der Schlüsselbeinbruch und die Rippenbrüche aus der Vergangenheit sprechen - typische Sportverletzung) und er wollte jetzt mal wieder so langsam entspannt starten. Zum Schlüsselbeinbruch kann ich etwas sagen, weil es bei uns gerade aktuell Thema ist (mein Sohn, 16, hat sich einen beim Skifahren zugezogen, der vor 2 Monaten operiert wurde). Bei jüngeren Personen muss das, bei einem glatten Bruch ohne Verschiebung des Knochens so gut wie nie operiert werden. Das heilt von alleine wieder gerade zusammen. Bei verschobenem Bruch sollte aber mit Draht oder einer Platte operiert werden (bei jungen Menschen). Beides wird dann nach einigen Monaten wieder entfernt. Wird das nicht gemacht in einem solchen Fall, wächst der Knochen leicht überlappend zusammen und die Person hat danach evtl. Einschränkungen, den Arm z.B. über den Kopf oder höher als 90 Grad zu heben. Bei älteren Personen wird das häufig aber nicht unbedingt gemacht, weil diese eben nicht mehr ganz so aktiv sind idR. So die beiden Chirurgen, bei denen wir waren. Im Filmbeitrag wird ja gesagt, dass der Bruch unbehandelt und nicht gerade zusammengewachsen war, es also möglicherweise deswegen leichte Einschränkungen gab.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 11:00
Ich fasse für meinen Teil einmal die verschiedenen Möglichkeiten zusammen.

Vorausgeschickt gehe ich davon aus, dass das Fahrrad tatsächlich am Wegesrand im Tal und nicht bei der Leiche gefunden wurde.


Möglichkeit 1: Suizid

Was dafür spricht:

- Suchen von einsamen Ort
- Abstellen des Fahrrads und weitergehen alleine
- keine persönlichen Gegenstände
- keine Vermisstenanzeige, weil vorab Legende zum Wegbleiben im Umfeld gelegt (zB Auswandern)
- keine Abgängige Pensionsgäste (der Unbekannte hat einfach normal ausgecheckt, hat seine Habseligkeiten entsorgt)

was dagegen spricht:
- etwas aufwändig
- Warum diese Stelle



Möglichkeit 2: Unfall

Was dafür spricht:

- Lagebild mit Totem auf Wildwechselpfad


Was dagegen spricht:
- Wie kam das Rad vom Unfallort weg?
- Warum keinerlei persönlichen Gegenstände wie Handy, Geld, etc


Möglichkeit 3: Mord

Was dafür spricht:
- Verschleiern der Identität
- möglicherweise Verbringen von Leichenteilen
- vorherige Konflikte mit Mountainbikern


Was dagegen spricht:

- wäre extremer Zufall, wenn dort zwei Menschen aufeinander treffen und es gleich in einen Mord ausartet
- der Tote müsste vermisst werden (zB in einer Pension)
- Warum hat der Mörder nur das Fahrrad weggebracht, aber nicht die Kleidung


Möglichkeit 4: natürlicher Tod

Was dafür spricht:
- Erklärung warum Fahrrad zurückgelassen wurde (wollte zum Beispiel Pilzesammeln, wandern)
- Wahrscheinlichkeit (ist einfach eine häufigerer Todesursache als die drei anderen Varianten)


Was dagegen spricht:

- der Tote müsste vermisst werden (zB in einer Pension)
- was hat den Toten in diese Einsame Gegen gebracht
- Fahrrad war vermutlich nicht abgeschlossen
- keine persönlichen Gegenstände


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 11:04
Zitat von hpoirothpoirot schrieb:
Zitat von kf1801kf1801 schrieb:Der Jäger (also der Vater), der den Toten gefunden hat, hat das in einer sehr nachvollziehbaren Weise gegenüber den Behörden begründet.
Dein Ernst? "In nachvollziehbarer Weise"? Ohne Worte....
@hpoirot


Das deckt sich mit der Einschätzung der Polizei:
Der Waldbesitzer – selbst Jäger – gab an, aus Rücksicht auf die Wildtiere so lange nichts über den Leichenfund gesagt und daher erst im Vorjahr die Polizei eingeschaltet zu haben. Laut Dirnberger sei diese Begründung nicht ganz abwegig: „Das ist natürlich sehr ungewöhnlich. Es klingt aber auch sehr plausibel in dem Fall, weil halt die Jagd ein ganz wesentliches Element innerhalb dieser Familie ist.“
Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3357954/

Man kann nun darüber streiten ob "plausibel" das gleiche ist wie "in nachvollziehbarer Weise" ist. Aber es kommt doch sehr auf das gleiche raus.


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Unbekannter toter Radfahrer in Wald in Österreich

um 11:20
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:. Er scheint eine gewisse Abwehr gehabt zu haben, sich um dieses Thema zu kümmern. Ich kann mir das nur so erklären, dass das Thema spätestens nach dem Schuhfund der Tochter schon irgendwie in der Familie schwelte - irgendwas muss da oben doch sein - und dem Vater gar nix anderes übrig blieb, als reinen Tisch zu machen. Niemand geht in den Wald und entsorgt ein Paar äußerlich einwandfreie Schuhe, um den Weg barfuss zurückzulaufen. Jeder normal denkende Mensch muss da eigentlich argwöhnen, dass da noch mehr liegt. Der Jäger hatte die Gelegenheit, in seinem Revier mal "aufzuräumen", jahrelang vorher verstreichen lassen. Also ich habe Zweifel an dieser geschilderten Rahmenhandlung, wie die Info zum Sohn kam, ich vermute, das war schon länger ein Thema, wenn auch nicht richtig ausgesprochen. Aber spielt für den Fall wenig Rolle.
Ich glaube, der Jäger wollte sich einfach nicht damit befassen und hatte keine Lust auf "Ärger". Er wollte wie auch ausgesagt einfach seine Ruhe haben in seinem Wald! Frage wäre halt, ob die Tochter nur die Schuhe oder auch die Leiche gesehen hat 2022 oder später? Denn darauf angesprochen hat sie ihn ja und er hat es laut Aussage abgetan mit "Der Hirsch ist wichtiger". Wie kam es dann also "plötzlich" 2025 dazu, dass der Sohn davon erfuhr bei der Überschreibung des Waldes? Hat der Jäger da seinen Fund dem Sohn quasi dann "gebeichtet" oder wusste der und/oder die Tochter es eben auch schon früher? Für unwichtig halte ich das nicht, allerdings auch für sehr wahrscheinlich, dass der Jäger seine Kinder da nicht durch seine Aussagen der "Mitwisserschaft" belasten wollte. Man wird sich schon überlegt haben, was man der Polizei sagt (Zeit genug war ja und laut Beitrag wurde dann innerhalb der Familie auf Drängen des Sohnes hin beschlossen, dass man es nun doch mal melden müsse - der wollte sich den Schuh als zukünftiger Besitzer eben nicht anziehen). Das Fahrrad gab es ja auch noch am Hof. Dennoch glaube ich nach wie vor nicht an ein Gewaltverbrechen.


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