Zaunkönigin schrieb:Nachdem was inzwischen über den bekannt ist, wundert mich die Story über den Waffenkauf.
Wenn das stimmt, dass er in der Türkei aus dem Knast ausgebrochen ist und nach ihm gefahndet wird, klingt das eher nach jemandem, der schon längst eine Waffe hat. Mindestens eine.
Meine Gedanken dazu und auch zum hohen Preis, der hier ja wiederholt angesprochen wird
- Vielleicht hatte er tatsächlich eine andere, aber die war "verbrannt", will heißen, ist schon in einem anderen Mordfall aufgefallen und er wollte nicht, dass einfach eine Verbindung hergestellt wird. Das setzt aber etwas voraus, dass er sowieso keinen Suizid plante oder sogar damit rechnete, erfolgreich zu entkommen.
- Wenn ein Verkäufer merkt, dass jemand Knete hat (ev. Auftreten, persönliche Kenntnis, AMG vor der Tür) und dringend eine Waffe braucht, dann wärs ja dumm, diese Waffe für 100 Euro über den Tisch gehen zu lassen. Umgekehrt für den Käufer, der dringend eine Waffe braucht und bei klarer Denke damit rechnen kann, dass er eine Woche später entweder für länger im Knast sitzt oder tot ist (Polizei oder Suizid): dann sind doch 4000 Euro auch wurscht. Ich denke, dass es hier keinen Grund gab, groß aufs Geld zu gucken und vermutlich erlaubt der illegale Erwerb einer Schusswaffe auch nicht unbedingt große Preisvergleiche bei verschiedenen Anbietern, weil es ja auch sein kann, dass man auffällt und z.B. an einen V-Mann oder Spitzel in der organisierten Kriminalität gerät.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob man die Denke von solchen Menschen überhaupt verstehen und einordnen kann.
Zaunkönigin schrieb:Da bietet es sich eigentlich an, im Cafe zu warten oder ein bisschen durch die Stadt zu "bummeln", statt eine Stunde im Auto rum zu sitzen.
Dass man evtl das Kind entführen wollte, finde ich auch nicht völlig abwegig.
Ich tue mich immer noch schwer zu glauben, dass jemand nach Wochen des Engagements in so einem Fall sich zu einem wichtigen Termin ins Auto, ins Cafe oder sonstwohin setzt und die von ihr betreute Familie dann alleine lässt. Ihr logischer Platz wäre im Termin gewesen. Warum sass sie da nicht? Alleine dieser Punkt kann m.E. einen Verdacht auf Mitwisserschaft begründen.
Tatsächlich ist dann eine geplante Entführung das einzig logische, was man noch zu ihren Gunsten annehmen könnte.
M.E. wäre die Vollstreckung eines Haftbefehls erforderlich gewesen, um in Ruhe wirklich alles an Kommunikation zu überprüfen, was zwischen den Beteiligten gelaufen ist. Dass jemand danach nach Hause geht und die Möglichkeit hat, seine Kommunikation zu sortieren, finde ich merkwürdig.