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Mordfall Hinterkaifeck

47.714 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

12.11.2012 um 16:06
Antwort zu den Bestreitern, dass eine Obduktion eine Störung der Totenruhe ist - mit Ausnahmen, wenn dies im Krankenhaus geschieht oder auf richterliche Anordnung.
In jedem Falle ist die Wegnahme von Organen oder Leichenteilen (zum Präparieren) ohne Erlaubnis der Erben verboten und stellt eine Leichenschändung = Störung der Totenruhe dar und ist strafbar.

books.google.de/books?id=9eLdkRwXf-kC&pg=PA4&lpg=PA4&dq=störung+der+totenruhe+obduktion&source=bl&ots=QVJqw2Nz-T&sig=lscfSlEDAhcCR1DdoxjjuKGsyYw&hl=de&sa=X&ei=Ew6hUPPFO8Lm4QTs04GYCw&ved=0CE0Q6AEwCA#v=onepage&q&f=false

Kurzlehrbuch der Pathologie: S. 4 "Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Obduktion" ...

Dauernde Wegnahme von Leichenteilen (und die Köpfe sollten auf Dauer woanders untergebracht werden, es wurde ja noch Schindluder mit den Köpfen der armen Opfer getrieben, man denke an die so genanten Hellseherinnen usw.,) nichts anderes als Leichenschändung ist das. Aumüller hat keineswegs vorher die Erlaubnis der Angehörigen eingeholt. Man stelle sich die Vorgänge des brutalen Abtrennens der Köpfe, z.B. vom Kleinkind, vor. Für mich ist jemand, der so etwas tut, ein Unhold.


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12.11.2012 um 16:45
@wydmond
Zitat von wydmondwydmond schrieb:Aumüller hat keineswegs vorher die Erlaubnis der Angehörigen eingeholt.
Bitte die Quelle. In erster Linie waren die Angehörigen doch an einer Aufklärung des Mordes interessiert.

Eine Obduktion fand zwar nicht in einem Krankenhaus statt aber wahrscheinlich auf richterliche Anordnung die über der Entscheidung von Angehötigen liegt.

Aus dem von Dir zitierten Buch:

gh5a9nm4


Das Kapitel mit den Seancen ist natürlich durchaus fragwürdig aber das machte wohl die "korpsbrüderliche" Mischung 1. Staatsanwalt Renner und Dr. Joseph Böhm


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12.11.2012 um 18:28
@Sturmgraf

Den Keller halte ich für eine größere Schwachstelle als die Stalltür vom Stadel zum Stall. Der Stadel selber war alles Mögliche nur nicht Einbruchssicher. Leider können wir über die Gestaltung des Kelleraufgangs nur spekulieren. Der Aufgang hat in den "Vorraum" zwischen Küche und Stall geführt.


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12.11.2012 um 18:33
Zitat von heike75heike75 schrieb:Siehste Mal, ist gar nicht so einfach, sich einen solchen Ruf zu erarbeiten... Irgendjemand gefalle ich nicht... *grübel*... wer könnte das wohl sein? ;-)
Da verzweifeln mehrere, immerhin hast Du andernorts einen eigenen Thread


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12.11.2012 um 18:35
@Flatterwesen,
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:Die Opfer wurden nicht festgehalten
Wissen wir nicht, es fehlen die Obduktionsberichte, aber deshalb kann man nicht von fehlenden
Abwehrverletzugen ausgehen. Im Gegenteil dazu sprechen des Grubers Hände eher für eine Rauferei denn keine.
Textes schrie keiner
Wissen wir auch nicht. Und wie der Schreitest ergab, hätte man es auch nicht gehört.
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:Die Opfer kam nach und nach mit der Zeit(wohl um nachzusehen wo die anderen bleiben) in den Stahl ohne das der andere was merkte.
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: auch das wissen wir nicht.
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:Dann tötete er die Opfer mit einen gezielte Schlag
Und woran genau machst Du das fest?
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:Ein Opfer perfekt zu überraschen und dann noch einen gezielt tötlichen Schlag zu verrichten. einmal könnte es ein Laie schaffen aber nicht viermal hintereinander
Erstens genügt für den Anfang ein Schlag, der das Opfer schon mal benommen macht, zumindestens schwer überrascht, zweitens, wenn der Hergang nach Deiner Vermutung ablief, gelingt das sogar locker bei jedem, der einzeln eintritt.
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:ohne das es zu gerangel Kämpfen oder so etwas kam. .
Einspruch: siehe Grubers Hand und bedenke ferner, es fehlen die O-Berichte (siehe auch meine erste Ausführung in dieser Antwort).
Zitat von FlatterwesenFlatterwesen schrieb:das töten war leise und effizienz
Wie oft schon erwähnt: "leise" ist nicht bewiesen, effizient sieht anders aus (ein Schlag, ein Kehlschnitt, ein Stich etc und alles sofort tödlich). Und jemanden den Kopf ein zuschlagen bedarf keiner großen Kunst. Die Fähigkeit eine Haue oder Hacke zu handhaben, könnte behilflich sein. Wie wir aus vielen Diskussionen ja wissen, gehörte das aber nicht zur Standarddausbildung ihrgendwelcher Militärs, allerdings zum Handwerk eines jeden Bauern.


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12.11.2012 um 18:42
Zitat von off-peakoff-peak schrieb: Im Gegenteil dazu sprechen des Grubers Hände eher für eine Rauferei denn keine.
Und auch das Handgelenk der C. Gruber.
Zitat von off-peakoff-peak schrieb:allerdings zum Handwerk eines jeden Bauern.
und Metzger´s.


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12.11.2012 um 18:44
Du hast wahr.


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12.11.2012 um 20:09
@wydmond
mir gefällt, wie Du die Fragen der Obduktion und die mögliche Störung der Totenruhe, so wie das im vorliegenden Fall abgelaufen ist, auf den Prüfstand stellst.

Strafprozeßordnung. Vom 1. Februar 1877.

[Eine Fassung, die den Rechtszustand von 1922 belegt liegt mir nicht vor, ich glaube aber nicht, daß es zwischen 1877 und 1922 relevante Veränderungen im hier angesprochenen Bereich gab.

§. 87.
Die richterliche Leichenschau wird unter Zuziehung eines Arztes, die Leichenöffnung im Beisein des Richters von zwei Aerzten, unter welchen sich ein Gerichtsarzt befinden muß, vorgenommen. Demjenigen Arzte, welcher den Verstorbenen in der dem Tode unmittelbar vorausgegangenen Krankheit behandelt hat, ist die Leichenöffnung nicht zu übertragen. Derselbe kann jedoch aufgefordert werden, der Leichenöffnung anzuwohnen, um aus der Krankheitsgeschichte Aufschlüsse zu geben.
Die Zuziehung eines Arztes kann bei der Leichenschau unterbleiben, wenn sie nach dem Ermessen des Richters entbehrlich ist.
Behufs der Besichtigung oder Oeffnung einer schon beerdigten Leiche ist ihre Ausgrabung statthaft.
...
§. 89.
Die Leichenöffnung muß sich, soweit der Zustand der Leiche dies gestattet, stets auf die Oeffnung der Kopf-, Brust- und Bauchhöhle erstrecken. [269]
...
Das war damals die Gesetzeslage.

Weite Teile der Strafprozessordung und des Reichsstrafgesetzbuchs wurden aber während der „Geltung“ der sog. Volksgerichte in Bayern bis 1924 schlicht und einfach verfassungswidrig nicht eingehalten. Im Ermittlungsverfahren wurde insbesondere bei Inhaftierungen der sog. Richtervorbehalt nicht beachtet, das hat die Staatsanwaltschaft gleich selbst gemacht. Da muß man sich nicht wundern, daß bei so was wie einer Obduktion der Richter nicht die vorgeschriebene Handlungen vornahm und auch die sonstigen Vorschriften nicht eingehalten wurden. Soweit mir bekannt, wurde die verfassungswidrige Praxis der Volksgerichte in Bayern niemals unter dem Gesichtspunkt der Rechtsbeugung strafrechlich verfolgt. Schau Dir mal an, wieviele Todesurteile ohne die in der StPO normierten Verfahrensgarantieen und ohne ordentliche Rechtsmittel vollstreckt wurden.

Leichenteile zur gesonderten Untersuchung (insbesondere bei Verdacht auf Vergiftungen) zu entnehmen und zu asservieren (und ich spreche hier nicht von der Pathologie und Anatomie) sondern von der Gerichtsmedizin) war und ist nicht unüblich [sonst wüßten wir z. B. bis heute nicht sicher, was die Tatwaffe bei dreien im Stadel war]. Aber es muß natürlich nach zügiger Auswertung und fotografischer Dokumentation auch dafür gesorgt werden dass sie nicht irgendwo rumliegen. Insoweit sind selbstverständlich ethische Minima zu berücksichtigen. Manche sagen ja, die asservierten Leichenteile seien später in Waidhofen beigesetzt worden.

Hellseher einzuschalten, war bis weit in die 50er Jahre hinein kriminalistisch nicht unüblich, ob da -wie hier - Schädeldecken oder ä. rumgetragen wurden, weiß ich nicht.

Du hast natürlich recht: Die Angehörigen haben ein vorrangiges Totensorgerecht und sind vor der Obduktion anzuhören, wenn dadurch der Untersuchungszweck nicht gefährdet wird. Ich denke, das war auch damals schon so. (Aber hier darf man Anatomie und Pathologie nicht verwechseln mit der Gerichtsmedizin). Das kann aber natürlich nicht bedeuten, dass dann nicht obduziert oder asserviert werden darf, wenn die Angehörigen es nicht wollen. Sondern bei Verweigerung des Einverständnisses kann der Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Leiche zu diesem Zweck beschlagnahmen und die Leichenöffnung dennoch anordnen, falls er sie für erforderlich und verhältnismäßig erachtet. Es wird dann aber ganz besonders das Prinzip der Verhältnismäßigkeit geprüft.

Heute ist nicht mehr wie damals Gesetz, dass auch ein Richter an der Obduktion teilnimmt, er ordnet nur ggf. noch an und nimmt nur dann teil, wenn der Staatsanwalt dies ausnahmsweise ausdrücklich beantragt hat. Auch die Teilnahme des Staatsanwalts ist mittlerweile nur noch fakultativ.


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13.11.2012 um 02:34
Versuch die Motivfrage von der Art der Tat abzuleiten:

- Die Tat entspricht einer Hinrichtung.

- die Hinrichtungen finden in aufeinanderfolgenden Etappen statt

- die Täter wissen wer aller im Haus ist und gehen alle Opfer gezielt und lückenlos nacheinander an

- Gruber und seine Frau zusammen in einer Ecke des Stalles,
was darauf hindeutet, dass mit Schusswaffen erst gedroht wurde und
dann die tötlichen Schläge angebracht wurden;
ansonsten hätte sich Hr. Gruber, ein starker Mann mit 1,80m wohl gewert.

- Alle werden auf dieselbe Weise umgebracht.

- Die Opfer werden danach abgedeckt, wo Sie erschlagen wurden,
d.h. man will Sie nicht weiter bewegen, begraben oder verstecken;
es soll ein Mahnmal erichtet werden, das von Kühler Machtausübung zeugt.
Körperliche Nähe wird vermieden. Kein nochmaliges Anfassen der Opfer.
Nur ein Abdecken, um die Sicht auf die Opfer zu versperren.
Ein fast klinischer Akt, nach einer derartig monströsen Tat.

es soll ein Mahnmal erichtet werden, das von Kühler Machtausübung zeugt.
Es wurde demonstrativ gesühnt.


- das Abdecken bekommt dadurch fast den Handlungsmodus von jemandem,
der mit Toten beruflich zu tun hat, so wie z.B. ein Stabsarzt in einem Feldlazarett,
der durch die Reihen geht und die Toten nur abdeckt und dann weitergeht.
eine Bestätigungshandlung um Strecke zu legen, fast anonym.
(dieses Handlungsfeature ist auffällig und bei dieser Art von Tat separat zu betrachten)

man könnte es als psych. "Wiedergutmachungshandlung" deuten, aber auch eine berufliche
Gewohnheit unterstellen.

----
Vorgehensweise:

- Strukturiert
- systematisch

- ohne Überlebende zu hinterlassen (könnte damit zu tun haben, dass der/die Täter
leicht zu identifizieren waren, z.B. bekannte Personen oder ggf. anhand einer Fremdsprache
auszumachen.

---

Motivableitung:

- es sollten alle Personen auf diesem Hof sterben
Das Denken der Täter spiegelt sich in der Tatausführung und dem Tatziel wieder.

mögliche Motiv a)
Rache für ein Kriegsverbrechen (unbekannte Verstrickungen in Vorkommnisse des 1.Weltkrieges),
Fahnenflucht, Ehrverletzungen unter Sodaten, etc.

mögliches Motiv b)
verdeckte Vorteilsnahme (Schuldner, Erben, etc. )

mögliches Motib c)
Die Gump´s
zwei Soldaten mit entsprechendem Ruf
(das Gump-Motiv wäre jedoch emotionaler Natur und träfe ggf. nur auf einen der Brüder zu)


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13.11.2012 um 03:06
Ergänzung zur Abdeckungsmodus der Opfer:

Man müsste auch noch unterscheiden mit was für Abdeckungsmateraiien die Opfer im einzelnen abgedeckt wurden, und auf welche Weise.

Wenn es stimmt dass Hr. Gruber und seine Frau mit einer Holzplatte abgedeckt wurden,
dann müßte man sich darüber Gedanken machen warum dies die Täter so machten.

Möglicherweise klebte der Haß der Tat auch am Hof-Eigentum der Grubers und
dessen Utensilien, mit denen Sie die Opfer abdeckten; den Opfern damit nachträglich Attribute zuzuschreiben;

also um die Opfer mit Attributen des Hofeigentumes noch zu Verhöhnen;

also keine psychologische "Wiedergutmachungshandlung" sondern zynischer Hohn,
der uns das Tatmotiv weiter präzisieren läßt.

Das Kind im Kinderwagen, wurde mit einem roten Kleid abgedeckt;
dies könnte man ganz anders deuten; deshalb wäre eine genaue Abbildung und Dokumentation des Tatsortes wichtig gewesen.

Die Magd wurde mit dem Oberbett in der Kammer abgedeckt,
was darauf schließen läßt, dass die Täter das nächstliegende Material als Abdeckung verwendeten,
ohne in diesem Fall eine attributive Auswahl zu suchen.

Die Abdeckung mit einer Holzplatte bei Hr. und Fr. Gruber finde ich jedoch unüblich.
Das hat möglicherweise einen ungewollt attibutiven Charakter.

Die schwere Holzpaltte, welche man nur zu zweit auf die Opfer wuchtet, wenn es denn unbedingt sein muss; das sollte man sich näher vor Augen führen.

Die Täter wollten die Opfer unter derem Hof begraben sehen.

Hat das Tatmotiv also doch einen Zusammenhang mit dem Neid am Hofeigentum ?


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13.11.2012 um 08:37
Zitat von CharlytoniCharlytoni schrieb:Die Tat entspricht einer Hinrichtung.

- die Hinrichtungen finden in aufeinanderfolgenden Etappen statt

- die Täter wissen wer aller im Haus ist und gehen alle Opfer gezielt und lückenlos nacheinander an
Hm, das ist jetzt schon die zweite sehr wackelige Theorie, die auf fraglichen Feststellungen aufbaut. Gestern @Flatterwesen, heute @Charlytoni.

Entweder ist es eine Hinrichtung, oder eben nicht. Wenn die Opfer zu einer Hinrichtung zusammengetrieben worden waren, hätte man dabei 2 Personen übersehen müssen. A. Gruber und Cilly im Nachtgewand hätte man aus den Betten geholt, die Magd aber nicht. Cilly hätte man geholt, Josef nicht. Aber dann in der zweiten Etappe hingerichtet, obwohl "die Täter wissen wer aller im Haus ist und gehen alle Opfer gezielt und lückenlos nacheinander an" ?

Eine "Hinrichung in Etappen" ist also schon mal fraglich. Und auf diesem Wackelkonstrukt ist dann der Rest aufgebaut. Da liest man von einer schweren Holzplatte, die nur zu zweit gewuchtet werden kann. Für die meisten Zeugen war es nur ein "Brett", usw.

Ich kann nur empfehlen, die Basiskenntnisse zum Fall zu erweitern.


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13.11.2012 um 08:49
@Charlytoni

Genau so begeistert habe ich mich irgendwann vor 3 Jahren auch auf den Fall gestürzt.
Zitat von CharlytoniCharlytoni schrieb:Versuch die Motivfrage von der Art der Tat abzuleiten:

- Die Tat entspricht einer Hinrichtung.
Die Tat entspricht einem Raubmord.
Zitat von CharlytoniCharlytoni schrieb:- Gruber und seine Frau zusammen in einer Ecke des Stalles,
was darauf hindeutet, dass mit Schusswaffen erst gedroht wurde und
dann die tötlichen Schläge angebracht wurden;
ansonsten hätte sich Hr. Gruber, ein starker Mann mit 1,80m wohl gewert.

- Alle werden auf dieselbe Weise umgebracht.
Gruber war wesentlich kleiner und ein alter Mann. Die Frauen Gruber und Gabriel lagen noch so da wie sie zusammengesunken waren. Lies doch mal was zu den Verletzungen überliefert ist, setze dies mit der einen nachgewiesenen Tatwaffe in Relation. Die Frauen "hingen" am Täter, dieser konnte die Haue nicht mit der normalerweise möglichen Wucht einsetzen dadurch entstanden die Stanzlöcher von der überstehenden Schraube, ein Triangelförmiger Bruch usw. Würgemale setzen einen gewissen Zeitraum starken Druck voraus. Der Hund bellt, die Tiere im Stall sind unruhig dem Gruber schwant böses. Er stürzt mit, oder ohne Flinte in den Stadel und wird niedergemacht. Wann das Kind dazukommt und ob es im Weg war? Wer kann es heute nachvollziehen.
Zitat von CharlytoniCharlytoni schrieb:- Die Opfer werden danach abgedeckt, wo Sie erschlagen wurden,
d.h. man will Sie nicht weiter bewegen, begraben oder verstecken;
es soll ein Mahnmal erichtet werden, das von Kühler Machtausübung zeugt.
Körperliche Nähe wird vermieden. Kein nochmaliges Anfassen der Opfer.
Nur ein Abdecken, um die Sicht auf die Opfer zu versperren.
Ein fast klinischer Akt, nach einer derartig monströsen Tat.
Im Stadel hat es gerade ein Blutbad gegeben. Kopfverletzungen bluten sehr stark. Es gab wenig Licht. Um an ihre Beute gelangen zu können, müssen die Täter über die Opfer hinweg durch den Stall ins Haus. Wenn sie auf die schwer Verletzten / Leichen und in die Blutlachen steigen, haben sie blutige Schuhe und Beinkleider. Sie benutzen die zur Verfügung stehenden Materialien zum Abdecken. Das Brett / die Tür verschaffen sicheren Tritt. Ein fast schon banaler Akt.

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13.11.2012 um 08:55
Und falls ich recht habe war einer der Täter Metzger.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.11.2012 um 09:37
Bekannte Rituale der sog. Totenpflege und "unbewußter Gewissensimpulse" durch Mörder waren / sind – [das ändert sich m. E. kulturhistorisch auch mit der Zeit] - das Abdecken insbesondere der Augen, das Falten oder Kreuzen der Hände über der Brust, das Kreuzen der Beine.

„Der multiple Mörder Bruno L. – genannt der doofe Bruno - faltete manchen seiner Opfer die Hände, weil er in seinem primitiven Aberglauben dachte, sie könnten ihn dann nicht mehr packen“. Haarmann : „Auf den Kopf legte ich immer einen Lappen, damit er [das jeweilige Opfer] mich nicht immer so ansah… ich habe immer geweint. Es ist doch schließlich nicht so leicht…“
Rüdiger Herren : Freud und die Kriminologie S.212 f.

„Es ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass bei diesen Ritualen der Totenpflege selbstverständlich motivologisch die verschiedensten psychischen Faktoren (z.B. bewußte Täuschungsmanöver des Täters; rationale Motive wie etwa Zynismus; bewußte religiöse Vorstellungen, wie etwa Symbolik des Kreuzes; Aberglauben; bewußte und unbewußte Gewissensimpulse etc.) eine Rolle spielen können. Jeder Fall muß genauestens kriminalpsychologisch untersucht werden.“ …

Manchmal ist das Motiv des Verhaltens des Täters einzig und allein auf der Bewußtseinsebene zu finden. (vgl. Rüdiger Herren : aaO).

Und da denke ich halt auch im vorliegenden Fall wie schon Vercingetorix früher einmal sagte, Verstecken gegen oberflächliche Blicke, um Zeit zu gewinnen –entweder um Fluchtdistanz zu erhöhen oder um erstmal Gedanken und Dinge zu ordnen, Kräfte für die Zeit nach der Entdeckung zu sammeln - erscheint mir zunächst immer noch rational plausibel. Ob es dazu aber die besondere Ablage der Leichen im Stadel und das zuhandene Türblatt brauchte, ob nicht Heu genügt hätte? Und das Türblatt auf den Leichen stelle ich mir als eine zu instabile Konstruktion vor, um einen festen Tritt zu verschaffen. Konnte man die Leichen nicht doch besser einfach umgehen, um ins Hausinnere zu gelangen.

Totenpflege, Versöhnungsrituale o. ä. im obigen Sinne kann ich darin jedenfalls nicht erkennen, eher das Gegenteil. War doch vielleicht Zynismus im Spiel ?


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13.11.2012 um 12:07
@pensionär

Seit 1973 hat sich in der Kriminalpsychologie viel getan.

Wenn ich Tatgelegenheit und Opferauswahl als zwei Aspekte des Tathergangs für sich betrachte, also abgelegener Hof mit zwei alten Leuten, einer Frau und zwei Kindern komme ich zu dem Schluß, daß deren Tod mit einkalkuliert war. Ein reuiges Verhalten im Sinne von emotionaler Wiedergutmachung würde bei dieser Sorte Täter dann schon fast iriitieren.

Mir geht es auch darum das Tatgeschehen aus der Mystifizierung wieder auf den Boden zu holen. Immer wenn es um Hk geht kommt gleich Inzest, Leichenstapelei und versteckte Reuthaue, und "Warum das Kind im Kinderwagen?". Dies ist aber wohl zum größten Teil der Legendenbildung geschuldet da das Verbrechen unaufgeklährt blieb. Ich muß aber zugeben, eine Gesamtbetrachtung der Tat in diesem Mikrokosmos macht schon nachdenklich.

Ich möchte mich noch mal zur Spurenanalyse begeben. Im Sinne von "Der Täter hinterläßt in jedem Augenblick und bei jeder seiner Handlungen Hinweise auf seinen Lebenstext." Die Wörter (Spuren) gilt es lesbar zu machen. Also warum hat der Täter mit der Reuthaue so oft scheinbar sinnlos auf die Köpfe der Frauen gehauen. Weil es sonst immer funktioniert hat. Woher der sichere Umgang mit der blutverschmierten Umgebung. Das kommt nicht von einem Bauern der einmal im Jahr ein Schwein schlachtet. Solche reflexhaften Betäubungsversuche sehe ich genau bei einem Metzger. Der nach dem niederschlagen auf genau die Art nichts anderes erwartet als ein Blutbad. Die vier Opfer lagen direkt vor der sehr schmalen (70cm) Stalltür. Durch diese Stalltür mußten die Täter, nicht irgendwann - sofort. Es gibt aber keine Fußabdrücke im ganzen Gebäude.

Dein Gedanke an Trugspuren gefällt mir immer besser. Würde dies aber nicht gleichzeitig bedeuten, daß die Täter aus der näheren Umgebung kommen mußten. Sie also gut mit den Umständen vertraut waren, um den Trugspuren einen Sinn verleihen zu können?


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13.11.2012 um 12:32
Ich interpretiere jetzt einfach mal in das Bild der , durch eine Tür abgedeckte, "gestapelten" Leichen etwas hinein :

Man nimmt "verstreut" liegende Leichen und "stapelt" sie - schafft also dadurch das Bild einer Einheit (Gesamtheit) , dann legt man eine Tür darüber und schafft dadurch das Bild " den Deckel auf einer Einheit/ Gesamtheit " .

Hat vielleicht jemand den "Deckel" auf "alle gleich" gelegt ?

( Bewusst oder unbewusst sei mal dahingestellt - auch den "praktische Aspekt " einfach mal aussen vor lassend . Es geht mir gerade nur um diesen ( möglichen) symbolischen Charakter , der dann ja wieder auf einen persönlichen Bezug / eine persönliche Wertung der Opfer durch Täter schliessen lassen würde. )


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13.11.2012 um 12:48
@Uhlenspiegel

Das die Leichen gestapelt wurden glaube ich nicht. Die Frauen sind da gestorben wo sie gelegen haben. Andreas hatte die schweren Zerstörungen in der rechten Gesichtshälfte, der Impuls kam also von links und hat das Opfer nach rechts beschleunigt wo es dann über die zwei anderen fiel.

Falls der Täter einen persönlichen Bezug zu den Opfern gehabt hat, mag ihm irgendwas in der Preislage (Deckel, Abschluß) durch den Kopf gegangen sein. Wenn man jetzt noch wüßte was an Material da herumgestanden ist. Dann könnte man schon über eine unbewußte Außwahl einer Tür denken.

Um was ging es aber genau in diesen Augenblick aus praktischer Sicht für die Täter?


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13.11.2012 um 12:54
Zitat von VercingetorixVercingetorix schrieb:Mir geht es auch darum das Tatgeschehen aus der Mystifizierung wieder auf den Boden zu holen.
Das ist absolut zu unterstützen. Der Mystery-Faktor ist bei HK enorm hoch, über Jahrzehnte angewachsen.
Zitat von VercingetorixVercingetorix schrieb:...sehe ich genau bei einem Metzger
Das ist schon ein Gedanke, den zu vertiefen sich lohnt. Die erstaunliche Treffsicherheit und die gekonnte Art des Umgangs mit einer Haue, die teilweise auch zum Schlachten verwendet wird,
ist da ein Ansatzpunkt.

Der scheinbar professionelle Umgang mit Blut und Spuren, sowie die grundsätzliche Rohheit der Tat scheint das weiter zu unterstreichen.

Dieses Vorgehen mit erlerntem Bajonettfechten bzw. Spatenstechen in Schützengräben herzuleiten, erscheint mir zu weit hergeholt. Ein Metzger, warum nicht? Wenn er schnell ein paar Stück Vieh schlachten muss, macht er da auch einen Stapel und legt ein Steh-und-Geh-Brett darauf, um nicht im Blut waten zu müssen?


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13.11.2012 um 13:02
@zilch
Zitat von zilchzilch schrieb:Wenn er schnell ein paar Stück Vieh schlachten muss, macht er da auch einen Stapel und legt ein Steh-und-Geh-Brett darauf, um nicht im Blut waten zu müssen?
Wäre das Auflegen von Steh-und-Geh-Brett(ern) seitens des Metzgers auf einem Schlacht"stapel" nicht äusserst kontraproduktiv für die weiteren Arbeitsschritte ? Irgendwann muss das Ergebnis der "Schnellschlachterei" ja auch verarbeitet werden und somit müsste er dieses Brett ja dann doch wieder vom "Stapel" herunterheben um weiter zu arbeiten und würde dann ja doch wieder in das Blut , in dem er nicht "waten" wollte , herumlaufen .
Was hätte er somit gewonnen?


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13.11.2012 um 13:07
@zilch,

also ehemalige Soldaten, welche gelernt hatten sich in den Schützengräben, teils auch bei Dunkelheit mit selbstgebastelten "Keulen" zu verteidigen sind also zu weit hergeholt. Ein Metzger, welcher seine Tiere mittels Bolzenschußaparat tötet jedoch nicht? Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass Schweine oder Rinder mittels Reuthauen oder ähnlichen Werkzeugen getötet wurden.
Dürfte bei Rindern zumindest mehr als eine Tortur sein, sowohl für die Tiere als auch für den Metzger.


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