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Mordfall Hinterkaifeck

46.861 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Hinterkaifeck, Sechsfach Mord, Einödhof, Hinterkeifeck
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

29.10.2019 um 19:52
jerrylee schrieb:Besteht da eine Verbindung nach Kaifeck?
Mh.., keine Ahnung, die Ostermaiers waren zur Tatzeit ja schon lange weg aus Kaifeck, und im Ostallgäu auch räumlich ziemlich weit von Kaifeck weg.

Bevor die Thalers 1907 in Unterkaifeck einzogen gab es noch einen Zwischenbesitzer, nach den Ostermairs, der das Anwesen aber nur einige wenige Jahre gehabt haben dürfte.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 11:23
Einer der lesenswerten Zeitungsartikel über den Mordfall dürfte nach meiner Ansicht jener der "Schrobenhausener Zeitung" vom 1.4. 1931 sein, der den Titel trägt


"Vor 9 Jahren Mord in Kaifeck".


Er ist ausführlich und man liest teils bekannte Dinge aber auch (jedenfalls mich) Überraschendes.

Beispiele:

"Der Mann der ermordeten Frau Gabriel ist als Soldat im Weltkrieg als vermisst gemeldet worden."

Oder: "Der Stiel der Stockhaue war kunstgerecht von einem Wagner gefertigt und stammte daher offenbar nicht aus dem Besitz der Ermordeten, da allgemein bekannt war, dass der alte Kaifecker solche Arbeiten immer selbst ausführte."

Es folgen geradezu geleakt erscheinende Fahndungsdetails zum "Eisernen Heini" dem Bäcker B. (etwa die Grenzfahndung zu Österreich).

Weiter:

"Abgesehen von verschiedenen Gerüchten, die von Zeit zu Zeit überall auftauchen und die verschiedentlich auch meldeten, dass der Mörder verhaftet sei, hat sich bei der Bevölkerung von Waidhofen eine Anschauung festgesetzt, die mit der Anschauung der Staatsanwaltschaft nicht übereinstimmt."

Mit Beispielen jetzt genug, es sei erinnert : Der Zeitungsartikel ist zur Gänze interessant.
Quelle: https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Zeitungsartikel:_1931-04-01_Schrobenhausener_Zeitung

Man könnte da vielleicht einiges als typische Zeitungsenten abtun (wahrscheinlich als eine Mischform von redaktionellem Versehen, Halbwissen und Wissen) - fände sich nicht in den Akten folgender, aufschlußreicher Schriftverkehr zwischen dem seinerzeit ermittlungsführenden Oberstaatsanwalt Kestel, StA Neuburg und der PD München, der auch einen innerdienstlichen Aspekt aufweist und dem Artikel zudem noch ein seltsames Gütesiegel verpaßt :

"A 657/31.
II. Samt Akten
An die Polizeidirektion (Dienststelle 2) München
..............
..............
Bei dieser Gelegenheit ersuche ich erg. um Äußerung, ob der ausführliche Artikel über den Mord in Nr. 53 der Schrobenhausener Zeitung“ mit der Überschrift:“Vor 9 Jahren Mord in Kaifeck“, der genaue Aktenkenntnis ersehen läßt, von der Polizeidirektion München herrührt.
Neuburg a. Donau, 29.4.31
Der Oberstaatsanwalt
"
https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Dokumente:_1931-04-29_Aktennotiz_OstA_Kestel_Wiederaufnahme_der_Ermit...


Und hier die Antwort:

"Polizeidirektion München
Dst. 2
München, den 12. Mai 1931

________________________________________

II. An den Herrn Oberstaatsanwalt
Bei dem Landgerichte
Neuburg a. Donau
.............
............
Mit dem ergebenen Anfügen zurückgeleitet, daß die von dort erwähnte Pressenotiz hier nicht bekannt ist und auch nicht von hier herrührt. In der Sache Hinterkaifeck wurden überhaupt von hier aus keinerlei Mitteilungen an die Presse gegeben.
Polizeidirektion

I.A.
gez. Tenner
gez. Riedmayr


________________________________________

Zum Sammelakt: Sechsfacher Mord in Hinterkaifeck
in der Dienststelle 2

München, den 12. Mai 1931
Polizeidirektion
I.A.
Fauss
"

https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Dokumente:_1931-05-12_Aktennotiz_Riedmayr_über_Schlittenbauer

Hier fehlt übrigens die lange gebräuchliche Rubrizierung als "Raubmord".


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 11:30
Bearbeitungszeit abgelaufen. Ergänzung : Alle Hervorhebungen von mir.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 12:53
pensionär schrieb:Der Mann der ermordeten Frau Gabriel ist als Soldat im Weltkrieg als vermisst gemeldet worden."
Das ist doch bereits bekannt, z B im Antenne Bayern Podcast, den ich hier auch schon verlinkt hatte, wird doch ausführlich - unter der Überschrift 'Saving Private Karl Gabriel' darüber diskutiert, ob es evtl denk-/vorstellbar wäre, dass Karl Gabriel den I. Weltkrieg überlebt hätte und als Täter der Morde auf Hinterkaifeck zurückgekehrt sein könnte.

Youtube: Episode 6: Saving Private Karl Gabriel

Auch Zeugenaussagen von Kriegskameraden des Karl Gabriel werden zitiert.

Ich denke eher nicht, dass es KG gelungen sein könnte, seinen Tod im Krieg 'vorzutäuschen' und er (heimlich) desertiert sein könnte und dann später - aus Eifersucht/ Rache? - seine Frau Viktoria sowie die fünf anderen Hinterkaifecker getötet/ermordet haben könnte.

Dass Frauen, deren Männer im Krieg (mit ungewissen Schicksal) 'verschollen' sind, sich einen neuen (Ehe)Mann und 'Versorger' suchten, war zur damaligen Zeit an der Tagesordnung und nichts außergewöhnliches.
Besonders, wenn es - wie im Fall Hinterkaifeck/ Viktoria Gabriel - einen Hof zu bewirtschaften gab.
Dies als Motiv für einen 6-fach (!) Mord anzunehmen, finde ich etwas dünn.
Wurde hier im Theard ja bereits diskutiert.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 13:23
Hier übrigens noch ein weiterer, m E interessanter und ausführlicher Podcast, der sich mit dem Mordfall Hinterkaifeck beschäftigt:

Youtube: #190 - 'Der Mordfall Hinterkaifeck - HOAXILLA Crime'


Hier auch noch eine Doku, die ich bisher noch nicht kannte, weiß nicht, ob sie hier im Theard schonmal verlinkt wurde:

Youtube: Hinterkaifeck GELÖST? Creepy Cases Ep 02 deutsch


Ebenfalls m E interessant, allerdings auf Englisch:

Youtube: Case 124: Hinterkaifeck


Mal etwas anderes, ein Hörspiel/ Hörbuch zum Fall:

Youtube: Murder Documents 2 - Hinterkaifeck (Krimi / Hörspiel / Hörbuch)


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 14:21
Karl Gabriel galt offiziell nie als vermisst, in seiner Stammrolle steht „gefallen“ und er steht auch im Gefallenen-Verzeichnis seiner Truppe. Viktoria G. erhielt die Nachricht von seinem Tod, nur so konnte sie ihn beerben, bzw. auch der „falsche Erbschein“ 1915 ausgestellt werden.

Eine mögliche Dessertation wurde nach der Tat von den Ermittlern, hier Polizei-Oberwachtmeister Meixl aus Schrobenhausen Ende April 1922 in Erwägung gezogen.
Nachdem die umfassenden Ermittlungen in nebenbezeichneter Mordsache bisher zu keinem Ergebnis führten, möchte ich die Polizeidirektion dringend ersuchen, bei den einzelnen zuständigen Fürsorgestellen in München, wie auch bei den übrigen Stellen in Bayern darüber Erhebungen einzuleiten, ob nicht der Ehemann der ermordeten Besitzerin namens Karl Gabriel, welcher nach einer im Schrobenhausener Wochenblatt seinerzeit erschienen Todesanzeige vom 12.12.14, bei Neuville gefallen sein soll und im 13.Inf.Rgt., 1.Komp. gedient hat, mit einem kurz vor der Mordtat eingetroffenen Gefangenentransport zurückgekehrt ist.
Der Umstand, daß schon in hundert derartigen Fällen der vom. Regt. Angeblich Gefallene wieder in die Heimat nach Jahren zurückkehrte, bewegt mich auf den Gedanken, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß auch Karl Gabriel heimkehrte und schließlich, was bei den zerrütteten Verhältnissen, die in der Familie Gruber und Gabriel herrschten – Vater und Tochter treiben Blutschande – die Ehefrau des Gabriel hat im Witwenstande geboren, als Täter in Frage kommen kann. (...)
https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Dokumente:_1922-04-29_Ersuchen_bzgl._Karl_Gabriel


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 14:38
margaretha schrieb:möchte ich die Polizeidirektion dringend ersuchen, bei den einzelnen zuständigen Fürsorgestellen in München, wie auch bei den übrigen Stellen in Bayern darüber Erhebungen einzuleiten, ob nicht der Ehemann der ermordeten Besitzerin namens Karl Gabriel, welcher nach einer im Schrobenhausener Wochenblatt seinerzeit erschienen Todesanzeige vom 12.12.14, bei Neuville gefallen sein soll und im 13.Inf.Rgt., 1.Komp. gedient hat, mit einem kurz vor der Mordtat eingetroffenen Gefangenentransport zurückgekehrt ist.
Offenbar ist bei diesen 'Erhebungen' bei den Fürsorgestellen in München und im restlichen Bayern damals ja nichts herausgekommen, was eine Relevanz für den Fall gehabt hätte.
Wäre - im Zuge bzw im Verlauf der weiteren Ermittlungen - herausgekommen, dass Karl Gabriel tatsächlich mit diesem Gefangenentransport in die Heimat zurück gekehrt wäre, dann wäre uns dies wahrscheinlich bekannt bzw würde in Artikeln/Dokus/Podcasts Hinterkaifeck betreffend, erwähnt.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 15:44
@margaretha
Danke, dass Du zwischenzeitlich die Klarstellung zu Karl Gabriel vorgenommen hast - ich wurde so sinnentstellend verkürzt zitiert, dass sie leider notwendig wurde.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 20:06
Zum Karl Gabriel sen. noch folgende Geschichte.

1920: Gütler Karl Gabriel aus Laag lehnte die Leistung des Reichnisses ab, darüber hat sich dann Pfarrer Haas beschwert.

21.1.1921: laut Messner Franz Fleischmann wurde Karl Gabriel beim Bezirksamt vorgeladen.

Dateianhang: Reichnisse.pdf (191 KB)


https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Personen:_Gabriel_Karl_sen.

Karl Gabriel sen. und A.Gruber waren sich im Grunde nie Grün, weder vor noch nach der Hochzeit ihrer Kinder.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 20:52
pensionär schrieb:Danke, dass Du zwischenzeitlich die Klarstellung zu Karl Gabriel vorgenommen hast - ich wurde so sinnentstellend verkürzt zitiert, dass sie leider notwendig wurde.
Falls das in meine Richtung ging:

Inwiefern war der Teil, den ich zitiert habe, 'sinnentstellend verkürzt'?

Der Rest Deines Postings handelte nicht von Karl Gabriel, daher sehe ich keine Entstellung des (ursprünglichen) Sinnes durch den Umfang meines Zitates.
Du hattest noch das Wort 'vermisst' hervorgehoben, was ich in meinem Zitat nicht übernommen habe.

Da 'vermisst' implizieren würde, dass KG zum Zeitpunkt der Morde auf Hinterkaifeck noch gelebt haben könnte, habe ich lediglich ein paar Gedanken meinerseits zu dieser Theorie/ Denkhypothese gepostet.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.10.2019 um 21:23
@ThoFra

@pensionär hatte einen Zeitungsartikel zitiert, zudem er in seinem Posting auch schrieb:
pensionär schrieb:Man könnte da vielleicht einiges als typische Zeitungsenten abtun (wahrscheinlich als eine Mischform von redaktionellem Versehen, Halbwissen und Wissen).......
Und du hattest aus dem gesamten Post nur den einen Satz des von ihm zitierten Zeitungsartikels zitiert:
ThoFra schrieb:pensionär schrieb:
Der Mann der ermordeten Frau Gabriel ist als Soldat im Weltkrieg als vermisst gemeldet worden."
Insofern hast du ihn tatsächlich sinnentstellend verkürzt, weil du noch nichtmal ihn selbst ziziertest.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 11:52
"Ich bin der Mörder von Kaifeck“
"Inzwischen hatte Mitte Mai 1927 ein Waidhofener eine unheimliche Begegnung, deren Aufklärung damals die Gendarmeriestationen Hohenwart und Schrobenhausen beschäftigte: Ein Waidhofener, der sich spät nachts auf seinem Fahrrad auf der Heimfahrt befand, wurde kurz nach 12 Uhr, als er sich auf der Staatsstraße bereits dem Ortseingang näherte, von einem fremden Mann angehalten und aufgefordert vom Rade zu steigen. Der Fremde stellte dann verschiedene Fragen, die sich auf die Nachforschungen nach dem Mörder von Kaifeck bezogen. Zum Schluss rief der Unheimliche: „Bald wird Licht in die Sache kommen! Ich bin der Mörder von Kaifeck!“ Darauf sprang er über den Straßengarben und verschwand in den Feldern auf den Wald zu. Die Beschreibung, die der Waidhofener der Gendarmerie von dem unheimlichen Fragesteller gegeben hat, passte auf den Mann, der sich am Tage vorher auf dem Waidhofener Friedhof die Gräber der Ermordeten zeigen ließ. Seit der nächtlichen Begegnung fehlte von dem Manne jede Spur, und seine Ankündigung, dass bald Licht in die Sache kommen werde, hat er bis heute noch nicht wahr gemacht."

https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Zeitungsartikel:_1931-04-01_Schrobenhausener_Zeitung

Hierzu kommt mir natürlich die Aussage der Zeugin Magdalena Sch. betr. ihrer Jahre mit Adolf G. in den Sinn:
..........
..........
"POPP: jetzt noch etwas, jetzt würde es mich noch interessieren, ob ihr in Waidhofen am Friedhof vorbeigekommen seid
SCHINDLER: am Friedhof, in Waidhofen
POPP: den an der Straße
SCHINDLER: ja, da ist dortmals eine Frau mitgegangen, da haben wir auch so gejammert und dann hats uns das sechsfache Grab gezeigt. Na haben wir gesagt, mein Gott, wie man so etwas nur auch machen kann. Mit dem Pickel haben die Leute gesagt. Dies ist ja lange darnach gewesen, mindestens ½ Jahr
POPP: was hat denn der Adolf damals gesagt
SCHINDLER: na sowas, na sowas, die sind dann in den Stall gegangen und waren nicht mehr herausgekommen. So haben halt die Leut erzählt. Eins ist nach den andern nachi und san halt nimmer rumkomma. Nachher hat eins zum andern gesagt, geh her schau umi, warum kommt er denn nicht mehr uma, warum gehens denn jetzt nicht mehr rum. Die Bauern bei denen wir gearbeitet haben, die haben es uns immer erzählt
…………….
...............
SCHINDLER: in Tegernbach waren wir damals, da hat er niemand gekannt
POPP: in Tegernbach...
SCHINDLER: dort unten hat er niemand gekannt
POPP: hat er denn da eine Arbeit gekriegt
SCHINDLER: ja, da haben wir dann gearbeitet. Da sind wir bereits 8 Tage gewesen
POPP: 8 Tage, wards da in Waidhofen oder in Tegernbach
SCHINDLER: in Tegernbach, in Waidhofen haben wir überhaupt nichts gearbeitet
POPP: seid ihr dort nur hin, damit ihr das Grab seht
SCHINDLER: ja, da sind wir halt nach. Der Adolf ist dann mit den Bauern mitgegangen, sie sind gefahren mit dem Roß
POPP: sie sind aber da nicht mitgefahren nach Hinterkaifeck
SCHINDLER: nein, ich bin nicht mitgefahren, auf Kaifeck bin ich nicht
POPP: nachher ist der Adolf allein hin mit den Bauern
SCHINDLER: ja, ja, die haben sie sich das angeschaut, da ist der Bauernhof schon weggewesen und alles
PRÄHOFER: wie der Adolf hingekommen ist
POPP: hat er ihnen das nicht erzählt
SCHINDLER: er hat mir gesagt, da siehst nichts mehr wie Obstbäume. Ich hab ihn gefragt, was da los sei
POPP: wissen sie, warum sie den Bauernhof weggerissen haben
SCHINDLER: ja
POPP: hat er da was erzählt
SCHINDLER: ja, weil sie gesagt haben, auf dem Bauernhof ist kein Glück, weils alleweil gestohlen haben, Bei dem Bauern ist immer gestohlen worden
POPP: bei dem Bauern ist immer gestohlen worden. Und wer hat ihnen erzählt, dass man bei dem Bauern immer gestohlen hat, Frau Schindler
SCHINDLER: ja, dös sagen die Bauern
POPP: oder hat dös ihnen der „Adi“ erzählt
PRÄHOFER: dies hat ihnen der Adi erzählt und der Adi hats von den Bauern gehört
POPP: hat der Adi in den Jahren, wo sie so 38 Jahre alt waren, einmal mehr Geld gehabt...wie ist es denn bei ihm mit dem Geld gewesen
SCHINDLER: der hat nie Geld gehabt...was er halt so verdient hat. Wir haben schon oft keinen Pfennig gehabt
POPP: keinen Pfennig. Haben sie ein arges Gfrett ghabt mit ihm
SCHINDLER: ja wir haben ja nie ein Geld gehabt..."

............................
............................
https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Aussagen:_1952-05-06_Schindler_Magdalena

Aber es geht mir halt mit den Zeitangaben nicht auf. Zum einen datiert sie den Friedhofsbesuch in Waidhofen auf "...lange darnach gewesen, mindesten ½ Jahr" später den Besuch des Tatorts durch Adolf G. auf "da ist der Bauernhof schon weggewesen und alles".

Der Zeitungsartikel datiert aber die unheimliche Begegnung auf Mitte Mai 1927. Bei aller Unschärfe die das gesamte Protokoll manchmal in ihren Aussagen hat, sind die Zeitabstände m. E. aber doch zu groß, um Personengleichheit zwischen dem Friedhofsbesucher Adolf G. und dem unheimlichen Selbstbezichtiger annehmen zu können. Viele dürften sich damals, (wie heute noch) für die Grabstelle in Waidhofen interessiert haben - belanglos ist das markante Interesse gerade von Adolf G. m. E. dennoch nicht.

Wie soll man aber auch über den bereits zitierten Punkt der Aussage Magdalena Sch. wegkommen : "der hat nie Geld gehabt...was er halt so verdient hat. Wir haben schon oft keinen Pfennig gehabt".

(Man mag mir nachsehen, dass mich auch das "umi-uma" Lokalkolorit in der Sprache der Zeugin dazu veranlaßt hat, diesen kleinen Ausschnitt aus dem teilweisen Wortprotoll zu zitieren, um sie so auch hier nochmals zum Klingen zu bringen. Ich verweise aber hinsichtlich des Gesamtkomplexes Adolf G. auf etwa das HKnet-Wiki).
[Alle Hervorhebungen von mir.]


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 12:34
pensionär schrieb:SCHINDLER: in Tegernbach waren wir damals, da hat er niemand gekannt
POPP: in Tegernbach...
SCHINDLER: dort unten hat er niemand gekannt
POPP: hat er denn da eine Arbeit gekriegt
SCHINDLER: ja, da haben wir dann gearbeitet. Da sind wir bereits 8 Tage gewesen
POPP: 8 Tage, wards da in Waidhofen oder in Tegernbach
SCHINDLER: in Tegernbach, in Waidhofen haben wir überhaupt nichts gearbeitet
In einem dieser Tegernbach's gingen die Uhren damals anders, das hat schon Pfarrer Wolfgruber 1922 gewusst, seine umtriebigen Schäfchen waren im ganzen Umkreis bekannt.


Dateianhang: Brandstifter Tegernbach,Fuchs,Renkl Franz,Tegernbach.pdf (3052 KB)


Dateianhang: Ränkel(Tegernbach),Brückl,Meier.pdf (3129 KB)


Dateianhang: Straßenräuber bei Tegernbach.pdf (34 KB)

Ich verwechsle die Tegernbachs oft, einmal das bei Rudelzhausen und einmal dass Tegernbach bei Pfaffenhofen a.Ilm. :-)


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 13:57
@jerrylee

Lt. meinem Routenplaner sind es vom Tegernbach bei Pfaffenhofen an der Ilm bis zum Friedhof nach Waidhofen auf der Landstrasse ca. 8,4 km. Das konnten die beiden doch wohl locker abtippeln für einen Friedhofbesuch.

Vom Tegernbach, 84104 Rudelzhausen wären es allerdings ca 50 km.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 15:21
Zum Thema Einwohnerwehr.

22.5.1920: Beratung über Bereitstellung eines LKW für die EW bei Unruhen.

24.6.1921 Entwaffnung der Zivilbevölkerung. Die Einwohnerwehren werden für aufgelöst
erklärt.
7.7.1921: Löschung des Vereins E.W.B. zum 30.9.1921.

Die militärische Oberleitung des Bundes "Bayern und Reich" benötigt bis 10.11.1923 eine
genaue Bestandsmeldung über das gesamte, im Bezirke lagernde Kriegsmaterial
(Infanterie-Gewehre, leichte und schwere M.G., Geschütze, Munition, Feldküchen etc.)
Neu gab es ein Freiwilligen-Batallion Paargau. Für verdiente Mitglieder der Gemeinde.

Die Frau Gabriel bestellt im Sept. 1921 zur Auflösung der EW - Fette und Öle, ob dabei schon ein Fass Benzin bestellt wurde lässt sich nicht mehr feststellen, was für ein Zufall.


https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Dokumente:_1922-05-09_Aktennotiz_zu_Löhner_und_Berchthold

...und Anfang März 1922 gleich wieder ein Fass Benzin, die Sendlinger Motoren waren keine Spritfresser, dagegen ein LKW mit Benzinmotor schon.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 16:40
@jerrylee

Benzinpreis 1 Liter :

"Benzinpreis 1919 - 0.90 Mark

Benzinpreis 1920 - 0.90 Mark

Benzinpreis 1921 - 0.90 Mark

Benzinpreis 1922 - 1.45 Mark

Benzinpreis 1923 - 1.90 Mark"


Zum Vergleich :

Bierpreis 0,5 l

"Bierpreis 1919 - 0,15 Mark"

Beim Bierpreis wurde dann 1920 die "staatliche Preisfestsetzung für Bier aufgehoben".

Danach gings ab :

"Bierpreis 1920 - 1,00 Mark

Bierpreis 1921 - 1,00 Mark

Bierpreis 1922 - 2,00 Mark"

Quelle: https://www.was-war-wann.de/historische_werte/benzinpreise.html

[Hier finden sich auch einige wichtige Bedarfs-und Verbrauchsartikel (samt einem Oktoberfestmaß) und ihre Preisentwicklung]


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31.10.2019 um 17:16
@pensionär

Also war Bier doch die Leitwährung in Bayern. ;-)
pensionär schrieb:Danach gings ab :
Das stimmt nicht, in einem kleinen unbeugsamen Dorf in Bayerisch-Schwaben, wo viele Biertrinker lebten, führten sie schon 1914 einen Bierkrieg.


Dateianhang: Bierkrieg Waidhofen.pdf (739 KB)


.. und bei der Polizei ......


Das Biertelefon


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 20:35
Hier gibt es so viele für mich neue und interessante Links !
Dafür herzlichen Dank, die Abende werden jetzt so lang und da gibt es was zu Lesen
und anzusehen. Leider bin ich hier noch Anfängerin- und werde euch daher nicht schlauer
machen können ;-).....


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31.10.2019 um 21:28
@AnneOnedin
Willkommen im Club !
LG.


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Mordfall Hinterkaifeck

31.10.2019 um 21:36
@AnneOnedin
Von mir auch willkommen. Zum Einlesen kannst gerne auch das Themen-Wiki oben benutzen: Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck
Ansonsten wird Dir der Lesestoff erst mal nicht ausgehen bei über 2300 Seiten alleine hier...


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