Aussage L. S:
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Wir fanden alle Türen mit Ausnahme der zum Maschinenhaus führende Türe verschlossen. Vom Maschinenhaus aus führte eine Scheunentür in die Tenne. Dieses Tor war verschlossen u. zwar von innen aus in der Weise, dass in der Innenseite des Tores eine Stange vom Tor zum Balken fest angebracht war.
Das "zum Maschinenhaus führende Tor" wird von anderen Zeugen und auf den Skizzen der Kripo und Hobby-Ermittlern auch als Hoftor oder (südliches, hofinneres) Scheunentor der Scheunendurchfahrt bezeichnet.
https://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Datei:Grundriss.gifEs war grundsätzlich nicht von innen verschließbar, sondern von außen mit einem Stück Holz zugelehnt, wie man z. B. hier deutlich sehen kann:
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalfall-hinterkaifeck-auch-nach-100-jahren-ist-der-sechsfachmord-nicht-aufgeklaert-17921448.htmlMit "Tenne" ist die Futterkammer gemeint, in der neben der hinteren Türe zum Stall die Toten lagen.
Wie auch immer diese "Scheunentür in die Tenne" von innen verschlossen war, man konnte sie mit etwas Geschick und Gewalt von außen aufziehen, wie es der L. S. bei der Aufdeckung der Tat ja auch gemacht hat (ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und ich haben das da auch manchmal gemacht wenn ich ausgesperrt war oder einfach nur testen wollte, ob es funktioniert).
Er musste es also gewusst haben, dass dies möglich ist, weil er es wahrscheinlich nicht zum ersten Mal getan hat. Alternativ könnte er über das Heuseil in der Scheunendurchfahrt in die Futterkammer gelangt sein, denn es gab nämlich oben über der Trennmauer einen Durchgang vom Strohboden über der Scheunendurchfahrt zum Heuboden über der Tenne/Futterkammer. Und dann hat er die innere Verriegelung der Scheunentür so manipuliert, dass man sie mit dem entsprechenden Know-how auch von außen öffnen konnte.
Die ebenfalls von innen verschlossene und nach außen aufgehende hintere Stalltüre zur Futterkammer/Tenne hat er dann mit der Reuthaue aufgebrochen oder aus den Angeln gehoben (auf den Fotos mit dem Leichenberg sind die äußeren Angeln deutlich zu sehen). Und es gibt sogar einen Zeugenbericht, dass die Stalltüre bei der Auffindung ausgehängt war und damit die Leichen abgedeckt waren. Auf den Fotos der Kripo ist sie wieder eingehängt, aber das kann der L. S. ja in der Zwischenzeit gemacht haben. Laut den beiden anderen Auffindungszeugen Sigl und Pöll hat er ja alles am Tatort verändert, was man nur verändern kann....