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Mordfall Hinterkaifeck

52.529 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

19.10.2025 um 19:01
@Myrosie
Der Monteur, als er noch Monteur und nicht Betriebsleiter war, scheint damals mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter täglich unterwegs gewesen zu sein.
Er sagt ja selbst, es muss montags oder dienstags gewesen sein.
Eine Fahrtstrecke wird mit einem Rad und der Monteutasche, Verpflegung und Materialien, auf nicht asphaltierten rutschigen nassen Feldwegen und mit altersentsprechendem Rad durchaus länger gedauert haben. Und ab spätestens 17 Uhr ist es dunkel.

Warum er sich nicht gemeldet hat? Tja, wer weiß. Vielleicht hatte er die Sache tatsächlich so nach dem ersten kurzen Gespräch mit einem Polizisten abgehakt, da er nichts weiter zum Mord beitragen konnte.

Der Ermittlungsfehler liegt meines Erachtens seitens der Polizei, die schneller hätte befragen müssen.


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Mordfall Hinterkaifeck

20.10.2025 um 10:23
Ich denke, es könnte helfen, dieser Sache etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken, um Licht in das Dunkel der Ermittlungen zu bringen.

Gregers Zeitangaben sind m.M. erstmal ernstzunehmen, da die Aussage wenige Stunden nach dem Geschehen aufgenommen wurde. Sie ist kurz, klar und zeitnah. Also muß der Monteuer lt. BM Greger im Zeitfenster zwischen 8:30 und 14:30 erledigt haben:

- noch eine 1/2 Std. mit Greger verbracht
- durch Gröbern nach HK fahren bis 9:00
- kurz jemanden suchen, 1 Std warten bis 10:00
- Motor reparieren 4 1/2 Std bis 14:30
- noch einmal gesucht/umgesehen 14:30
- nach Gröbern , Bescheid geben 14:30
- zurück nach Wangen zu Greger fahren 14:30
(Ab hier variieren die Aussagen.)
- danach zu Lebmaier Vorderkaifeck Reparatur 1 Std?
- dann nochmal in HK nachsehen (?)
(Kann auch ein leeres Versprechen gewesen sein.)

Ab 14:30 in HK stammelt Hofner in seiner Aussage:
Ist nach HK entweder
- direkt nach Vorderkaifeck gefahren und will die Reparatur dort VOR dem Rückweg und Besuch bei Greger gemacht haben.
- Oder erst in Gröbern Bescheid gegeben haben (dann weiter zu Greger?, oder wohin?)

- Also zu Lebmaier nach Vorderkaifeck 15:00
- Reparatur 1 Std 16:00
- für „nach Hause“ ist es jetzt noch zu früh, dann stimmt seine Heimfahrt nicht mehr
- für „zu Greger“ zu spät, außerdem war er da ja schon

Sonnenuntergang ist spätestens 18:50. Hofner hätte zum Ziel, spätestens 17:20 (?) wieder den Heimweg anzutreten, um noch halbwegs im Hellen in PAF anzukommen. (Lt. Hofners Aussage Rückfahrt 17:30 - 19:00)
Frage: bekam der Monteur Gehalt oder Stundenlohn mit Zeitabrechnung? Könnte dies ein Grund für ihn sein, die Zeitangaben zu „dehnen“?

Von Lebmaier gibt es keine Aussagen, oder?
Ist das Nicht-Verfolgen dieses Stranges wirklich nur Zufall? Es handelt sich bei dem Monteur um den offiziell letzten Zeugen, der sich vor der Auffindung eines 6-Dach-Mordes länger am Anwesen aufgehalten hat. Und dann die Diskrepanz mit dem Hund auf dem Hof (darauf hat Hofner bei weiterer Nachfrage bestanden!)
Wurde er wirklich nicht sofort befragt wie viele Andere? Wenn doch, warum nicht aktenkundig, wenigstens in einem Ermittlerbericht erwähnt?

Oder:
Wäre die Monteur-Aussage von 1925 so schon 1922 aufgenommen worden, hätten doch aufgrund der Diskrepanzen dazu nochmal befragt werden müssen:
BM Greger
Lebmaier von Vorderkaifeck
Die 3 Auffinder
Der 16jährige Johann Schlittenbauer
Evtl. der Postbote


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Mordfall Hinterkaifeck

20.10.2025 um 10:35
Hier die Links zu den Aussagen:

BM Greger:
https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1922-04-05_Greger_Georg

Monteur Albert Hofner:
https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1925-05-15_Hofner_Albert


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Mordfall Hinterkaifeck

08.11.2025 um 16:31
Im Hinterkaifeck-Wiki tut sich ja immer etwas, weil wir versuchen, Aktenfundstücke zu verschiedenen Sachverhalten zusammenzustellen und so die Recherche für Alle zu erleichtern.
In den letzten Monaten kamen aber auch einige bisher unveröffentlichte Akten hinzu, die eine ganze Reihe von möglichen Diskussionen erlauben. Außerdem ergeben sie wie im gleich vorgestellten Beispiel Einblick in eine Welt, die uns heute glücklicherweise unbekannt ist, die gleichsam wichtig ist, um die damaligen Lebensumstände einiger benachteiligter Personen zu kennen.


Ein Ermittlungskomplex betraf ein weiteres Brüdergespann: Kaltenecker. Sie tauchen in den Akten zu Hinterkaifeck gleich mehrfach auf.
Über sie wissen wir aus Zeitungsberichten und den Akten bereits Einiges, die Recherchen von @Ajnat haben aber auch die Lebensumstände, Verwandtschaftsverhältnisse und weitere Straftaten beleuchtet.
Auch wenn dieser Ermittlungsstrang wie alle anderen auch ins Leere verlief lohnt sich dennoch ein Blick auf die damalige Zeit und was die Ärmsten so bewegte.

Guter Ausgangspunkt ist die Übersichtsseite im Wiki: https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Ermittlungsstrang:_Der_Verdacht_gegen_die_Gebr%C3%BCder_Kaltenecker

Wer es ausführlicher mag, hier das Diskussionsboard mit vielen detaillierten Fragestellungen im Forum zu den Kalteneckers aber auch zu anderen Verdächtigen aus dem Donaumoos: https://forum.hinterkaifeck.net/index.php?board=186.0


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Mordfall Hinterkaifeck

10.11.2025 um 19:56
Zitat von jaskajaska schrieb:In den letzten Monaten kamen aber auch einige bisher unveröffentlichte Akten hinzu, die eine ganze Reihe von möglichen Diskussionen erlauben.
Erstmal danke für die sicherlich aufwendige Recherchearbeit sowie das zur Verfügung stellen im HK-Wiki.
Zum Verständnis: Die Kaltenegger-Übersichtsseite ist ein guter Ausgangspunkt. Betreffen die bisher unveröffentlichten Akten nur diesen Ermittlungsstrang oder noch weitere?


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Mordfall Hinterkaifeck

10.11.2025 um 21:33
@InspMorand
Tatsächlich gibt es noch einen Ermittlungskomplex, der nun völlig neu im Wiki aufbereitet wurde. Das betrifft die Ermittlungen gegen den Monteur Albert Hofner, der durch einen pensionierten Polizisten 1925 in Verdacht geriet und überprüft wurde.

Mein Beitrag dazu von hinterkaifeck.net:
Die Akten im Staatsarchiv München enthalten vor und hinter der Aussage Hofners einige dazugehörige Dokumente, die die Ermittlungen zu Hofner ergänzen.
In ihnen sind nicht nur weitere Details zu finden sondern sie erlauben auch einen qualitativen und quantitativen Rückschluss auf die damalige Polizeiarbeit.

Wir haben schon einiges aufbereitet und im Wiki zur Verfügung gestellt (Links folgen unten), wer noch Ergänzungen hat oder Fehler findet meldet sich bitte.





Zeitliche Einordnung

Februar/März 1925
Es erscheinen einige Zeitungsberichte über die Kaltenecker-Bande und die Schmaderers. Die Polizei überprüft das Alibi der Gebrüder Heimerl in Bezug auf Hinterkaifeck. Staatsanwalt Pielmayer verfasst einen Bericht über die bislang ergebnislosen Ermittlungen zu Hinterkaifeck.


April 1925
  • Anzeige des Gendarmeriekommandanten Schöpf a. D. (Schwarzbach am Wald, Oberfranken, Landkreis Hof) gegen Albert Hofner.
  • Die Staatsanwaltschaft Neuburg startet Nachfragen bei den Gendarmerien Hohenwart und Pfaffenhofen, die im Sande verlaufen.


Mai 1925
  • 07. Mai: Anfrage der Staatsanwaltschaft Neuburg an die Polizeidirektion München wegen Hofner.
  • --> Umfangreiche Ermittlungen zwischen 13. Mai 1925 und 19. Mai 1925




Die Ermittlungen
13. Mai 1925
Telefonische Anforderung des Taschenmessers, das beim Abriss von Hinterkaifeck gefunden worden war *neu*


15. Mai 1925
  • Reise Kollmers nach Pfaffenhofen/Reichertshausen
  • Befragung Albert Hofners am Firmensitz in Reichertshofen








EINSCHUB:
Die Aussage Hofners muss von den Ermittlern analysiert worden sein auf überprüfbare Informationen und mögliche Zeugen.
Mindestens wurden folgende Ermittlungsansätze gefunden/verfolgt:

  • Zuordnung Taschenmesser zu Hofner
  • Auftragserteilung durch Andreas Gruber oder Viktoria Gabriel
  • Zeugen für den Auffindungstag:
    • Bürgermeister Greger, Wangen
    • Landwirt Lebmeier, Kaifeck
    • Schlittenbauertöchter, Gröbern


Anhand dieser Punkte wurden weitere Ermittlungen erhoben








15. Mai 1925
Vorzeigen des Taschenmessers bei Personen, die den Hofner kannten
"Die Vorzeigung des am Tatorte aufgefundenen und anhergesandten Taschenmessers an eine Reihe von Personen, die mit Hofner in unmittelbarem Verkehr standen, verlief ebenfalls negativ. Das fragliche Messer wurde bei Hofner von keinem der Gefragten gesehen und konnten auch sonst keine Anhaltspunkte über den früheren Besitzer geben" (Quelle: Bericht Kollmer)



16. Mai 1925
  • Einvernahme Bürgermeister Georg Greger *neu*
  • Einvernahme Landwirt Blasius Lebmeier *neu*
  • Einvernahme Landwirt Lorenz Schlittenbauer und Kinder *neu*



18. Mai 1925
Abschlussbericht Kollmer *neu*
Quelle: Hinterkaifeck.net (https://forum.hinterkaifeck.net/index.php?topic=49.msg146955#msg146955)


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Mordfall Hinterkaifeck

10.12.2025 um 17:21
Ich werfe mal kurz eine Frage ein, weil ich bezüglich eines Themas im Moment etwas durcheinander bin.

Es geht um die beiden ermordeten Kinder auf dem Hof.

Wer war der Vater / mögliche Vater der Beiden?

Hat man darüber absolute Klarheit oder wie schaut es aus?


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Mordfall Hinterkaifeck

11.12.2025 um 20:05
Nein, es ist nicht bekannt. Es gab keine Untersuchungen. Man geht aber davon aus, dass ihr Vater der Vater ihres Kindes war


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Mordfall Hinterkaifeck

19.12.2025 um 06:49
@Playtecci
Zitat von PlaytecciPlaytecci schrieb am 11.12.2025:Man geht aber davon aus, dass ihr Vater der Vater ihres Kindes war
Das ist halt in dieser Absolutheit nicht richtig.



@AnMA
Es ist bekannt, dass es zwischen dem Altbauern Andreas Gruber und seiner Tochter Viktoria Gabriel Inzest gegeben hat. Damals nannte man das "Blutschande" und die beiden wurden 1915 deshalb vom Landgericht Neuburg a.d.Donau verurteilt. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, dann empfehle ich Dir als Ausgangspunkt Deiner Recherchen unser Wiki: https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Sachverhalte:_Der_Inzest

Zu beiden Kindern aber gibt es offizielle Väter, wobei die Vaterschaft beim kleinen Jungen die meisten Fragen aufwirft.

1. Cäzilia, 7 Jahre
Viktoria und Karl Gabriel heirateten im April 1914, Cäzilia wurde im Januar 1915 geboren. In den noch vorhandenen Akten gibt es keinen Hinweis darauf, dass es an dieser Vaterschaft Zweifel gab.

2. Josef, 2,5 Jahre
Josef wurde im September 1919 unehelich geboren und schon allein deshalb stellt sich natürlich die Frage, wer sein leiblicher Vater war. Tatsache ist, dass es zwischen Viktoria Gabriel und dem Nachbarn Lorenz Schlittenbauer ein Verhältnis gegeben hat, das zur fraglichen Zeit der Empfängnis existierte.
Rund um diese Vaterschaft hatte es bereits bei der Geburt zwischen Lorenz Schlittenbauer und Viktoria Gabriel massiven Streit gegeben um den Unterhalt. Während dieser Streitigkeiten tauchte dann auch offiziell der Zweifel an der Vaterschaft bzw. der Vorwurf des weiter bestehenden Inzests auf. Das reichte, um Gruber in Untersuchungshaft zu bringen. Aufgrund von mehreren geänderten Angaben Schlittenbauers und weil nichts nachgewiesen werden konnte, wurden die beiden 1920 vom Landgericht Neuburg a.d. Donau freigesprochen.
Am Ende einigten sich die Parteien vor dem Vormundschaftsgericht Schrobenhausen auf eine relativ niedrige Einmalzahlung, von der Schlittenbauer 1931 zugab, sie in voller Höhe von Viktoria Gabriel erhalten zu haben. Er selbst hatte also keine eigenen Ausgaben durch diese Vaterschaft was Unterhaltszahlungen betrifft.
Genau in diesem Hin und Her kann man darüber sinnieren, inwiefern Schlittenbauer tatsächlich der leibliche Vater des Josef war oder ob er nur auf dem Papier herhalten musste/sollte, damit keine unangenehmen Fragen in Richtung einer möglichen Vaterschaft des Andreas Gruber auftauchten.
Fakt ist aber halt, dass Schlittenbauer offiziell der Vater des kleinen Josef war.


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Mordfall Hinterkaifeck

02.01.2026 um 15:21
Hinterkaifeck – Warum die Kühe den Mörder verraten.

Project Diogenes: Die Anatomie der Lüge. IQ 145, 20 Monate Forensik. Ich seziere True Crime und Machtstrukturen mit der Präzision eines Insiders, der das System von innen sah. Hier gibt es keine moralischen Filter, nur kalte, forensische Logik. Erkenne die Muster, die andere übersehen.

Glaubt ihr wirklich, ein fremder Raubmörder bleibt nach einer Sechsfach-Exekution drei Tage auf dem Hof, um die Kühe zu füttern?

In der Forensik habe ich eines gelernt: Täter brechen nicht mit ihrer tiefsten Programmierung.

Ein Landstreicher tötet und flieht. Ein Psychopath tötet und triumphiert. Aber nur ein Bauer tötet und füttert danach das Vieh. Warum? Weil für einen Bauern im Jahr 1922 die Tiere keine Lebewesen waren, sondern Kapital. Man verbrennt kein Geld, auch nicht, wenn man gerade eine Familie ausgelöscht hat.

Die Logik des Lorenz S.: Er kam nicht als Fremder. Er kam als der gedemütigte Nachbar, der rechtmäßige Vater des Bastards Josef, der Mann, dessen Ehre durch die Inzest-Gerüchte der Grubers im Dreck lag.

Als er die Reuthaue schwang, war das kein Raub. Es war eine „Flurbereinigung“. Das anschließende Füttern der Tiere war kein Mitleid – es war die unbewusste Übernahme des Besitzes. Er hat den Hof bereits bewirtschaftet, bevor die Leichen kalt waren.

Die Polizei suchte nach einem Monster. Ich sehe einen Mann, der sein Eigentum zurückgefordert hat.

Morgen im internen Dossier: Warum die Verletzungen von Victoria und ihrer Mutter eine ganz andere Sprache sprechen als die des alten Gruber. Wer hat gewürgt? Wer hat nur geschlagen?

Die Logik lügt nie.

— Diogenes


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Mordfall Hinterkaifeck

02.01.2026 um 15:58
@DiogenesLamp
Die Versorgung der Tiere (über welchen Zeitraum reden wir da und über welche Art der Versorgung?) ist ja durchaus nicht eindeutig belegt.
Woran machst Du die fest?



Übrigens ist die Bekanntgabe des eigenen Wunsch-IQs weder erforderlich noch wirkt das sehr sympathisch :) Dass es durchaus intelligente Irrgängen gibt Zeit der Thread hier zuhauf. Intelligenz alleine ist kein garant dafür, auf der richtigen Spur zu sein.


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Mordfall Hinterkaifeck

03.01.2026 um 10:58
@DiogenesLamp
Zitat von DiogenesLampDiogenesLamp schrieb:Weil für einen Bauern im Jahr 1922 die Tiere keine Lebewesen waren, sondern Kapital. Man verbrennt kein Geld, auch nicht, wenn man gerade eine Familie ausgelöscht hat.
Schon mal darüber nachgedacht, dass hungriges Vieh/Kühe irgendwann laut anfängt zu brüllen, was definitiv Aufmerksamkeit erregen könnte, wenn das Brüllen gar nicht mehr aufhört? Ein Landstreicher könnte also durchaus der Täter gewesen sein, der die Kühe ruhig stellen wollte, um noch für ein, zwei Tage länger ein warmes Plätzchen zu haben. Damals waren Landstreichern die Örtlichkeiten durchaus bekannt und auch, wo es was zu holen gab und ob z. B. ein Bauernhof stark frequentiert wurde durch Nachbarn, oder auch nicht.
Ich finde, deine Sichtweise auf die Dinge ist allein mit deiner 145 🤣 Logik nicht zu belegen.


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Mordfall Hinterkaifeck

03.01.2026 um 13:52
@DiogenesLamp

Ich kann deine Argumentation hinsichtlich LS möglicher Denkweise zwar irgendwo nachvollziehen, allerdings hätte es keinerlei Basis für dessen vermeintlichen "Besitzanspruch" gegeben. Siehe Quelle wie folgt über die Erben des Hofes. (Man muss etwas scrollen)

https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Dokumente:_1926-11-06_Zusammenstellung_des_Staatsanwaltes_Pielmayer

Der Erbfall und die anschließenden Prozesse bezüglich des Todeszeitpunktes von der kleinen Zilli wurden hier sicherlich schon ausgiebig diskutiert.

Ich kann deinen Versuch, das Täterprofil genauer zu beleuchten, verstehen, sehe das aber kritisch.
Meines Erachtens definiert sich der Tathergang nicht ausschließlich über den Beruf des Täters.
Ein Landwirt kann das Vieh füttern, muss aber nicht.
Es ist lediglich ein Aspekt von vielen. Zwar durchaus argumentierbar, aber es macht nicht die komplexe Persönlichkeit aus.

Gut, ein Landstreicher hätte vermutlich eher die Wertgegenstände wie Hartgeld, Schmuck etc. eingepackt. Das schien immer ungewöhnlich hinsichtlich der frühen Raubmordtheorie.

Es fehlt hier das eindeutige Motiv und ein komplexeres Täterprofil sowie eine geschlossene Aktenlage.


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Mordfall Hinterkaifeck

03.01.2026 um 21:29
Zitat von DiogenesLampDiogenesLamp schrieb:Project Diogenes: Die Anatomie der Lüge. IQ 145, 20 Monate Forensik.
Vielleicht erläuterst du uns mal, was es mit dem "Project Diogenes (...)" auf sich hat.
Und inwiefern hast du 20 Monate mit Forensik verbracht? Abgebrochenes Bachelorstudium?

Zum Inhalt:
1. Das Vieh wurde - wenn überhaupt (siehe @jaska) - nur sehr notdürftig versorgt. Für jemanden, der sein (eigenes) "Kapital" erhalten möchte, viel zu dürftig.
2. Soso, als rechtmäßiger Vater des kleinen Josef erschlägt man diesen grausam. Nicht besonders schlüssig.
3. Woraus leitest du ab, LS wäre der gedemütigte Nachbar, dessen Ehre durch die Inzestgeschichte im Dreck lag?
a) Einen Korb zu bekommen war damals nichts ungewöhnliches und zum Zeitpunkt der Morde bereits 3 Jahre vorbei. Außerdem war LS zum Tatzeitpunkt bereits wieder verheiratet, mit einer (noch) jüngeren als VG.
b) Was hat der Inzest mit der "Ehre" des LS zu tun? Da lag überhaupt nichts im Dreck.
4. HK war niemals das Eigentum von LS, folglich konnte er es auch nicht zurückfordern. Davon abgesehen war er auch so finanziell solide aufgestellt.

Für einen IQ von 145 ist das naja...


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Mordfall Hinterkaifeck

06.01.2026 um 09:34
Zitat von jaskajaska schrieb am 19.12.2025:1. Cäzilia, 7 Jahre
Viktoria und Karl Gabriel heirateten im April 1914, Cäzilia wurde im Januar 1915 geboren. In den noch vorhandenen Akten gibt es keinen Hinweis darauf, dass es an dieser Vaterschaft Zweifel gab.

2. Josef, 2,5 Jahre
Josef wurde im September 1919 unehelich geboren und schon allein deshalb stellt sich natürlich die Frage, wer sein leiblicher Vater war. Tatsache ist, dass es zwischen Viktoria Gabriel und dem Nachbarn Lorenz Schlittenbauer ein Verhältnis gegeben hat, das zur fraglichen Zeit der Empfängnis existierte.
Rund um diese Vaterschaft hatte es bereits bei der Geburt zwischen Lorenz Schlittenbauer und Viktoria Gabriel massiven Streit gegeben um den Unterhalt. Während dieser Streitigkeiten tauchte dann auch offiziell der Zweifel an der Vaterschaft bzw. der Vorwurf des weiter bestehenden Inzests auf. Das reichte, um Gruber in Untersuchungshaft zu bringen. Aufgrund von mehreren geänderten Angaben Schlittenbauers und weil nichts nachgewiesen werden konnte, wurden die beiden 1920 vom Landgericht Neuburg a.d. Donau freigesprochen.
Am Ende einigten sich die Parteien vor dem Vormundschaftsgericht Schrobenhausen auf eine relativ niedrige Einmalzahlung, von der Schlittenbauer 1931 zugab, sie in voller Höhe von Viktoria Gabriel erhalten zu haben. Er selbst hatte also keine eigenen Ausgaben durch diese Vaterschaft was Unterhaltszahlungen betrifft.
Genau in diesem Hin und Her kann man darüber sinnieren, inwiefern Schlittenbauer tatsächlich der leibliche Vater des Josef war oder ob er nur auf dem Papier herhalten musste/sollte, damit keine unangenehmen Fragen in Richtung einer möglichen Vaterschaft des Andreas Gruber auftauchten.
Fakt ist aber halt, dass Schlittenbauer offiziell der Vater des kleinen Josef war.
Zitat von jaskajaska schrieb am 19.12.2025:1. Cäzilia, 7 Jahre
Viktoria und Karl Gabriel heirateten im April 1914, Cäzilia wurde im Januar 1915 geboren. In den noch vorhandenen Akten gibt es keinen Hinweis darauf, dass es an dieser Vaterschaft Zweifel gab.

2. Josef, 2,5 Jahre
Josef wurde im September 1919 unehelich geboren und schon allein deshalb stellt sich natürlich die Frage, wer sein leiblicher Vater war. Tatsache ist, dass es zwischen Viktoria Gabriel und dem Nachbarn Lorenz Schlittenbauer ein Verhältnis gegeben hat, das zur fraglichen Zeit der Empfängnis existierte.
Rund um diese Vaterschaft hatte es bereits bei der Geburt zwischen Lorenz Schlittenbauer und Viktoria Gabriel massiven Streit gegeben um den Unterhalt. Während dieser Streitigkeiten tauchte dann auch offiziell der Zweifel an der Vaterschaft bzw. der Vorwurf des weiter bestehenden Inzests auf. Das reichte, um Gruber in Untersuchungshaft zu bringen. Aufgrund von mehreren geänderten Angaben Schlittenbauers und weil nichts nachgewiesen werden konnte, wurden die beiden 1920 vom Landgericht Neuburg a.d. Donau freigesprochen.
Am Ende einigten sich die Parteien vor dem Vormundschaftsgericht Schrobenhausen auf eine relativ niedrige Einmalzahlung, von der Schlittenbauer 1931 zugab, sie in voller Höhe von Viktoria Gabriel erhalten zu haben. Er selbst hatte also keine eigenen Ausgaben durch diese Vaterschaft was Unterhaltszahlungen betrifft.
Genau in diesem Hin und Her kann man darüber sinnieren, inwiefern Schlittenbauer tatsächlich der leibliche Vater des Josef war oder ob er nur auf dem Papier herhalten musste/sollte, damit keine unangenehmen Fragen in Richtung einer möglichen Vaterschaft des Andreas Gruber auftauchten.
Fakt ist aber halt, dass Schlittenbauer offiziell der Vater des kleinen Josef war.
Vielen herzlichen Dank für diese Einordnung. So hatte ich es auch in Erinnerung nach den Berichten.

Kurz gesagt: Bei Cäzilia war die Vaterschaft klar.

Bei Josef gibt es nicht wirklich eine Gewissheit, ob der alte Gruber oder L.S. der Vater war.


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Mordfall Hinterkaifeck

06.01.2026 um 15:03
Zitat von AnMAAnMA schrieb:Vielen herzlichen Dank für diese Einordnung. So hatte ich es auch in Erinnerung nach den Berichten.

Kurz gesagt: Bei Cäzilia war die Vaterschaft klar.

Bei Josef gibt es nicht wirklich eine Gewissheit, ob der alte Gruber oder L.S. der Vater war.
Hallo,
unabhängig wer wirklich der vater von josef war, sollte man auch bedenken WER sich evt. für den vater hielt.


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